Marnem bei Trackback – Nachtrag

Samstag Abend wurde ich ja von „Trackback, der Sendung mit Spreeblick“ interviewed. Die gesamte Sendung kann man sich als mp3 bei Spreeblick runterladen (ca 70 MB, 77 Minuten), eine Themenübersicht gibts auch, mein Interview gibts in etwa ab Minute 53. Den Wortlaut kann man aber auch nach dem „Weiterlesen“ finden.

Angefangen hat diese Geschichte mit meinem Herbststimmungsartikel von letztem Montag. Freitag Mittag rief mich dann der Moderator Marcus Richter an, fragte mich, ob ich Lust auf ein Interview hätte und worum es denn bei dem „Blogblues“ ginge. Nach dem Vorgespräch war ich dann logischerweise ziemlich aufgekratzt und habe die ganzen Artikel und auch den Großteil der Kommentare zu diesem Thema gelesen und versucht mir ein Bild zu basteln, dass etwas größer als nur mein eigener Artikel war. Gar nicht so einfach.
Am Samstag saß ich dann wie auf Kohlen, starrte auf das Telefon (Oldschool…) wie die Kobra auf die Flöte des Schlangenbeschwörers und als es dann klingelte, wars ganz schnell vorbei. Ich wollte noch Dinge erzählen, dass Blogger zu ihrem Blog eine Beziehung haben, ähnlich der zu einem Lebenspartner und es darum zum natürlichen auf und ab kommt, meine Feeds-fressen-Zeit-These und noch anderes. Hab ich aber einfach vergessen, im Rahmen des Gesprächs. Dafür hat Marcus Richter dann aber auch die typische, letzte Frage zu stellen vergessen: „Was hätten wir dich denn noch fragen sollen?“
Meine Antwort wäre gewesen: „Ab wann die MyMuesli-Jungs mir freiwillig eine MyMuesli-Flatrate spendieren.“
Aber naja, hat nicht sollen sein 😉

Marcus Richter: Ich guck ma‘ ausm Fenster und sehe so, ja, Herbst. Wer die Blogs verfolgt hat in der letzten Woche hat gesehen, ja, da haben so ein paar Sachen zu gemacht, wird also alles n bißchen Winter und schwermütig, ja aber das ist uns total egal, denn wir spielen (Jingle:“Fitz Trackback – Blogger privat“). Und heute mit Korbinian Schoder, der auch unter dem Namen Marnem unterwegs ist. Hallo, wie soll ich dich jetzt eigentlich nennen?
Marnem: Hallo, Du kannst mich Marnem nennen oder Korbi, ganz wie Du willst.

M.R.: Kannst Du mal erklären, wo der Nickname herkommt? Marnem?
Marnem: Ähm, des ist eine Eigenerfindung von mir gewesen, da hab ich vor 10, 12 Jahren für ein Computerspiel nen Namen gebraucht und dann, ja, überlegt man sich halt irgendwas.

M.R.: Und der hat so ganz gar keine Bedeutung?
Marnem: Ja, dachte ich, aber bei den Aborigines in Australien bedeutet das Wort anscheinend „Feuer“ und die Tschechen haben dafür das Wort „nutzlos“, öhm,

M.R.:Sehr schön
Marnem: Ist etwas lustig, dass man das Blog gleich mit dem richtigen Namen hat, für einen Tschechen.

M.R.: „Nutzloses Feuer“ Quasi, Wunderbar.
Marnem: Genau.

M.R.: Worüber bloggst Du denn in deinem Blog?
Marnem: Ich blogg über alles mögliche, eigentlich alles, was mich so berührt, das heißt es ist Politik, Innenpolitik zum Beispiel, also Vorratsdatenspeicherung, die Online-Durchsuchung, aber auch über die üblichen Sachen, also die aus meinem Alltag, was ich so erlebe, was man im Netz so findet, über die Blogplattform WordPress und die Plugins und so oder mein Nokia N800 Internet Tablet. Also alles was halt so im Leben passiert.

M.R.: Ein ganz normaler Blog-Nerd, könnte man das sagen?
Marnem: Eigentlich schon.

M.R.: Also eher technisch Eingestellt und so ein bisschen Alltagszeug.
Marnem: Ja, als Informatiker liegt des nahe, dass man den Nerd-Status auch wirklich lebt.

M.R.: In der Tat. Hast Du, emm bist Du zufrieden wie Du bloggst, also macht Dir das Spaß, so?
Marnem: Ja, also ich hab angefangen, ganz äh klein einfach nur ins Netz zu stellen, was ich mir Gedacht hab und dann kommt halt zunehmend mehr dann äh der Anspruch, dass man sagt möchte etwas journalistisch arbeiten, tut Quellen verlinken und so und verändert sich oder beziehungsweise das Blog verändert sich und damit hat man natürlich manchmal schon dass Problem, dass man sagt, eigentlich habe ich heute vielleicht keine Lust zu bloggen oder über des Thema will ich jetzt eigentlich nicht zum zehnten mal bloggen, aber es is gerade wieder aktuell, da muss man eigentlich was drüber schreiben, weil meine Leser, ja äh, interessieren sich halt dafür.

