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Malen nach Zahlen – Die Steuer-Identifikationsnummer

Es ist soweit, Halleluja!

Endlich, endlich, endlich. Endlich hat dieses bescheuerte rumgetue mit Wörtern ein Ende. Endlich keine Namen mehr merken, keine Probleme mit der Schreibweise. Einfach digitalisierbar, eindeutig und vor allem Strichcode-tauglich!

“Namen sind Schall und Rauch”, das wusste schon der Geheimrat Johann Wolfgang von Goethe. Genau dieser Wolfgang, der uns auch das Urheberrecht brachte (Quelle) hatte mit diesem Ausspruch mehr über die Zukunft ausgesagt, als er ahnen konnte, denn ab heute beginnt das große Zusammenfassen, das Erheben, Doubletten aussortieren und letztendlich das Nummerieren.

Nur wenig lieben Verwaltungsbeamte mehr als das Nummerieren. Sie nummerieren Formulare, Akten, Vorgänge und ab demnächst auch Menschen.

Von der Wiege bis zur Bahre und sogar darüber hinaus, da gilt die Steuer-Identifikationsnummer. Personalisiert, eindeutig, unveränderlich, 20 Jahre über den Tod hinaus geltend, wird jedem einzelnen von uns Deutschen eine Zahl aufgedrückt. Praktischerweise elf-stellig, damit sie nicht mit einer EAN verwechselt werden kann und trotzdem Strichcode-fähig ist.

Bis gestern Abend hatten die Einwohnermeldeämter Zeit, dem Bundeszentralamt für Steuern ihr Melderegister zu übermitteln. Ab hier ist dann jeder Bürger nur noch eine Nummer. Zu Anfang bekommt jeder nur ein “Bearbeitungsmerkmal”, dann wird aggregiert, Doubletten aussortiert und letztendlich jedem mitgeteilt, auf welche Nummer er in Zukunft zu hören hat.

Offiziell nur für Steuerzwecke wird sicher schon bald dieser andere Wolfgang, der uns auch nur Unheil gebracht hat, seine klammen und steifen langen Finger danach ausstrecken. Aber der will ja nur spielen. Mit unseren Daten. Und darin wühlen. Wundern würde es mich nicht, wenn sich dieser Wolfgang jeden Datensatz einzeln auf eine Münze pressen lässt, nur um darin Baden zu können.

Nun denn, auf auf in die neue Zeit. Die Zeit in der das Grundgesetz nur noch Schall und Rauch und wir alle nichts weiter als eine Nummer sind.

Zur Information liest man:
Identifikationsnummer für alle Bürger kommt ab Juli (heise newsticker)
Steuer-Identifikationsnummer
Lebenslang dieselbe Nummer

Blogs sind für das ZDF: Shopblogger und Spree-Blog(?!? sic!)

Gerade wollte ich einen Beitrag der Heute-Nachrichten lesen (Akw Krümmel: Trafo-Häuschen in Brand), da ploppt mir ein Popup-Fenster mit einer Umfrage auf. Gefragt wurde, wie ich auf die Seite kam, wie oft ich sie nutze, was ich nutze, etc. Das übliche halt.
Interessant fand ich vor allem die Fragen, welche anderen Nachrichtenportale ich nutze (heise nicht dabei? schämt euch, ZDF!) und welche Web 2.0 Geschichten ich nutze. So auch, ob ich Blogs nutze (ich? Nie!) und als Beispiel wurden Shopblogger und das allseits bekannte Spree-blog (Domain noch nicht vergeben. Hopp hopp, bevor es sich ein SEO oder Domaingrabber holt!) genannt. Nur zur Erinnerung, die Blogcharts ranken Spreeblick auf Platz 3 und den Shopblogger auf Platz 15…

Videos des Tages: Paris Hilton soll brennen und Christian Ströbele hat einen Computer

Der Tag ist noch nicht rum, ich habe bei weitem noch nicht alle meine Feeds gelesen, aber ich glaube nicht, dass die folgenden beiden Videos heute noch getoppt werden können.

