Heißen sie Hassan? Dann sind sie ein Terrorist!

Die schnellste Möglichkeit, etwas über einen Fremden zu erfahren, ist ihn nach seinem Namen zu fragen und diesen mit einer Liste zu vergleichen. So vergleichen zB Mobilfunkprovider die Namen potentieller Kunden mit der Schufa-Liste, ob der Kunde schon einmal negativ aufgefallen ist. Neben dem Namen verwenden sie dabei aber auch das Geburtsdatum und evtl den Wohnsitz, um zu verhindern, den potentiellen Kunden mit einem Übeltäter gleichen Namens zu verwechseln. Diese Mühe macht sich aber nicht jeder. In der Post-9/11-Welt der USA ist das zum beispiel unnötig. Steht der Name einer Person auf der List potentieller Terroristen, so ist man verdächtig. Auch, wenn von dem potentiellen Terroristen nur der nicht ungebräuchliche Name „Hassan“ bekannt ist. Dies erzählt ein Artikel von Spon:

Ein Haus zu besitzen, sagt Tom Kubbany, sei „der amerikanische Traum“. Der Kalifornier schuftete hart dafür, rackerte gleich in zwei Jobs, sparte, zahlte seine Schulden ab. Schließlich wähnte er sich am Ziel: Ein neues Kreditprogramm stellte ihm und seiner Frau Nancy ihr erstes Eigenheim in Aussicht, im idyllischen Arcata nördlich von San Francisco.

Doch dann erteilte die Hypothekenberaterin ihnen plötzlich eine Abfuhr: „Wir werden das nicht weiter verfolgen.“ Als die Kubbanys nachhakten, fanden sie sich in einer Realsatire wieder: Kubbanys zweiter Vorname Hassan, so die Analyse seiner Kreditwürdigkeit durch die Kreditagentur TransUnion, stehe auf einer Terroristenliste der US-Regierung – als Alias für Ali Saddam Hussein al-Tikriti, den angeblich dritten Sohn des irakischen Ex-Diktators.

„Es war surreal“, erinnert sich Kubbany. „Alles lief in Zeitlupe ab. Ich dachte mir: Moment mal, das ist doch albern. Das ist ein Witz.“

Ob auch sie als Terrorist verzeichnet sind, können sie direkt auf der Liste des US Treasury Department nachlesen.

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1 Kommentar bisher ↓

#1 schlaubert am 19.04.07 um 17:21

Erinnert mich an einen „Spaß“, den wir uns früher in der Straßenbahn erlaubt haben. Die hatten da überall so Aufkleber gegen Fremdenfeindlichkeit angebracht, „Gemeinsam gegen Hass“ stand da geschrieben. Das ‚Hass‘ mit einem Edding flugs um ein ‚an‘ ergänzt, ergab sich allerdings ein gänzlich anderer Sinn. Fanden wir schrecklich witzig damals… (ja, kann man drüber streiten =)

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