Einträge getagged mit 'Die Welt wie sie sich dreht' ↓

Präambel – Was ist das?

Der Begriff der Präambel, […] bezeichnet heute eine meist feierliche, in gehobener Sprache abgefasste Erklärung am Anfang einer Urkunde, insbesondere einer Verfassung oder eines völkerrechtlichen Vertrages. Es lässt sich allgemein sagen, dass moderne Präambeln der Darstellung von Motiven, Absichten, Zwecken durch ihre Urheber dienen und den jeweiligen „Basiskonsens“ wiedergeben.

So beschreibt die Wikipedia Präambeln. Die Präambel der BRD habe ich heute bereits zitiert, doch wie sehen Präambeln anderer Staaten aus?

  • Österreich: Hat keine, zumindest beginnt die vom Österreichischen Bundeskanzleramt verlinkte Bundesverfassung Österreichs mit keiner.
  • Schweiz:

    Im Namen Gottes des Allmächtigen!
    Das Schweizervolk und die Kantone,
    in der Verantwortung gegenüber der Schöpfung,
    im Bestreben, den Bund zu erneuern, um Freiheit und Demokratie, Unabhängigkeit und Frieden in Solidarität und Offenheit gegenüber der Welt zu stärken,
    im Willen, in gegenseitiger Rücksichtnahme und Achtung ihre Vielfalt in der Einheit zu leben,
    im Bewusstsein der gemeinsamen Errungenschaften und der Verantwortung gegenüber den künftigen Generationen,
    gewiss, dass frei nur ist, wer seine Freiheit gebraucht, und dass die Stärke des Volkes sich misst am Wohl der Schwachen,
    geben sich folgende Verfassung:

    Das ist doch mal ein Wort, oder? Da weiß man nach der Präambel schon, dass die Schweiz föderal, demokratisch, bündnisneutral (keine NATO- oder EU-Mitgliedschaft), gottesfürchtig (christlich, könnte aber auch jüdisch oder moslemisch sein) und sozial ist und dem Umweltschutz einen sehr hohen Wert zumisst.

  • Europäische Union (Verfassungsentwurf): Beginnt mit der Aufzählung der Staatsoberhäupter der EU-Mitgliedsstaaten („SEINE MAJESTÄT DER KÖNIG DER BELGIER“ sind die ersten sechs Worte)

    SCHÖPFEND aus dem kulturellen, religiösen und humanistischen Erbe Europas, aus dem sich die
    unverletzlichen und unveräußerlichen Rechte des Menschen sowie Freiheit, Demokratie, Gleichheit
    und Rechtsstaatlichkeit als universelle Werte entwickelt haben,
    IN DER ÜBERZEUGUNG, dass ein nach schmerzlichen Erfahrungen nunmehr geeintes Europa auf dem
    Weg der Zivilisation, des Fortschritts und des Wohlstands zum Wohl aller seiner Bewohner, auch der
    Schwächsten und der Ärmsten, weiter voranschreiten will, dass es ein Kontinent bleiben will, der
    offen ist für Kultur, Wissen und sozialen Fortschritt, dass es Demokratie und Transparenz als
    Grundlage seines öffentlichen Lebens stärken und auf Frieden, Gerechtigkeit und Solidarität in der
    Welt hinwirken will,
    IN DER GEWISSHEIT, dass die Völker Europas, stolz auf ihre nationale Identität und Geschichte,
    entschlossen sind, die alten Gegensätze zu überwinden und immer enger vereint ihr Schicksal
    gemeinsam zu gestalten,
    IN DER GEWISSHEIT, dass Europa, „in Vielfalt geeint“, ihnen die besten Möglichkeiten bietet, unter
    Wahrung der Rechte des Einzelnen und im Bewusstsein ihrer Verantwortung gegenüber den
    künftigen Generationen und der Erde dieses große Unterfangen fortzusetzen, das einen Raum
    eröffnet, in dem sich die Hoffnung der Menschen entfalten kann,
    ENTSCHLOSSEN, das Werk, das im Rahmen der Verträge zur Gründung der Europäischen
    Gemeinschaften und des Vertrags über die Europäische Union geschaffen wurde, unter Wahrung
    der Kontinuität des gemeinschaftlichen Besitzstands fortzuführen,
    IN WÜRDIGUNG der Leistung der Mitglieder des Europäischen Konvents, die den Entwurf dieser
    Verfassung im Namen der Bürgerinnen und Bürger und der Staaten Europas erarbeitet haben

    Es folgen über sechs Seiten die Staats- und Regierungschefs, die daran rumgedoktert haben und endet mit:

    DIESE SIND nach Austausch ihrer in guter und gehöriger Form befundenen Vollmachten wie folgt
    ÜBEREINGEKOMMEN:

    Ein einziger, großer, Kompromissbrei, aufgefüllt mit persönlicher Eitelkeit der unterzeichnenden Politiker.

