Einträge vom Juni 2007 ↓

Wie der Abschied von einem guten Freund

God at His Computer

Fast 11 Jahre haben wir zusammen verbracht, mein Lieblings-T-Shirt und ich. Wir gingen zusammen durch Dick und Dünn (ich immer dicker, das Shirt immer dünner), doch irgendwann ist der Punkt erreicht, an dem die Beziehung zerreißt. In unserem Fall waren ein kleines Loch auf der Vorderseite und ein zerfranster Kragen der Anfang vom Ende.
Es war wohl im September 1996, als ich es in einem kleinen Laden an der Hauptstraße in Bundaberg, Queensland für 23 Dollar (rund 27 Mark 60 Pfennig) entdeckte. Zusammen ernteten wir Zuckerrohr, bewunderten die Sydney-Opera bei Nacht, machten Führerschein, betranken uns im ersten Urlaub ohne Eltern, bestanden das Abitur, lernten Steffi kennen, zogen nach München, wurden erwachsen, begannen zu bloggen und bewältigten den Alltag. Die nächsten 50 Jahre muss ich nun ohne mein T-Shirt bestreiten.

Good bye mate, cya.

Sau? Wer? Ich?

Ich sollte mir wirklich ein dickeres Fell zulegen!

Nennt mich jemand, den ich nicht kenne, „Sau“, geht mir das am Arsch vorbei.
Nennt mich ein Kumpel „Sau, dann kann ich einschätzen, wie er es meint, weil ich ihn schon lange kenne.
Nennt mich jemand „Sau“, den ich noch nicht gut genug kenne, um ihn Kumpel zu nennen und kenne ich ihn doch gut genug, ihn nicht mehr als Fremden anzusehen, dann geht mir das, vor allem wenn ich denjenigen eigentlich mag, ziemlich an die Nieren.

Ich brauche echt ein dickeres Fell!

Vorsicht vor dem Kunden oder: Blogger sollte man nicht verärgern

Gestern Abend bin ich beim Zappen bei „Bully & Rick“ hängengeblieben, einer Comedyshow von Bully Herbig und Rick Kavanian (Bully Parade, Schuh des Manitu). In einem Sketch betritt ein potentieller Kunde einen Schuhladen, der Verkäufer ist sehr zuvorkommend, doch der Kunde verlässt den Laden und schimpft auf den „Schleimer“. Im Rahmen einer Verkäuferschulung wird dem Verkäufer der Satz „Hamma ned“ eingetrichtert. Zurück im Laden begrüsst der Verkäufer den Kunden entsprechend. Zwar flüchtet der Kunde abermals, zumindest ist aber der Chef zufrieden.

Warum ich das erzähle? Dieser Sketch ist aus dem Jahr 2004 und soll sartirisch die „Servicewüste Deutschland“ portraitieren.

Im Jahr 2007 finden sich etliche Leser pro Woche auf dem Artikel PizzaHut Lieferservice- einmal und nie wieder in meinem Blog ein, da Google mich auf Platz 4 bei dem Suchbegriff „PizzaHut Lieferservice“ aufführt. Alleine schon der Artikeltitel im Google-Suchergebnis könnte potentielle Kunden abschrecken, ganz zu schweigen vom Artikel selbst. Numerisch kann ich die Auswirkungen natürlich nicht belegen, ignorieren wird man sie aber kaum können.

Was lernen wir daraus? Der Kunde ist nicht nur König, der Kunde potentiell auch Henker, denn er trägt nicht nur Geld in den Laden, sondern auch die Macht andere Kunden großflächig abzuschrecken. Wenn er denn ein Blogger ist.

Watch out for blogging customers!

Techniken, Metaphern und Politiker

Menschen kommunizieren gerne, es gibt sogar Menschen, deren Beruf ist es zu kommunizieren. Auch wenn es ursprünglich einmal anders ist, sind Politiker inzwischen zu Kommunikatoren geworden, die den lieben langen Tag durch die Medien den Bürgern erklären, was die Politiker tun, warum sie es tun und warum die Bürger ihnen vertrauen sollen, damit sie die Politiker weiterhin tun lassen, was die Politiker tun. Also erklären sie, mit wem sie sich getroffen haben, warum diese oder jene Idee als gut anzusehen sei und warum der politische Gegner keine guten Ideen hat.

Leider Gottes hat sich aber die Welt in den letzten Jahren drastisch verändert.

  • Vor 30 Jahren hatten nur sehr wenige Menschen Zugriff auf Computer
  • Vor 20 Jahren hatten nur sehr wenige Menschen Zugriff auf Computer mit Kommunikationsfähigkeiten
  • Vor 10 Jahren hatten nur wenige Menschen Zugriff auf das Internet
  • Vor 0 Jahren sagte noch mancher Politiker, er sei froh, dass seine Mitarbeiter für sie das Internet „bediene“ oder er öffne jeden Dateianhang eines E-Mails

Technik ist grundsätzlich die Anwendung von besonderen Methoden, Prinzipien bzw. Naturgesetzen, einzeln oder in Kombination, um bestimmte Wirkungen zu erzielen.

