Einträge vom Juni 2007 ↓

Blogs sind für das ZDF: Shopblogger und Spree-Blog(?!? sic!)

Gerade wollte ich einen Beitrag der Heute-Nachrichten lesen (Akw Krümmel: Trafo-Häuschen in Brand), da ploppt mir ein Popup-Fenster mit einer Umfrage auf. Gefragt wurde, wie ich auf die Seite kam, wie oft ich sie nutze, was ich nutze, etc. Das übliche halt.
Interessant fand ich vor allem die Fragen, welche anderen Nachrichtenportale ich nutze (heise nicht dabei? schämt euch, ZDF!) und welche Web 2.0 Geschichten ich nutze. So auch, ob ich Blogs nutze (ich? Nie!) und als Beispiel wurden Shopblogger und das allseits bekannte Spree-blog (Domain noch nicht vergeben. Hopp hopp, bevor es sich ein SEO oder Domaingrabber holt!) genannt. Nur zur Erinnerung, die Blogcharts ranken Spreeblick auf Platz 3 und den Shopblogger auf Platz 15…

Hackerangriff auf das ZDF? Domaingrabbing? Was ist da los?

Ich gebe zu, ich bin böse, weil ich das ZDF mag. Das Zentrum der Finsternis ist seit 17 Jahren der Sender, der mich mit Nachrichten, Klatsch, Tratsch und Unterhaltung versorgt. Darum lese ich auch die Heute-Nachrichten, zeitgemäß per Feed-Reader (früher hatte ich ja einen selbst gebastelten „Heute-Feed-Reader“…).

Heute hakt es aber im Getriebe der Heute-Nachrichten. Mancher Klick auf eine Nachricht bringt nur eine 404-Fehlerseite und mancher leitet einen auf eine Seite von sedoparking.com (siehe Screenshot rechts)

20 Sekunden später war der Spuk vorbei und die Seite wieder ganz normal erreichbar. DENIC zeigt auch normale Angaben. ich bin verwirrt. Wird das ZDF gerade gehackt? Und warum sollte www.zdf.de bei SEDO geparkt sein?

[Nachtrag 18:39]
Nachdem auch jetzt, 2 Stunden später noch immer einige Seiten spinnen, hab ich einfach mal bei ZDF angerufen. Ich bin platt, dort nach dem zweiten Klingeln jemand an der Leitung zu haben und nach drei überrascht gestammelten Sätzen auch schon jemanden zu sprechen, der wusste, worum es geht. Hätte ich nicht erwartet.

Die Situation scheint zu sein, dass das ZDF „massive Computerprobleme“ hat, „vor einer Stunde wars richtig schlimm“ und die Techniker wohl dabei sind, das Problem zu lösen.

Warum ich aber auf SEDO weitergeleitet werde, verwundert mich trotzdem. Nicht ganz koscher das.

[Nachtrag 19:24]
Ich hab mir die Geschichte nochmal etwas genauer angesehen. Auf www.zdf.de läuft ein Content Management System, dass die Artikel und Webseiten in einer Datenbank ablegt. Momentan werden manche Links auf eine sedoparking.com-Seite umgelenkt. Diese sieht aus wie im Screenshot oben abgebildet.

Sedoparking ist eigentlich ein Angebot für ungenutzte Domains.
Man meldet seine Domain bei SEDO an, trägt ein, für welche Domain das Angebot aktiv geschalten wird und richtet von der Domain aus Umleitungen zu Sedoparking ein. Beim Aufruf einer umgeleiteten Seite landet man bei SEDO, bekommt Werbung angezeigt und der Anmelder bekommt für die Einblendung und für die Klicks Kohle.
SEDO weist zwar bei der Anmeldung darauf hin, dass rechtliche Schritte ergriffen würden, falls man eine Domain angibt, deren Eigentümer man nicht ist, überprüft wird das aber anscheinend nicht.

