Die FrankfurterRundschau schreibt über die Blogosphäre

Artikel der Frankfurter Rundschau vom 25.04.2007

Die FrankfurterRundschau schreibt heute in ihrer Online-Ausgabe über die Blogosphäre und fragt, ob diese auch politische Relevanz entwickelt. Dies soll am Beispiel der Reaktion der Blogosphäre auf einen Aufruf von Ralf Bendrath von netzpolitik.org geklärt werden (den Aufruf habe ich auf die Schnelle leider nicht gefunden und auch im Artikel der FR ist er nicht verlinkt, vermutlich ist damit aber www.stoppt-die-vorratsdatenspeicherung.de gemeint ich Hirn hab doch den Folgeartikel sogar kommentiert)
Im Artikel werden einige Blogs aufgezählt und Zitiert, desweiteren der komplette Schäuble-Katalog erläutert.

Als Fazit des Artikels Protestmomente gegen „Stasi 2.0“ zitiert die FR Ralf Bendrath

„Blogs können also offenbar besser kurzfristig Aufmerksamkeit steuern. Die Initiative dafür muss offenbar woanders her kommen, etwa vom Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung oder eben vom Beschluss der Bundesregierung.“

Darauf, dass mein Beitrag „Stasi 2.0 – So sieht unsere Zukunft aus!“ ebenfalls referenziert wird, bin ich natürlich mächtig stolz. Jetzt würde mich noch interessieren, ob der Artikel auch in der Zeitungsausgabe der FR gelandet ist. Auf den Ausschnitt wäre ich natürlich scharf 😉

[Nachtrag 17:33] Ich bin vorhin noch losgetigert, um mir eine Ausgabe der FR zu holen und durfte feststellen, dass die FR halt ned die SZ ist. Die SZ gab es in allen drei Zeitschriftenläden, in denen ich war, die FR hingegen nur im dritten (in München is das aber auch verständlich). Auf Seite 26 steht der gesuchte Artikel, einspaltig, etwas gekürzt und an den rechten Rand gedrängt (vom Standort, nicht vom Inhalt her). In der Printversion werde ich natürlich noch als „Marnem Schoder“ bezeichnet, die Autorin hat das auf meinen Hinweis hin in der Online-Ausgabe flott korrigiert.
[Nachtrag 19:20] Die Autorin des Artikels, Monika Porrmann, hat mir dankenswerterweise erlaubt, eine eingescannte Variante des gedruckten Artikels einzufügen. Macht euch also selbst ein Bild über die Kürzungen, die aus Platzgründen gemacht werden mussten.

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10 Kommentare ↓

#1 Jens am 25.04.07 um 18:04

Das Thema hatten wir letztens noch innem Seminar an der Uni. Ich hab da ja so meine Zweifel. Sicher gibt es Einzelfälle die kurzfristig mal Aufmerksamkeit bekommen. Aber wenn, dann bekommen sie die Aufmerksamkeit doch wieder durch die klassischen Medien wie TV oder Radio, bzw Zeitungen. Die Zeilgruppe der Blogleser ist an sich zu klein um was zu verändern.

Soweit meine Theorie dazu.

#2 Marnem am 25.04.07 um 18:17

Menschen haben nur begrenzt viel Zeit auf Erden. Einen großen Teil davon verbringen sie mit Schlafen und Arbeiten. Die Zeit um sich also zu informieren ist begrenzt und genau da setzen Zeitungen, Radio und TV an.
Zum einen gibt es immer nur eine begrenzte Zahl an Kanälen, Frequenzen und Papier, während das Internet unbegrenzt viele Blogs hervor bringen kann.
Zum anderen sind die alten Medien auch vom Umfang begrenzt. Habe ich zB die Zeitung durchgelesen, hat sich diese Ausgabe erledigt. Ist eine Sendung ausgestrahlt, so ist sie vorbei und eine andere kommt. Im Internet findet man sich immer wieder Links, die einen weiter tragen…

Blogs können zu einem mächtigen Instrument werden, dafür müssten sie sich aber wahrscheinlich zusammenschliessen und bestimmte Themen gezielt pushen. Dann ist man aber auch schon fast wieder bei einer Online-Zeitung…

#3 Boje am 25.04.07 um 22:01

Komisch, daß in solchen Fällen immer derart berichtet wird, daß es eine Art Aktion der Blogger sei. S.a. die verzweifelte Suche nach dem Ursprung und dem „Verursacher“.
Es liegt auf keinen Fall daran, daß sich zahlreiche Menschen für ein aktuelles Thema interessieren und darüber diskutieren oder schlichtweg ihre Meinung kundtun wollen.

#4 Marnem am 25.04.07 um 23:49

Naja, wenn man sich anschaut, wie selten selbständiges Denken in Deutschland ist, dann ist diese Herangehensweise der Medien auch verständlich, aber natürlich hier trotzdem falsch.

