24/6 Einkaufen im Supermarkt?!?

Das Ladenschlussgesetz ist ein schönes Beispiel für übermäßige Regulierung. Laut Wikipedia war es bis 1891 üblich, dass Geschäfte an sieben Tagen in der Woche von 5 bis 23 Uhr geöffnet hatten. Zuerst wurden nur die Sonntage, schließlich ab 1900 auf die Werktage reguliert.
Letztes Jahr wurde im Rahmen der Föderalismusreform die Gesetzgebungskompetenz an die Länder übertragen, was nun zu dem wundervollen Flickenteppich führt, den wir auch schon in vielen anderen Bereichen zu beklagen haben.

In Bremen trat zum 01.04.07 eine Liberalisierung in Kraft, die von Montag bis Samstag die Öffnungszeiten frei gibt. Der Shopblogger macht nun von dieser Möglichkeit Gebrauch und öffnet ab heute seinen Supermarkt 24 Stunden an sechs Tagen pro Woche.
Es wird spannend zu sehen sein, wie die Ergebnisse sein werden. Solange er der einzige Laden in der Umgebung ist, der Nachts offen hat, werden die Kunden ihm wohl die Bude einrennen. Wenn ich alleine an all die Nachts arbeitenden Menschen denke (Rettungsdienst, Taxi, Feuerwehr), die mobil sind und unregelmäßige Pausenzeiten haben, sehe ich schon Schlangen an des Shopbloggers Kassen stehen…

Wirtschaftlich wird sich das Angebot rentieren, denke ich. In den Nachtstunden werden manche Betriebskosten höher, als am Tage sein, so zB die Strom- (für Licht) und Personalkosten. Andererseits fallen Kosten wie Miete oder Stromkosten (Kühltruhen) weg, da diese Kosten wie bisher Tags abbezahlt werden. Folgende Fragen stellen sich also:

  • Wie hoch ist der Nachtzuschlag des Personals?
  • Wie viel Prozent des Tagesumsatzes verlagern sich in die Nachtstunden?
  • Wie hoch wird der Anteil in den Nachtstunden nach Abzug des kanibalisierten Tagesumsatzes sein?

Die antworten wird uns der Shopblogger aber wohl kaum im Detail geben…

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4 Kommentare ↓

#1 pizzablog am 18.06.07 um 12:48

Ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass das so viele nutzen werden. Meine Frau war mal in den USA wegen Jetlags einige Tage um 4 Uhr morgens im Supermarkt.

Jedes Mal waren maximal fünf Leute im Laden. Manchmal war sie sogar die einzige Kundin. Im Laden waren dagegen drei Angestellte zugange. Das kann sich nicht lohnen. Es wird höchstens eine gewisse Kundenbindung erreicht. Nach dem Motto: „Toll, ich kann theoretisch um 5 Uhr morgens Durchfalltabletten kaufen, wenn es nötig ist. Da gehe ich gerne hin“

Für die Nachtschärmer gibt es ja auch Tankstellen und Kioske, wo man inzwischen fast alles besorgen kann.

#2 Marnem am 18.06.07 um 13:53

Ich schätze, dass das in den USA anders ist, da deutlich mehr Läden Nachts offen haben. Wenn ich aber nur die Wahl zwischen Tanke und Supermarkt habe, dann fahre ich doch in den Supermarkt und erledige den Einkauf des nächsten Tages gleich mit, auch wenn ich normalerweise wo anders einkaufen würde.

#3 Samthammel am 18.06.07 um 20:48

Ich bin auf jedenfall mal gespannt dazu was er zum weiteren Verlauf schreibt.

PS: Ist das ein Plugin, was das Wikizeichen bei dir einfügt?

#4 Marnem am 19.06.07 um 01:05

Das Plugin nennt sich Link Indication und die Icons stammen vom gleichen Autor und werden im gleichen Blogeintrag verlinkt.

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