Online-Prostitution!

Prostitution (von lateinisch pro-stituere aus pro und statuere – nach vorn stellen, zur Schau stellen, preisgeben) – früher Gewerbsunzucht – bezeichnet die Vornahme sexueller Handlungen gegen Entgelt.

So definiert Wiki die Prostitution. Um sexuelle Handlungen soll es hier zwar nicht gehen, aber durchaus um gewerbliche Unzucht, denn:

Der Begriff Unzucht bezeichnet abwertend ein menschliches Sexualverhalten, das gegen das in einem speziellen kulturellen oder religiösen Kontext empfundene, angenommene oder vorgegebene allgemeine Sittlichkeits- und Schamgefühl verstößt.

Um menschliches Verhalten, dass gegen mein Sittlichkeitsgefühl verstößt, soll es hier gehen. Konkret soll es um Linkprostitution gehen. Frank vom SEO-Marketing-Blog hat ein „Artikelverzeichnis“ erstellt und wirbt jetzt bei Bloggern dafür, dass sie Artikel schreiben, diese in das Artikelverzeichnis einstellen und dafür Backlinks bekommen. Im Detail bedeutet das:

Ein Blogger schreibt einen Artikel und schickt diesen an das Artikelverzeichnis.
Daraufhin wird der Artikel dort veröffentlicht und als „Belohnung“ bekommt der Blogger einen Link vom Artikelverzeichnis auf sein Blog.

Der Sinn für den Blogger soll darin bestehen, dass sein Blog dank des Links bei Google ein besseres Ranking bekommt und somit evtl mehr Leser.
Der Sinn für den Betreiber des Artikelverzeichnisses liegt darin, dass er durch diese Aktion schnell an eine große Menge Content kommt und dadurch für Google als „interessant“ gewertet wird. Zusätzlich werden die Blogger wohl Links auf das Artikelverzeichnis oder ihren dort veröffentlichten Artikel setzen, was den PageRank des Artikelverzeichnisses verbessert. Der SEO (Search Engine Optimizer), der das Artikelverzeichnis betreibt, hat nun eine Plattform, mit der er sein gewerbliches Treiben, also das verbessern der PageRanks seiner Klienten, leichter erreichen kann.
Früher nannte man so etwas eine Linkfarm, aber seit Google fleissig dabei ist diese Linkfarmen aus dem Index zu streichen, müssen sich die SEOs etwas neues Überlegen.
Aus den Nutzungsbedingungen des Artikelverzeichnisses:

3. Das Copyright der Artikel-Inhalte muss bei ihnen liegen – die einmaligen Nutzungsrechte gehen durch das Einreichen & Veröffentlichen auf www.artikel-pr.de über!
4. Sie sind auch nach Veröffentlichung für alle Inhalte ihres Artikels verantwortlich & haften ggfls. für entstandene Rechtsverstösse!
5. Der Artikel darf nur einmalig online genutzt/veröffentlicht werden – dies überprüfen wir regelmässig mit dem Tool copyscape.com

Die Artikel müssen also alle frisch und unique sein, somit wird Google sich schwer damit tun, das Artikelverzeichnis aus dem Index zu schmeißen, da im Artikelverzeichnis ja echter Content zu finden ist. Wer weiß womit der SEO nun Google zuspammt…

Zu allem Überfluss ist das Artikelverzeichnis noch ganz neu und frisch. Ergo liegt auch der PageRank des Artikelverzeichnisses bei 0. Die Blogger haben also erstmal von den Backlinks nichts nur wenig. Das ist aber im Kalkül des SEOs einberechnet. Da die von den Bloggern investierte Arbeit bereits erledigt ist, die „Entlohnung“ aber noch wertlos, werden die Blogger versuchen der Entlohnung Wert zu geben. Am einfachsten geht dies, indem man Links auf das Artikelverzeichnis setzt und neue Artikelschreiber anwirbt und so den PageRank des Artikelverzeichnisses anhebt um dadurch den eigenen PageRank zu erhöhen. Somit ist nicht nur der einmalige Artikel im Artikelverzeichnis Teil der Linkfarm, sondern auch alle Blogs und Webseiten, die darauf verweisen. Der Blogger wird so zum SEO einer fremden Plattform…

Warum habe ich keinen Link auf das Artikelverzeichnisses gesetzt? Weil ich nicht Teil der Linkfarm werden will.
Und wers unbedingt wissen will, das Artikelverzeichnis findet man unter „www.artikel pr.de“ mit Bindestrich statt dem Leerzeichen.

via seoblogger

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9 Kommentare ↓

#1 Seoblogger am 12.04.07 um 12:41

Zitat: Die Blogger haben also erstmal von den Backlinks nichts.

