Content is King – aber wo hält er Hof? (Teil II)

In Teil I habe ich beschrieben, wie der Mensch bisher mit Content versorgt wurde. Hier soll es nun darum gehen, wie wir in Zukunft an unsere Nachrichten und Informationen kommen.

Die Frage ist nun, wie lässt sich aus den Artikeln in Blogs ein zeitungsähnliches Angebot entwickeln? Ein Angebot also, das mir zeigt, was in der Blogosphäre gerade als interessant erachtet wird? Dafür gibt es zB Dienste wie Digg die aus dem Verhalten der Blogleser auf die Relevanz der Inhalte schließen. Die Leser eines Artikels Voten gegebenenfalls für den Artikel und die jeweils 15 Artikel mit den aktuell meisten Votes werden auf der Startseite von Digg angezeigt.
Von der Idee her ist das der richtige Weg. Das, was viele interessant und wichtig erachten ist vielleicht auch für mich interessant. Ein durch und durch demokratisches System wird da angeboten. Wie das aber in demokratischen Systemen so ist, bestimmt die Mehrheit den Ausgang der Wahl, auch wenn dies vielleicht nicht meiner Wahl entspricht. Für das politische System eines Staates ist dies der richtige Weg, nicht aber für die Nachrichten, die ich lese, denn das Angebot von Digg bzw des deutschen Klons Yigg ähnelt meist mehr der Bildzeitung, als der Süddeutschen.

Aus einer Diskussion auf F!XMBR bin ich auf die Idee gekommen, dass man Digg mit social networks mischen sollte. Die Idee ist, dass mir die Meinung mancher wichtiger ist, als die Meinung anderer. Man würde also wie bei Digg Artikel voten, zusätzlich aber eine Art Friendlist pflegen und deren Votes würden mehr wiegen als die des gemeinen Users. Mit der richtigen Gewichtung der Friendlistvotes bekäme man somit eine individuelle Übersicht über die Artikel der Blogosphäre, bei der Themen, die furchtbar viele Leute wichtig finden auftauchen, aber auch Themen, die vielleicht nur wenige, dafür mir wichtige Menschen für gut erachten.

Was haltet ihr von der Idee, einer individuellen „Blogzeitung“?

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4 Kommentare ↓

#1 Jochen Hoff am 12.05.07 um 07:50

Fütterst du eigentlich digg und die anderen. Ich tu es nämlich nicht. Das ist zwar Schwachsinn, weil ich selbst die automatisierte Möglichkeit diese Dienste zu benutzen anbiete, aber es ist halt so. Delicious mach ich auch immer erst im Nachhinein.

#2 Marnem am 12.05.07 um 13:46

Ehrlich gesagt nein.
Ich habe zwar im Newsfeed einen Digg Button eingebunden, besitze aber selber keinen Digg, Yigg, Mister-Wong oder Del.icio.us Account.
Warum?
Bisher hatte ich mich einfach zu wenig damit beschäftigt. Ich hab meine rund 50 Feeds im Reader und bin damit schon mehr als ausgelastet. Ich lese auch gerne alle Artikel eines Autors, um den Autor besser kennen zu lernen und seine Geschichten besser einordnen zu können.
Durch die Dynamik von Yigg und Digg wandelt sich das Aussehen der Startseite beständig. Es gibt keine Version, die mal für ein paar Stunden gleich bleibt. Für mich würde das vermutlich zu Serendipity führen, wenn ständig neues, semi-interessantes auf meinem Bildschirm auftaucht.

#3 Stefan am 13.05.07 um 10:25

Eigentlich eine schöne Idee. Noch schöne wäre es, wenn das ganze nicht bei einem zentralen Dienst liefe, sondern verteilt wäre… Deine Seitenempfehlungen kann man ja auch mit einer Kurznotiz im eigenen Blog vergleichen. Möchte man das ganze nach irgendeiner Rangfolge auswerten, bräuchte man nur noch ein genormtes Format – wenn man’s genau nimmt, ließe sich das alles in einen RSS-Feed („recent recommended pages“) packen. Damit kann man einen „Empfehlungs-Score“ ermitteln (wie oft wurde derselbe Link von verschiedenen Quellen genannt), und jeder kann noch seinen Kurzkommentar dazupacken.
Vorteil an der dezentralen Datenhaltung: Deine Daten gehören Dir. Und wenn Du nicht willst, daß jeder darauf zugreifen kannst, hast Du es in der Hand, sie mit einem entsprechenden Zugriffsschutz zu versehen.

#4 Marnem am 14.05.07 um 00:26

Das ist auch eine Idee, allerdings hat diese auch einen Nachteil, denn ohne größere Friendlist bekäme ich kein aussagekräftiges Ergebnis. Bei einer Verbindung mit dem Digg System, können meine Freunde in den Urlaub fahren und auf der Seite tut sich trotzdem etwas. Auch Aktionen wie die Toilettenfotos aus dem JoBlog von Anfang März würden auftauchen, auch wenn ich mir nicht vorstellen kann, dass die Leute meiner Friendlist dafür gevotet hätten…

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