Attentat auf Schäuble: Alarm für Marnem

Wie mache ich mein Blog über die Grenzen meiner Stammleserschaft hinaus bekannt? Diese Frage stellen sich wohl die meisten Blogger früher oder später, denn auch die interessantesten und spannendsten Geschichten verändern die Welt nicht, wenn sie niemand liest. Ein gängiges Mittel, das eigene Blog bekannt zu machen sind Stöckchen, Wettbewerbe und Blog Karnevalle, wobei Stöckchen in letzter Zeit deutlich an Zugkraft verloren zu haben scheinen. Der WordPress Plugin-Karneval ist ja gerade erst zu ende gegangen und an Wettbewerben läuft zur Zeit zum Beispiel GSDS – Glühweinjunkies suchen den Superblog oder der Querdenker Suchwort-Blogger-Contest.

Beim “Suchwort-Blogger-Contest” geht es darum, eine möglichst gute Kurzgeschichte zu schreiben, in der man allerdings die 10 häufigsten Suchworte des eigenen Blogs in Fettschrift unterbringen muss. Ich finde diese Idee interessant und lustig und beteilige mich darum daran, dazu habe ich alle Suchbegriffe der letzten 4 Monate, unter denen meine Seite gefunden wurde, ausgewertet:

Suchwort-Blogger-Contest-LogoAttentat auf Schäuble: Alarm für Marnem und die wilde 42

Es war ein Tag wie jeder andere, als mich die Meldung erreichte: Ein Attentat auf Bundesinnenminister Schäuble sollte verübt werden. Das konnte ich natürlich nicht zulassen, denn man male sich nur aus, welche Ideen für zusätzliche Überwachungsmaßnahmen der Airhead alles durchsetzen könnte, falls er ein weiteres Mal Opfer sein dürfte. Zusammen mit Annette und dem Rest der Gilde machte ich mich auf den Weg zum Veranstaltungsort. Dort angekommen, wurden wir vom Sicherheitspersonal kontrolliert. “Wer von ihnen ist ist dieser Marnem?” fragte uns der Muskelprotz forsch, als er auf unseren Overalls den Aufdruck “Marnem und die wilde 42″ sah. Doch noch bevor wir ihm eine Antwort geben konnten, hörten wir einen Knall aus Richtung des Podiums: Entgegen dem Strom verwirrter CSU-Anhänger, die mit der für bayerische Veranstaltungen dieser Art üblichen Bierfahne, dem Ausgang entgegen drängte, stürmten wir zur Bühne. Dort angekommen, sahen wir schon, wie sich die Bodyguards des Ministers auf dem Boden wälzten. Es war aber kein Blut zu sehen und auch keine Schmerzensschreie zu hören: Das Sicherheitspersonal kringelte sich nämlich in einem großen Lachanfall.
Der Knall, so stellte sich später heraus, rührte von einem brechenden Gashebel eines Rollstuhls her. Schäubelchen hatte sich bei seinen Hass-Tiraden gegen die Freiheit der Bürger so erregt, dass er vor lauter Übermut mit der Faust auf den Tisch schlagen wollte. Dabei traf er nur leider den Gashebel und aktivierte den Overdrive seines Rollstuhls, der sich nun munter in hoher Geschwindigkeit auf der Bühne im Kreis drehte.

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6 Kommentare ↓

#1 Rewur am 28.05.07 um 18:03

Hey die Geschichte ist ziemlich cool hehe
Bei Schäuble fällt mir ein [Link]

#2 Marnem am 28.05.07 um 18:36

Ich finde es eigentlich seltsam, dass sich nur so wenige Kabarettisten mit Schäuble beschäftigen, aber wahrscheinlich ist das Ausdruck für die Angst, die man inzwischen vor ihm hat. Und zwar zurecht, wie ich meine, baut Schäuble das BKA und die Inlandsgeheimdienste zu einem beängstigendem Sicherheitsapparat aus.

#3 Querdenker » Suchwort-Blogger-Contest: Game over... am 08.06.07 um 17:38

[...] Marnems Sicht der Dinge – Attentat auf Schäuble: Alarm für Marnem und die wilde 42 [...]

