Qualität von kleinen Münchner Metzgern

Im OEZ, dem Olympia Einkaufszentrum habe ich gestern etwas Interessantes entdeckt:

Ein ca 2,5*1 Meter großes Werbeplakat.
Hier wirbt ein Imbiss mit dem niedrigen Preis seiner Leberkäsesemmeln und deren Qualität dank der kleinen Münchner Metzgereien. Für meine nördlich des Weißwurstäquators lebenden Leser zuerst zwei Erklärungen, bevor ich euer Augenmerk auf das Plakat lenken will.

  • Leberkäse nennt ihr wohl Fleischkäse und enthält keine Leber.
  • Metzger sind bei euch vermutlich als Fleischer bekannt. Verkauft werden deren Erzeugnisse üblicherweise in Metzgereien.
Qualität von kleinen Münchner Metzgern

Nun wenden wir uns dem Plakat zu. Fragt mich nicht, was „Leberkässe“ ist, aber ich denke es ist Leberkäse gemeint und das zusätzliche „s“ soll wohl an den oft in Metzgereien gehörten Spruch „Deafs a wengal mea sei?“ („Darf es auch etwas mehr sein?“) erinnern. Dieser Gedanke liegt besonders nahe, wenn man die beiden abgebildeten Fleischwarenfachverkäuferinnen betrachtet, denn auch diese sind diesem Ausspruch anscheinend nicht abgeneigt, wenn ihnen die eigenen Produkte angeboten werden…
Die beiden Fleischwarenfachverkäuferinnen erinnern mich an den oft in Metzgereien gehörten Spruch „Deafs a wengal mea sei?“ („Darf es auch etwas mehr sein?“), denn sie scheinen ihren eigenen Produkten nicht abgeneigt…

Lassen wir unseren Blick in die rechte untere Bildhälfte wandern, so finden wir dort einen Merkwürdigen Satz:

Qualität von kleinen Münchner Metzgern

Was der Satz aussagen soll, ist offensichtlich.
„Qualität von kleinen Münchner Metzgern“ soll sich wohl darauf beziehen, dass der Leberkäse in kleinen Münchner Metzgereien hergestellt worden ist und dies ein besonderes Qualitätsmerkmal darstellt.
Besieht man sich den Satz aber mal genauer, fällt auf, dass nicht ausgesagt wird, was ausgesagt werden soll. „Münchner“ wird vom Wiktionary als „ein männlicher Bewohner der Stadt München“ definiert. Es ist von „kleinen Münchner Metzgern“ die Rede und nicht von „kleinen Münchner Metzgereien“, somit sprechen wir hier also eindeutig von kleinen, in München wohnenden Menschen männlichen Geschlechts, die den Beruf des Metzgers ausüben. Ob der Pfeil nun die Größe der Metzger oder auf einen kleinen Flecken Qualität in der rechten unteren Bildecke hinweisen soll, blieb mir leider verborgen.
Über das fehlende Komma zwischen „kleinen“ und „Münchner“ sehen wir geflissentlich hinweg.

Ach ja, ich würde für ein Produkt, in dem sich Rindfleisch befindet, niemals mit „Wahnsinn!“ werben, auch und gerade wenn der Imbiss einer Großmetzgerei ein paar Meter weiter 1,50 Euro pro Leberkäs-Semmel verlangt…

Hoffentlich haben die „kleinen Münchner Metzger“ und die Fleischwarenfachverkäuferinnen des „Wurst Point Imbiss“ von ihrem Produkt mehr Ahnung, als von der deutschen Sprache…

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5 Kommentare ↓

#1 Probieren Sie Freitag und Samstag — Marnems Sicht der Dinge am 18.08.07 um 02:06

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#2 Steffi am 18.08.07 um 08:52

Jaja, war schon n bissl spät, gell! 😉

Leberkässemmel lässt sich aufschlüsseln in „Leberkäs“ und „Semmel“. Da fehlt also maximal eher ein „e“, als dass ein „s“ zuviel ist.
Aber wer sagt schon Leberkäsesemmel? 😉

#3 dyfa am 18.08.07 um 10:17

Mit dem Wahnsinn hast du wahnsinnig recht. 😉

#4 Marnem am 18.08.07 um 12:28

Ja, ich gebs zu. Der post hat viel Hochmut und ist der vorbei, dann kommt der Fall…

#5 Starkiller am 19.08.07 um 04:47

ach, ich hab extra mal geschwiegen und dann sagt Steffi es doch…aber gut, die hat ja auch sowas wie Heimvorteil 😉

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