Zuerst Paris Hilton. Die ist anscheinend aus dem Gefängnis freigelassen worden und dies soll in einer Nachrichtensendung die Hauptnachricht sein. Aber die Moderatorin verweigert sich, versucht die Nachricht zu verbrennen und als dies nicht gelingt, schreddert sie sie.
Respekt, Mika Brzezinski von MSNBC!


via Thomas Knüwer

Das zweite Video macht mich sehr betroffen. Die Kinderreporter des ARD-Morgenmagazins befragen Politiker ob ihres Internetverhaltens. Es fängt ganz einfach mit der frage an, ob sie einen Computer besitzen und ob sie schon einmal im Internet waren. Christian Ströbele antwortet mit “Ja, leider” und “Ja, ein oder zwei mal”. Dass Ströbele dann nicht weiß, was eine Startseite oder ein Browser ist, ergibt sich von selbst. Das sagen die Kinderreporter ihm dann auch: “Wenn er das nicht weiß, können wir die anderen Fragen ja auch direkt schmeißen.” “Wenn er doch kaum an den Computer geht, sind die anderen Fragen doch eigentlich geschmissen…”
Schäm Dich, Christian! Ich,als Grüner, muss mich für Dich schämen!

Link: sevenload.com
via Thomas Knüwer

[Nachtrag 14:23]
Gut dass zumindest einer genau mitschreibt, Danke Farlion

Facebook – Vom Social Network zum Single-Sign-On-System?

Facebook, US-Amerikanisches Vorbild von StudiVZ, war ursprünglich ein Social Network. Aktuelle, zukünftige und ehemalige Studenten meldeten sich bei Facebook an um Freundeslisten anzulegen und so mit diesen in Kontakt zu bleiben. In ihrem Profil konnten sie über sich erzählen, Bilder hochladen und ähnlichen Krams.
Meiner Meinung nach ziemlich unsexy, erinnert mich an einen Mix aus Geocities, Telefonbuch und Blog, alles jeweils in der Version für DAUs. Wobei ich nicht sagen will, dass die Facebook-Nutzer DAUs sind, aber das System ist so simpel gestrickt, dass auch DAUs zu annehmbaren Ergebnissen kommen.

Facebook hat aber riesigen Erfolg, einen so großen, dass es sogar erfolgreiche Clones gibt, zB das unsägliche StudiVZ.
Vor vier Wochen hat Facebook F8 vorgestellt, eine Schnittstelle über die externe Software in Facebook integriert werden kann. So kann ein Unternehmen zB einen Last.fm ähnlichen Musik-Vorschlage-Dienst entwickeln und in Facebook integrieren. Die dabei generierten Werbeeinnahmen werden von Facebook an das Unternehmen weitergereicht. Nutzt nun ein Facebook-User einen solchen Dienst, dann werden alle Leute aus seiner Freundesliste darüber informiert. Somit wird eine Art virales Marketing erreicht.

Der Witz bei der Geschichte ist nun folgender: Facebook verwaltet die Nutzerdaten von 30 Millionen Nutzern und ermöglicht es externen Unternehmen mit F8 direkt an diese Nutzer heranzutreten. Da die Nutzer bei Facebook registriert sind, können sie diese Services ohne weitere Anmeldung nutzen, da Facebook die nötigen Daten an das externe Unternehmen weiterleitet, bzw den User gegenüber den Unternehmen authentifiziert.

Da klingelt doch was, das hört sich nach der schon alt bekannten, aber nie wirklich erfolgreichen Idee des Single-Sign-On-Systems(SSO-Systeme) an: Der Nutzer registriert sich einmalig bei dem zentralen Dienst und dieser reicht ggf die Nutzerdaten an andere Webseiten weiter, so dass der Nutzer sich dort nicht mehr zusätzlich anmelden muss. Schon seit sieben Jahren spielt Microsoft vergeblich mit der Idee rum(Passport bzw Windows LiveID), AOL, SUN und andere versuchten sich mit der “Liberty Alliance” und auch im OpenSource Lager gibt es mit OpenID einen ähnlich erfolglosen Vertreter dieser Idee.