„Monochromatischer Bildschirm“ oder auch „Translated by Babelfish“

Zitat aus einem Artikel des derStandard.at/Web

Dies würde beweisen, dass er eigentlich vor einem monochromatischen Bildschirm sitzt.
[…]
Erneut war ein Lichtschleier rund um Al-Zawahiri zu sehen, der beweist, dass er auch hier wieder vor einem monochromatischen Bildschirm saß.

Was bitte ist ein monochromatischer Bildschirm? Ein Schwarz-Weiß Bildschirm? Ein Grün-Bildschirm aus den 80er Jahren? Und was ist ein Lichtschleier?
In dem Artikel geht es um Verfälschungen von Videobildern. Geht es hier um Blue- bzw Greenscreen-Verfahren?
Der Standard gibt eine Quelle (news.com) an, mal sehen was dort steht:

…that suggests that he was likely sitting in front of a monochromatic screen.
[…]
Again, a halo around al-Zawahiri suggests that he was shot in front of a monochromatic screen and pasted into a new background.

Na wer sagts denn, nix mit „monochromatischen Bildschirm“ sondern ein einfarbiger Hintergrund, möglicherweise ein Schirm ist gemeint. Bravo Babelfish!

Was aber hat es sich mit dem Lichtschleier bzw Halo auf sich?

News.com gibt keine Quelle an, hier steht man also in einer Sackgasse. Das Schnüffelblog, über das ich auf das Thema gestoßen bin, gibt neben dem Standard auch Radio Utopie als Quelle an und dort stößt man auf ein PDF mit der ursprünglichen Powerpoint-Präsentation von Neal Krawetz. Dort findet man keinen Hinweis auf das Wort „Halo“, dafür aber eine interessante Erklärung, wie man aus Standbildern von Videoaufnahmen herausfinden kann, was alles an dem Video Manipuliert wurde. In einem Abschnitt über ein Al-Quaida Video mit Al-Zawahiri erfährt man, dass mittels des „chroma key“ feststellbar ist, dass Al-Zawahiri aus dem originalen Video aus- und in ein anderes hineingeschnitten wurde. Aber das kennen wir ja von unseren Nachrichtensprechern im TV.
Chroma key“ wird im deutschen laut Wikipedia als Farbstanze bezeichnet:

Der Begriff Farbstanze oder englisch Chroma Key bezeichnet beim Farbfernsehen ein Verfahren, bei dem ein bestimmter Chroma-Wert durch ein anderes Bild ersetzt wird. Die Bildteile mit entsprechender Farbe werden gleichsam durchsichtig. Chromakeying wird hauptsächlich für die Bluescreen-Technik eingesetzt.

Somit ist von Lichtschleier oder ähnlichem keine Rede mehr, aber welcher Redakteur hat schon die Zeit die Quellen eines Textes zu recherchieren, viel einfacher ist es doch, eine Englische Quelle per Babelfish zu übersetzen…

Le Tour auf SAT1 – So schnell kanns gehen

Tja, gestern beschlossen ARD und ZDF den Zwergenaufstand, heute schon sendet SAT1 die Tour de France.

Stolz berichtet das ZDF, was Zeitungen aus ganz Europa über die Unterbrechung der Übertragung schreiben:

„Schwarzer Bildschirm in Deutschland“
Reaktionen auf den Sendeausstieg von ARD und ZDF

(Quelle: ZDF.de)

Soweit, dass der Bildschirm schwarz wird, sind wir aber noch nicht. ARD und ZDF senden statt der Tour nun „Sturm der Liebe“ und der Radsportfan wählt zwischen SAT1 und Eurosport, wo er seine Helden fahren sieht.

Wie heißt diese Rubrik bei Frontal21 des ZDF so passend? TOLL !!!

ARD und ZDF steigen aus der Tour-Berichterstattung aus

ES KOTZT MICH AN!!!!!

Patrick Sinkewitz, Fahrer des T-Mobile-Teams und am Sonntag nach einem schweren Sturz aus der Tour ausgestiegen, wurde positiv auf Doping getestet. Heute wurde das Testergebnis der A-Probe vom 8.Juni veröffentlicht und damit bekannt, dass Patrick einen Testosteron-Wert von 24:1 statt erlaubten 4:1 hatte. Dies ist der erste, während der diesjährigen Tour veröffentlichte Dopingfall.

