Killerspiele und Sportschützen – Zwei Klassengesellschaft par excellence

Wie wir alle wissen, sind „Killerspiele“ böse. Ganz böse. Und „Killerspieler“ erst recht. Denn „Killerspiele“ trainieren virtuell den Schußwaffengebrauch. Obwohl auch nach zig Stunden am PC kein „Killerspieler“ eine Schrotflinte auch nur laden könnte…

Sachsens CDU Landtagsfraktion will „Killerspiele“ verbieten und zwar nicht nur die Herstellung und den Vertrieb (wie es die CSU im Bundesrat vergeblich forderte), sondern auch den Besitz der selben.

„Die Verbreitung brutaler Video- und Computerspiele muss effektiv unterbunden werden. Die CDU-Fraktion schlägt dazu geeignete technische Maßnahmen wie beispielsweise elektronische Filter vor. Die Staatsregierung wird aufgefordert, sich im Bundesrat für notwendige Gesetzesänderungen einzusetzen. Der Besitz der so genannten Killer-Spiele muss verboten werden.“

Nun könnte man meinen, wenn „Killerspiele“ schon böse sind, weil sie den virtuellen Umgang mit Waffen üben lassen, dass dann die Übung mit echten Schußwaffen erst recht geächtet würde. Aber falsch gedacht. In Breckerfeld im sauerländischen NRW soll Europas größte und modernste Schießsportanlage entstehen. 250 Millionen teuer und sieben Fußballfelder groß. 340.000 potentielle Nutzer gibt es in der Region um die Tötungsmaschinenübungsschule. Dass der Bürgermeister der CDU angehört und keinen Zusammenhang zu evtl Gefahren mit Amokläufen sieht, ist ja auch einleuchtend, denn schließlich war ja nur einer der zwei Amokläufer in Deutschland (Robert Steinhäuser, Erfurt) Sportschütze, während beide (Steinhäuser und Bastian B., Emsdetten) Computerspieler waren…

Aber natürlich unterstelle ich hier niemanden, dass das Wählerpotential der beiden Freizeitbeschäftigungen einen Einfluß auf die Wertung bezüglich evtl gefahren hat. Natürlich spielt es keine Rolle, dass Schützenvereine so lustige Schützenfeste haben, einen deutlich höheren Alterdurchschnitt und somit den Politikern näher stehen, als die unorganisierte, jugendliche Spielergemeinschaft, die noch dazu keine Lobbyisten hat.

via kiesows.de

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