Kommentarspam – Preisliste für Werbeanzeigen

Die Geschichte von Johannes, dem manuellen Kommentarspammer lässt mir keine Ruhe. Hätte er beide Kommentare unter verschiedenen Namen abgeschickt, wären sie mir vermutlich nicht einmal aufgefallen.

Anfang April gab es ja den großen Aufreger um die fünf „Calvin Klein-Blogger“. Seitdem hat zB die Blogbar einen Footer, nachdem Kommentarspam 999,- Euro kostet, Sixtus verlangt gar 1500,- Euro. Beide aber nur mit einem kurzen, unscheinbaren Text unterhalb des Kommentarfeldes angekündigt. Ich bin mir aber nicht sicher, ob das Gerichtsfest ist. Schließlich kommen diese Formulierungen schon sehr überraschend und Gerichte beachten so etwas.
Ich habe mich darum heute Nachmittag hingesetzt und mal einen Entwurf für „Vertragskonditionen für Werbung in Kommentaren, Pingbacks und Trackbacks“ aufgesetzt. Diese Konditionen sollen oben in der Navigationsleiste und unterhalb des Kommentarfeldes verlinkt werden.
Ziel ist es nicht, Werbung in den Kommentaren zu machen, sondern vielmehr Werber durch die Höhe der Preise abzuschrecken. Zwar habe ich die Preise deutlich niedriger also DonAlphonso und Sixtus gewählt, aber auch hier nur aus Angst vor deutschen Gerichten. Die angesetzen Preise liegen ca 5 mal höher, als Linklift als Preis pro Link in meinem Blog kalkuliert. Somit bin ich zuversichtlich, dass ich im Fall der Fälle eine Rechnung an den Spamer stellen kann, die auch vor Gericht bestand hat. Im Blog würde die Werbung so oder so nur erscheinen, falls die Rechnung gezahlt würde.

Ich bin kein Jurist oder anderweit rechtsgelehrt, darum möchte ich euch bitten, einen Blick in den Entwurf zu werfen. Vielleicht fällt euch ja etwas auf, das unbedingt hinein oder heraus gehört. Sobald ich mit dem Entwurf zufrieden bin, werde ich ihn auch unter einer cc-Lizenz frei geben.

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6 Kommentare ↓

#1 Starkiller am 29.05.07 um 21:31

Also den Satz „deren einziger Zweck es ist, eine URL in dem Eingabefeld ?Webseite? zu hinterlassen,“ sehe ich als problematisch an, man könnte argumentieren das der Kommentar selber auch eine Information transportiert, unwichtig oder nicht, dadurch würde sich dieser Satz selbst aufheben. Ich würde daher aus „einziger Zweck“ sowas wie „haupsächlicher Zweck“ oder etwas ähnliches machen.

„so werte ich dies als Buchung einer Werbeanzeige und ermögliche ich Ihnen dies unter folgenden Bedingungen:
das zweite „ich“ ist meiner Meinung nach Fehl am Platz.

Als Abschreckung finde ich das ganze ok, vor Gericht dürfte es aber kaum Bestand haben, da damit durch das setzen eines Links bei dir, ein Vertrag zustande käme, was doch ausreichend unerwartet ist.
Das würde vielleicht gehen wenn man vor dem Abschicken des Kommentars noch ein Feld ankreuzen müsste das man die Bedingungen für das schreiben eines Kommentars gelegen und verstanden hat. Aber selbst dann liegt natürlich sehr viel Macht in deiner Hand.

Wenn ich dir einen Link zu $interessante_Seite schreibe, wäre es ok, aber wenn es jemand tut den du nicht kennst müsste er dafür zahlen? Du siehst was ich meine?

Nachdem du diesen Kommentar gelesen hast, kannst du Ihn gerne löschen, ich will hier nichts untermauern.

#2 Marnem am 29.05.07 um 21:48

Warum sollte ich den Kommentar löschen?

Die Problematik ist in meinen Augen die, dass die Spamer versuchen, mit kurzen, einzeiligen Kommentaren in die Kommentarliste zu kommen und bisher nichts zu befürchten haben. Wo kein Kläger, da kein Richter.
Im Artikel Kaffee – Energiespender oder… habe ich dem Kommentar von Markus ja auch seinen Link auf die von mir als Linkfarm vermutete Seite zugelassen, denn Markus hat ja konstruktiv kommentiert. Dieser Kommentar würde von mir deshalb auch nicht als „werblich“ identifiziert.

Auf ein Häkchen beim Kommentieren würde ich gerne verzichten, den um so mehr Angaben gemacht werden müssen, desto größer ist die Hemmschwelle einen Kommentar zu schreiben.

Die anderen Hinweise sind auf jeden Fall gut und werde ich umsetzen.

#3 Starkiller am 29.05.07 um 22:10

Das mit dem Löschen bezog sich nur darauf das ich hier niemanden auf Ideen bringen will deine Argumentationsbasis anzugreifen, Spam sollte ja auf jeden Fall bekämpft werden.

Das mit dem Häckchen sehe ich natürlich genauso, den Lesern von Epstacy mag ich nichtmal ein Captcha zumuten. Ich finde es nur schwierig das man die Unterscheidung zwischen gewollter Werbung und ungewollter Werbung nicht fixieren kann und eine Fall-zu-Fall Entscheidung treffen muss, das macht das ganze Konzept auch sehr angreifbar.

Ich bin natürlich kein Jurist, daher ist dies natürlich nur meine ganz persönliche Meinung, aber was unterscheidet meinen Kommentar von einem Fremden? Entweder man gibt als Entscheidungsbasis an, das die jeweils verlinkte Seite damit Geld macht, was auch schwierig ist, da es auch ‚gute Blogs gibt die Werbung haben, oder man macht dies auf Basis darauf das natürlich (nur als Beispiel) ein Link auf eine Viagraseite nichts zum jeweiligen Thema beiträgt. (was aber natürlich ein simpler „find ich auch“-Beitrag auch nicht tut)

Dies waren nur so ein paar Gedanken von mir, ich neige zu leichtem Pessimismus.

#4 Marnem am 29.05.07 um 22:22

Die ganze Geschichte bezieht sich ja auf werbliche Kommentare und nicht auf private. Darum habe ich auch noch folgenden Satz eingefügt:

Kommentare, Pingbacks und Trackbacks von eindeutig privaten Webseiten oder Blogs, werden, unabhängig der Anzahl der Links in den Beiträgen, von mir selbstverständlich nicht als werblich gewertet, selbst wenn sich auf den verlinkten Webseiten Werbeanzeigen (AdSense, AdWords, LinkLift, etc) befinden.

#5 Christian Cornelssen am 04.06.07 um 01:34

„3. Durch Ihre Werbeanzeige verursachte Rechtsstreitigkeiten und deren Kosten, zB Abmahngebühren und ähnliches, werde ich Ihnen natürlich in Rechnung stellen.“

Das ist die Ankündigung einer einseitigen Handlung und keine Bedingung. Es müsste schon heißen „[…] übernehmen Sie die volle Verantwortung und die Haftung für Aufwand und Folgekosten, die aus der Veröffentlichung Ihrer Anzeige entstehen, einschließlich der Kosten, die aus Rechtsansprüchen von Dritten entstehen. Die Haftung erstreckt sich auch auf Anzeigeninhalte, die den oben genannten Bearbeitungen unterzogen worden sind.“

Usw.

#6 Marnem am 04.06.07 um 01:51

Danke für den Hinweis!

Danke auch vor allem für den Hinweis, das es ich bisher nirgends stehen habe, dass die Beiträge erst nach meiner Moderation erscheinen.

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