Soweit, so schlecht. Bestätigt sich das Testergebnis in der B-Probe oder verlangt Patrick Sinkewitz das Testen der B-Probe nicht, wird aus seinem Radsportteam gefeuert, aus dem Deutschen Radsportbund ausgeschlossen und er muss eine Strafe in Höhe seines diesjährigen Gehalts von geschätzten 500.000 Euro zahlen. Eine Sperre von 2 Jahren würde ihn auch erwarten und, falls in zwei Jahren der Ehrenkodex der Profiteams noch gilt, dürfte er auch nach der Sperre keinen Job als Radprofi bekommen.

Dieser Dopingfall hat aber über das persönliche Schicksal des Fahrers hinaus noch weitere Folgen. Mittelfristig wird sich T-Mobile überlegen ob sie ihr Sponsoring im Radsport aufrecht erhalten werden. Zusätzlich erdreisten sich ARD und ZDF ihre Tour-Berichterstattung fürs erste einzustellen. Thomas Knüwer beklagt, dass die Berichterstattung überhaupt begonnen hat und der Ausstieg nun aus fadenscheinigen Gründen erfolgt sei.

Ich beklage etwas anderes: WIE KOMMEN ARD UND ZDF DARAUF, SICH SO WICHTIG ZU NEHMEN?

ARD und ZDF sind Journalisten. Journalisten haben das Event zu berichten und nicht darüber, warum sie nun ausgestiegen sind. Ich bezahle meine GEZ Gebühr und habe nun ein Anrecht darauf, dass ARD und ZDF aus den geleisteten Lizenzzahlungen für die Übertragungsrechte etwas sinnvolles machen und nicht, dass sich die Reporter nun hinstellen und dafür gefeiert werden wollen, wie Konsequent es doch sei, dass sie ihre Ankündigung des Ausstiegs für den Fall eines Dopingfalles wahr machen.

Es interessiert mich nicht die Bohne, ob ARD und ZDF Doping gut, schlecht, förderungswürdig oder nicht ansehen.
Journalisten haben neutral zu sein, darum sollen sie über Doping berichten, aber auch über den Sport, der weiter betrieben wird.
Das einzige, was das Übertragungsende von ARD und ZDF bewirkt ist doch, dass die Zuschauer die Fernbedienung in die Hand nehmen, einmal laut seufzen, ARD und ZDF den Stinkefinger zeigen und auf Eurosport umschalten, um sich in aller Ruhe die Tour anzusehen.
Und wir werden ja sehen, ob in Zukunft nicht gleich der Privatsender geguckt wird, auch falls ARD und ZDF wieder berichten sollten!!!

BTW: „Sturm der Liebe“, das jetzt als Ersatzprogramm für die Tour auf ARD gesendet wird, ist auch nicht unbedingt das, was sich Jugendliche und Sportler zum Vorbild nehmen sollten.

SAUBANDE!!!

Das Grundgesetz – Schwarz auf Weiß

Fast immer, wenn man heutzutage von Schäuble spricht oder über ihn liest, fällt im Zusammenhang die Worte „Grundgesetz“ oder „Änderungen am Grundgesetz„.

Das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland (GG) als Verfassung des deutschen Staates ist die rechtliche und politische Grundordnung der Bundesrepublik Deutschland. Besondere Bedeutung haben aufgrund der Erfahrungen mit dem Nationalsozialismus die im Grundgesetz verankerten Grundrechte. Sie binden die Staatsgewalt als unmittelbar geltendes Recht (Art. 1). Das Bundesverfassungsgericht bewahrt als unabhängiges Verfassungsorgan die Funktion der Grundrechte, das politische und staatsorganisatorische System und entwickelt sie weiter.

(Quelle:Wiki)

Da unser ganzes Gemeinwesen innerhalb der Regeln des Grundgesetzes abläuft, bekommt man im Laufe seiner Schullaufbahn im Rahmen des Sozialkundeunterrichts eine Version des Grundgesetzes ausgehändigt. Zumindest war das bei mir in Bayern im Jahre 1994 so. Ob solch ketzerische Werke heutzutage noch gelehrt werden, weiß ich leider nicht. Wie dem auch sei, das Buch heißt „Verfassung des Freistaates Bayern“ und in der Zweitüberschrift „Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland“. Ich muss zugeben, dass meine Ausgabe zwar abgegriffen, aber noch viel zu gut in Schuss ist für ein Buch, in dem man regelmäßig Blättern und am besten immer Griffbereit unter dem Kopfkissen haben sollte.