#4 Nefertari am 13.07.07 um 15:29

Hallo Marnem,

dein Artikel und die Kurzgeschichte sind zwar schon etwas älter, aber ich bin gerade erst drüber gestossen. Die Story gefällt mir sehr gut. Allerdings denke ich nicht, das Angst etwas damit zu tun hat, weshalb Schäuble so selten von Kabarettisten aufs Korn genommen wird und warum so wenige ernsthafte Journalisten fragen, ob unser Ministerlein nicht vielleicht doch unter Verfolgungswahn leidet seit dem Attentat. Ich denke, seine mangelnde Präsenz im Kabarett liegt vielleicht auch daran, das Herr Schäuble im Rollstuhl sitzt und dank unseres lieben Vorfahren Adolf Hitler, Kritik & Persiflage diesen Menschen gegenüber noch immer von Vielen als Diskriminierung angesehen wird, bzw. es auch genügend Leute gibt, die Angst haben, nachher als Diskriminierer dargestellt zu werden.

Ist schon taktisch sehr klug gewesen von unserer Angie, einen Mann im Rollstuhl in dieses Amt einzusetzen. Nicht nur das Schäuble gegenüber immer mehr Zurückhaltung an den Tag gelegt wird, wie einem gesunden Menschen, Nein, er kann alle Gesetzesänderungen so wunderschön anschaulich darstellen und erklären – er ist schließlich das lebendige Beispiel….

#5 Marnem am 16.07.07 um 16:05

Ob Angela Merkel uns mit Absicht einen Rollstuhlfahrer als Innenminister beschert hat, wage ich zu bezweifeln. Schäuble war unter Kohl ja schonmal Innenminister und daher für diesen Posten prädestiniert, nachdem der Aussenministerposten an die SPD gehen musste.

Ein Onkel von mir war (leider inzwischen verstorben) nach einem Schlaganfall behindert. Er war halbseitig gelähmt und musste das Sprechen erst wieder erlernen. Eine Tante von mir erlitt ebenfalls einen Schlaganfall und ist nun behindert. Gehen und Sprechen hat auch sie zum Glück wieder erlernen können. Ich weiß also, was Berührungsängste gegenüber behinderten sind und kann es nachvollziehen, dass man sich in ihrer Gegenwart unwohl fühlt, einfach weil man selbst sehr unsicher ist, was man sagen darf und wie man mit ihnen umgehen soll. Schließlich will man nicht als unsensibel da stehen, weil man sie über- oder unterfordert. Wobei letzteres imho weitaus häufiger der Fall ist.

Der optische Eindruck, den man von seinem Gegenüber erhält ist idR der erste Eindruck und schon immer wurde sich über diesen optischen Eindruck lustig gemacht. Sei es nun die Nase wie bei Cyrano de Bergerac, der Birnenschädel von Kohl oder die Mundwinkel der Bundeskanzlerin. Ich finde es daher verfehlt, einen Bundesminister zu diskriminieren, indem man ihm die Ehre der Verulkung über sein Äußeres vorenthält, nur weil er an einer Behinderung leidet.
Behinderte sollte man behandeln, wie jeden anderen Menschen auch, also höflich, zuvorkommend, freundlich, ehrlich, zynisch und hämisch. Lässt man eine dieser sechs Eigenschaften aufgrund einer Behinderung beiseite, kann man nicht mehr von Gleichbehandlung sprechen. Allerdings entsprechen diese sechs Eigenschaften nicht dem allgemeinen Verständnis von Political correctness, weshalb der Zynismus und die Häme ihren Platz nur im privaten Gespräch unter Ausschluss der Öffentlichkeit findet.
Ein Kabarettist, der sich hämisch über einen Behinderten auslässt, würde in der Öffentlichkeit zerrissen, würde er hingegen über dessen Kopfform (Strauß), Augenbrauen (Waigel) oder größe (Laffontaine) lästern, würde man ihm zujubeln. Angst hat man vor Schäuble aber nicht, weil man ihn mit einer unbedachten Äußerung diffamieren könnte, sondern weil man sich durch entsprechendes Handeln und entsprechende Aussagen in die Schusslinie des politischen Wirkens des Innenministers geraten könnte und dieser über eine ganz andere Macht, als “nur” das Feuilleton der Zeitungen.

Zu guter letzt bedanke ich mich für dein Lob und für das Lesen dieses viel zu langen Kommentars ;-)

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