Einträge vom Februar 2008 ↓

Ist VZ ein Gattungbegriff?

Folgenden Gedanken habe ich gerade entwickelt, als ich drüben im Blogbeutel einen Kommentar schrieb:

[…]
Bei StudiVZ kommt dazu, dass hier ganz klar versucht wird, einen Alleinherrscheranspruch im Bereich Social Networks zu stellen. VZ wird dabei als Marke bezeichnet, statt VZ eher als Gattungsbezeichnung zu sehen, wie es faktisch der Fall ist. Was ein Social Network ist, ist dem “Normalbürger” nicht bekannt, was aber ein VZ ist, dürften inzwischen viele wissen und darum Xing oder Lokalisten als ein VZ bezeichnen.

Sicher würde fickenVZ nicht fickenVZ heißen, gäbe es nicht das StudiVZ. Hieße StudiVZ StudiNet, dann würde fickenVZ auch fickenNet heißen, einfach um die Marktgängige Gattungsbezeichnung im Namen zu haben. Vergleichbares gibt es zb im Bereich Telekommunikation mit Telecom, Tele2, Telefonica oder im Bankbereich mit Deutsche Bank, Volksbank, Dresdner Bank. Auch gibt es auffallend viele Printmedien mit “Zeitung”, viele Fernsehzeitschriften mit “TV” im Namen. Grundlage ist dabei immer durch den, zugegebenermaßen ähnlichen, Namensbestandteil die Gattung des Unternehmenszwecks herauszustellen.
[…]

Warum mahnen sich die Banken, Zeitungen und Fernsehzeitschriften nicht gegenseitig ab, wo sie doch auch ähnliche Namensbestandteile in ihrer Marke haben? Weil diese übereinstimmenden Namensbestandteile Gattungsbezeichnungen sind. Vielleicht könnte das ein Angriffspunkt auf die Argumentation von StudiVZ sein.

VZ – VerZockt?

Ich kann das StudiVZ nicht leiden. Dafür gibt es mehrere Gründe, so zB die Sicherheitslücken, der Charakter der Gründer (Stichwort Geburtstagseinladung oder Handyfilme auf Rolltreppen), Aktionen wie der StudiVZ Eleganz 2008 Kalender oder die mangelnde Moderation der StudiVZ-Gruppen.

Das StudiVZ mahnt nun Reihenweise Seiten mit der generischen Buchstabenkombination VZ ab. PokerVZ, FussballerVZ, ErstiVZ, AbiturVZ, FickenVZ , die Liste wird sich bestimmt bald fortsetzen lassen. 2687,60 Euro soll nun zB das FickenVZ zahlen bzw hat evtl bereits gezahlt. Das StudiVZ im gleichen Zug auch immer die Löschung der Domains verlangt, ergibt sich von selbst. FickenVZ heißt nun halt Fickeria und macht mit dem gleichen Geschäftsmodell weiter.

Als ich letzten Sommer bei Boje zum ersten mal vom FickenVZ gehört habe, fand ich die Idee so lustig, dass ich das XXX gestartet hatte, bzw mir die Domain XXX geholt habe. Die Idee war es, dort Bilder von Blasen zu zeigen (zB Kaugummiblasen, Seifenblasen, etc) und damit die nach sexuellen Inhalten suchenden Surfer zu verhöhnen. Sehr schnell habe ich aber gemerkt, dass es rechtlich nicht ganz einfach ist, an eine größere Zahl kostenloser Bilder mit diesen Inhalten zu kommen. Ich überlegte neu und heraus kam ein Blog, das sich mit Hautblasen beschäftigt. Nichts großes, einfach ein paar Artikel warum sich Blasen auf der Haut bilden, wie man sie vermeiden kann, etc. Dazu ein oder zwei Werbebanner geschaltet und fertig.

Durch die Abmahnungen von StudiVZ geht mir jetzt natürlich die Düse. 2600 Euro will ich für dieses kleine Spaßprojekt nicht löhnen, also stellt sich die Frage, was zu tun ist. In der Abmahnung des FickenVZ schreiben die Anwälte des StudiVZ:

Dementsprechend verletzen Sie durch die durch die Benutzung von „fickenvz“ für ein Online-Netzwerk bzw eine Internetkontaktplattform […] die Kennzeichenrechte unserer Mandantin gemäß §§ 14 Abs. 2 Nr. 2, 15 Abs. 2 MarkenG. Außerdem lehnen sie sich mit der Kennzeichnung nicht nur an die bekannten Zeichen unserer Mandantin an und nutzen deren Bekanntheit aus, sondern der gute Ruf und die Wertschätzung ihrer Zeichenserie wird vor allem durch die Verwendung von Vulgärsprache ganz massiv beeinträchtigt ( §§ 14 Abs. 2 Nr. 3, 15 Abs. 3 MarkenG). Daneben verstoßen sie gegen Wettbewerbsrecht i. S. v. §§ 3, 4 Nr. 9, 5 Abs. 2 Nr. 3 UWG.

Einerseits ist das XXX mit Sicherheit kein „Online-Netzwerk“ und auch keine „Internetkontaktplattform“, was aber das MarkenG und das UWG in den verwiesenen Passagen schreibt, muss ich mir noch ansehen.

