Einträge getagged mit 'Nur ums mal gesagt zu haben' ↓
5. Oktober 2007 — Nur ums mal gesagt zu haben |
Diesen Beitrag drucken
Unter blogmedien.de findet man das quirliges Blog von Horst Müller, Professor für Redaktionspraxis im Fachbereich Medien an der Hochschule Mittweida (FH). Über Abzocke bei Radio-Gewinnspielen und Manipulation in Fernsehsendungen wird hier berichtet, außerdem gibt es einmal im Monat BlogmedienTV, eine kleine Fernsehsendung ein kleines Magazin in Form eines Videos.
blogmedienTV berichtet – wie blogmedien.de – über Höhe- und Tiefpunkte aus Print, Radio, TV und Online, nur eben in Form eines Videomagazins.
Die aktuelle Ausgabe gibt sich die Überschrift “Fernsehen auf hoher See” und berichtet unter anderem über das Bordfernsehen eines Kreuzfahrtschiffes, ein durchaus interessantes Thema. Ganze sechs der zehn Minuten wird diesem Thema gewidmet, ausgiebig werden Bilder vom Schiff und seinen Einrichtungen gezeigt und nebenbei 17 mal “AIDA” in Form von “AIDA”, “AIDAdiva”, “AIDA TV” oder “AIDA Cruises” erwähnt. Mir kam diese Häufung spanisch vor, vor allem, weil kein einziges Konkurrenzunternehmen von “AIDA Cruises” genannt wurde. Den Beitrag kann man sich auf blogmedien ansehen.
Ich habe per eMail nachgehakt und Professor Müller hat promt geantwortet:
- Finanziert sich BlogmedienTV alleine über die Werbebanner im Blog?
Professor Horst Müller: Das wäre schön, wenn sich das so finanzieren ließe
. Nein , blogmedien ist ausschließlich ein recht zeitaufwendiges Hobby, das wir selbst finanzieren. Die Google-Ads tragen nicht allzuviel zur Finanzierung bei – wie jeder Google-Partner weiß.
- Wieviel Zeit investieren Sie in etwa in die Produktion einer Sendung?
Professor Horst Müller: Abgesehen von der Zeit für Aufnahmen und Interviews, je nach Sendung und Thema 1-2 Tage für die Texte und Endproduktion.
- Wurde BlogmedienTV für den Bericht in “BlogmedienTV 18″ von AIDA Cruises finanziell oder personell unterstützt?
Professor Horst Müller: Nein. Wir haben das eher nach dem Motto eines Ihrer Blogthemen realisiert: “Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen.” Es hat einfach Spass gemacht, hinter die Kulissen der aufwendigen Medien- und Unterhaltungsmaschinerie der AIDAdiva zu schauen. Allerdings hatten wir vor Reiseantritt bei der Pressestelle von AIDA Cruises um Erlaubnis gebeten, Interviews an Bord führen zu dürfen und die Erlaubnis auch bekommen.
- Warum wurde in “BlogmedienTV 18″ 17 mal AIDA, AIDAdiva, AIDA TV oder AIDA Cruises erwähnt, aber kein einziges mal ein Konkurrenzunternehmen?
Professor Horst Müller: Weil wir ausschließlich die Macher von AIDA-TV bei der Arbeit beobachtet und mit ihnen gesprochen haben. Thema ist an sich nicht der Kreuzfahrttourismus, sondern vielmehr die Medien an Bord eines Schiffes. Lediglich zum Einstieg haben wir auf die steigende Nachfrage nach Schiffsreisen verwiesen. Dabei hat der Club-Direktor der AIDAdiva im O-Ton darauf verwiesen, dass sein Unternehmen nicht allein auf dem deutschen Markt ist.
Habe übrigens gerade mal kurz gegoogelt: Schauen Sie doch mal auf einen Artikel aus dem Stern oder Die Welt, die über unterschiedliche Themen zur Aida berichten. Gut und gern kommen Sie auch hier auf zweistellige Nennungen von AIDA ohne Erwähnung von Konkurrenzunternehmen.
- Warum durften in einem Bericht über das Bordfernsehen auf einem Kreuzfahrtschiff folgende Beschreibungen nicht fehlen (Hervorhebung besonderer Textstellen von mir)?
