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Deutsche Blogger – faule Säcke?

Chris von F!XMBR fragt „Wo sind die Inhalte? [1]„, nachdem er sich gestern 30 deutsche Top Blogs angesehen und deren Artikel ausgewertet hat. Diese 30 Blogs haben gestern 100 Artikel verfasst, wobei 45 davon aus einem Link mit bis zu vier Sätzen Erläuterung und einem Zitat bestanden, dazu kommen dann noch Neun Links auf Youtube Videos. Gerade mal 20 Artikel würde er als eigenen Inhalt bezeichnen.
Aus diesen Zahlen schließt Chris, dass die deutsche Blogosphäre in sich gefangen ist. Er wirft die Frage auf, wie viele der zusammen rund 15000 Unique IPs der drei Blogs Blogbar, Spreeblick und F!XMBR wirklich differenzierbare Leser sind, damit wie viele Menschen sich in der deutschen Blogosphäre tummeln und somit ob diese überhaupt für werbetreibende interessant sein kann. Als Beispielhaft verweist Chris auf die „Popular Blogs [2]“ Liste von Technorati, da die dort aufgeführten Blogs doch viel mehr und viel bessere eigene Inhalte produziert werden.

Chris hat sicher recht. Das 19 der 100 Artikel von nur einem Blogger stammen und dieser die Statistik etwas verzerrt ändert aber nichts an der Situation: Einen guten Artikel zu schreiben benötigt Zeit. Schnell sitzt man eine Stunde und länger, wenn der Artikel auch nur halbwegs mit Links ausgestattet und nachrecherchiert ist. Diese Zeit hat aber nicht jeder. Auch hat man nicht jeden Tag ein gutes Thema auf der Pfanne. Vor allem, da das Blog ja nicht den Lebensunterhalt finanziert.
Sehen wir uns aber mal die gelobten Blogs aus der popular List an:

Die deutsche Blogosphäre ist gegenüber der englischen kleiner, weniger professionalisiert und alles in allem noch ungeübt. Aber potentiell 1350 Millionen englischsprachige Leser bringen auch mehr guter Schreiber hervor, als die 155 Millionen deutschsprachigen. Aufgrund der höheren Leserzahl verdient ein englisches Blog auch potentiell mehr, als ein deutsches und dies wiederum bedingt eine grössere Professionalität.

Ich stimme Chris zu, dass die deutsche Blogosphäre wahrlich dringendere Probleme hat, als sich der werbenden Industrie an den Hals zu werfen. Ob aber das anstreben der Verhältnisse der US-Blogosphäre aber wünschenswert ist, lasse ich mal dahingestellt. Ich für meinen Teil lese einfach nur die Blogs, die mir gefallen, was dazu führt, dass die Blogs aus den deutschen Top 100 nicht einmal 1/3 meiner Blogs ausmacht.