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Herbststimmung in der Blogosphäre?

Der Herbst kommt, die Blätter fallen und es wird kühler, Weihnachten kommt näher und die Nächte werden länger. Viele Menschen werden traurig und manche verfallen gar in eine Depression. Natürlich sind auch Blogger sind darunter.

Blogger haben zunehmend weniger Kontakt mit der „Aussenwelt“, also Menschen die nicht bloggen und auch keine Blogs lesen. Somit verpassen wir auch, dass vieles, was in der Blogosphäre passiert auch außerhalb dieser geschieht und interpretieren das Geschehen als ein Symptom der Blogosphäre. Don Alphonso [1] und Robert [2] werfen nun die Frage auf, warum einige bekanntere Blogger ihr Blog aufgeben und diskutieren, was Gründe dafür sein könnten. Robert meint, es liege daran, dass manche Menschen zwar gerne bloggen, aber nicht zum Bloggen geboren sind, Bloggen für sie also nur eine Lebensphase ist und es also ganz natürlich sein, wenn diese vorüber zieht und endet. Alphonso hingegen ist der Meinung, dass Blogs eben keine weitere Möglichkeit sind, Geld zu scheffeln, sondern Gedanken für die Ewigkeit zu bewahren. Manche würden das jetzt realisieren und sich darum von Blogs abwenden.

Ich habe eine andere Theorie. Zum einen kommt, wie bereits erwähnt, gerade die Zeit der Herbstdepressionen, die einem manchmal einfach die Lust an dem nehmen kann, was man üblicherweise so tut.
Zum anderen kollabieren manche Mechanismen der Blogosphäre unter dem Gewicht eben dieser. Durch das stetige Wachstum an Blogs nimmt die Möglichkeit den Überblick zu behalten ab. Von Tag zu Tag steigt die Zahl der Blogs, die man nicht im Feedreader hat und darum verpasst, was dort passiert. Zwar kann man einiges dadurch abfangen, dass man Artikel nicht mehr liest, sondern nur noch überfliegt, immer mehr Feeds in der Reader packt und noch mehr Zeit in die Blogosphäre investiert, zugleich nimmt damit aber die Möglichkeit ab, sein eigene Artikel zu Schreiben. Artikel zu Schreiben kostet immer Kraft und genauso das Lesen von Blogs, somit konkurrieren diese beiden Tätigkeiten und man muss sich der Erkenntnis hingeben, nicht beides Tun zu können.
Ich kann mir durchaus vorstellen, dass das deprimiert.