Für mich sieht es so aus, als würde auf der ZDF-Seite ein lustiges Katz-und-Maus-Spiel gespielt. Ein Hacker hat sich wohl ins System des ZDF eingehackt und leitet nun zahlreiche Seiten auf Sedoparking um. Die Admins des ZDF durchforsten nun ihr Webangebot und biegen Umleitungen wieder gerade, wenn sie auf welche stoßen. Anscheinend wurden aber einfach alle bzw ein Großteil, der ZDF internen links auf Sedoparking umgebogen, so dass nun Seite für Seite geguckt werden muss, welcher Link wohin zeigt und wohin er eigentlich zeigen sollte. Zumindest gibt es Seiten, auf denen die ersten Links funktionieren und die späteren nicht. Ein paar Minuten später funktionieren aber alle Links auf dieser Seite. Bis der Hacker dies bemerkt und die Links wieder umbiegt.
In diesem Moment ist zb www.zdf.de mal wieder umgelenkt, www.zdf.de/ZDFBlog/g8/ aber nicht…

Ich bin ja mal gespannt, ob, wann, wo und wie das ZDF kommunizieren wird, was dort los ist.

Videos des Tages: Paris Hilton soll brennen und Christian Ströbele hat einen Computer

Der Tag ist noch nicht rum, ich habe bei weitem noch nicht alle meine Feeds gelesen, aber ich glaube nicht, dass die folgenden beiden Videos heute noch getoppt werden können.

Zuerst Paris Hilton. Die ist anscheinend aus dem Gefängnis freigelassen worden und dies soll in einer Nachrichtensendung die Hauptnachricht sein. Aber die Moderatorin verweigert sich, versucht die Nachricht zu verbrennen und als dies nicht gelingt, schreddert sie sie.
Respekt, Mika Brzezinski von MSNBC!


via Thomas Knüwer

Das zweite Video macht mich sehr betroffen. Die Kinderreporter des ARD-Morgenmagazins befragen Politiker ob ihres Internetverhaltens. Es fängt ganz einfach mit der frage an, ob sie einen Computer besitzen und ob sie schon einmal im Internet waren. Christian Ströbele antwortet mit „Ja, leider“ und „Ja, ein oder zwei mal“. Dass Ströbele dann nicht weiß, was eine Startseite oder ein Browser ist, ergibt sich von selbst. Das sagen die Kinderreporter ihm dann auch: „Wenn er das nicht weiß, können wir die anderen Fragen ja auch direkt schmeißen.“ „Wenn er doch kaum an den Computer geht, sind die anderen Fragen doch eigentlich geschmissen…“
Schäm Dich, Christian! Ich,als Grüner, muss mich für Dich schämen!

Link: sevenload.com
via Thomas Knüwer

[Nachtrag 14:23]
Gut dass zumindest einer genau mitschreibt, Danke Farlion

Facebook – Vom Social Network zum Single-Sign-On-System?

Facebook, US-Amerikanisches Vorbild von StudiVZ, war ursprünglich ein Social Network. Aktuelle, zukünftige und ehemalige Studenten meldeten sich bei Facebook an um Freundeslisten anzulegen und so mit diesen in Kontakt zu bleiben. In ihrem Profil konnten sie über sich erzählen, Bilder hochladen und ähnlichen Krams.
Meiner Meinung nach ziemlich unsexy, erinnert mich an einen Mix aus Geocities, Telefonbuch und Blog, alles jeweils in der Version für DAUs. Wobei ich nicht sagen will, dass die Facebook-Nutzer DAUs sind, aber das System ist so simpel gestrickt, dass auch DAUs zu annehmbaren Ergebnissen kommen.

Facebook hat aber riesigen Erfolg, einen so großen, dass es sogar erfolgreiche Clones gibt, zB das unsägliche StudiVZ.
Vor vier Wochen hat Facebook F8 vorgestellt, eine Schnittstelle über die externe Software in Facebook integriert werden kann. So kann ein Unternehmen zB einen Last.fm ähnlichen Musik-Vorschlage-Dienst entwickeln und in Facebook integrieren. Die dabei generierten Werbeeinnahmen werden von Facebook an das Unternehmen weitergereicht. Nutzt nun ein Facebook-User einen solchen Dienst, dann werden alle Leute aus seiner Freundesliste darüber informiert. Somit wird eine Art virales Marketing erreicht.

Der Witz bei der Geschichte ist nun folgender: Facebook verwaltet die Nutzerdaten von 30 Millionen Nutzern und ermöglicht es externen Unternehmen mit F8 direkt an diese Nutzer heranzutreten. Da die Nutzer bei Facebook registriert sind, können sie diese Services ohne weitere Anmeldung nutzen, da Facebook die nötigen Daten an das externe Unternehmen weiterleitet, bzw den User gegenüber den Unternehmen authentifiziert.