- “Im April dieses Jahres wurde der neueste Luxusliner in den Dienst gestellt. Die AIDA Diva hat über 69.000 Bruttoregistertonnen ist 252 Meter lang und kann rund 2500 Gäste aufnehmen. In den kommenden beiden Jahren werden drei weitere Schiffe dieser Größenordnung vom Stapel laufen.”
Professor Horst Müller: Luxusliner sind ein Synonym für Aida 
Es ist eine Kurzbeschreibung des Schiffes und weiterführende Information.
- “Die Route führte von Palma de Mallorca über Tunis, Malta, Sizilien und Neapel zurück nach Palma.”
Professor Horst Müller: Wenn wir schon Aufnahmen und Interviews von Bord zeigen, wollen die Zuschauer sicherlich auch wissen, wann und wo wir unterwegs waren. Wir haben eben nicht an einem Hafentag mal eben vorbeigeschaut und diese Aussagen getroffen.
- “Neben möglichst attraktiven Reisezielen, gutem Essen und komfortabler Ausstattung,”
Professor Horst Müller: Wären die Reiseziele unattraktiv, das Essen schlecht und die Unterbringung miserabel, würde vermutlich niemand buchen…
” sind für den Erfolg von Kreuzfahrten vor allem reichhaltige Unterhaltungsangebote an Bord Ausschlag gebend.”
Professor Horst Müller: Aus eigener Beobachtung und aus den Reaktionen und Berichten der Urlauber an Bord ist eindeutig zu entnehmen, dass die Shows auf dem Schiff ein wichtiger Pluspunkt für die Buchung der Reise sind.
“Auf der AIDA Diva wurde für die aufwändig produzierten Shows ein Theater installiert, das über drei Schiffdecks reicht und in der Ausstattung an große Showrooms wie in Las Vegas erinnert.”
“Bordradio und auch Bordfernsehen werden schon seit geraumer Zeit auf Kreuzfahrtschiffen angeboten, allerdings selten so professionell gestaltet und vor allem technisch so perfekt ausgestattet, wie auf der AIDAdiva.”
Professor Horst Müller: Wie man meinem “Steckbrief” auf www.blogmedien.de entnehmen kann, war ich früher Abteilungsleiter im Bereich Schiffsverkehr bei TUI und habe seitdem regelmäßig Kontakt zur Branche. Ich kann die technische Ausstattung der Schiffe auf dem deutschen Markt bestens einschätzen. Die Ausstattung auf der DIVA ist in der Tat vom Feinsten. Allein die Bühne des Theatriums ist mehrfach versenkbar. Die Technik, die zum Fernseh- und Boardradio gehört, ermöglicht Liveübertragungen von jedem Punkt des Schiffes. Auch das kann ich bestens einschätzen.
Zunächst möchte ich mich nochmal bei Professor Müller für die promte Beantwortung bedanken, die Fragen waren ja nicht unbedingt höflich formuliert und eine Antwort darum nicht selbstverständlich.
Trotzdem möchte ich dies nicht unkommentiert so stehen lassen, denn die beiden erwähnten Print-Artikel erwähnen den Firmennamen AIDA allerdings zwar häufig, wirken aber insgesamt auf mich nicht werbend.
Der verlinkte Stern-Artikel beschreibt die Schiffstaufe der AIDAdiva und erwähnt als einzige Eigenschaft des Schiffes den Baupreis. Die Fotostrecke und deren Bildunterschriften sind da allerdings von ganz anderem Charakter.
Der Artikel der WELT erwähnt zusätzlich auch bloß einen Teil der Lebensmittelvorräte:
“137.000 Eier, 40.500 Kilogramm Ananas, 94.000 Liter Fassbier und 5800 Hummer”
Alles in allem möchte ich sagen, dass mich Professor Müllers Aussage es sei kein Geld geflossen beruhigt, ich mir von einem Lehrenden an einer Hochschule, der Vorlesungen wie “Journalistische Grundlagen” liest, mehr Sensibilität in Hinsicht auf einen eventuell werblichen Eindruck beim Zuseher erwarten würde.

1. Oktober 2007 — Nur ums mal gesagt zu haben |
Diesen Beitrag drucken
An und für sich war ich bisher mit der Kantine hier im Gebäude ganz zufrieden. Jeden Mittag gibt es etwas warmes zu Essen, man kann wählen zwischen zwei täglich wechselnden Gerichten (eines mit Fleisch, eines vegetarisch), konstanten Fettbomben (Pommes, Schnitzel mit Pommes, Fleischpflanzerl mit Pommes) und einer großen Auswahl Sandwiches (oder Schnitzelsemmel bzw Fleischpflanzerlsemmel).
