Heroes – Worum gehts?

Heroes ist eine Fernsehserie des US-Senders NBC und startet am 10.10 bei uns in Deutschland. Schon am 24.09 startet in den USA die zweite Staffel der Erfolgsserie.

Worum gehts bei Heroes?

Heroes ist eine Action-Drama-Series mit einem kontinuierlichem Handlungsverlauf, in dem nicht nur die Handlung vorangetrieben wird, sondern auch eine stetige Charakterentwicklung festzustellen ist.

Gewöhnliche Menschen („Ordinary people“) stellen fest, dass sie außergewöhnliche Fähigkeiten entwickelt haben („extraordinary abilities“). Diese gewöhnlichen Menschen mit außergewöhnlichen Fähigkeiten, die Heroes, gehen mit ihren Fähigkeiten ganz verschieden um. Der eine versucht sie zu ignorieren und zu verstecken, ein anderer testet sie bis zum äußersten aus und ist über die Folgen entsetzt. Die Fähigkeiten, von denen ich rede, können physikalischer Natur sein (Fliegen), intellektueller (extreme Lernfähigkeit) bis hin zu den übernatürlichen Fähigkeiten wie Gedankenlesen, Zeitreisen, Teleportation oder Regeneration, die aber alle anscheinend genetisch Bedingt sind.

In den ersten Folgen dreht sich alles um das Kennenlernen der 12 Hauptfiguren und deren Umfeld (wir reden über weitere 15 Personen und 4 Großstädte), die Entwicklung und Entdeckung dieser Fähigkeiten und erste Ansätze des die Staffel überspannenden Handlungsbogens. Hier agieren die Hauptpersonen noch mehr oder weniger so, wie sie es als „normale“ Menschen getan haben.

Ab der fünften Folge beginnt das, was ich als Implosion bezeichnen möchte. Die Handlung beschleunigt sich, die räumliche Entfernung und die Abstände der Handlungsstränge verkleinern sich, immer wieder treffen Heroes aufeinander, fliegen oft aber wie zusammenstoßende Kugeln wieder auseinander. Trotzdem wird schnell klar, dass das Unvermeidbare passieren wird und alle Charaktere an einem Ort aufeinander treffen werden, so sie denn dann noch leben.

Warum halte ich Heroes für eine herausragende Serie?

Heroes ist aus vielerlei Gründen eine der besten TV-Serien, die ich bisher gesehen habe. Dieses Urteil wird aber mit Sicherheit davon beeinflusst, dass ich Heroes auf englisch und fast zeitgleich mit den US-Ausstrahlungen gesehen habe und darum Effekte wie Spannung und Vorfreude in einem ganz anderen Maße als sonst Aufkamen.

Heroes hat unheimlich eine gute Geschichte und daher viel Spannung, interessante und unvorhergesehene Drehungen und Wendungen, tolle Charaktere, tolle Schauspieler in super gemachter Umgebung, technisch (Sound, Grafik) auf dem neuesten Stand, einen guten Rhythmus zwischen schnellen, langsamen, intensiven und lockeren Szenen und eine phantastische mediale Begleitung.

Im einzelnen:

  • „unheimlich eine gute Geschichte und daher viel Spannung, interessante und unvorhergesehene Drehungen und Wendungen“: Heroes hat mit zwölf Hauptdarstellern, die unabhängig von einander agieren, einen großen Spielraum an möglichen Erzählsträngen und bietet daher viel Platz für kleine Geschichten was den Hero motiviert und Möglichkeiten, die Heroes sich treffen zu lassen, ohne daraus jedes mal viel TamTam machen zu müssen oder sie langweilig werden zu lassen. Dazu bieten die verschiedenen Fähigkeiten verschiedene Herangehensweisen an die Probleme der Heroes. Über allem spannt sich aber der Haupthandlungsstrang und erst nach und nach zeigt sich, dass all die kleinen Geschichten drum herum entweder diesem Zuarbeiten oder einen Hero so verändern, dass er sich dem großen Ziel weiter nähern kann (ich schreibe so schwammig, um euch davon zu überzeugen, Heroes anzusehen, dabei aber möglichst wenig zu verraten).
  • „tolle Charaktere“: Wir haben einen Teenager, der über seine Fähigkeit sehr verstört ist, ein 10-jähriges Wunderkind, das seine Fähigkeit gezielt einzusetzen weiß, einen Idealisten, der die Welt retten will oder aber den Politiker, der von alle dem nichts wissen will, den Polizisten, der eine Leseschwäche hat, den Mörder, der nur das Beste für sein Kind will und dessen Mutter, die den Kampf gegen den „inneren Schweinehund“ manchmal verliert. Vor allem aber haben wir keinen strahlenden Helden und keinen abgrundtiefen Bösewicht. Wir glauben zwar mal, dass dieser oder jener „das Böse“ sei, aber erfahren dann seine Hintergründe, die uns verunsichern. Kein schwarz-weiß, kein gut gegen böse, keine Liebesgeschichte, die nur da ist um weiblichen Zusehern romatische Gefühle zu zeigen.
  • „tolle Schauspieler in super gemachter Umgebung“: Jeder der Schauspieler verkörpert seine Rolle so echt, dass man sie ihm glaubt. Was soll ich da mehr sagen? Jeder Handlungsort hat seine eigene Stimmung und alleine an der Farbe kann man schon erkennen, ob man nun im grünlich/bläulichen New York oder im rötlichen Texas ist. Wobei beides, genau wie Tokio oder Las Vegas nur in Los Angeles gedreht wurde.
  • „technisch (Sound, Grafik)“: Seht euch eine beliebige deutsche Serie an und fragt euch, warum wird an dieser oder jener Stelle musikalisch untermalt, warum so und nicht anders und was ist eigentlich das die ganze Staffel überspannende musikalische Thema? Bei Heroes ist genau dies gegeben. Ein musikalisches Thema, das dem Zuseher sagt, was er nicht sieht, zu erkennen gibt, was nicht dargestellt wurde und einem je nach Szene und instrumentaler Umsetzung das Herz erwärmt oder es eiskalt den Buckel runter laufen lässt. Und über die Qualitätsunterschiede von HDTV und PAL brauche ich wohl kein Wort verlieren, oder?
  • „guten Rhythmus zwischen schnellen, langsamen, intensiven und lockeren Szenen“: Eine Serie, die beständig dahinplätschert, um in jeder Folge nach dem gleichen Prinzip Spannung aufzubauen, den Zuschauer hin zu Halten und dann am Ende der Folge aufzulösen, ist doch stink langweilig. Heroes ist da anders. Da wird die Spannung innerhalb einer Szene auf oder abgebaut, oft sogar beides. Da wird am Anfang der Folge ein Handlungsstrang begonnen, am Spannungshöhepunkt umgeschnitten und in einem anderen Handlungsstrang dessen Spannung abgebaut, in einem anderen Handlungsstrang die Spannung wieder etwas erhöht und dann der erste Handlungsstrang aufgelöst, nur um unmittelbar die Spannung weiter zu erhöhen und auf die nächste Folge zu verschieben. Einer der Gründe, warum es diese Achterbahnfahrt der Spannungshöhepunkte geben kann ist, dass keiner der Heroes seines Lebens sicher sein kann. Mehrfach werden sie alle existentiell bedroht und dies muss nicht durch Waffengewalt oder Explosionen sein. So sterben manche Hauptfiguren, andere werden zu Nebenfiguren degradiert wobei manche Nebenfigur zu einem Hauptdarsteller wurde.
  • „phantastische mediale Begleitung“: Natürlich hat heute jede Fernsehsendung seine Webseite, aber welche Fernsehserie hat sein eigenes Wiki, Blog einer Hauptfigur, Comicstrip, Blog eines Produzenten? Dies sind alles vom Fernsehsender produzierte Inhalte um die Show zu unterstützen. Die Comics erzählen viele Hintergrundgeschichten, für die in der Serie keine Zeit ist, das Produzentenblog erzählt warum in dieser und jener Szene die Schnitte genau so gesetzt und jener Kamerawinkel benutzt wurde.
    Die üblichen Spielereien wie Vorschau auf die nächste Folge, Life-Stream im Netz parallel zur Ausstrahlung im TV oder kaufbar bei iTunes, jederzeit alle vergangenen Folgen im Netz abrufbar, eigenes Forum, Heroes360 (ein ganzes Netz an Webseiten, spielend im Heroes Universum, zB die Seite des Politikers der Serie) und tonnenweise Promotionbilder sind in den USA ja inzwischen fast schon Standard. „Life-Stream im Netz parallel zur Ausstrahlung im TV“ und „jederzeit alle vergangenen Folgen im Netz abrufbar“, ja wir reden hier nicht von illegalen Inhalten, sondern von der offiziellen Webseite des Fernsehsenders! Ich verlinke diese mit Absicht nicht, damit ihr nicht aus versehen drauf klickt und euch die Spannung verderbt.

Wer nun Lust auf Heroes hat, wartet entweder auf die Ausstrahlungen auf RTL2, kauft sich die DVD oder googelt nach einem Proxy in den USA und nutzt diesen um die Folgen auf www.nbc.com/heroes anzusehen.

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3 Kommentare ↓

#1 Starkiller am 28.08.07 um 16:02

Sehr schöne Zusammenfassung, macht auch sehr deutlich warum es eigentlich niemanden geben dürfte der die Serie nicht mag, ich bin mal gespannt wie die bräsigen Deutschen auf die Serie reagieren werden, ob es wirklich jemanden geben könnte der die Sendung langweilig, nicht spannend, oder einfach uninteressant findet.

Das einzig wirklich schlimme was passieren könnte wäre eine grausame Syncro, RTL2 hat da ja nicht gerade den besten Ruf. Das wäre aber unverzeihlich.

Aber was zum Henker ist eine Implusion? Selbst wenn du eine Implosion meinen solltest, macht das an dieser Stelle für mich immer noch keinen Sinn.

#2 Marnem am 28.08.07 um 17:07

Implosion, klar.
Ich wollte halt ausdrücken, dass in den ersten Folgen die Heroes ihr altes Leben leben und sich das geschehen immer weiter verdichtet, bis sie schließlich alle zusammenkommen.

#3 Starkiller am 28.08.07 um 18:06

ok verstehe, da sich dieser Prozess aber nicht schlagartig abgespielt hat, sondern sich langsam entwickelt hat, kommen mir da eher Assoziationen von kollabierenden Sternen, aber vielleicht wäre dies auch ein wenig zu dramatisch gewesen 😉

P.S. Warum haben die eigentlich nicht mal die englischen DVDs verteilt, jetzt musst du die ja auch noch kaufen, falls du dies vor hättest, auf meiner Liste steht es auf jeden Fall drauf. Wären nicht die blöden teuren Versandkosten würde ich es in USA bestellen, bei Amazon kostet die Staffel mal gerade 27? (36$) aber mit 30$ Versand-Gebühren lohnt sich das natürlich nicht.

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