Herbststimmung in der Blogosphäre?

Der Herbst kommt, die Blätter fallen und es wird kühler, Weihnachten kommt näher und die Nächte werden länger. Viele Menschen werden traurig und manche verfallen gar in eine Depression. Natürlich sind auch Blogger sind darunter.

Blogger haben zunehmend weniger Kontakt mit der „Aussenwelt“, also Menschen die nicht bloggen und auch keine Blogs lesen. Somit verpassen wir auch, dass vieles, was in der Blogosphäre passiert auch außerhalb dieser geschieht und interpretieren das Geschehen als ein Symptom der Blogosphäre. Don Alphonso und Robert werfen nun die Frage auf, warum einige bekanntere Blogger ihr Blog aufgeben und diskutieren, was Gründe dafür sein könnten. Robert meint, es liege daran, dass manche Menschen zwar gerne bloggen, aber nicht zum Bloggen geboren sind, Bloggen für sie also nur eine Lebensphase ist und es also ganz natürlich sein, wenn diese vorüber zieht und endet. Alphonso hingegen ist der Meinung, dass Blogs eben keine weitere Möglichkeit sind, Geld zu scheffeln, sondern Gedanken für die Ewigkeit zu bewahren. Manche würden das jetzt realisieren und sich darum von Blogs abwenden.

Ich habe eine andere Theorie. Zum einen kommt, wie bereits erwähnt, gerade die Zeit der Herbstdepressionen, die einem manchmal einfach die Lust an dem nehmen kann, was man üblicherweise so tut.
Zum anderen kollabieren manche Mechanismen der Blogosphäre unter dem Gewicht eben dieser. Durch das stetige Wachstum an Blogs nimmt die Möglichkeit den Überblick zu behalten ab. Von Tag zu Tag steigt die Zahl der Blogs, die man nicht im Feedreader hat und darum verpasst, was dort passiert. Zwar kann man einiges dadurch abfangen, dass man Artikel nicht mehr liest, sondern nur noch überfliegt, immer mehr Feeds in der Reader packt und noch mehr Zeit in die Blogosphäre investiert, zugleich nimmt damit aber die Möglichkeit ab, sein eigene Artikel zu Schreiben. Artikel zu Schreiben kostet immer Kraft und genauso das Lesen von Blogs, somit konkurrieren diese beiden Tätigkeiten und man muss sich der Erkenntnis hingeben, nicht beides Tun zu können.
Ich kann mir durchaus vorstellen, dass das deprimiert.

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12 Kommentare ↓

#1 Starkiller am 18.09.07 um 13:24

Bin ich froh das ich gar nicht erst versuche, alles zu lesen. Würde man wirklich versuchen die komplette Blogosphäre im Überblick zu behalten könnte dies wohl ziemlich schnell ziemlich stressig werden, und einem vielleicht sogar die komplette Lust an Blogs nehmen.

#2 Marnem am 18.09.07 um 13:31

Da sagst Du was wahres.
Ich habe mich auf „meine“ rund 60 Blogs eingeschossen, einige mit einem Artikel pro Woche, andere mit bis zu 25 pro Tag, insgesamt wohl so um die 120 Artikel am Tag, wobei alleine Rivva 25 am Tag und die 5 interessanten in 2 Minuten rausgesucht sind…

#3 Inwit am 18.09.07 um 14:16

Ich denke nach dem Blogging-Hype setzt jetzt eine natürliche Auslese ein. Das es dabei neben den nicht mehr gepflegten Katzenbilder-Blogs auch gute Angebote trifft ist zwar sehr schade aber noch lange kein Weltuntergang.

Insgesamt sehe ich die Lage nicht so pessimistisch, denke das es in Zukunft weniger um das WIE das Blogging sondern um reale Inhalte gehen wird. Damit hätte die Blogoshäre dann auch endlich eine Chance ein großes Publikum zu erreichen. Laut Onlinestudie von ARD und ZDF wissen ja immer noch viele nicht was so ein Blog überhaupt ist.