Warum sind alles diese Konzepte bisher mehr oder weniger groß gescheitert?
Weil sie jeweils keine kritische Nutzeranzahl (weder auf Unternehmens-, noch auf Konsumentenseite) zustande brachten. Desweiteren waren alle SSO-Systeme von mehr oder weniger vertrauensunwürdigen Institutionen gestartet worden.
Bei Facebook ist das nun anders. Die bei Facebook angemeldeten Nutzer nutzten Facebook schon vor dem SSO-System und nutzen dies nun nebenbei mit. 30 Millionen Nutzer sind außerdem eine sehr große Nutzerzahl und alleine schon durch ihre Anmeldung bei Facebook zeigen sie eine gewissen Affinität, sich über Datenschutz keine Gedanken zu machen. Das virale Marketingkonzept via Freundesliste kommt noch verstärkend hinzu.
Angeblich wurden 65 Millionen Webanwendungen in Facebook-Nutzerprofilen eingebunden, fast 2,5 je angemeldetem Nutzer und das in nur vier Wochen. Eine enorme Zahl, va wenn man sich ansieht, dass Anwendungen wie “TopFriends” 7 Millionen bekamen, 7 Millionen mehr, als sie vor vier Wochen besaßen! iLike, der bereits erwähnte Musik-Vorschlage-Service hatte vor F8 300.000 Nutzer über die eigene Webseite und gewann über 4 Millionen neue Nutzer in den vier Wochen F8 hinzu. Kein Wunder, dass Robert bei solchen Zahlen ein feuchtes Höschen bekommt (Wow, 11 Artikel über Facebooks F8 in 33 Tagen…).

Für externe Unternehmen ist Facebook erstmal natürlich unheimlich interessant, denn wo sonst besteht die Möglichkeit so problemlos auf eine solche Nutzerbasis zugreifen zu können? Ich sehe hier aber drei größere Unwägbarkeiten:

  • Momentan ist F8 noch frisch und das Angebot an Applicationen noch halbwegs überschaubar. Wie aber sieht das in ein paar Wochen aus, wenn mehr und mehr Firmen in F8 drängen? Wann ist der Overkill erreicht, bei dem die Nutzer vor lauter “X benutzt jetzt Applikation A” ihre eigentlichen Nachrichten nicht mehr finden?
  • Wie lange wird es dauern, bis Facebook eine Gebühr für die Benutzung von F8 verlangen wird? Ich glaube den Worten des Facebook Gründers Mark Zuckerberg über die Kostenfreiheit von F8 nicht, spätestens wenn Facebook gekauft wird, ist es damit vorbei.
  • Was hindert Facebook daran, erfolgreiche Dienste einfach zu kopieren? Facebook verfügt über die Userdaten, weiß also welcher User welchen Dienst nutzt. Ist der externe Dienst erstmal aus F8 gekickt, so hat er nichts mehr, denn er weiß nicht einmal, wie seine Nutzer hießen…

Die Zukunft wird zeigen, wo der Weg hinführt, ich aber würde es mir sehr, sehr lange überlegen einen Dienst, der über ein paar Tage Entwicklungszeit hinausgeht, über F8 anzubieten.

24/6 Einkaufen im Supermarkt?!?

Das Ladenschlussgesetz ist ein schönes Beispiel für übermäßige Regulierung. Laut Wikipedia war es bis 1891 üblich, dass Geschäfte an sieben Tagen in der Woche von 5 bis 23 Uhr geöffnet hatten. Zuerst wurden nur die Sonntage, schließlich ab 1900 auf die Werktage reguliert.
Letztes Jahr wurde im Rahmen der Föderalismusreform die Gesetzgebungskompetenz an die Länder übertragen, was nun zu dem wundervollen Flickenteppich führt, den wir auch schon in vielen anderen Bereichen zu beklagen haben.

In Bremen trat zum 01.04.07 eine Liberalisierung in Kraft, die von Montag bis Samstag die Öffnungszeiten frei gibt. Der Shopblogger macht nun von dieser Möglichkeit Gebrauch und öffnet ab heute seinen Supermarkt 24 Stunden an sechs Tagen pro Woche.
Es wird spannend zu sehen sein, wie die Ergebnisse sein werden. Solange er der einzige Laden in der Umgebung ist, der Nachts offen hat, werden die Kunden ihm wohl die Bude einrennen. Wenn ich alleine an all die Nachts arbeitenden Menschen denke (Rettungsdienst, Taxi, Feuerwehr), die mobil sind und unregelmäßige Pausenzeiten haben, sehe ich schon Schlangen an des Shopbloggers Kassen stehen…

Wirtschaftlich wird sich das Angebot rentieren, denke ich. In den Nachtstunden werden manche Betriebskosten höher, als am Tage sein, so zB die Strom- (für Licht) und Personalkosten. Andererseits fallen Kosten wie Miete oder Stromkosten (Kühltruhen) weg, da diese Kosten wie bisher Tags abbezahlt werden. Folgende Fragen stellen sich also:

  • Wie hoch ist der Nachtzuschlag des Personals?
  • Wie viel Prozent des Tagesumsatzes verlagern sich in die Nachtstunden?
  • Wie hoch wird der Anteil in den Nachtstunden nach Abzug des kanibalisierten Tagesumsatzes sein?