Da klingelt doch was, das hört sich nach der schon alt bekannten, aber nie wirklich erfolgreichen Idee des Single-Sign-On-Systems(SSO-Systeme) an: Der Nutzer registriert sich einmalig bei dem zentralen Dienst und dieser reicht ggf die Nutzerdaten an andere Webseiten weiter, so dass der Nutzer sich dort nicht mehr zusätzlich anmelden muss. Schon seit sieben Jahren spielt Microsoft vergeblich mit der Idee rum(Passport bzw Windows LiveID), AOL, SUN und andere versuchten sich mit der „Liberty Alliance“ und auch im OpenSource Lager gibt es mit OpenID einen ähnlich erfolglosen Vertreter dieser Idee.

Warum sind alles diese Konzepte bisher mehr oder weniger groß gescheitert?
Weil sie jeweils keine kritische Nutzeranzahl (weder auf Unternehmens-, noch auf Konsumentenseite) zustande brachten. Desweiteren waren alle SSO-Systeme von mehr oder weniger vertrauensunwürdigen Institutionen gestartet worden.
Bei Facebook ist das nun anders. Die bei Facebook angemeldeten Nutzer nutzten Facebook schon vor dem SSO-System und nutzen dies nun nebenbei mit. 30 Millionen Nutzer sind außerdem eine sehr große Nutzerzahl und alleine schon durch ihre Anmeldung bei Facebook zeigen sie eine gewissen Affinität, sich über Datenschutz keine Gedanken zu machen. Das virale Marketingkonzept via Freundesliste kommt noch verstärkend hinzu.
Angeblich wurden 65 Millionen Webanwendungen in Facebook-Nutzerprofilen eingebunden, fast 2,5 je angemeldetem Nutzer und das in nur vier Wochen. Eine enorme Zahl, va wenn man sich ansieht, dass Anwendungen wie „TopFriends“ 7 Millionen bekamen, 7 Millionen mehr, als sie vor vier Wochen besaßen! iLike, der bereits erwähnte Musik-Vorschlage-Service hatte vor F8 300.000 Nutzer über die eigene Webseite und gewann über 4 Millionen neue Nutzer in den vier Wochen F8 hinzu. Kein Wunder, dass Robert bei solchen Zahlen ein feuchtes Höschen bekommt (Wow, 11 Artikel über Facebooks F8 in 33 Tagen…).

Für externe Unternehmen ist Facebook erstmal natürlich unheimlich interessant, denn wo sonst besteht die Möglichkeit so problemlos auf eine solche Nutzerbasis zugreifen zu können? Ich sehe hier aber drei größere Unwägbarkeiten:

  • Momentan ist F8 noch frisch und das Angebot an Applicationen noch halbwegs überschaubar. Wie aber sieht das in ein paar Wochen aus, wenn mehr und mehr Firmen in F8 drängen? Wann ist der Overkill erreicht, bei dem die Nutzer vor lauter „X benutzt jetzt Applikation A“ ihre eigentlichen Nachrichten nicht mehr finden?
  • Wie lange wird es dauern, bis Facebook eine Gebühr für die Benutzung von F8 verlangen wird? Ich glaube den Worten des Facebook Gründers Mark Zuckerberg über die Kostenfreiheit von F8 nicht, spätestens wenn Facebook gekauft wird, ist es damit vorbei.
  • Was hindert Facebook daran, erfolgreiche Dienste einfach zu kopieren? Facebook verfügt über die Userdaten, weiß also welcher User welchen Dienst nutzt. Ist der externe Dienst erstmal aus F8 gekickt, so hat er nichts mehr, denn er weiß nicht einmal, wie seine Nutzer hießen…

Die Zukunft wird zeigen, wo der Weg hinführt, ich aber würde es mir sehr, sehr lange überlegen einen Dienst, der über ein paar Tage Entwicklungszeit hinausgeht, über F8 anzubieten.

„Kombinierte Urin- und Blut-Kontrollen“

Liebes ZDF,
diese Kontrollen müssen doch einen vernünftigen Namen haben, denn „Kombinierte Urin- und Blut-Kontrollen“ hört sich einfach ekelhaft an. Wie muss ich mir so eine Kontrolle vorstellen? Pinkelt da der Fahrer in den Blutbeutel, haben die Fahrer Blut im Urin oder wie?