>>Das ist einfach nur falsch.

Am einfachsten geht dies, indem man Links auf das Artikelverzeichnis setzt und neue Artikelschreiber anwirbt und so den PageRank des Artikelverzeichnisses anhebt um dadurch den eigenen PageRank zu erhöhen
>>Das ist auch einfach nur falsch.

Insgesamt solltest du dich etwas besser in die Thematik „ARtikelverzeichnis“ und „Backlink gegen Content“ einarbeiten.

#2 Marnem am 12.04.07 um 12:59

Ich verstehe, dass Du als SEO das etwas anders siehst.

Klar, falls jemand das Artikelverzeichnis liest und den Artikel toll findet, klickt er vielleicht auf den Backlink und findet sich im Blog des Autors wieder.

Klar, jeder Link ist erstmal besser als kein Link und wird von Google positiv bewertet.

Andererseits muss man aber auch sehen, dass ein guter Artikel Zeit braucht und diese Zeit hat einen Wert und ich kann mir nicht vorstellen, dass die bis zu 6 Backlinks diese Zeit wert sind. Außer natürlich, dass das Artikelverzeichnis genügend Leute findet, die sich bzw ihre Zeit für einen Link verkaufen und das Artikelverzeichnis somit genug Relevanz und Gewicht bekommt…

#3 Starkiller am 12.04.07 um 14:01

Interessanter Artikel, ich fände allerdings du könntest stärker deine eigene Meinung rausstreichen, aber vielleicht wolltest du ja gerade das nicht.

Zum anderen ist mir noch unklar, muss der einzelne Blogger jetzt für den Backlink wirklich Geld auf den Tisch legen oder nicht?

#4 Marnem am 12.04.07 um 14:18

Geld? Nein
Deine Arbeitskraft, mit der Du einen Artikel für das Artikelverzeichnis schreibst? Ja

Und ich glaube, die Überschrift „Online-Prostitution!“ beschreibt meine Meinung ganz gut 😉

#5 Starkiller am 12.04.07 um 14:21

da gebe ich dir recht :-)
Danke für die Erklärung

#6 Frank @ SEO Marketing Blog am 12.04.07 um 14:41

@ Marnem

Du hast bei Deiner Argumentation glaube ich übersehen, daß man als hauptberuflicher SEO die Nummer mit den Autoren-Backlinks nicht braucht, um eine URL zu einer Authority zu machen.

Dafür sorge ich auch schon ganz egoistisch auch ohne Autoren-Backlinks – wenn ich zusätzlich welche bekomme, beschwere ich mich natürlich auch nicht 😉

Falls jetzt die Frage auftaucht, warum ich ne URL „auf eigene Kosten“ mit Backlinks pushe, von der wiederum Autoren mit Backlinks profitieren, noch die Bemerkung: je mehr ich das Artikelverzeichnis „nach vorne schubse“ (& je mehr Artikel veröffentlicht werden), desto höhere Adsense-Einnahmen können damit erwirtschaftet werden – ist so was wie ne „bilaterale online Prostitution“, wenn man schon in diesen fragwürdigen Prostitutions-Begriffswelten rumschwirrt 😉

#7 Frank @ SEO Marketing Blog am 12.04.07 um 14:43

… ahso, wegen Telefonat zwischendurch vergessen: die bilaterale Nummer nennt sich in der Geschäftswelt auch gerne win-win Situation 😉

#8 Marnem am 12.04.07 um 15:27

Versteht mich nicht falsch, ich hab weder etwas gegen Prostituierte noch gegen Prostitution, solange sie freiwillig passiert und dies ist hier der Fall. Natürlich ist der Artikel-Titel auch mit Absicht provokant gewählt.

Ich habe nichts gegen SEO an sich, auch ich bastle gerade an einer Sitemap für Marnem.de , nur hat das Artikelverzeichnis imho einen leichten Beigeschmack, den ich nicht mag. Ich hasse es, wenn ich mich beim Googeln erst durch Spamseiten schlagen muss, bis ich zu den gewünschten Informationen komme und Linkfarmen sind daran nicht eben unschuldig.

Und auch wenn man unter manchem Blickwinkel das ganze sicher als Win-Win-Situation sehen kann, so sehe ich es doch anders :-)

#9 Starkiller am 12.04.07 um 19:30

Prostitution ist auch Win-Win :-)
Befriedigung auf der einen Seite,
Geld auf der anderen Seite.

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