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Content is King – aber wo hält er Hof? (Teil II)

In Teil I [1] habe ich beschrieben, wie der Mensch bisher mit Content versorgt wurde. Hier soll es nun darum gehen, wie wir in Zukunft an unsere Nachrichten und Informationen kommen.

Die Frage ist nun, wie lässt sich aus den Artikeln in Blogs ein zeitungsähnliches Angebot entwickeln? Ein Angebot also, das mir zeigt, was in der Blogosphäre gerade als interessant erachtet wird? Dafür gibt es zB Dienste wie Digg [2] die aus dem Verhalten der Blogleser auf die Relevanz der Inhalte schließen. Die Leser eines Artikels Voten gegebenenfalls für den Artikel und die jeweils 15 Artikel mit den aktuell meisten Votes werden auf der Startseite von Digg angezeigt.
Von der Idee her ist das der richtige Weg. Das, was viele interessant und wichtig erachten ist vielleicht auch für mich interessant. Ein durch und durch demokratisches System wird da angeboten. Wie das aber in demokratischen Systemen so ist, bestimmt die Mehrheit den Ausgang der Wahl, auch wenn dies vielleicht nicht meiner Wahl entspricht. Für das politische System eines Staates ist dies der richtige Weg, nicht aber für die Nachrichten, die ich lese, denn das Angebot von Digg bzw des deutschen Klons Yigg [3] ähnelt meist mehr der Bildzeitung, als der Süddeutschen.

Aus einer Diskussion auf F!XMBR [4] bin ich auf die Idee gekommen, dass man Digg mit social networks mischen sollte. Die Idee ist, dass mir die Meinung mancher wichtiger ist, als die Meinung anderer. Man würde also wie bei Digg Artikel voten, zusätzlich aber eine Art Friendlist pflegen und deren Votes würden mehr wiegen als die des gemeinen Users. Mit der richtigen Gewichtung der Friendlistvotes bekäme man somit eine individuelle Übersicht über die Artikel der Blogosphäre, bei der Themen, die furchtbar viele Leute wichtig finden auftauchen, aber auch Themen, die vielleicht nur wenige, dafür mir wichtige Menschen für gut erachten.

Was haltet ihr von der Idee, einer individuellen „Blogzeitung“?