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9/11

Ich weiß nicht, was wirklich vor 6 Jahren los war, für dieses Blogpost spielt es auch keine Rolle. Genau so wenig, wie die politischen und kriegerischen Folgen des 9/11 [1].

Vor 6 Jahren war ich zu Hause bei meinen Eltern. ich saß in meinem Zimmer, spielte „Colin McRae“ und versuchte verzweifelt zumindest eine Bestzeit von ihm zu schlagen. Endlich hatte ich es geschafft und freudig lief ich ins Erdgeschoß, wo er vor dem TV saß.
Ruhig, bewegungslos. Es lief ARD, Ulrich Wickert sprach, im Hintergrund war das brennende WTC eingeblendet. Mit großen Augen sah ich auf den Bildschirm und fragte, was denn da los sei.
„Terroranschlag in New York“

Wortlos setzte ich mich auf die Couch. Kurze Zeit später kam meine Mutter von den Hausbesuchen nach Hause. Sie hatte im Radio bereits gehört was los war.
So saßen wir drei auf der Couch und sahen den Südturm einstürzen.
So saßen wir drei auf der Couch und sahen den Nordturm einstürzen.
Irgendwann kam mein Vater nach Hause.
Irgendwann gab es Abendessen. Brotzeit, Gelbe Rübenstreifen.
Irgendwann gingen die anderen ins Bett.
Dann stürzte das Gebäude Nummer 7 ein.
Ulrich Wickert wurde durch einen anderen Reporter ersetzt.
Rudy Giuliani trat vor die Presse, den Polizeichef und den Feuerwehrkommandanten im Schlepptau. Irgend jemand trug ein Holzfällerhemd.
Bush spricht zur Welt.
Der Kaffee, den ich mir gemacht hatte schmeckte grauenhaft. Ich bekam wie geplant Bauchkrämpfe. Warum? Mit Bauchkrämpfen kann man nicht einschlafen und muss nicht aufs Klo.
Ein angeblich mit Sprengstoff beladener Truck wurde entdeckt.
Ein Wagen der Attentäter wurde am Flughafen in Bosten entdeckt.
Der Namen Osama bin Laden brannte sich in mein Hirn ein.
Ich konnte nicht weinen. Ich war entsetzt. Ich wusste, die Welt würde nun eine andere sein.

Ich habe viele Filme über 9/11 gesehen, viel gelesen. Verschwörungstheorien, verschiedenste Rechtfertigungen und immer wieder die Bilder der Einschläge und des Einsturzes. Heute aus einem Blickwinkel den ich noch nicht kannte.
26 Minuten aus dem 36 Stockwerk, 500 Meter nordwestlich des WTC. Im Gegensatz zu dem, was wir an Bildern schon kennen, sieht man hier, wie echte Menschen, Bewohner New Yorks, keine Journalisten, das Verschwinden eines der Bestandteile des täglichen Blicks aus dem Fenster erleben. Man sieht einen Parkplatz vor dem Einsturz und die Staubschicht danach. Wer noch mal richtig in die Depressionen von damals eintauchen will, sollte sich das Video angucken.



Videolink [2]

via Robert [3]