Tour de France – Packender Radsport

182,5 Kilometer ist die heutige 11te Etappe lang. Eine sogenannte Flachetappe mit nur einer Bergwertung der kleinsten Kategorie. Meist sind diese Etappen relativ langweilig, irgendwann auf den ersten Kilometern bildet sich eine kleine Fluchtgruppe, die dann auf den letzten Kilometern der Etappe durch die Arbeit der Sprint-Teams wieder Eingefangen werden und es kommt zum Massensprint. Manchmal aber sind Flachetappen auch super spannend, weil sich durch taktische Finessen das Renngeschehen schnell ändert, so auch heute.

Zu Beginn der Etappe wie üblich Angriff auf Angriff, bis sich eine Spitzengruppe gebildet hat, die dem Peloton recht war und von diesem ziehen gelassen wurde. Bis Kilometer 85 dauerte es, bis sich eine Fünfergruppe alleine auf den Weg Richtung Montpellier machen durfte. Kaum waren die Ausreißer auf und davon, beruhigte sich das Feld und begann eine Bummelfahrt. Über 7 Minuten „Vorsprung“ erarbeiteten sich die Fünf, bis das Peloton hinter Arles, 70 Kilometer vor dem Ziel, von der Autobahn 45 Richtung Nimes auf die kleinere D572n abbog.
Plötzlich versammelten sich an der Spitze des Hauptfeldes fünf oder sechs Fahrer des Astana-Teams und verschärfte das Tempo. Auf den ersten Blick verwunderlich, so zeigte sich schnell der Hintergedanke. Die D572n führt Richtung Westen, während die A45 Richtung Nordwesten führte. Durch diese Richtungsänderung änderte sich auch der Winkel der Fahrtrichtung zum Wind und zusammen mit der Tempo-Verschärfung führte dies zu einer sogenannten „Windkante“ und somit zu einer Aufsplittung des Pelotons.
Durch diese Taktik konnte Astana den Mitfavoriten Christophe Moreau distanzieren, da dieser mit seiner Mannschaft den Angriff Astanas verschlief. Aber nicht nur das. Das Tempo, dass Astana anschlug, war so hoch, dass die Spitzengruppe auf nur 8 Kilometern rund 2 Minuten ihres Vorsprungs einbüßte und von dem Feld der Favoriten um Astana 35 Kilometer vor dem Ziel geschluckt wurde. Momentan sieht es danach aus, als würde der heutige Etappensieger aus der Spitzengruppe der Favoriten kommen.

Packender Radsport!

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