Techniken, Metaphern und Politiker

Menschen kommunizieren gerne, es gibt sogar Menschen, deren Beruf ist es zu kommunizieren. Auch wenn es ursprünglich einmal anders ist, sind Politiker inzwischen zu Kommunikatoren geworden, die den lieben langen Tag durch die Medien den Bürgern erklären, was die Politiker tun, warum sie es tun und warum die Bürger ihnen vertrauen sollen, damit sie die Politiker weiterhin tun lassen, was die Politiker tun. Also erklären sie, mit wem sie sich getroffen haben, warum diese oder jene Idee als gut anzusehen sei und warum der politische Gegner keine guten Ideen hat.

Leider Gottes hat sich aber die Welt in den letzten Jahren drastisch verändert.

  • Vor 30 Jahren hatten nur sehr wenige Menschen Zugriff auf Computer
  • Vor 20 Jahren hatten nur sehr wenige Menschen Zugriff auf Computer mit Kommunikationsfähigkeiten
  • Vor 10 Jahren hatten nur wenige Menschen Zugriff auf das Internet
  • Vor 0 Jahren sagte noch mancher Politiker, er sei froh, dass seine Mitarbeiter für sie das Internet „bediene“ oder er öffne jeden Dateianhang eines E-Mails

Technik ist grundsätzlich die Anwendung von besonderen Methoden, Prinzipien bzw. Naturgesetzen, einzeln oder in Kombination, um bestimmte Wirkungen zu erzielen.

(Quelle: Wikipedia)

Technik ist also die Anwendung von Methoden und Prinzipien, wenn man der Wikipedia glauben schenken darf. Methoden und Prinzipien haben aber eine sehr unangenehme Eigenschaft, denn wer sie nicht versteht, begreift auch nicht, wie deren Anwendung funktioniert und kann diese darum auch nicht erklären. Oft werden Metaphern verwendet, um Techniken unbedarften zu beschreiben, wobei man sehr genau darauf achten muss, die richtigen Metaphern zu finden.

Jan Schejbal hat sich hingesetzt und ein paar wichtige Techniken durch Metaphern beschrieben, damit in einfacher Sprache auch dem unbedarftesten Politiker deutlich gemacht werden kann, worum es sich bei der Technik handelt: Ein Computer ist nicht öffentlich

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8 Kommentare ↓

#1 Starkiller am 25.06.07 um 23:26

„Methoden und Prinzipien haben aber eine sehr unangenehme Eigenschaft, denn wer sie nicht versteht, begreift auch nicht, wie deren Anwendung funktioniert und kann diese darum auch nicht erklären.“

Das gilt aber für alles, wenn ich das Prinzip einer Gabel nicht verstehe, kann ich sie auch nicht benutzen oder erklären.
Ich komme dir aber entgegen, man kann eine Mikrowelle bedienen ohne sie verstehen zu müssen.
Fazit: Gabeln sind komplizierter als Mikrowellen :)
(oder auch: nicht alles was hinkt ist ein Vergleich^^)

#2 Marnem am 26.06.07 um 00:22

Kannst Du erklären, wie ein CD-Player funktioniert? Auch wenn nicht, so kannst Du den CD-Player trotzdem benutzen, wenn auch seine Funktionsweise nicht erklären. Vor allem kannst Du aber keine fundierte Entscheidung darüber treffen, ob das Abspielen einer CD nicht schon eine Urheberrechtsverletzung ist, da zum abspielen die digitalen Daten ausgelesen und in einem Zwischenpuffer abgespeichert und somit kopiert wurden.

Du musst zB nicht erklären können, warum ein Stück Fleisch, nachdem Du es aufgespießt hast, an der Gabel hängen bleibt. Die Tatsache, dass das Fleisch dies tut, reicht zur Benutzung und zur Erklärung der Benutzung aus.

Aber natürlich hast Du recht, ich arbeite gerne mit Metaphern, die oft aber auch derbst hinken.
Andererseits ist hinken für Informatiker nichts außergewöhnlich, schließlich schießen wir uns regelmäßig in den Fuß oder warum sonst werden die Schwachstellen von Programmiersprachen gerne am Beispiel des Penetrierens von Extremitäten der unteren Körperhälfte unter Zuhilfenahme von Schießeisen und Munition beschrieben?

#3 Starkiller am 26.06.07 um 01:31

LOL das war herrlich!

Und die hinkenden Vergleiche, waren nicht speziell an dich gerichtet, ich hab ja auch welche benutzt, und tue dies auch immer wieder mit wachsender Begeisterung.

@Topic: Auch wenn ich mich an den Vergleichen aufgehalten habe, der verlinkte Artikel ist sehr gut, richtet sich nur leider an die falschen. Die Leute die es lesen verstehen diese Sachen, die Leute die dadurch belehrt werden könnten, haben „Mitarbeiter die für sie das Internet bedienen.“

#4 Marnem am 26.06.07 um 02:07

Du hast recht, die Katze beißt sich hier in den Schwanz.

Aber bei Epstacy ist das doch nicht anders. Wir alle haben die X-Files gesehen, wenn auch nicht alle Folgen und trotzdem lesen Leute, was Du über eine 10 Jahre alte Folge schreibst. Zum einen, weil es Spaß macht und zum anderen, weil man heute einen anderen Blick darauf hat, als vor 10 Jahren.

Genau so ist es bei der gebetsmühlenartigen Wiederholung der Themen Backup, Datenschutz und staatlicher Regulierung. Man hat per Zufall Leser, die mit dem Thema noch nicht vertraut sind, zT einen anderen Blickwinkel als vor 2 Monaten und holt sich durch die Wiederholung nochmal die Argumente ins Gedächtnis, um es Leuten erzählen zu können, die das Blog nicht lesen.

Ja, ich weiß, das hört sich an, als wäre mein Blog die Erleuchtung schlechthin und als verfolgte ich ein missionarisches Ziel. Das hat es natürlich nicht. Aber die Hoffnung, die Welt zu verbessern, will ich nicht aufgeben.

Und ich schweife gerade vom Thema ab, oder? 😉

#5 Starkiller am 26.06.07 um 03:06

Fuzz schreibt über die X-Files, aber ich weiß was du meinst, die Zielgruppe zu erweitern ist nicht ganz einfach, aber wenn Leute die nach Fast Food suchen, bei dir landen, kann es ja noch nicht ganz so schlimm sein :-)

Bezog sich auch eher auf das spezielle Thema Internet an sich, Leute die Blogs lesen haben zumindest ein Interesse an diesem Gebiet, aber sie müssen z.B. nicht alles über Datensicherheit wissen, ich führe auch in meinem IT-Alltag Gespräche mit Leuten die nicht verstehen warum die geplante Einführung der Personenkennziffer (1 2) eine schlechte Idee ist. Nur um mal ein Beispiel zu nennen. (Wann kommt dein Artikel dazu? *g*)

#6 Farlion am 26.06.07 um 11:30

@Marnem
Jetzt aber ganz schnell den Heiligenschein wieder einpacken. 😉

#7 Marnem am 26.06.07 um 11:54

@Starkiller
Am 1 Juli, hoffe ich 😉

@Farlion
Er ist schon weg. So ein Klapp-Heiligenschein in Verbindung mit einer Flasche göttlicher Eingebung und dem Löffel der Weisheit ist was feines, wenn man es hat 😉

#8 Farlion am 26.06.07 um 12:17

DU hast also den Löffel der Weisheit. Darum habe ich davon also nichts abbekommen. :)

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