M.R.: Und das heißt also, du klingst, also, es gibt halt so Anforderungen manchmal, aber klingst ganz zufrieden. Weißt du oder kannst Du uns jetzt erklären was ein „Blogblues“ ist?
Marnem: Ja, Blues is ja eigentlich eine eher traurige Musikart und der Blogblues is halt wenn man nicht singen kann, sondern halt traurig bloggt im Prinzip. Angefangen hat das ganze über die Blogbar, DonAlphonso, der hat nen Artikel geschrieben über die Konferenz „Ich, wir und die anderen“ und darüber dass eben kurz davor haben zwei Blogs zugemacht, Maingold und Poodlepop und dass auch die Professoren auf der Konferenz äh eher so n bißchen art Abgesang gemacht haben, auf die ganze Bloggerei und was es so gibt.

M.R.: Is es jetzt vorbei? Is es mit dem Bloggen vorbei?
Marnem: Bloggen generell nicht, aber bloggen is halt was sehr individuelles und für manche is halt aus individuellen Problemen die ganze Sache vorbei. Die einen äh hören auf weil sei keine Blogger sein mehr wollen, weil es zu viele Blogger gibt, die sie nicht mögen, andere hören vielleicht auf zu bloggen, weil sie nicht das Geld damit verdienen, was sie sich erhofft haben, ganz individuelle Gründe halt.

M.R.: Ok, das heißt es gibt viele Leute, die bloggen eigentlich für andere Zwecke als um das Bloggens alleine willen und die sind jetzt enttäuscht, weil das nicht so ganz geklappt hat.
Marnem: Gibts auch, natürlich, aber es gibt auch Blogger die um das Bloggens willen bloggen, aber sich sagen, äh, meine Freunde sprechen mich an und haben gesagt „hey, ich hab dieses Blog gefunden, des is aber a ziemlicher Scheiß“ oder „Ich hab kein einziges Blog gefunden außer deinem, das wirklich gut is“ und darum sich halt sagen, ich will mit den anderen nicht in einen Topf geworfen werden.

M.R.: Ok, kann man das irgendwie anderes oder nee, muss man dann ganz raus aus dem Internet oder? Is ja quasi alles Blog heute, heutzutage?
Marnem: Ja, nein eigentlich ist im Prinzip fast jede Seite, selbst Spiegel Online ist, wenn mans genau nimmt ein Blog, weils irgendwie chronologisch geordnet is. Ähm, man, es bleibt sich halt nichts mehr über als sich halt nicht als Blog erkennen zu geben, dann wird man kein Blogger mehr sein.

M.R.: Verrückt, hast Du sonst noch nen Tip gegen Blogblues oder soll man einfach so, man fühlt sich so und man denkt so „Ach Mann, irgendwie das taugt alles nix“, soll man dann einfach aufhören oder hilfts auch sich vielleicht am Riemen zu reissen denken „Ja is nur Phase, weitermachen, det wird schon wieder“?
Marnem: Was ich ganz gut fand, ähm im Frühjahr hat n Bekannter von mir aufgehört zum Bloggen, indem er einfach gesagt hat „ich mach jetzt eine Blogpause“ und während dieser Blogpause haben sich die täglichen Zugriffe fast verdoppelt und als er dann aus der Blogpause zurück kam, hat er dann auf einmal viel mehr Leser gehabt als zu vor. Also wenn man sagt, ich hab keine Lust mehr zu bloggen, dann hilfts vielleicht einfach zu sagen „Ich hab jetzt keine Lust zu bloggen, ich komm wieder, wenn ich wieder Lust hab“.

M.R.: Das sollten wir vielleicht auch mal probieren, „Wir wiederholen jetzt die Sendepause von gestern Nachmittag?“ Ne, das lassen wir glaub ich lieber. Dir trotzdem vielen Dank, Korbinian und/oder Marnem, was nutzlos oder Feuer heißt, das find ich immer wieder sher schön, Vielen Dank.
Marnem: Vielen Dank
M.R.: Und viel Spaß noch. Tschüß

Stichworte zu diesem Artikel: ,,

0 Kommentare ↓

Bisher gibt es noch keine Kommentare...Schieben Sie die Diskussion an, indem Sie den ersten Kommentar schreiben.

Hinterlassen Sie einen Kommentar


Kommentieren sie zum ersten Mal in diesem Blog? Dann wird Ihr Kommentar erst angezeigt, nachdem Marnem ihn freigeschalten hat. Bitte haben Sie dafür Verständnis.
Welche Daten über Sie gespeichert wurden, können Sie in der Datenschutzerklärung nachlesen.