Einträge getagged mit 'Politisches' ↓

Gute Bildung kostet. Schlechte noch fiel Meer

Ein Plakat mit diesem Spruch hängt am Hohenzollernplatz, geklebt von der FDP im Kommunalwahlkampf.

Steffi und ich waren gerade auf dem Rückweg von einer Freundin, als wir im Bus sitzend das Plakat entdeckten. Steffi meinte, in der Grundschule würde sie den Schüler loben:

Toll, dass Du das „ie“ erkannt hast, aber die Erwachsenen schreiben es mit „v“ statt „f“. Das lange „e“ in „Meer“ mit „h“ statt mit zwei „e“

Wir wollten gerade aussteigen, als eine Sitznachbarin Steffi bat einen Blick auf ihr Handy zu werfen, ob man „Februar“ so schreiben würde…

Die FDP plakatiert diesen Spruch anscheinend seit 2001.

Wahlkampf in den USA: Chuckfacts und Hilly singt

Merkel oder Beck würden ähnliches nie tun, denn Humor besitzen beide nicht.

Was ist mit Burma?

Vor zwei Wochen war Burma das große Thema in den Nachrichten, vor einer Woche der große Free Burma-Aktionstag und auch der Spiegelfechter hat seinen Ticker-Artikel zuletzt vor einer Woche aktualisiert. Statt dessen schaffte es eine dumme Blondine mit verqueeren Ansichten die Medien für zwei Tage zu beherrschen.

Haben sie recht, die Kritiker der Blog-Aktion? Aus den Augen, aus dem Sinn? Monsieur Fischer schreibt, dass der Weltsicherheitsrat, wie schon zu erwarten war, sich auf keine scharfe Verurteilung der Vorgänge in Burma einigen konnte und Goggi beklagt, dass die „Free Burma“-Aktion nur eine Promotion Aktion der A-List Blogger gewesen sei.

Ich weiß nicht, was manche sich von der „Free Burma“-Aktion erwartet hatten. Dass die Junta in Burma die Waffen streckt und es binnen Stunden zu friedlichen Wahlen kommt? Dass die Bildzeitung nun täglich den Wetterbericht und ein Demonstrationsbarometer aus Burma abdruckt? Dass die Bundesregierung alles liegen und stehen lässt um an einem Grenzübergang zwischen Thailand und Burma an den Toren rüttelt und ruft „Wir wollen hier rein?“. Oder gar, dass die Blogosphäre nun nicht mehr über das iPhone oder die neusten Gerüchte um Googles Pagerank berichten, sondern nur mehr über Burma?
Aktionen wie „Free Burma“ kosten Kraft, lenken aber die Aufmerksamkeit auf ein Thema. Dies ist aber nur kurzfristig möglich, denn die Menschen ändern ihr Verhalten aufgrund von Geschehnissen weit weg nur sehr selten, auf jeden Fall nur sehr langsam. Wenn das nächste mal über Burma berichtet wird, wissen zumindest deutlich mehr Leute als vorher, was in Burma passierte. Sie können die Situation dort etwas besser einschätzen und das ist schon ein Gewinn. Jeder, der sich anderes erwartet glaubt aber auch noch an den Weihnachtsmann.

Weiß eigentlich jemand, was sich in Burma momentan tut?

Datenschutz durch technische Vorkehrungen?

Jan Schejbal macht sich Gedanken, ob es möglich ist, durch technische Vorkehrungen den Datenschutz zu verbessern.

Ich bin mir nicht ganz sicher, ob das was Jan da vor hat technisch sinnvoll bzw machbar ist. Daten die vorhanden und in einer Hand sind, können immer mit vertretbarem Aufwand kombiniert werden, außer sie sind wirklich so zerpflückt, dass sie nicht mehr zusammenführbar sind. Im Normalfall sind die Daten dann aber auch nutzlos.

Beispiel: Betrachten wir mal die LKW-Maut und beschränken unsere Sicht auf die LKWs, dann liegt da natürlich ein Datensatz vor, wann und wo der LKW von einer Mautbrücke entdeckt wurde. Diese Daten müssen aus Abrechnungsgründen bis zum Ablauf der Einspruchsfrist gegen die Rechnung aufbewahrt werden. Über die nun vorhandenen Datensätze eine Abfrage laufen zu lassen „Welcher LKW war im Zeitraum X unter einer der Brücken im Raum Y“ lässt sich technisch kaum verhindern bzw verteuern.
Da PKWs bisher von den Mautbrücken zwar erfasst, aber die Daten (angeblich) unmittelbar nach der Erkenntnis, dass der Smart kein 40-Tonner ist, gelöscht werden, herrscht hier momentan kein akutes Problem. Erst wenn die PKW-Maut eingeführt wird, ist hier zu den LKW vergleichbares möglich.