Ach ja, für die nicht-Bayern: Semmel = Brötchen, Fleischpflanzerl = Bulette bzw Fleischklopps.
Zu den Pommes-Gerichten gibts als Soßen Ketchup oder Mayo, wobei ich von der Mayo nichts probieren wollen würde, Salmonellen lassen grüßen…
Yack!
27. September 2007 — Nur ums mal gesagt zu haben |
Diesen Beitrag drucken
Und das gilt selbst für den Visa-Abholer…
Wie ich bereits erwähnte werden meine Eltern mit einem befreundeten Ehepaar und mit einer meiner Tanten und deren Mann für fünf Wochen nach Nepal fahren. Fünf Wochen Wandern und Bergsteigen, abseits jeder Strom- oder Telefonleitung, quer durchs Himalaya. Das wird sicher ein großes Abenteuer, wäre aber absolut nix für mich. Ich bekomm ja schon nen Rappel, wenn ich mal wenige Tage nicht ins Netz komm, fünf Wochen sind da undenkbar…
Vor dem “Urlaub” (wetten, dass die kaputter zurück kommen, als sie losgefahren sind?) steht aber der Papierkram. Ich bin also Dienstag zum nepalesischen Konsulat losgetigert und war dann baff, wie das ablief. Eine “normale” Anwaltskanzlei, 5 Minuten warten, 10 Minuten dem Honorarkonsul zugucken, wie er den Papierkram der vier durch mich beantragten Visa durchsieht, 5 Minuten für das Eintragen der Visa in die Reisepässe und schon war ich wieder raus. Hat allerdings auch 40 Euro pro Visa gekostet, aber bei der Geschwindigkeit werde ich mich nicht beschweren. Ein Auto bei der Kfz-Stelle anzumelden kostet locker das doppelte oder dreifache und man muss Ewigkeiten im Wartesaal verbringen…
An der Tram-Haltestelle fragte mich dann eine ältere Dame (ca 65-75 Jahre alt) über mein Handy aus (“”Hat das ne Uhr? Und nen Wecker? Und wie laut ist der?) und was es ohne Vertrag (“Ich hab ja nur Prepaid”) kosten würde. Bis zu diesem Zeitpunkt ein “relativ” normales Gespräch. Als sie dann aber damit anfing, mir über einen Bericht aus der “New York Times” zu erzählen, den sie am Tag zuvor gelesen habe, in dem beschrieben wurde, wie die Telefonbuchfunktion unser Gehirn verändern würde, da wir uns ja keine Nummern mehr zu merken hätten, fing ich an, mich zu wundern. Als die Trambahn hielt, sprachen wir gerade über das Glenbow Museum in Calgary, Canada und dessen weltberühmte Mineralogische Abteilung (Puuh, Danke Prof Weber-Diefenbach für das Erwähnen dieses Faktums)…
Nicht mal zwei Stationen später war die Trambahnfahrt aber schon vorbei, denn ein BMW und ein Taxi trafen sich zur gemeinsamen Zerstörung einer Ampel. Ob es verletzte gab, weiß ich nicht, allerdings waren die anwesenden Feuerwehler schon interessiert am Zustand des Taxis, also denke ich mal, dass nichts wirklich schlimmes passiert ist.
Die Trambahngleise waren unpassierbar, weshalb der Trabahnführer (Trambahnfahrer?) uns “rauswarf” und ich bis zum Kurfürstenplatz zu Fuß weiter lief. Dabei viel mir (vor einem Trachtenladen…) ein schwarzer (dunkelblauer? Ich habs nicht so mit der Unterscheidung dieser beiden Farben) BMW Z3 auf. Die verchromten Lufteinlässe fand ich ja “oachan” (im Sinne von seltsam und unpassend und nicht im Sinne von Eiche) genug, aber ein “Greenpeace”-Zeichen aber dann definitiv lachhaft.

