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Was ist mit Burma?

Vor zwei Wochen war Burma das große Thema in den Nachrichten, vor einer Woche der große Free Burma [1]-Aktionstag und auch der Spiegelfechter hat seinen Ticker-Artikel [2] zuletzt vor einer Woche aktualisiert. Statt dessen schaffte es eine dumme Blondine mit verqueeren Ansichten die Medien für zwei Tage zu beherrschen.

Haben sie recht, die Kritiker der Blog-Aktion? Aus den Augen, aus dem Sinn? Monsieur Fischer [3] schreibt, dass der Weltsicherheitsrat, wie schon zu erwarten war, sich auf keine scharfe Verurteilung der Vorgänge in Burma einigen konnte und Goggi [4] beklagt, dass die „Free Burma“-Aktion nur eine Promotion Aktion der A-List Blogger gewesen sei.

Ich weiß nicht, was manche sich von der „Free Burma“-Aktion erwartet hatten. Dass die Junta in Burma die Waffen streckt und es binnen Stunden zu friedlichen Wahlen kommt? Dass die Bildzeitung nun täglich den Wetterbericht und ein Demonstrationsbarometer aus Burma abdruckt? Dass die Bundesregierung alles liegen und stehen lässt um an einem Grenzübergang zwischen Thailand und Burma an den Toren rüttelt und ruft „Wir wollen hier rein?“. Oder gar, dass die Blogosphäre nun nicht mehr über das iPhone oder die neusten Gerüchte um Googles Pagerank berichten, sondern nur mehr über Burma?
Aktionen wie „Free Burma“ kosten Kraft, lenken aber die Aufmerksamkeit auf ein Thema. Dies ist aber nur kurzfristig möglich, denn die Menschen ändern ihr Verhalten aufgrund von Geschehnissen weit weg nur sehr selten, auf jeden Fall nur sehr langsam. Wenn das nächste mal über Burma berichtet wird, wissen zumindest deutlich mehr Leute als vorher, was in Burma passierte. Sie können die Situation dort etwas besser einschätzen und das ist schon ein Gewinn. Jeder, der sich anderes erwartet glaubt aber auch noch an den Weihnachtsmann.

Weiß eigentlich jemand, was sich in Burma momentan tut?