Die antworten wird uns der Shopblogger aber wohl kaum im Detail geben…

Yahoo, das Web 2.0 und ein Beispiel, wie man es nicht macht

Historisches
In der Frühzeit des Internets, als es noch keine Suchmaschinen gab, fand man auf jeder Webseite eine lange Liste an Links, die der Autor der Webseite empfahl. Zusätzlich hatte jeder Internetnutzer eine lange, lange, lange Liste an Bookmarks in seinem Browser. Neue Webseiten brauchen Wochen bis Monate, bevor sich auch nur ein Nutzer darauf einfand, da URLs mehr oder weniger nur per Werbung und Mund-zu-Mund-Propaganda weiter getragen werden konnten.
Doch dann kam Yahoo. Also ich irgendwann Ende 1995 zum ersten mal Yahoo.com entdeckte, war es für mich wie eine Offenbarung:
Ein Katalog nach Stichworten sortierter Webseiten
Endlich konnte man drauf los surfen und einfach mal gucken, was es in der Welt so gab.

10 Jahre später spielte Yahoo für die meisten Internetnutzer keine Rolle mehr. Yahoo hatte den Anschluss verpasst, Google war das Mittel der Wahl. Yahoo benutzte man nur noch da, wo man es nicht bemerkte, Flickr oder del.icio.us zum Beispiel.

Aktuell
Heute, 12 Jahre nach Gründung, ist Yahoo wieder in aller Munde. Zumindest was die deutsche Blogosphäre angeht. Dafür gibt es drei Gründe:

  • Chinesische Dissidenten und deren Festnahme
  • Adical und die Blutblogger
  • Flickr und die Zensur

Aber der Reihe nach.
Vor fast 5 Jahren wurde Wang Xiaoning in China festgenommen. 2003 wurde er wegen Landesverrat verurteilt. Dem ging voraus, dass Wang 2001 von einem Yahoo E-Mail-Account an eine anonyme Usegroup geschrieben hatte. Yahoo hat dann 2002 die Identität Wangs den chinesischen Behörden bekanntgegeben. Im der Zeit von 2002-2004 hat Yahoo die Identitäten von mindestens drei weiteren Yahoo-Nutzern an die Behörden Chinas geliefert, in allen vier Fällen wurden langjährige Haftstrafen verhängt. Am 18.04.2007 reichte Wang Xiaonings Frau in den USA Klage gegen Yahoo ein.

Adical ist ein recht junger Werbevermarkter aus Deutschland, der sich besonders an die Blogosphäre wendet, aus der Adical auch erwachsen ist. Beiden bisher drei vermarkteten Kampagnen handelt es sich um Cisco, Casio und Yahoo. Insbesondere die Kampagnen von Cisco und Yahoo (seit 11.06.2007) stehen im Sperrfeuer der Kritik, unterstützen beide Firmen doch die chinesische Regierung dabei, den chinesischen Bürgern einen von allen für die chinesische Regierung missliebigen Inhalten gesäubertes Internet anzubieten.

Flickr ist ein 2004 gegründeter mit Social Tagging gepaarter Foto-Sharing-Dienst aus den USA, der Anfang 2005 von Yahoo gekauft wurde. Seit März fordert Flickr seine Nutzer auf, ihre Fotos in eine der drei Kategorien “Safe”, “Moderate” oder “Restricted” einzuordnen, um zu verhindern, dass zB Kinder oder Großmütter (sic!) ihnen unangemessene Inhalte zu sehen bekommen. Dienstag schaltete Flickr weltweit verschiedene Sprachversionen frei, nachdem zuvor der Dienst nur auf Englisch verfügbar war. Im Zuge der Sprachumstellung wurden zahlreiche Veränderungen an Flickr vorgenommen, um es den Gesetzen der Herkunftsländer der Nutzer anzupassen. Dazu wurden die Nutzer anhand der in ihrer Yahoo!ID gespeicherten Informationen sortiert. Für deutsche Nutzer bedeutet das nun, dass sämtliche Bilder die “Moderate” oder “Restricted” eingestuft sind, nicht mehr angezeigt werden. Dabei spielt das Alter der Nutzer keine Rolle und es gibt keine Möglichkeit den eigenen Account umzustellen, um wieder die Freie Bilderwahl zu haben.