Shrek-lich lustig

Wie Steffi bereits geschrieben hat, sind wir gestern ins Kino, haben einen Kinogutschein (1 Jahr und 4 Monate alt…) eingelöst und uns „Shrek der Dritte“ angesehen.

Shrek, der große Star unter den Computeranimierten-Schauspielern, hat ja im ersten Film zusammen mit dem sprechenden Esel Prinzessin Fiona aus den Fängen eines Drachen gerettet. Im zweiten Teil der Serie drehte sich alles darum, dass Fairy Godmother ihren Sohn Prinz Charming mit Fiona auf dem Thron sehen will und Shrek um die Anerkennung Fionas Eltern kämpft, was in einem Finalen Sturm der Fabelwesen auf die Burg, in der ein Ball der Menschen stattfindet kulminiert. Im dritten Teil soll Shrek König werden, macht sich aber auf die Suche nach dem potentiellen Thronfolger Artus, um diesem Schicksal zu entgehen.

War der erste Film noch voller Witz, parodistischer Anspielungen und einer überraschenden Story, flachte der zweite Teil deutlich ab. Mit dem gestiefelten Kater wurde die „ssssüüüüüßßßßß“-Karte gespielt, Liebe und Freundschaft als allmächtige Antriebskraft bejubelt und einige nette Parodien präsentiert. Der dritte Teil folgt diesem Abwärtstrend:

  • Die Story lässt sich schon nach kurzer Zeit voraus ahnen
  • Der Witz im Sinne von gewitzt und überraschend ist kaum noch vorhanden. Zu gut kennt man die Charaktere, als dass sie überraschend agieren könnten
  • Liebe und Freundschaft stehen mal wieder unbesiegbar allem anderen gegenüber

Aber natürlich ist das nicht alles, was die „Shrek“-Serie auszeichnet, denn:

  • Meine Güte, sind die Animationen toll geworden! Es gibt mehr als nur eine Szene, in der ich mir nicht sicher war, ob die menschlichen Figuren im Hintergrund nicht echte Schauspieler waren
  • Anspielungen, Parodien und Gags am laufenden Band. Verlässt man die Ebene der Story und des Leinwandgeschehens und konzentriert sich auf die Musik, die Figuren im Hintergrund und kramt in seinem Gedächtnis, kommt man aus dem Schmunzelt nicht mehr raus
  • Süß-Faktor-Overkill: Waren der hölzerne Shrek und der plappernde Esel im ersten und der Kater mit den großen Augen im zweiten Teil die Emotionsträger, so knuddelt man Gedanklich jeden Dresel einzeln. Zusätzlich zu den Akteuren, die uns seit 7 Jahren begleiten
  • Ähnlich zu den Simpsons und den Dinos gerät man, gerade als Mann Ende 20, an einigen Stellen etwas ins Grübel und Nachdenken, wenn Shrek Nachts Alpträume von seinen Babys bakommt

„Shrek, der dritte“ ist mit Sicherheit kein solch toller und bemerkenswerter Film wie Shrek oder ToyStory, die den computeranimierten Film auf eine Stufe mit den „realen“ Filmen stellten. Er ist aber ein lustiger und durchaus sehenswerter Film, wenn man sich entspannt zurücklegen will, den Holzhammer Humor und die Story ausblendet und sich auf die Gags und Anspielungen an allen Ecken und Enden einlässt, ich sage nur „Wo ist das Baby?“(Dinos).

PS: Shrek sah irgendwie ein bisschen anders als sonst aus. Ich weiß nicht warum, aber ich musste ständig an Patrick Stewart denken…

Heute Abend pl0gbar-Treffen in München

Schon länger wollte ich mal auf ein Bloggertreffen gehen, einfach um andere Blogger kennen zu lernen und zu sehen, worüber und wie dort gebloggt wird.

Ich habe erst jetzt mitbekommen, dass ein pl0gbar-Treffen heute Abend hier in München stattfindet. Ich bin mal gespannt, wer da alles kommt.
Irgendwie ist die Lust weg, auch konnte ich Steffi nimmer bescheid sagen und sie hatte den Abend schon anderweitig verplant. Ich sollte mir echt aufschreiben, wenn sie mir unsere Planung erzählt!

Also, für alle Blogger und Web 2.0-affine heute Abend um 19:00 im Cafe Lotter-Leben (Frauenstrasse 4)

via www.kriegs-recht.de