Vorsicht vor der Abmahnfalle Shoppero!

Seit dem 3ten Mai ist ein neues Web 2.0 Startup am Laufen und es schimpft sich Shoppero. Shoppero lässt sich nach dem AAL-Prinzip (Andere Arbeiten Lassen) die Datenbank mit Produktempfehlungen füllen und beteiligt dafür die Nutzer mit einem kleinen Teil der Werbeeinnahmen und Provisionen.

Im Detail:
Die Idee ist, dass Produktempfehlungen von Nutzern ein hohes Maß an Glaubwürdigkeit bieten. Darum seien potentielle Kunden immer an Produktempfehlungen anderer Nutzer interessiert und würden darum eine Seite wie Shoppero besuchen.
Sucht ein Kunde nun beim Shoppero einen bestimmten Artikel, so wird ihm neben den Produktempfehlungen der Nutzer Werbung im Google Adsense Format angezeigt, zusätzlich zu Links auf Webseiten von Händlern, die genau dieses Produkt verkaufen.
Kauft ein Kunde nach Klick auf einen der Händlerlinks das Produkt, so bekommt Shoppero dafür eine Verkaufsprovision, zusätzlich zu den Einnahmen durch die Adsense Werbung.
Um Nutzer anzulocken, die Produktempfehlungen schreiben, gibt Shoppero ihnen einen Teil der Einnahmen durch Werbung und Provisionen. Zusätzlich gibt es sogenannte „Adgets“, das sind kleine HTML-Schnippsel, die auf ein Produkt verlinken. Die Nutzer sollen nun diese Adgets überall wo sie können anbringen, denn für jeden potentiellen Kunden, der über so ein Adget auf die Seite von Shoppero kommt, bekommt der Nutzer wieder Kohle.

Soweit, so gut. Ähnliche Funktionalitäten bietet zB auch Ciao, wo ist nun der Gag? Nun, so wirklich ist er nicht zu finden.
Google Adsense kann sich jeder Webseitenbetreiber holen, ebenso einen Amazon Partnerstore, warum man den Umweg über Shoppero nehmen soll, ist nicht ganz klar.

Was macht Shoppero nun zum Problem?
Shoppero bietet eine leere Datenbank an, die die Nutzer füllen sollen. Die Nutzer sollen Produktempfehlungen schreiben und am besten auch Bilder zu den Produkten. Falls man gerade kein Bild zur Hand hat, kein Problem. Einfach bei Shoppero eine Seite angeben, die ein Bild hat, Shoppero liest die Seite ein, der Nutzer wählt aus den dortigen Bildern das gewünschte aus und fertig ist die bebilderte Produktempfehlung.
Was aber, wenn der Nutzer gar nicht der Urheber der Bilder ist? Dann kann es Ärger geben, falls sich der Urheber der Bilder mit einer Abmahnung bei Shoppero meldet. Shoppero ist aber nicht dumm, denn natürlich steht in den AGB, dass der Nutzer versichert, Urheber aller eingestellten Texte und Bilder ist. Nur wird darauf nicht hingewiesen, wenn ein Nutzer eine Seite mit Bildern angibt…
Es ist also nur eine Frage der Zeit, bis findige Abmahnanwälte diesen neuen Ort für ihren Lebensunterhalt gefunden haben.

Die Lesart von Shoppero ist also, dass die Nutzer selbst für die eingestellten Informationen verantwortlich ist und Shoppero nur die Plattform zur Verfügung stellt. Für das zur Verfügung stellen der nackten Plattform kassiert Shoppero aber 80% der Werbeeinnahmen und 40% der Provisionen…

Die .de Domain von Shoppero ist zur Zeit nicht funktionierend, über die .com Domain kommt man aber hin, falls man wirklich will.

via F!XMBR

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7 Kommentare ↓

#1 Readster am 06.05.07 um 12:34

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#2 Marnem am 06.05.07 um 12:52

Readster, noch nie gehört. Scheint sowas wie Yigg zu sein?

#3 herbert am 07.05.07 um 10:58

Danke für die Hinweise und wenn man noch andere kritische Stimmen zum Verteilungsmodus ansieht, dann sollte man eine Teilnahme sehr kritisch prüfen.
Das Modell wird nur dann erfolgreich, wenn viele Bewertungen drin sind und damit die Werbeeinnahmen fließen. Doch wenn viele Bewertungen kommen, wird es viele Schreiber geben und je mehr Schreiber es gibt, um so weniger bleibt für den Einzelnen übrig.
Ob die Werbeeinnahmen dann so schnell steigen, dass wirklich ein Betrag ausgeschüttet werden kann für einen oder mehrere Artikel, da hab ich meine Zweife.

#4 Marnems Sicht der Dinge » Blog Archiv » Breitet sich die Abmahnfalle Shoppero aus? am 07.05.07 um 12:30

[…] -Vorsicht vor der Abmahnfalle Shoppero! […]

#5 Marnem am 10.05.07 um 00:25

In wie weit sich Shoppero für die Blogger etc rentiert, steht auf dem einen Blatt. Darüber, dass die 20%/60% Ausschüttung nie erreicht wird, wurde ja in anderen Blogs schon berichtet.
Das Problem mit dem Abmahnungen wiegt das meiner Meinung nach viel schwerer.

#6 Shoppero auf Englisch, wird es floppen wie die deutsche Version? » Marnems Sicht der Dinge am 11.07.07 um 01:14

[…] auf, dass man sich bei Shoppero vor allem Abmahnungen einhandeln könne. Auch ich habe darüber berichtet. Aber hey, nach nicht mal zwei Monaten gab es dann Entwarnung, weil ein einzelner Anwalt […]

#7 Shoppero - Eine Deutsche Erfolgsgeschichte! Oder etwa nicht? — Marnems Sicht der Dinge am 20.08.07 um 22:17

[…] 3.Mai, vor 110 Tagen also, öffnete mit Shoppero eine Todgeburt Abmahnfalle tolle Klitsche in Hamburg, die angeblich dem LongTail Geld bringen soll. Vor 55 Tagen […]

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