Arm an Zahlen

Dem ein oder anderen ist vielleicht aufgefallen, dass seit ein paar Tagen in der Sidebar rechts keine Zahlen mehr zu finden sind. Zumindest ganz unten, dort wo „Counter“ steht. Schon länger wird ja immer wieder diskutiert ob man es aus Datenschutzrechtlichen Gründen überhaupt vertreten kann, Counter in die eigene Seite einzubinden und seit dem die Datenschutzbeauftragten von Schleswig-Holstein vor zwei Wochen erklärten, dass Google Analytics illegal sei, gilt dies umso mehr.

Hintergrund

Zum Verständnis der Hintergründe ein kurzer Exkurs in die Kunst der Besucher-Zählung. Die Zahl der Besucher einer Webseiten lässt sich auf zwei Arten und Weisen zählen:

  • intern oder
  • extern

In beiden Fällen wird dabei gezählt, wie oft bestimmte Elemente der Webseiten von einer IP-Adresse aufgerufen werden.
Im internen Fall wird also erfasst, wie oft zB Bilder oder bestimmte URLs (Webadressen) aufgerufen werden. Dabei verbleiben alle gesammelten Daten auf dem Server des Webseitenbetreibers und es liegt an ihm, diese Daten auszuwerten, wobei auch dies illegal sein könnte.
Im externen Fall bindet der Webmaster einen sogenannten „Counter-Code“ in seinen Webauftritt ein, in der Regel ist dies ein kleines Bild. Bei jedem Aufruf der Webseite wird nun das Bild des Counters geladen und somit der Counter-Betreiber darüber informiert, wann, wie oft und für wie lange eine bestimmte IP-Adresse auf der Webseite war.
Das „Besucherzählen“ ist eine Kunst für sich, denn Feinheiten wie „Ab wie vielen Sekunden Pause zählt eine Aktion einer IP als neuer Besucher?“, „Wie verhindere ich, dass der Besucher die Zählung verhindert?“ oder „Woran erkenne ich, dass der Besucher die Seite noch liest, auf wenn er keine Aktionen mehr ausführt?“ wehren sich meist heftig einer Objektiven Betrachtung und Einordnung.

Warum sind Counter umstritten?

Die Problematik bei jeder Besucherzählung ist, dass viele Daten über den Besucher gesammelt werden um ihn möglichst genau identifizieren zu können, der Besucher davon aber nichts weiß. „Möglichst genau identifizieren“ bedeutet hier nicht zu erkennen, dass Herr Meier auf der Seite war, sondern um zu erkennen, dass zB ein weiterer Nutzer mit der selben IP die Seite besucht. Die geschieht zB durch Auswertung der Versionsnummern von Betriebssystem und Browser, Bildschirmauflösung und ähnlichem.
Im Ergebnis erhält der Zählende eine ganze Menge Informationen. Falls nun intern gezählt wird, so mag das noch einigermaßen unproblematisch sein, stattet aber ein Counter-Betreiber viele Webseiten mit seinem Zähler aus, so kann er Benutzerprofile erstellen, wenn er die Bewegungen des Nutzers nachvollzieht.

Warum habe ich die Counter-Codes ausgebaut?

Counter sind natürlich nur dann sinnvoll, wenn man aus dem Counter Informationen zieht, die die oben genannten Gefahren erträglich erscheinen lassen. Ich habe zur Zeit einfach keine Lust und auch keine Zeit regelmäßig zu „überprüfen“ wie viele Leser hier im Blog vorbei gesehen haben, so dass die Abwägung gegen die Counter ausschlägt. Falls nun wirklich einige der Counter illegal sein sollten, so ist dies ein weiterer Grund.

Nicht verschweigen möchte ich jedoch, dass hier im Blog die interne Zählung weiter geht und neuerdings auch viele Artikel „vorverpixelt“ sind. Was es aber damit auf sich hat, schreibe ich demnächst.

2 Kommentare ↓

#1 Michael Finger am 15.09.08 um 16:34

Hi ,
endlich hatte ich mal Zeit den Beitrag in Ruhe zu lesen und den links zu folgen und weiter zu lesen Danke für die sehr gute Erklärung, das hat mich der Sache schon mal viel weiter gebracht.

Gibt es bald eine weitere Erklärung, so wie im Artikel angesprochen oder hast du im Moment einfach zu viel zu tun und es wird sich noch einige Zeit hinziehen bis man weiter lesen kann. Dann würde ich mich sehr über eine kurze Mail freuen, wenn der Artikel weiter geht.

MfG

Michael Finger
Holztechniker

#2 7 card poker games free world poker tour am 10.10.08 um 09:51

I have admire your unselfishness in taking the time to make this web site.

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