„Nutzer XYZ hat also den Koran, ein Chemiebuch und einen Lageplan der Armeestützpunkte aus unserer Bücherei ausgeliehen.“

Was ich mir vorstellen könnte wäre, dass alle Personendaten von allen Ämtern nur mehr auf getrennten Servern abgespeichert werden dürfen, auf die die Datenschutzbeauftragten Zugriff haben. Jedes Amt vergibt jeder Person eine Kennnummer (boah, nee, scheiß Rechtschreibreform mit 3 n) und arbeitet in Zukunft mit dieser, ohne zu wissen, welcher Mensch sich dahinter verbirgt.
Allerdings ließen sich dann immer noch Profile über die Kennnummer erheben („Aha, Nutzer Nr XYZ hat also den Koran, ein Chemiebuch und einen Lageplan der Armeestützpunkte aus unserer Bücherei ausgeliehen. Fragen wir mal beim Datenschutzbeauftragten nach, wer das ist.“). Man müsste also für jedes einzelne Buch eine neue Personenkennziffer vom Server der Datenschutzbeauftragten holen und dort wird wiederum erfasst welche Personenkennziffern zu welchem Nutzer gehören. Wird allerdings ein Gesetz erlassen, dass den Datenschutzbeauftragten zwingt die Personendaten rauszurücken, wenn bestimmte Bücherkombinationen ausgeliehen wurden, sind wir keinen Schritt weiter.

Beweist mir das Gegenteil, aber als Informatiker sage ich euch, dass ein Profil, das theoretisch erzeugbar ist, mit technischen Mitteln nicht verhindert werden kann. Genau an dieser Stelle setzt ja auch das ganze Problem an:

Wir vertrauen unserer Regierung nicht mehr

Der Ausgangspunkt ist das Dilemma, dass wir es der Bundesregierung zutrauen, dass sie alles was technisch an Data Mining möglich ist auch gemacht werden wird. Effektiv werden wir uns nicht verweigern können, ihr bestimmte Daten zu liefern. Bestimmte Datenerhebungen sind für unser Gemeinwesen einfach nötig und wir können nicht darauf verzichten, dass diese erhoben werden. Andererseits brauchen wir auch die Sicherheit, dass mit diesen Daten kein Schindluder getrieben wird. Wie wollen wir aber den Gesetzgeber, dem wir nicht vertrauen, dazu zwingen, Gesetze zu erlassen, die dessen Handlungsmöglichkeiten einschränken oder seinen Zielen zuwider laufen?

Free Burma! – One Blogpost for Burma

Das einzige Blogpost für heute.

Free Burma!

Das folgende Zitat stammt vom „One Blogpost for Burma“-Wiki und soll erklären, worum es geht.

Allgemeine Erklärung der Menschenrechte

Artikel 1 Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Sie sind mit Vernunft und Gewissen begabt und sollen einander im Geiste der Brüderlichkeit begegnen.

Artikel 2 Jeder hat Anspruch auf alle in dieser Erklärung verkündeten Rechte und Freiheiten, ohne irgendeinen Unterschied, etwa nach Rasse, Hautfarbe, Geschlecht, Sprache, Religion, politischer oder sonstiger Anschauung, nationaler oder sozialer Herkunft, Vermögen, Geburt oder sonstigem Stand.

Des weiteren darf kein Unterschied gemacht werden auf Grund der politischen, rechtlichen oder internationalen Stellung des Landes oder Gebietes, dem eine Person angehört, gleichgültig ob dieses unabhängig ist, unter Treuhandschaft steht, keine Selbstregierung besitzt oder sonst in seiner Souveränität eingeschränkt ist.

[…]

Diese Allgemeine Erklärung der Menschenrechte wurde am 10. Dezember 1948 von der Generalversammlung der Vereinten Nationen verabschiedet, und gilt seither als ausdrückliches Bekenntnis zu den Menschenrechten.

Dieses Bekenntnis ist in einer globalisierten Welt wichtiger denn je. Deswegen dürfen wir nicht wegsehen, wenn in einem Land wie Burma friedliche Demonstranten und buddhistische Mönche rücksichtslos getötet oder verhaftet werden.

Die burmesische Bevölkerung wird seit über 45 Jahren von einem diktatorischen Militärregime unterdrückt. Die legale Opposition ist de facto ausgeschaltet, Medien staatlich kontrolliert und die Menschen – als Zwangsarbeiter missbraucht – leben am Existenzminimum. Vor diesem Hintergrund ist es nicht verwunderlich, dass die Mönche ihren Protest gegen die Benzinpreiserhöhungen vor wenigen Wochen zum Ausdruck bringen wollten.

