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Youtube und Flickr

Von Flickr gibts immer noch nichts neues, außer der Zensur von zensuranprangernden Bildern [1]. Keine Pressemeldung, kein Blogeintrag oder auch nur ein Forenpost, der die Situation erklären würde. Jugendschutz hat Flickr vorgeschoben. Warum hat Flickr dann aber auch Nutzer mit Pro-Account gesperrt, Nutzer also, die per Kreditkarte dafür zahlen, mehr als 50 MB Bilder pro Monat auf Flickrs Seiten zu laden? Ist eine Zahlung per Kreditkarte heutzutage als Altersverifikation nicht mehr ausreichend?
Der österreichische Journalist Georg Holzer [2] schreibt, Flickr hätte die Forenhaftung als Argument genannt. Mir ist zwar nicht bekannt, wo dies geschehen sein soll, aber auch dieses Argument zieht irgendwie nicht, denn auch bei den als „Unbedenklich“ markierten Bildern können Beleidigungen oder Verleumdungen dabei sein.

Kurz zur Wiederholung: Bei der Forenhaftung [3]geht es um Gerichtsurteile, die sich damit beschäftigen, wann der für ein Forum Verantwortliche für Beiträge von Nutzern belangt werden kann und wann ausschließlich der Nutzer. Die einen Gerichte entscheiden, dass der Verantwortliche des Forums für jeden Nutzerbeitrag verantwortlich ist, andere Gerichte sind der Ansicht, erst nachdem der Verantwortliche auf den gesetzeswidrigen Beitrag hingewiesen wurde. Aber eine endgültige Entscheidung, was nun Sache ist, steht noch aus.

Wie ich gestern schrieb [4], wird YouTube der nächste große Service sein, der in Deutschland Probleme mit den Inhalten bekommen wird und als hätte ich es geahnt, hat Google heute bekannt gegeben, dass YouTube mit der Lokalisierung beginnt. Zunächst wurden Brasilien, Frankreich, Irland, Italien, Japan, die Niederlanden, Polen, Spanien und Großbritannien mit einer angepassten Variante beglückt. Deutschland, Österreich und die Schweiz nicht, denn angeblich:

there just weren’t enough resources yet to do so – they’re just not ready yet. There was no information on how they selected the regions for which localized versions went live now. The YouTube team was also questioned on their censorship stand, answering “We’re working with Google to create a set of policies and have technologies in place to control how content is being used on the site. We want to respect local laws and local policies.”

(Quelle: Google Blogoscoped [5])

Ja nee, is klar! Auf italienisch konnte die Seite übersetzt werden, aber für Deutschland war keine Zeit. Laut Wiki gibt es 74 Mio des Italienisch mächtige [6] und 155 Mio Deutsch sprechende [7] Menschen.
Die Unternehmen haben alle nur Angst vor den kruden Rechtsauffassungen deutscher Gerichte und ihren Aktionären im Falle einer Verurteilung. Was man verstehen kann.

Aber wer braucht schon eine deutschsprachige Version eines Dienstes, den wir schon seit Jahren auf englisch nutzen?