Zweiter Hauptsatz der Thermodynamik oder Wie plane ich eine Sitzordnung

Hochzeitstisch

Ordnung ist das halbe Leben, so sagt man. Ordnung muss sein, denn zum Chaos kommt es von alleine (Zweiter Hauptsatz der Thermodynamik). Um die Zeit bis zum erreichen des Chaos so weit wie möglich zu verlängern hilft es, ordentlich zu planen, um mit Beginn des Ereignisses einen möglichst hohen Ordnungslevel zu erreichen, von dem aus es dann unweigerlich zum Chaos abgleiten wird:

In einem geschlossenen adiabaten System kann die Entropie nicht abnehmen, sie nimmt in der Regel zu. Nur bei reversiblen Prozessen bleibt sie konstant.
[…]
Alle spontan ablaufenden Prozesse sind irreversibel. Dort findet immer eine Entropiezunahme statt.

Ein Ereignis, das vorhersehbar im Chaos enden wird und bei dem die der eigentlich Sinn und Zweck ist, ist eine Feierlichkeit mit einer großen Anzahl Menschen. Da bei uns ja eine solche Feierlichkeit ansteht, planen wir viel um den Beginn des Chaos möglichst auf eine Uhrzeit zu verschieben, bei der das Chaos nicht mehr negativ auffällt.
Konkret haben wir uns entschlossen eine Sitzordnung zu planen. Eigentlich eine leichte Übung:

98 Personen, 106 Sitzplätze, wo sollte das Problem sein?

Nun, zum Glück sind sowohl Steffi als auch ich mit Familien gesegnet, die in sich und auch untereinander nicht zerstritten oder ähnliches sind, trotzdem will man manche Leute nicht gemeinsam an einen Tisch setzten. Ziel ist es zu Verhindern, dass sich die Tisch-Gruppe aus Langeweile vorzeitig verabschiedet. Dazu kommt, dass aus räumlichen Gegebenheiten manche Tische eine gewisse Größe haben, man von manchem die Tanzfläche oder aber den Brauttisch nicht sieht. So kommt man dann dazu die Gäste ich Grüppchen einzuteilen die man versucht passend auf die Tische zu verteilen. Dabei finden sich immer Klein- und Kleinstgruppen, die nirgends fest dazu gehören, deren Flexibilität man aber auch nicht so hoch einschätzt, dass sie überall dazu passen könnten. So schiebt man fleißig die Gruppen umher, bis man schließlich zu einem passenden Ergebnis kommt, dass aber trotzdem auf wackeligen Beinen steht. Fällt dann aber jemand aus, so kann es passieren, dass aus einem tragenden Teil eine einsturzgefährdete Ruine wird.
Genau das ist uns heute passiert. Meine Oma wird aufgrund einer Verletzung ausfallen, weshalb ein 7er Tisch auf einmal mit nur noch 4 Personen besetzt wäre. Also noch mal alle Grüppchen in den Topf, kräftig umrühren und stürzen. Das ganze wird dann wiederholt bis das Ergebnis passt und wir haben jetzt hoffentlich eine Kombination gefunden, die allen gefallen wird.
Bildnachweis: Pixelio.de-Nutzer omron2003

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2 Kommentare ↓

#1 herbert am 09.09.08 um 18:45

haha. jetzt wundert mich nicht mehr warum ich auf der letzten von mir besuchten hochzeit in einer mir unnachvollziehbaren runde saß… ist wohl nicht allzu einfahc!

#2 Alex am 09.06.09 um 11:09

naja, es ist gar nicht so leicht,wie es aussieht.Toller Bericht.Tolle Seite, weiter so!:)

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