26. September 2007 — Nur ums mal gesagt zu haben |
Diesen Beitrag drucken
24. September 2007 — Nur ums mal gesagt zu haben |
Diesen Beitrag drucken
- Steuer-Identifikationsnummer verzögert sich: Macht mich nicht traurig, dass sich diese um 3 Monate verzögert, Lebenslange Steuernummer
kommt später (ZDF)
- Bericht über die “Freiheit statt Angst“-Demo in Berlin am Samstag: Ich hatte im Vorfeld nicht darüber berichtet, weil ich Ausschreitungen wie in Rostock befürchtete und keinen Leser in den Hexenkessel schicken wollte, Polizeizugriffe bei Demo gegen den Überwachungsstaat (Heise Newsticker)
- Wertvolle Keywords:
secured loans $62.68
consolidate student loans $60.25
find car insurance $58.56
find car insurance $58.56
no closing cost refinance $55.44
no closing cost refinance $55.44
affordable car insurance quote $53.42
consolidate student $52.72
consolidate student $52.72
Die Dollarangabe zeigt, wieviel pro Klick auf eine entsprechende Google AdSense Anzeige an den Webseitenbetreiber ausgeschüttet wird. Abartig, oder? Nach etwas über 10 Klicks wäre mein Monatseinkommen erreicht…
via Google AdSense: Mehr als 60$ pro Klick
- MyMuesli bietet einen speziellen Service für “Großkunden” an, nämlich eine “Kleinserien-Produktion“. Ab einer Bestellung von 25 Dosen kann man die Dosen mit Firmenlogo, (personalisierten) Grüßen und/oder einem Weihnachts-Look bestellen.
Da ich nicht auf 25 Dosen komme, bestelle ich diese Woche erstmal ohne Versandkosten, denn mit der Eingabe des Gutscheincodes
MYMUESLI-FOR-FRIENDS lassen sich bis Freitag Bestellungen ohne die 3,90 Euro (bzw 4,90 Euro für Österreich) tätigen. Ich habe allerdings zusätzlich den Vorteil, 35 Euro in Gutscheinen vor mir liegen zu haben und damit nach Herzenslust mixen zu können. 20 Euro kommen von den zwei 10 Euro-Gutscheinen für Steffi und mich vom Bloggertreffen und 15 Euro habe ich mir im Packstation-Cup verdient…
22. September 2007 — Nur ums mal gesagt zu haben |
Diesen Beitrag drucken
Boah, ich flipp hier aus. Echt jetzt. Ich sitze an einem 3/4 Jahr alten iMac 20 Zoll, der rund 1700 Euro gekostet hat und diese Krankheit von imperialistischem Afrikatouristen HTML-Anzeigeteil, dass sich Safari nennt stürzt beständig ab, sobald ich auch nur in die Nähe von 20 – 25 geöffneten Tabs komme und natürlich gibt es keine Sessionwiederherstellung. Was will ich mit so einem Kack-Programm, bei dem ich nicht einmal zu jedem beliebigen Zeitpunkt einen Link in einem neuen Tab statt einem neuen Fenster öffnen kann? Was bringen mir 20 Zoll und eine 1920er Auflösung, wenn ich den Browser nicht auf Bildschirmfüllend stellen kann? Bei jeder Webseite darf ich erneut auf den “+” Button links oben klicken und bekomme einen netten resize auf die Breite der Webseite. Danke dafür. Nach einem Besuch auf der Blogbar, optimiert auf eine 800er Auflösung darf ich bei Basicthinking wieder auf “+” klicken, damit dat Ding auf 1024 aufzieht. Scheißteil!
Dazu kommt dann noch nie lustige Math Comment Spam Problematik. Hat sich schon mal jemand gewundert, warum so wenige Macuser in nicht-Mac-Blogs kommentieren? Dürfte daran liegen, dass Mac-User nicht das richtige Ergebnis für die Matheaufgabe eintippen können, weil der Safari anscheinend die Antwort verstümmelt.
Scheiß Apple Designfuzziklickibuntikindergartenkram zeug. Fuck! Warum hab ich das Laptop nicht mitgeschleppt?
21. September 2007 — Nur ums mal gesagt zu haben |
Diesen Beitrag drucken
Diese Frage wirft Sofamagnet wirft in einem Kommentar zu 47.000 Herzinfarkte pro Jahr weniger auf.
Wie schön, daß Spiegel-Online in die Zukunft schauen kann. Egal, wieviele Menschen im nächsten Jahr an Herzinfarkt sterben werden – ohne das Rauchverbot wären es 47.000 mehr.
Wo fängt Manipulation eigentlich an?