Obwohl das Militär mit allen Mitteln versucht, jeglichen Kontakt von und in das Ausland zu unterbinden, drangen Belege seiner Grausamkeiten an die internationale Öffentlichkeit. Trotz der Gefahr, verhaftet und verschleppt zu werden, riskierten mutige Burmesen ihr Leben, um die Welt über die grausamen Ereignisse in ihrem Land zu informieren.

Doch bislang verhindern wirtschaftliche Interessen einzelner Mitgliedsstaaten die Verurteilung der Gewalt und der Unterdrückung seitens der Vereinten Nationen.

Wir wollen mit dieser internationalen Aktion ein Zeichen setzen!
Wir verachten die Gewalt und den Terror in Burma.
Wir setzen uns ein für die, die aufgrund ihrer Meinung unterdrückt werden und wir solidarisieren uns mit den Menschen, die für ihr Recht demonstrieren.
Wir fordern die Vereinten Nationen auf, die Gewalt zu verurteilen. Wir fordern Freiheit und Frieden für Burma.


In Burma ist seit über einer Woche die Hölle los. Erst stiegen die Lebensmittelpreise, dann gingen die buddhistischen Mönche auf die Straße um dagegen zu protestieren. Schnell wuchs die Zahl der Protestierer, schließlich schlug die herrschende Junta die Demonstartionen nieder und kappte alle Kommunikationswege ins Ausland. Das wenige, was an neuen Informationen aus dem Land kommt, findet ihr beim Spiegelfechter.

Um an die Situation in Burma zu erinnern und der Welt zu zeigen, dass wir Blogger nicht gleichgültig gegenüber dem sind, was in Burma passiert, beteilige ich mich an der Aktion Free Burma! – One Blogpost for Burma.
Über einen Radiosender aus Thailand wird in burmesischer Sprache unter anderem über diese Aktion berichtet und ich hoffe, dass dies dem burmesischen Volk eine moralische Stärkung ist.

Schweigen für Burma?

In Burma bzw Myanmar ist ja gerade der Teufel los. Nach 45 Jahren Herrschaft durch das Militär, protestieren seit einigen Tagen zig Tausende. Auslöser waren wohl, wie oft bei solchen Protesten, gestiegene Lebensmittelpreise. Die meisten von euch dürften in den Nachrichten davon gehört haben und da ich auch keine weiteren Informationen dazu besitze, habe ich bisher auch nicht darüber geschrieben.

Robert ruft nun zu einem Tag Blogschweigen auf, um ähnlich einer Schweigeminute, den Burmesen und ihrem Kampf zu Gedenken. Ich bin mir nicht sicher, ob das zielführend ist. Eine Schweigeminute macht auch nur dann Sinn, wenn man eigentlich in dieser Minute kommunizieren würde und man sich auf das zu Gedenkende konzentriert, außerdem lässt sich eine Schweigeminute zB an einem belebten Platz regelrecht spüren. Ein Tag Blogschweigen sorgt aber eher dafür, dass der Feedreader leer bleibt, man weniger von der Arbeit abgelenkt wird und sich mehr auf diese konzentriert. Das ist zwar auch nichts negatives, aber nicht zielführend.

Ich würde vorschlagen, dass wir Blogger uns ein für das eigene Blog unübliches Medium heraus suchen (damit es hervor sticht) und damit etwas zum Thema Burma gestalten. In meinem Blog wäre das zB ein handgemaltes Bild, in einem Comic-Blog ein Text und in einem Podcast-Blog ein Gedicht. Das Ziel soll sein, die eigenen Leser oder Zuhörer einen Moment lang aus dem „Alltag“ des Blogs zu reißen und an die Situation in Burma zu erinnern. Gedenken, Innehalten und Erinnern, das können wir Blogger erreichen wenn wir agieren, doch wenn wir Blogger schweigen, sind wir unsichtbar und machtlos.

Hintergründe zur US-Präsidentschaftswahl

Noch bis Anfang 2009 müssen wir George W. Bush als US-Präsident ertragen. Warum Bush und seine Landsleute manchmal so ganz anders als wir Europäer reagieren beschreibt „USA Erklärt ganz gut. Dies bringt aber auch Zweifel daran auf, ob ein neuer Präsident wirklich eine andere Politik bringt. Die Kandidaten, deren Themen und tagesaktuelles geschehen fasst USWahl2008.de zusammen (der Full Feed erspart das klicken auf „vollständig lesen“ in den Artikeln).

Ein paar Hintergründe über Barrack Obama hatte ich bereits im Februar zusammengefasst.