Soweit die Ausgangslage. Yahoo unterstützt also Zensur in China und sorgt dort dafür, dass nicht regierungstreue Nutzer weggesperrt werden, schaltete Werbung in der Deutschen Blogosphäre und zensiert anschließend einen gerne genutzten Fotodienst.
Wie blöd kann man eigentlich sein, frage ich die Manager von Yahoo. Wie oft muss man mit dem Kopf gegen die Wand gerannt sein, um in einem Zeitraum, in dem das Firmenimage gerade gewaltig gelitten hat (Anzeige der Ehefrau Wang Xiaonings), zuerst Werbung in der Blogosphäre zu schalten (wo doch jede Adical-Werbekampagne große Kritik hervorruft) und dann den Bloggern auch noch ihre Fotos wegnimmt?
Ich weiß, ich weiß. Yahoo ist ein großes, weltweites Unternehmen. Da müssen die deutschen Manager nichts von der Anzeige in den USA mitbekommen haben. Da müssen die Flickr-Programmierer nicht in Deutschland nachfragen, ob der Zeitpunkt für Zensur gerade passt (abgesehen davon, dass er nie passt). Aber diese Häufung schlechter Publicity ist bemerkenswert und mich würde nicht wundern, wenn da Köpfe rollen werden.

Zukunftsausblick
Die Blogosphäre ist in Aufruhr, Yahoo’s Image angekratzt, aber welche Auswirkungen wird es haben? Das kommt ganz darauf an.
Die Blogosphäre liebt Skandale. Themen, die polarisieren und besonders Themen, bei denen es jemanden ungestraft zu verprügeln gibt, sind gut dazu geeignet, seine eigene Meinung kund zu tun. Also läuft die Blogosphäre heiß, da zum Thema Yahoo jeder etwas sagen kann, jeder hat schon mal Yahoo benutzt und kann darum eigene Erfahrungen mitteilen, warum er Yahoo noch nie leiden konnte bzw warum er Yahoo liebte und nun bitter enttäuscht ist. Aber nicht nur das: Man kann gegen Yahoo sogar aktiv etwas unternehmen!
Yahoo hat bei keinem seiner Dienste ein Alleinstellungsmerkmal. Es gibt neben Flickr andere Foto-Sharing-Dienste, del.icio.us hat in Mr.Wong eine deutsche Copycat als Konkurrenz und Yahoo-Mail braucht sowieso niemand (vgl AOL-E-Mail-Adressen). In den nächsten Tagen wird das Thema Yahoo immer weiter am köcheln bleiben. Man wird sich darüber unterhalten, welche alternativen es zu den Yahoo-Diensten gibt, dann wird man sich darüber unterhalten, wie man seine Daten aus Yahoo heraus bekommt und dann wie man sie in die neuen Dienste integriert. Zwei Tage später kann man dann ein erstes Fazit ziehen, warum der neue Dienst so wieso viel besser als Yahoo’s Dienste ist bzw was der neue Dienst alles von Yahoo kopieren soll.
Alles in allem zwar ein Rückschlag für Yahoo, aber nur ein Kleiner, schließlich betrifft er ja nur Deutschland. Und auch nur die Blogosphäre.

Interessant wird es allerdings, wenn die großen Zeitungen nächste Woche keine Skandalgeschichten aus anderen Ecken der Welt zu fressen bekommen. Yahoo ist schließlich kein kleines Startup, wenn man da ordentlich drauf schlagen will hat jede Zeitungsrubrik etwas davon. Der Technik-Teil diskutiert alternative Dienste, der Politik-Teil die Menschenrechtssituation in China, das Feuilleton den Niedergang des Internets und der Wirtschaftsteil die Auswirkungen auf Yahoos Umsatz und die Internetbranche allgemein.
Hat Yahoo also Pech, werden sehr, sehr viele deutsche von der Geschichte mitbekommen und Yahoo’s Image wird leiden. Und da man auch auf der Arbeit oder in der Krabbelgruppe darüber diskutieren kann, welcher Dienstleister besser, etc, ist, werden viele Leute Yahoo den Rücken zuwenden. Und dann könnten sich Zeitungen aus dem Ausland dafür interessieren.