(Quelle: Wikipedia)

Technik ist also die Anwendung von Methoden und Prinzipien, wenn man der Wikipedia glauben schenken darf. Methoden und Prinzipien haben aber eine sehr unangenehme Eigenschaft, denn wer sie nicht versteht, begreift auch nicht, wie deren Anwendung funktioniert und kann diese darum auch nicht erklären. Oft werden Metaphern verwendet, um Techniken unbedarften zu beschreiben, wobei man sehr genau darauf achten muss, die richtigen Metaphern zu finden.

Jan Schejbal hat sich hingesetzt und ein paar wichtige Techniken durch Metaphern beschrieben, damit in einfacher Sprache auch dem unbedarftesten Politiker deutlich gemacht werden kann, worum es sich bei der Technik handelt: Ein Computer ist nicht öffentlich

Overdrive Airhead erreicht den Regionalentscheid des GBOB

Die Gitarristen (GBOB Vorausscheid)

Wie bereits angekündigt, fand heute der zweite GBOB-Challenge im Feierwerk in München statt. 11 Bands kämpften hart um den Einzug in den Regionalentscheid der GBOB-Challenge, eine der 11 war Overdrive Airhead.

Vorab ein paar Worte zur GBOB-Challenge. Die GBOB-Challenge ist ein internationaler Bandcontest, bei dem 100.000 US-Dollar und eine Welttournee zu gewinnen sind. Dazu werden zunächst Lokale Vorentscheide, dann Regionalentscheide, ein Nationalfinale und schließlich ein Weltfinale veranstaltet. In jedem der Challenges bestimmen eine fachkundige Jury und die Zuschauer 50/50 die Sieger. Soweit die offiziellen Regeln. Hier in München sollte die Jury drei und das Publikum eine Band bestimmen, die in den Reginalentscheid kommen. Also schon mal nix mit 50/50.

Die Organisation war zunächst ein ziemliches Chaos, der Eingang zur Halle schlecht beschildert, der Zeitplan nicht eingehalten, etc. Im Endeffekt klappte dann aber doch alles. Was aber schon etwas verwunderlich war, dass der für den Sound zuständige es über den ganzen Abend nicht schaffte, das Mikrofon der Sänger auf einen ausreichend lauten Pegel einzustellen. Bei fast jeder Band mussten die Sänger schon fast schreien, um auch nur einigermaßen verständlich zu sein.

Und ab an die Bühnenkante (GBOB Vorausscheid)

Man verzeihe es mir, dass ich nicht mehr jede Band genau beschreiben kann, zum einen ist es schon recht spät und zum anderen habe ich lieber den Abend genossen, als zu jeder Band Notizen anzufertigen. Um aber die Bandbreite der Darbietungen zu verdeutlichen ein paar Fakten:

  • Meisuri hat sich erst vor 3 Monaten gegründet
  • Free key bit chess ist 12 Jahre alt und ihre dritte CD (die erste mit Plattenvertrag) steht ab demnächst im Laden
  • Angaschmäng macht mit 4 Cellos und einem Schlagzeug Metal mit Anklängen klassischer Musik
  • Skanking scum ist eine waschechte Skunk Band mit Saxophon und Keyboard
  • Rampage Inc. brüllt wie am Spieß

Entscheident ist aber natürlich einzig und alleine der Auftritt von Overdrive Airhead. 2 Stücke mit zusammen 8 Minuten (bzw auf 8 Minuten gekürzt um innerhalb der Zeitvorgaben zu bleiben) und einer elektrisierten Zuschauerschar genügten, um den 3ten Platz in der Jury-Wertung zu erreichen und somit in den Regionalentscheid am 7.10.07 einzuziehen. Somit war es auch egal, dass statt vieren sogar sechs Bands weiter kamen, da der Schweinfurter Gig ausfällt und somit mehr Plätze im Regionalentscheid als geplant frei waren.

Ein Video vom Auftritt hat Steffi mit meiner Handycam gemacht. Das muss aber erst noch nachbearbeitet werden und kommt im Laufe der nächsten Tage vielleicht irgendwann.

