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Fernsehfrust

Ihr kennt das sicher alle:
Da setzt man sich nach einer langen Arbeitswoche am Freitag Abend vor den Fernseher und will sich entspannen. Zig Fernsehsender stehen zu Verfügung, in meinem Falle 22, und obwohl man nur Entspannung sucht, steht vor dieser erst der Stress der Programmwahl. Man blättert durch die Programmzeitschrift und sucht nach einer Sendung, bei der man Abschalten kann und über die man sich nicht ärgern muss, trifft eine erste Vorauswahl und legt diese der Lebenspartnerin vor, welche gnadenlos all das sehenswerte weg streicht und landet auf dem kleinsten gemeinsamen Nenner. Wenn man Glück hat, denn meist hat die Dame des Hauses das Abendessen in der Hand und in der Menge der Zielkonflikte zwischen einer guten Fernsehsendung, dem gerade hängenden Haussegen und einem zufriedenen Magen siegt meist letzterer, was zu einer oft grausigen Programmwahl führt. Gestern hieß diese FamilyShowdown [1], wobei hier der Name der Sendung den Akt der Programmwahl ziemlich gut trifft. „Comedy-Show“ nennt es SAT1, wenn zwei Familien in fünf Spielen gegeneinander antreten und dabei eine Gesamtsumme von bis zu 50.000 Euro können. Mir schwante schon nach Verkündung des Show-Konzepts übles und wurde dann auch nicht enttäuscht.

Im ersten „Spiel“ mussten die vier Familienmitglieder ca 20 Meter über ein Laufband laufen und jeweils 3 Rechenaufgaben ( zB. 43 + 79, 112 – 49, 7 x 13) lösen. Über drei Minuten dafür zu brauchen, ist wahrlich keine Glanzaufgabe…
Haben die beiden Familien diese erste Hürde genommen, ist der Zuschauer auch schon von diesem Schmarrn erlöst, denn die erste Werbepause bringt die Möglichkeit zum Umschalten…
Nach der Werbung darf die siegreiche Familie ein Sparschwein zertrümmern und sich über die ersten gewonnenen Euros freuen.
Das zweite Spiel besteht in der Aufgabe, einige Puzzleteile von Schnüren zu reißen, wobei die Schwierigkeit darin besteht, dass ein Gummiseil die Kandidaten von den Puzzleteilen wegzieht. Die 100.000 Mark Show [2] lässt grüssen.
Im dritten Spiel müssen dann innerhalb von 90 Sekunden möglichst viele Eier aus einem Eierbecher in einen zweiten geblasen werden. Hört sich beknackt an? Ist es auch. Erinnerte mich irgendwie an die Klodeckel-Zerstörungsarie in der letzten Guiness-Show (Da landete ich nur durchs Zappen in einer Werbepause, ich schwöre es).
Das vierte Spiel erfreut die Augen jeder Haftpflichtversicherung, denn es müssen mit Frisbee-Scheiben in 90 Sekunden möglichst viele Fensterscheiben eingeschmissen werden.
Im fünften Spiel ist die Verwandschaft zur „100.000 Mark Show“ amtlich, denn „Der heiße Draht“ erlebt eine Wiederauferstehung.

Was bleibt einem von einem solchen Abend in Erinnerung? Auf Privatsendern sollte man jegliche Eigenproduktionen meiden und diese Sender ausschließlich für Blockbuster einschalten.
Naja, ich geh jetzt „Sclag den Raab“ gucken…