Via DonAlphonso bin ich auf einen Blogeintrag von Sven Scholz gestoßen, in dem Sven darauf hinweist, dass man eine aktuelle Ausgabe des Grundgesetzes kostenfrei bei der Bundestagsverwaltung bestellen kann.
Sven hat drei Ausgaben bestellt, eine fürs Bücherregal, eine um sie an einem sicheren Platz aufzuheben um sie später mal seinen Enkeln zeigen zu können und eine dritte Ausgabe, um sie dem Innenminister und Verfassungsminister zuzuschicken, da dieser anscheinend keines Vorliegen hat. Ich finde diese Idee gar nicht mal so schlecht, denn wenn genügen Ausgaben bei ihm ankommen, wird er ja vielleicht von dem Bücherturm erschl… vernünftig.

Also bestellt euch eure Ausgabe des aktuellen, freiheitlichen Grundgesetzes.

[Nachtrag 23:00]
Die Idee scheint in der Blogosphäre gut anzukommen, jedenfalls gibt es schon eine ganze Reihe an Teilnehmern. Von Roman Möller hab ich mir mal die postalgische Adresse des Schnüffelministers ausgeliehen:
Herr Wolfgang Schäuble
Bundesministerium des Innern
Alt-Moabit 101
10559 Berlin

Atomkraftwerke und der Koch

Hach, ist die Welt nicht schön? Über blüht und gedeiht es, seien es nun Blumen, die Korruption oder Baufirmen, die nach „Sicherheitspannen“ in Atomkraftwerken Trafohäusschen bauen…

Tun wir mal so, als seien wir dumm und vergesslich, so richtig dumm und vergeßlich. So dumm und vergesslich wie Roland Koch zum Beispiel. Dann, ja dann könnte man sich 1 1/2 Wochen nach zwei aufgefallenen und einer beinahe vertuschten „Sicherheitspanne“ hinstellen und fordern:

Unser hoher Kerntechnik-Stand in Deutschland macht es möglich, dass wir unsere jetzigen Kraftwerke noch eine ganze Weile weiter laufen lassen können

(Quelle: ZDFHeute)

Aber so dumm und vergesslich wie Roland Koch sind wir nicht.

Wie aber kommt es, dass ich einen examinierten Juristen als dumm und vergesslich bezeichne? Nun, vergesslich ist der wehrte Herr Koch, weil er gerne mal Erinnerungslücken hat, vor allem wenn es in Untersuchungsausschüssen darum geht, ob er sich selbst korrekt verhalten hat, so zB wenn es um die Bestechungsvorwürfe bezüglich der Freien Wähler oder aber um die hessiche CDU-Spendenaffäre.
Warum nun schimpfe ich aber den Herrn Koch für dumm? Nun, wie sonst soll man einen Befürworter der Atomkraft zur Energiegewinnung nennen? Ignorant? Gutgläubig? Uninformiert? Herr Koch ist in der CDU, daher liegt es nahe, dass er ein Ignorant und ein gläubiger Christ, also gutgläubig ist. Uninformiert möchte ich den Herrn Koch aber nicht nennen, denn sicher ist er sich der Gefahren der Atomkraft bewusst und sicher weiß er auch, dass es weltweit kein sicheres Atommüll-Endlager gibt. Also bleibt nichts anderes, als ihn „dumm“ zu schimpfen, wenn er sich hinstellt und sagt:

Erst Anfang des nächsten Jahrzehnts müssen wir entscheiden, ob wir wirklich glauben, so viel klüger zu sein als Japan, Russland, China, Großbritannien und andere und als einziger G-8-Staat auf neue Kernkraftwerke ganz verzichten

(Quelle: ZDFHeute)

Nebeneinkünfte der Bundestagsabgeordneten offengelegt [Updated]

Das Gesetz über die Offenlegung der Nebeneinkünfte der Bundestagsabgeordneten gilt ja schon länger, bis gestern aber waren diese Nebeneinkünfte nicht offengelegt. Der Grund dafür war eine Verfassungsklage, die gestern abschlägig beschieden wurde.
Seit heute also sind die Daten verfügbar und was zeigt sich schon nach dem ersten durchsehen? Dass eine Dame Namens Angela Merkel monatlich über 7000 Euro für einen Nebenjob bekommt. Schimpft sich „Bundeskanzlerin, Berlin, monatlich, Stufe 3“.
Abgesehen davon kann man erkennen, wie ernst manche Fraktionen ihren Job als Abgeordnete nehmen. Von den 51 Abgeordneten der Grünen haben gerade mal drei seit 2005 einen veröffentlichungspflichtigen Nebenjob, nämlich:

  • Jerzy Montag (Anwaltstätigkeit, 2005 einmalig zwischen 3500 und 7000 Euro und 2006 einmalig zwischen 1000 und 3500 Euro)