Manipulation fängt da an, wo der Mensch anfängt unvernünftiges zu tun, denn wenn es unvernünftig ist, muss er wohl manipuliert worden sein, um zu dieser Tat überredet worden zu sein.
Im Marlboro-Country wird der Duft der großen weiten Welt vom HB-Männchen in kleine Stäbchen gepresst
Rauchen kann man nun wirklich nicht als vernünftig bezeichnen, denn was soll schon daran vernünftig sein, kleingeschnittene, getrocknete Blätter so zu verbrennen, dass sie möglichst viel Rauch erzeugen, schliesslich gibt es genügend Müllverbrennungsanlagen, die darauf optimiert worden sind zerkleinertes, getrocknetes Material möglichst ohne Qualm zu verbrennen. Demnach ist Rauchen unvernünftig und es bedurfte Manipulation, den Menschen zu eben diesem zu verleiten. Diese Manipulation nennt man Werbung, bevorzugt damit, dass im Marlboro-Country der Duft der großen weiten Welt vom HB-Männchen in kleine Stäbchen gepresst wurde, welche sich wiederum nur zu 19t (ich dachte elf Freunde sollt ihr sein? Seltsam) wohl fühlen. Opfer dieser Manipulation werden fast immer süchtig und man kann sie an dem trockenen Husten, den gelben Fingern und dem stets griffbereiten Feuerzeug erkennen.
Diese Opfer zumindest zeitweilig von dem Zwang (und der Möglichkeit) ihrer Sucht zu fröhnen (fröhnen kommt von Frohndienst) zu befreien, ist die Aufgabe des Gesetzes, das Du als Rauchverbot bezeichnest. Aufgrund des Qualms der beim Rauchen vorherrschenden Verbrennung werden nämlich nicht nur die Süchtigen gesundheitlich geschädigt, sondern auch die unschuldigen und vergifteten Passivraucher.
Man kann sich nun vortrefflich darüber streiten, ob die Zahl 47.000 exakt so eintreffen wird, dass aber die Zahl der Herzinfarktopfer sinken wird bezweifelt wohl niemand ernsthaft. Ob das nennen einer konkreten Zahl nun Manipulation ist, ist wie bei der Werbung, von Person zu Person anders zu bewerten. Diejenigen, die an diese Zahl in exakt dieser Höhe glauben, mögen sich manipuliert sehen und sind vermutlich auch Opfer der Manipulationsversuche der Zigarettenindustrie. Der große Rest aber liest den SPON-Artikel genau und wird in dem Satz mit der Zahl 47.000 folgendes feststellen (Hervorhebungen von mir):
Wenn deutsche Herzen auf Zigarettenrauch ebenso reagieren wie schottische, dann müsste das Rauchverbot, sobald es bundesweit im Januar 2008 in Kraft tritt, auf einen Schlag bis zu 47.000 Herzinfarkte vermeiden helfen.
Das erste Wort des Satzes ist das Wort “Wenn” und das nach dem ersten Komma “dann” und “wenn das Wörtchen wenn nicht wär’, dann wäre ich ein Millionär”, denn “Wenn … dann” drückt aus, dass der nach dem “dann” folgende Satzteil nur zutrifft, falls der sogenannte “Wenn-Teil” eintritt. Wenn also deutsche Herzen reagieren wie schottische, dann lässt sich aus den schottischen Zahlen extrapolieren, dass 47.000 weniger Herzinfarkte eine mögliche Folge wären. Extrapolationen haben aber immer den Nachteil, dass sie davon ausgehen, das sich die Veränderungen linear zu dem im beobachteten Verhalten verhalten. Natürlich ist es aber möglich und durchaus wahrscheinlich, dass das tatsächliche Ergebnis von der Extrapolation abweicht, wenn auch ein grundlegend verschiedenes Ergebnis unwahrscheinlich ist.
Wir können uns also darauf einigen, dass die von mir gewählte Überschrift “47.000 Herzinfarkte pro Jahr weniger” manipulativ war, allerdings keine gesundheitlichen Folgen für unschuldige nicht-Leser hat und somit auch nicht beanstandet werden muss. Allerdings kann noch so ein gedrechselter Satz durchaus Schäden an meiner geistigen Gesundheit hervorrufen, weshalb ich mich an dieser Stelle verabschiede und mich dem Bett schnarchenderweise zuwende.
