Von Parkraummanagement und Parklizenzgebieten

Großstadt. Eigentlich nur eine große Stadt. Im Gegensatz zur Kleinstadt ist hier alles größer:

Parkraummanagement - Parklizenzgebiete Schwabings
  • Die Fläche
  • Das Warenangebot
  • Die Vielfalt
  • Die Bevölkerungszahl
  • Die Bevölkerungssdichte

Und genau diese Bevölkerungsdichte macht Probleme, denn Flächen mit hoher Bevölkerungsdichte haben viel Bewohner und somit auch viele Autos pro Fläche. Parkfläche ist darum ein knappes Gut und wenn man keine Garage hat, muss man den Kampf des Laternenparkers kämpfen.

Um den Kampf der Laternenparker um die begrenzten Parkplätze zu verringern, hat sich die Stadt München das Parkraummanagement mittels Parklizenzgebieten ausgedacht.

Eigentlich eine Klasse Idee:
Man unterteile die Stadt in Parklizenzgebiete, innerhalb dieser Lizenzgebiete darf man nur mit Lizenz oder gegen Gebühr parken und Lizenzen werden nur an Anwohner mit Erstwohnsitz München vergeben, damit diese schnell und zuverlässig einen Parkplatz wohnortnah finden.
Diese Lizenzen sind aber nur innerhalb ihrer Lizenzgebiete gültig, wollte ich als West-Schwabinger (aber zum Lizenzgebiet Bayernplatz gehörend) oder als Auswärtiger, einen Alt-Schwabinger mit dem Auto besuchen, dann müsste ich dort Parkgebühren zahlen. Selbiges gilt auch für mich als Parklizenzgebietrandanwohner (etwa bei dem H von Hohenzollernstraße links unten), falls ich in der Seitenstraße schräg gegenüber Parken wollte. Normalerweise will ich das aber auch garnicht, denn zum einen ist man innerhalb Münchens mit dem Radl und/oder MVV eh schneller und zum anderen sind seit der Einführung der Parklizenzen auf meiner Straßenseite fast immer Parkplätze frei, da mehrmals täglich Parklizenzkontrolleure durch die Straßen flanieren.

Mir stellt sich nun aber folgendes Problem: Vergangenen Samstag war ich in der Werkstatt, weil Steffi vor 5 Wochen den rechten Vorderreifen unseres Corsas aufgeschlitzt hat. Die Werkstatt hat leider festgestellt, dass sich dabei die ganze Spur der Vorderachse verstellt hat. Das konnte aber nicht sofort repariert werden, weil die Werkstatt die entsprechende Vermessungsanlagen nicht hat. Also steht unser Corsa in Schöfweg, während ich mir zum Glück den Corsa meiner Eltern ausleihen konnte. Da unsere Parklizenz aber auf den „falschen“ Corsa ausgestellt ist, hat Steffi gerade über 30 Minuten nach einem (kostenfreien) Parkplatz gesucht, wobei direkt vor unserem Haus 3 frei waren, die aber bis morgen Mittag 9 Euro gekostet hätten.

Schön blöd, das!

Stichworte zu diesem Artikel: ,

4 Kommentare ↓

#1 Starkiller am 22.05.07 um 01:21

warum habe ich das Gefühl dass das „die Stadt München hat sich das Parkraummanagement mittels Parklizenzgebieten ausgedacht um die Parksituation für Anwohner zu verbessern“ eigentlich ein „wir haben eine Möglichkeit gefunden Ortsfremden Geld für bisher noch freie Plätze abzunehmen“ ist?.

#2 Marnem am 22.05.07 um 01:32

Ich denke, das ist zu kurz gegriffen, denn mit 1 Euro/Stunde max 6 Euro/Tag sind die Preise imho noch im Rahmen. Ich sehe darin eher die Absicht Pendler, die bisher ihren Hauptwohnsitz nicht in München haben dazu zu bringen, diesen zu verlegen. Die Steuermehreinnahmen, das erhöhte politische Gewicht und die geschaffenen Arbeitsplätze (Lizenzaussteller, Kontrolleure, Wartung der Parkscheinautomaten, Aufbau der Schilder etc) sind sicher mehr Wert, als die paar Kröten, die die Parkscheine bringen.

#3 Markus am 04.01.09 um 18:53

Nun, es gibt auch Berufstätige in München die auf ihr Kfz angewiesen sind.
Leider wohne ich in einer Lage in der ich öffentlich täglich 2h Fahrzeit, höhere Kosten und geringere Flexibilität in Kauf nehmen muss – und das für 6,7 km Luftlinie – eine Verschlechterung meiner Lebenssituation in dem Ausmaß kann keiner von mir verlangen.
Ich kann nur jedem Berufstätigen ohne Parkplatz empfehlen sich in guter Lage einen Tiefgaragenplatz zu mieten. Das kostet rund die Hälfte der Parktickets im Monat, aber die Parkgebührenmafia sieht keinen Cent davon. Zudem hat man meist noch die Möglichkeit einige unschöne Dinge (Autoreifen) aus dem eigenen Keller zu verbannen.
Hipp hipp Hurra und Ude Ade – nie wieder rot in München

#4 Markus am 04.01.09 um 19:05

Anhang:
Ich brauche natürlich nich 2h täglich, sondern mit den Öffentlichen 2h am Tag länger als mit KfZ da ich sozusagen im Kreis fahren muss um an mein Ziel zu kommen. Mit dem Rad fahren kann ich mir nicht leisten, da ich mir nicht erlauben kann verschwitzt in der Arbeit aufzutauchen. Mit dem Kfz brauche ich ca. 20 Minuten einfach, Öffentlich ca. 1h 20min wenn nicht länger.
Wer ausserhalb Münchens wohnt für den lohnt es sich meistens eh nicht mit dem Kfz zu fahren und er verfügt über eine Bahnkarte (Augsburg, Mühldorf, Landshut etc.). Die Vorortler benutzen meistens auch die S-Bahn, wobei es nach Einführung der Park&Ride Kosten fraglich ist, ob es mit dem Auto nicht finanziell günstiger wäre.
Nichtbenutzung des Kfz spart zwar Sprit und Abnutzung, jedoch steigen die laufenden Fixkosten für die Fahrten mit dem Kfz – eine Milchmädchenrechnung also Öffentlich zu fahren?
Meiner Meinung nach hätte man Berufstätigen wenigstens die Möglichkeit geben sollen einen Berufsparkausweis für ein bestimmtes Gebiet zu beziehen. Ein angemessener Betrag für einen solchen Ausweis wäre meinetwegen der vierfache Anwohnerbetrag, also 120 Euro im Jahr. Damit verzichtet jeder Auswärtige gern auf sein Kfz, und die Stadtbewohner ohne vernünftige Anbindung hätten wenigstens Chancen weiterhin ihren Beruf ohne Behinderung auszuüben. 120 Euro im Monat jedoch für Besucherparken sind unrealistisch. Das würde nicht mal jemand bezahlen der das Geld dafür übrig hat.

Hinterlassen Sie einen Kommentar


Kommentieren sie zum ersten Mal in diesem Blog? Dann wird Ihr Kommentar erst angezeigt, nachdem Marnem ihn freigeschalten hat. Bitte haben Sie dafür Verständnis.
Welche Daten über Sie gespeichert wurden, können Sie in der Datenschutzerklärung nachlesen.