  • Omid Nouripour
    (Buchhonorar, 2006 einmalig zwischen 1000 und 3500 Euro)
  • Christine Scheel (Autorenhonorar für den Springer-Verlag, 2005 einmalig zwischen 1000 und 3500 Euro)

Friedrich Merz von der CDU hat alleine 8 Nebenjobs, bei denen er jährlich jeweils über 7000 10.000 Euro kassiert… Alleine diese „Nebeneinkünfte“ sorgen dafür, dass er mehr verdient als der Durchschnittsbürger. Seine Abgeordnetendiäten von 7000 steuerfreien steuerpflichtig Euro monatlich kommen da noch dazu…
Wenn ich davon ausgehe, dass der Herr Merz pro Stunde 100 Euro wert ist und er jeweils „nur“ 7000 10.000 Euro bekommen hat, dann würde das bedeuten, dass er für seine „Nebeneinkünfte“ 14 20 40-Stundenwochen pro Jahr aufwendet…
Wer diesen Herrn gewählt hat, sollte sich überlegen, ob er einer Partei, die so etwas zulässt, noch einmal seine Stimme geben will!

Um selbst nachzuforschen, wieviel die Abgeordneten eurer Wahlkreise „nebenher“ noch verdienen, sucht sie einfach im Abgeordnetenverzeichnis des Bundestags.

[Nachtrag]
Zwei Dinge, die ich in meinem Eifer übersehen habe und auf die ich dankenswerterweise in den Kommentaren hingewiesen wurde.

Zum einen sind die Abgeordneten Diäten natürlich steuerpflichtig. Mea culpa. Danke Starkiller
Zum zweiten liegt die Grenze für jährliche Summen bei 10.000 und nicht bei 7.000 Euro. Danke Farlion

Zu den verschiedenen Einkommensarten (einmalig, monatlich, jährlich) ist leider zu sagen, dass die Veröffentlichungsregeln leider ziemlich kompliziert geraten sind.
Monatlich bedeutet, dass die veröffentlichungspflichtige Grenze von 1000 Euro je Monat überschritten wurde, d.h. über einen längeren Zeitraum wurden dem Abgeordneten jeden Monat über 1000 Euro überwiesen.
Jährlich bedeutet, dass dem Abgeordneten über einen längeren Zeitraum regelmässig Beträge von unter 1000 Euro überwiesen wurden, sie in der Summe eines Jahres aber über 10.000 und unter 12.000 Euro liegen. In diese Kategorie fallen also monatliche Einkommen zwischen 834 und 999 Euro. Bei über 999 Euro würden sie also monatlich ausgewiesen, bei unter 834 Euro einfach unter den Tisch fallen.
Einmalig bedeutet, dass die Einnahme nicht regelmässig erfolgt, sondern eben einmalig und über 1000 Euro lag.

Wenn ich nun einem Abgeordneten jeden Monat 833 Euro überweise, dann würde das nicht veröffentlicht. Auch dann nicht, wenn dies 20 Leute täten. Die aktuelle Veröffentlichungspflicht ist in ihrer Aussagekraft also nur sehr beschränkt.

Was man aber erkennen kann, ist zum einen, dass manche Politiker (Merz mit 8 * mindestens 10.000 Euro im Jahr) anscheinend noch viel Zeit neben ihrem Abgeordneten Mandat haben.

Man verstehe mich nicht falsch. Politiker sind sehr einflussreiche Personen, die sehr weitreichende Entscheidungen fällen, weshalb im Bundestag möglichst die besten Köpfe zu finden sein sollten. Diese besten Köpfe müssen auch angemessen bezahlt werden und deshalb muss ihr Einkommen auch mit dem in der freien Wirtschaft bezahlten Schritt halten. Was aber nicht angehen kann ist, dass die Politiker neben ihrem Einkommen als Politiker noch zig zehntausende Euro erarbeiten (davon ausgehend, dass diese Abgeordneten für dieses Geld auch etwas produktives tun und nicht einfach politische Entscheidungen danach ausrichten).
Ich möchte kein Politiker sein. Die Unmengen an Gesetzestexten die für jede Sitzungswoche durchzuackern sind, dazu noch die Arbeit in den Ausschüssen, Treffen mit Lobbyisten, der Presse und der Arbeit im Wahlkreis. Das ist verdammt viel Arbeit. Aber niemand kann mir erklären, wie es da möglich sein soll, in 8 Aufsichtsräten oder Beiräten zu sitzen und dort auch noch ordentlich zu arbeiten. Der Tag hat nur 24 Stunden.