#4 Starkiller am 18.09.07 um 15:03

60 Blogs? Meine Blogdiät sieht da etwas kleiner aus, ich habe einfach nicht die Zeit (oder die Lust) jeden Tag 2 Stunden Blogs zu lesen, hängen bleibt dann eh nichts mehr, da man ja nicht wie bei einem Buch, bei einem Thema bleibt, sondern in der Zeit Infos zu 20 verschiedenen Themen ließt, und Zeitdiebe, also Blogs die regelmäßig auf mehr als 5 Artikel pro Tag kommen, fliegen bei mir wieder raus.

Der tag hat eben nur 24 Stunden, wenn man dann mal die Zeit für Schlaf und Arbeit abzieht, und auch noch sonstige regelmäßige Verpflichtungen mit einbezieht, dann bleibt dem ein oder anderen nur noch 2-4 Stunden pro Tag die er zur freien Verfügung hat, Leute mit Kindern wahrscheinlich eher noch weniger, da muss man wirklich sortieren und sich genau überlegen: „Ist das wirklich so spannend das ich dafür bereit bin, jeden Tag 15 Minuten zu opfern?“

#5 Marnem am 18.09.07 um 15:20

Good Point, meine Zeiteinteilung ist mit Sicherheit nicht optimal und darum überlege ich auch „Funblogs“ wie den Shopblogger aus dem Feedreader zu schmeißen, denn sie machen zwar Spaß, kosten aber viel Zeit.

#6 Erik am 19.09.07 um 23:17

60 Blogs. Äh… Hochachtung. Das wäre mir definitiv zu stressig, aber das muss ja auch jeder selber wissen. :-)

#7 Samthammel am 20.09.07 um 08:40

Ich komme auch auf genau 60 RSS-Feeds (!=Blogs). Aber Manche davon lese ich jeden Tag und bei Anderen gucke ich nur alle paar Tage rein. Mehr möchte ich nicht unbedingt.
Und das Verpassen von Artikeln ist mir relativ egal. Die Blogs „meiner Gesinnung“ tragen ja stellenweise auch Artikel an mich heran. Bisher habe ich so „neues“ Blog dann auch ab und an mal probeweise aufgenommen – aber momentan reicht mir die Anzahl echt.

#8 Marnem bei Trackback — Marnems Sicht der Dinge am 22.09.07 um 08:15

[…] interessant, dass er jetzt sogar ins Radio kommt? Auslöser war die Blogblues-Debatte und mein Herbststimmungsartikel von Montag. Was mich wirklich nervös macht, ist die Tatsache, dass das Interview live sein […]

#9 Marnem bei Trackback - Nachtrag — Marnems Sicht der Dinge am 24.09.07 um 22:23

[…] hat diese Geschichte mit meinem Herbststimmungsartikel von letztem Montag. Freitag Mittag rief mich dann der Moderator Marcus Richter an, fragte mich, ob […]

#10 Ja gut, aber… » An Stelle eines Jahresrückblicks am 31.12.07 um 01:59

[…] Jared, Blog Herald, bluecrow), eine Blog-Depri (vgl. Robert Basic) oder ein Blog-Herbst (vgl. Marnem, Duckhome) erwischt hat, der Jahresrückblick unterbleibt an dieser […]

#11 Blogblues - Opinio communis | DER MISANTHROP am 04.01.08 um 16:46

[…] , marnems sicht der dinge – Herbststimmung in der Blogosphäre?| […]

#12 bwl zwei null · Die unerträgliche Leichtigkeit des Bloggens am 02.08.11 um 21:41

[…] Marnem fragt, ob es eine Herbststimmung in der Blogosphäre gibt und Don Alphonso gebraucht sogar das Wort Endzeitstimmung. Starke Worte für das wohl eher diffuse Empfinden, mit den Blogs ginge es nicht so recht weiter und die Unlust würde um sich greifen. […]

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