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Psychoanalytische Betrachtung neuer elektronischer Medien

Interessante Überschrift für einen Artikel in meinem Blog, oder? Dieser Titel rührt von einem Treffen Niederbayerischer und Oberpfälzer Psychoanalytiker her, denn eine Session soll sich mit genau diesem Thema befassen. Die Idee dazu kommt von meinem Vater [1] und wirft einige interessante Fragen auf, so zB in wie weit wir uns verändern durch die Benutzung „neuer elektronischer Medien“.
Ich höre schon wieder die Rufe „Überhaupt nicht“ oder „Nur zum Besseren“, aber gehen wir mal weg von dem Vorurteil, dass dem Internet und uns Nutzern wieder mal psychische Störungen vorgeworfen werden sollen, sondern betrachten dieses Thema mal ernsthaft.

Was hat sich verändert?

Vor 25 Jahren versuchte die Bundesrepublik Deutschland eine Volkszählung [2] durch zu führen und wurde heftig kritisiert und sogar verklagt. Heute ist es gang und gäbe einen Teil der damals nur unter Protest „gestandenen“ Information ungeschützt ins Netz zu stellen (Social networks). Aber nicht nur „verwertbare“ Informationen, sondern sogar intime Gefühle (zB in Blogs), Teile des Tagesablaufs (zB in Twitter) oder familiäre Fotos (zB Flickr) werden der Weltöffentlichkeit präsentiert. Was hat sich hier verändert und in wie weit sind die „elektronischen Medien“ daran Schuld?

Was ist die Motivation der Nutzer?

Eine weitere Frage ist, aus welcher Motivation heraus an Web2.0 Diensten mitgearbeitet wird. Warum stellen Menschen Fotos und Videos von sich ins Netz? Warum tun sie dies nicht nur in einem zB Passwort geschützten Umfeld, sondern für jeden einsehbar? Welche Folgen kann das für die Nutzer haben, welche psychischen Probleme daraus erwachsen und was ist der nächste Schritt?

Ich persönlich finde es auch äusserst spannend, dass das Netz nun offensichtlich nicht nur bei den Nutzern angekommen ist die in den Monitor hineingucken, sondern auch bei denen, die sich nur für den Mensch davor interessieren und das Internet durch die Psyche der Nutzer zu betrachten versuchen.