Somit steht fest: Overdrive Airhead wird demnächst auf großer Bühne in den Georg-Elser-Hallen im ehemaligen Kunstpark-Ost spielen

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Sechs Blogs, ein WordPress-Update und unzählige Plugins

In was bin ich da bloß rein geraten? Am Anfang war es nur mein Blog, dann kam das Praxis-Blog dazu, dann Blogsprit(als Plugin- und Theme-Test-Blog), Schülerschreck und schließlich hochzeit.schülerschreck und abnehmen.schülerschreck. Fünf verschiedene Themes, Sechs mal unterschiedliche Plugins und alle haben das neueste WordPress-Update nötig.
Sowas ist natürlich nur Nachts möglich, um möglichst keinen Leser vor unvollendete Tatsachen zu stellen.
Also zuerst mal von Blogs allen ein Backup der Dateien ziehen. Dauert knapp über eine Stunde. Derweil kann man bequem versuchen, möglichst viele Blogs auf eine gemeinsame Plugin-Basis zu stellen. Bei fünfen hat das geklappt, aber was soll ich machen, wenn das sechste elf Plugins hat, die ich nicht einmal vom Namen her kenne? Von jedem Blog aufschreiben, welche Plugins aktiviert sind. Ich will ja ned aus versehen zB Math Comment Spam Protection aktivieren und dann kann keiner mehr kommentieren, weil die entsprechenden Felder nicht ins Theme eingebaut sind…
Dann von allen ein Datenbankbackup machen. Dank dem Backup Plugin geht das ja recht fix.
Das erste Blog updaten. Gucken ob noch alles geht. Bis auf die Administrationsoberfläche von WP-Print scheint alles zu klappen.
Die anderen Blogs dann ganz flott. Plugins deaktivieren, WordPress hochschieben, Plugins hochschieben, Plugins aktivieren, Permalinkstruktur aktualisieren (ned vergessen, sonst geht zB WP-Print ned!) und kurz gucken, ob sich ein Fehler zeigt.

Für sechs Blogs mit den bekannt langsamen 1Blu FTPs dauert das ganze 2 1/2 Stunden.

Falls was hakt, schreibt bitte einfach einen Kommentar. Ich bin dann mal im Bett.

Suchmaschinen, Landingsites und Google Reader

Auf der Suche nach Informationen wirft man gerne mal eine Suchmaschine an und befragt sie, ob sie nicht ein paar Webseiten wüsste, die die gewünschten Informationen beinhalten. Oft stößt man dabei auf Blogs und dort nur auf die Startseite oder eine Unterseite, die nichts mit dem gewünschten Thema zu tun hat. Dies kann zB daran liegen, dass die Suchmaschine in dem Moment, in dem sie die Seite untersucht, aus mehreren Artikeln und/oder Kommentaren und/oder Einträgen in den Seitenleisten die Suchwörter extrahiert, diese aber in keinem Causalen Zusammenhang stehen.
Dem kann man Abhilfe schaffen, indem man Suchmaschinenbenutzern etwas andere Inhalte anzeigt, als dem normalen Leser. Dafür gibt zwei praktische WordPress-Plugins:

Zum einen Search-Hilite (Umlaut-Problematik beachten), das die Suchbegriffe auf der Ergebnisseite farblich hervorhebt, damit schneller ersichtlich wird, ob und wo die Suchbegriffe zu finden sind und ob sie in einem Zusammenhang stehen.

Zum anderen Landingsites, das dem Nutzer neben der eigentlichen Seite eine Reihe von Artikeln mit den gesuchten Begriffen anzeigt. So erhöht sich die Chance, dass der Leser auch wirklich einen Artikel findet, der zu seinem Suchbegriff passt. Landingsites wertet dabei den Referrer-Text aus und kann so erkennen, von welcher Suchmaschine der Nutzer kommt, macht aber einen kleinen Fehler, indem es den Google Reader ebenfalls als Suchmaschine bewertet. Da sich im Seitenaufruf von Google Reader-Nutzer keinen Suchbegriff befindet, zeigt Landingsites hier eine Fehlermeldung an. Dies lässt sich vermeiden, indem man eine Zeile Code in das Plugin einbaut:

  1. Öffne die Plugin-Datei, wahlweise lokal mit einem Editor oder einfach aus WordPress heraus mit dem Plugin-Editor.
  2. Suche nach folgender Zeile:
    <strong>if (!isset($_SERVER['HTTP_REFERER']) || ($_SERVER['HTTP_REFERER'] == '')) return false;</strong>
  3. Füge hinter dieser Zeile folgende Zeile Code ein:
    <strong>if(strpos($_SERVER['HTTP_REFERER'],"/reader/view")) return false;</strong>

Die eingefügte Code-Zeile testet nun bei jedem Aufruf des Plugins, ob sich im Referrer-Text des Nutzers „/reader/view“ befindet und falls ja sorgt sie dafür, dass die Landingsite nicht angezeigt wird.
Den Hinweis auf diese Möglichkeit habe ich aus einem Kommentar des ursprünglichen Plugins und zwar von Haje Jan Kamps vom 09.01.07 .

via onSEO