Yahoo könnte mit einem blauen Auge davon kommen, wenn sie schnell reagieren und Flickr wieder frei schalten.
Yahoo könnte mit zwei blauen Augen davon kommen, wenn sich heute oder bis morgen Mittag ein größerer Skandal oder eine Naturkatastrophe passiert.
Yahoo könnte mit zwei blauen Augen, einigen Tiefschlägen, einer gebrochenen Nase von dannen wanken, falls sich die Zeitungen für das Thema interessieren sollten.

Was sollte Yahoo sofort tun?
Yahoo sollte ganz groß zu Kreuze kriechen.
Als aller erstes muss sofort ein Blogbeitrag her, in den sich Flickr bei den Nutzern entschuldigt und ankündigt, die Zensurmaßnahmen innerhalb kürzester Zeit aufzuheben.
Dann muss Flickr einen schuldigen präsentieren und ihn köpfen. Die Blogosphäre steht auf Blut, außerdem kann sie sich dann selbstbeweihräuchern und ihren Sieg über ein Weltunternehmen feiern.
Dann sollte Flickr die Zensurmaßnahmen abschalten.
Yahoo sollte sich groß entschuldigen, sämtliche PR Fuzzis, die sie haben nach Deutschland karren und hier bei den auf Yahoo werbenden Unternehmen und bei der Medienbranche in jeden Hintern kriechen, der sich auftreiben lässt.
Mit etwas Glück gewinnt dann noch der Formel 1 Debütant Sebastian Vettel in den USA das Rennen und der PR-Supergau ist abgewandt.

Man wird sehen…

Asus A8N5X Northbridgelüfter mit Lagerschaden

Gestern, also Samstag früh, hat mich Steffi panisch geweckt, denn, um mich nicht zu wecken, war sie zum morgentlichen Surfen an meinen Rechner im Wohnzimmer gegangen. Dieser würde nun aber komisch klingen. Schon im Gang konnte ich das Knattern hören und die Diagnose, Lagerschaden am Northbridgelüfter, war in 5 Sekunden gestellt. Also hab ich den PC herunter gefahren und mich nochmal für ein Stündchen hingelegt.

Nach einem schnellen Frühstück wurde das Ausmaß deutlich. Nicht nur der Lüfter war kaputt, er war auch noch in einem Käfig mit dem Kühlkörper verbunden.. Dies bedeute Mainboard ausbauen und somit eine größere Aktion, denn nun mussste erst dieser Rechner zerlegt, ein Bauteilespender gefunden, dieser zerlegt und das ganze zusammengesetzt werden.

Als passenden Ersatz hatte ich den passiven Kühler meines ehemaligen Dateiservers (verstorben im Januar, Elkos geplatzt, Standort Wohnzimmer) im Auge. Nach nur rund 2 1/2 Stunden Bastelei (wer hat diese idiotische PCIExpress Klammer entwickelt?) konnte ein erster Testlauf gestartet werden.
Die Kiste bootete, keine Flammen waren zu sehen (Siehe Athlon 1400, Mainboard gebrannt, lauffähig falls Wasserkühlung mit Wasser befüllt wird, Standort Schlafzimmer), soweit, so gut. Windows bootet langsamer als sonst, könnte aber auch an der 3ten Festplatte liegen, die ich bei dieser Gelegenheit eingebaut habe (Herkunft Dateiserver), ein Temperaturcheck am “neuen” Kühlkörper zeigt aber verdächtig hohe Temperaturen. Also Kiste abgewürgt, erstmal Googeln wieviel Grad die Northbridge verträgt. Angeblich 100-150 Grad. Angeblich reicht der Kühlkörper für einen NFORCE4. Ich glaub das mal nicht und baue den ehemaligen CPU-Lüfter des Dateiservers in die Gehäusetüre, zusätzlich einen Lüfter vor die drei Festplatten.
Booten werde ich erst heute früh versuchen, schließlich muß ich noch ein Thermometer finden, um die Kühlkörperthemperatur überwachen zu können.

In meiner Wohnung stehen 6 PCs und ein Laptop und nur eines der Dinger hat momentan keinen Hardwarescchaden. Welchen Beweis braucht es noch, dass die PC Industrie erst auf dem Stand ist, den die Automobilindustrie mit dem Ford T-Modell erreicht hat?