Generell ergeben sich mir drei Möglichkeiten:

  1. Weitermachen wie bisher und darauf vertrauen, dass das StudiVZ und deren Anwälte Vernünftig bleiben und ich nichts von ihnen höre
  2. Mich beim StudiVZ zu melden und anzufragen, ob sie ein Problem mit dem XXX haben könnten. Damit würde ich natürlich schlafende Hunde wecken
  3. Den Schwanz einziehen und aus Angst in vorauseilendem Gehorsam die Domain löschen

ich weiß nicht, was ich tun soll :-/
[Update: Die mit XXX maskierte Domain besitze ich nicht mehr]

Gehirnwäsche?

Ich wohne ja jetzt seit 7 1/2 Jahren hier in München und bewege mich in der Stadt. Sommers mit dem Radl und Winters mit dem ÖPNV, der sich hier MVV bzw MVG nennt. In dieser Zeit bin ich sicher 600 mal mit der Trambahn, 800 mal mit dem Bus und 100 mal mit der U-Bahn gefahren. Die Fahrer waren selten unfreundlich und in der Regel neutral und unauffällig.
Seit dieser Woche ist das aber anders. Die Busfahrer müssen einer Gehirnwäsche unterzogen worden sein! So freundlich habe ich sie nämlich noch nie erlebt. Ob wie vorgestern einem Fahrgast detailiert der Weg zu seinem Fahrziel erklärt wurde (wozu der Busfahrer über Funk sich den Standort der Serbischen Botschaft beschreiben lies), der Busfahrer gestern einige Fahrgäste zwang, den Bus zu verlassen, um auch noch den fünften Kinderwagen unterzubringen (wobei ich auch nur sehr selten einen einzigen Kinderwagen im Bus erlebt habe und den Busfahrer schon ab zwei beförderten Kinderwägen ein saftiges Bußgeld erwartet hätte) oder der Busfahrer mir heute artig jede einzelne Haltestelle ansagte, obwohl ich der einzige Fahrgast war, so viel Freundlichkeit und Rücksichtsnahme war selten. Ich wünschte mir, sie würde anhalten.

Frühlingsanfang ists, wenn…

… die Polizei vor der Uni Fahrräder auf Verkehrstauglichkeit überprüft und fleissig Strafzettel schreibt.

… die Fahrkartenkontrolleure aus den U-Bahnschächten gekrabbelt kommen und an sonnigen Bushaltestellen auf zu kontrollierende Fahrzeuge warten.

… die Jogger die viel zu kurzen Sporthosen aus den 80ern der uninteressierten Öffentlichkeit präsentieren.

Frühling ists aber erst, sobald der Obsthändler seinen Stand am Hohenzollernplatz wieder aufbaut.

3,9 = 4,0?

www.heute.de am 24.02.08



heute.de Nachrichten: Saarland: Schäden nach Beben durch Kohleabbau

Laabertaler Kneipengänger

Ich bin ein „Laabertaler Kneipengänger“.

Anfang dieses Jahres trat das Nichtraucherschutzgesetz hier in Bayern in Kraft. Laut diesem Gesetz darf in Kneipen oder Diskotheken nicht mehr geraucht werden. Eine Ausnahme gibt es aber für geschlossene Gesellschaften und diese Ausnahme wird auch fleissig genutzt. Manche Lokale oder Räume in Diskotheken darf man nur als Teil einer geschlossenen Gesellschaft betreten und in diesen Räumen wird dann gequalmt, was die Lungen hergeben. Um aber als Teil einer solchen geschlossenen Gesellschaft angesehen zu werden bedarf es nicht viel. Meist genügt das Ausfüllen eines Formulares, eine Mitgliedskarte wird ausgehändigt und schon stehen einem alle Türen offen.
So kam auch ich zu meiner Mitgliedschaft bei den „Laabertaler Kneipengängern“. Nicht dass ich Raucher wäre, aber wenn in einer Disko mit zwei Räumen der eine „Nur für Mitglieder“ ist und genau in diesem die Musik gespielt wird, wegen der man angereist ist, so nimmt man dies zähneknirschend in Kauf. So ganz im Sinne des Gesetzgebers ist dies wohl nicht, aber was soll man machen?

Fast noch bitterer als den impliziten Zwang zur Mitgliedschaft finde ich aber, dass mir nur die obere Hälfte des Mitgliedsantrages ausgehändigt wurde, die ich dann in ziemlicher Dunkelheit im Gedrängel der Feiernden ausfüllen sollte. Den Teil mit dem „Kleingedruckten“ habe ich erst in der Onlineversion des Mitgliedsantrages entdeckt. So entging mir beim Ausfüllen nicht nur der Hinweis, dass Rauchen schädlich für die Menschen in meiner Umgebung sei (für mich selbst nicht oder wie?), sondern auch, dass:

Dem Mitglied ist bekannt, dass mit der Mitgliedschaft eine Mitgliedschaft in einem rechtsfähigen oder nicht rechtsfähigen Verein nicht begründet wird, sondern Rechtsbeziehungen nur zwischen dem Wirt und den Mitgliedern bestehen.

Ehrlichgesagt bin ich jetzt verwirrt. Ist der Verein nun rechtsfähig oder nicht rechtsfähig? Bin ich nun Mitglied oder nicht? Und wer ist der „Wirt“?

Epstacy ist wieder da

Nachdem Fuzz Ende November Epstacy für geschlossen erklärte, sind Fuzz und Starkiller zwei Wochen wieder an alter Stelle zu finden. Gestern ist dann auch der erste „richtige“ Artikel erschienen und berichtet über den ersten Futurama-Film „Benders Big Score“.