#5 Monika Porrmann am 26.04.07 um 10:33

Hallo,
den Aufruf hat Ralf Bendrath im Rahmen einer Diskussion um die Politisierung der Blogosphäre bei der re-publica in Berlin gestartet, bei der ich vor Ort war – daher kein Link.

Was mit „in solchen Fällen“ und „immer“ gemeint ist, vermag ich nicht zu beurteilen – die FR-Serie kann nicht gemeint sein. Seit gut zwei Jahren werfen wir hier wöchentlich einen Blick in die deutsche und internationale Blogosphäre – meist unter dem Aspekt: Welche Stimmen gibt es unter Bloggern zum Thema XYZ? Hin und wieder verfolgen wir hier auch mal die berühmte Sau – allerdings nur dann, wenn damit zu rechnen ist, dass Nicht-Blogger (das Printpublikum eben) ein Mindestmaß von Interesse dafür haben könnten.
Die Frage, inwieweit Blogs auch eine Form von politischer Kampagnenfähigkeit entwickeln können, wenn gezielt zu Beiträgen aufgerufen wird, habe ich in dieser Folge zum ersten Mal gestellt – weil mich eben nicht nur die Inhalte, sondenr auch das Phänomen Blogosphäre, ihre Möglichkeiten, ihre Entwicklungen usw. interessiert.
Kurzum: Mag sein, dass klassische Medien zu oft mit eingeschränkter Sicht an Blogs herangehen. Als die, die die o.g. FR-Serie seit einem Jahr verantwortet, mag ich mir den Schuh nicht anziehen.
Beste Grüße, Monika Porrmann
FR online

#6 Marnem am 26.04.07 um 12:45

Frau Porrmann, verstehen sie uns bitte nicht falsch.
Wir, zumindest ich, bin über den Artikel sehr froh, denn er transportiert die Message, dass es im Internet nicht nur um unwichtige Dinge geht. Leider wird das Internet in den Medien meistens mit eBay-Betrügereien, Pädophilen, Bombenbasteleien oder dem neuesten Sexvideo von Paris Hilton in Verbindung gebracht.
Wie die FR bisher über die Blogosphäre berichtet hat, kann ich nicht beurteilen, aber ich bin mir sicher, dass eine ganze Reihe an Bloggern FR online Mittwochs jetzt auf dem Schirm hat.

Ein ganz anderes Thema ist die sogenannte Kampagnenfähigkeit. Kampagne drückt immer irgendwie aus, dass es jemanden gibt, der das ganze kontrolliert. Das ist der Schuh, den wir Blogger uns nicht anziehen wollen.
Die Blogosphäre in Deutschland und vermutlich auch weltweit ist so vielfältig, dass zu jeder Zeit verschiedene Themen hochkochen. Genau diese Vielfalt mit der großen Anzahl von Blogs bewirkt aber auch, dass man eigentlich immer im selben „Kiez“, den selben Blogs, unterwegs ist. Ich habe rund 100 Blogs im Feedreader, aber in keinem einzigen wird postitiv über die Ideen Schäubles berichtet. In vielen spielt das Thema keine Rolle, die anderen sind strikt dagegen. „Kampagnen“ würden in der Blogosphäre imho nur dazu dienen können, die eigene Klientel zu motivieren und bewegen, hätten aber nur wenig Strahlkraft über diese hinaus.

#7 Boje am 26.04.07 um 20:53

Danke, daß Du „uns“ geschrieben hast, Marnem – ich kann mich Deinem Kommentar nur anschließen und habe mich sehr über die Diskussion hier und den kleinen Artikel in der FR gefreut!
Frau Porrmann, Sie müssen sich diesen Schuh auch nicht unbedingt anziehen, wollte damit nur feststellen, daß wenn die Presse über ein heißes Thema in der Blogosphäre schreibt, oftmals (ich korrigiere mich) über eine „Aktion“, „Kampagne“ o.ä. geschrieben wird.
Das Beispiel hinkt, aber war der Fall der Mauer eine Aktion?

#8 Ralf Bendrath am 27.04.07 um 04:45

Der Aufruf kam durchaus nochmal „schriftlich.
Bin selber ganz überwältigt von der Resonanz.

Die Schäublone gibt es übrigens seit heute endlich doch bei Spreadshirt – mit Spende vom Käufer und von Spreadshirt an den AK Vorrat. :-)

#9 Ralf Bendrath am 27.04.07 um 04:47

„Schriftlich“: Link defekt. Argh.
Stimmt der hier jetzt?

#10 Marnem am 27.04.07 um 13:09

Danke Ralf!

Ich hatte ja den Folgeartikel sogar kommentiert. Peinlich!

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