Marnem bei Trackback – Nachtrag

Samstag Abend wurde ich ja von “Trackback, der Sendung mit Spreeblick” interviewed. Die gesamte Sendung kann man sich als mp3 bei Spreeblick runterladen (ca 70 MB, 77 Minuten), eine Themenübersicht gibts auch, mein Interview gibts in etwa ab Minute 53. Den Wortlaut kann man aber auch nach dem “Weiterlesen” finden.

Angefangen hat diese Geschichte mit meinem Herbststimmungsartikel von letztem Montag. Freitag Mittag rief mich dann der Moderator Marcus Richter an, fragte mich, ob ich Lust auf ein Interview hätte und worum es denn bei dem “Blogblues” ginge. Nach dem Vorgespräch war ich dann logischerweise ziemlich aufgekratzt und habe die ganzen Artikel und auch den Großteil der Kommentare zu diesem Thema gelesen und versucht mir ein Bild zu basteln, dass etwas größer als nur mein eigener Artikel war. Gar nicht so einfach.
Am Samstag saß ich dann wie auf Kohlen, starrte auf das Telefon (Oldschool…) wie die Kobra auf die Flöte des Schlangenbeschwörers und als es dann klingelte, wars ganz schnell vorbei. Ich wollte noch Dinge erzählen, dass Blogger zu ihrem Blog eine Beziehung haben, ähnlich der zu einem Lebenspartner und es darum zum natürlichen auf und ab kommt, meine Feeds-fressen-Zeit-These und noch anderes. Hab ich aber einfach vergessen, im Rahmen des Gesprächs. Dafür hat Marcus Richter dann aber auch die typische, letzte Frage zu stellen vergessen: “Was hätten wir dich denn noch fragen sollen?”
Meine Antwort wäre gewesen: “Ab wann die MyMuesli-Jungs mir freiwillig eine MyMuesli-Flatrate spendieren.”
Aber naja, hat nicht sollen sein ;-)

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Herbststimmung in der Blogosphäre?

Der Herbst kommt, die Blätter fallen und es wird kühler, Weihnachten kommt näher und die Nächte werden länger. Viele Menschen werden traurig und manche verfallen gar in eine Depression. Natürlich sind auch Blogger sind darunter.

Blogger haben zunehmend weniger Kontakt mit der “Aussenwelt”, also Menschen die nicht bloggen und auch keine Blogs lesen. Somit verpassen wir auch, dass vieles, was in der Blogosphäre passiert auch außerhalb dieser geschieht und interpretieren das Geschehen als ein Symptom der Blogosphäre. Don Alphonso und Robert werfen nun die Frage auf, warum einige bekanntere Blogger ihr Blog aufgeben und diskutieren, was Gründe dafür sein könnten. Robert meint, es liege daran, dass manche Menschen zwar gerne bloggen, aber nicht zum Bloggen geboren sind, Bloggen für sie also nur eine Lebensphase ist und es also ganz natürlich sein, wenn diese vorüber zieht und endet. Alphonso hingegen ist der Meinung, dass Blogs eben keine weitere Möglichkeit sind, Geld zu scheffeln, sondern Gedanken für die Ewigkeit zu bewahren. Manche würden das jetzt realisieren und sich darum von Blogs abwenden.

Ich habe eine andere Theorie. Zum einen kommt, wie bereits erwähnt, gerade die Zeit der Herbstdepressionen, die einem manchmal einfach die Lust an dem nehmen kann, was man üblicherweise so tut.
Zum anderen kollabieren manche Mechanismen der Blogosphäre unter dem Gewicht eben dieser. Durch das stetige Wachstum an Blogs nimmt die Möglichkeit den Überblick zu behalten ab. Von Tag zu Tag steigt die Zahl der Blogs, die man nicht im Feedreader hat und darum verpasst, was dort passiert. Zwar kann man einiges dadurch abfangen, dass man Artikel nicht mehr liest, sondern nur noch überfliegt, immer mehr Feeds in der Reader packt und noch mehr Zeit in die Blogosphäre investiert, zugleich nimmt damit aber die Möglichkeit ab, sein eigene Artikel zu Schreiben. Artikel zu Schreiben kostet immer Kraft und genauso das Lesen von Blogs, somit konkurrieren diese beiden Tätigkeiten und man muss sich der Erkenntnis hingeben, nicht beides Tun zu können.
Ich kann mir durchaus vorstellen, dass das deprimiert.

Rivva – Der Nachrichtenstrom

Startseite von Rivva.de

Das Internet ist nahezu unbegrenzt groß. Schon von Anfang an war es schwer sich zu orientieren und zu finden, was wichtig und interessant ist. Anfangs gab es Linklisten, dann kamen Verzeichnisse und Webringe auf, bis schließlich die Suchmaschinen das Netz zu durchsuchen begannen.

Für statische Webseiten oder Webseiten mit sich kaum ändernden Inhalten sind Suchmaschinen das optimale Mittel der Wahl, denn sie kennen einen Großteil des Internets und können dementsprechend passende Suchergebnisse anzeigen. Blogs, äußerst dynamische Webseiten also, sind mit den gängigen Suchmaschinen nur schwer zu erfassen. Die Inhalte ändern sich sehr oft, sind oft nur tagesaktuell interessant und ihre Relevanz ergibt sich nicht nur aus der Anzahl der Verlinkungen, sondern auch aus dem Zeitlichen Ablauf. Im deutschsprachigen Raum sind wir in der komfortablen Situation, dass es eine Suchmaschine gibt, die die passende Antwort hat: Rivva

Vorbild für Rivva ist das US-Amerikanische Techmeme. Die Idee, die dahinter steckt ist einfach. Ein Programm surft durch die Blogosphäre und wertet aktuelle Artikel aus, sieht sich die Verlinkungen an und errechnet daraus ein Ranking, dass die aktuelle Relevanz des Themas für die Blogosphäre wiederspiegelt.

Auf der Startseite von Rivva findet man einen Anriss des Artikels mit einem Hinweis darauf, welche anderen Blogs über diesen Artikel berichten und welche Blogs über verwandte Themen berichten. Rund 30 Themen werden so präsentiert, die man locker in 2 Minuten überfliegen kann und so schnell ein Gefühl dafür bekommt, was gerade wichtig zu sein scheint und wo man mehr über das Thema erfährt.

Keine Werbung, kein “Double Conent” auf Rivva.de

Besonders Bemerkenswert finde ich den Umgang von Frank Westphal, dem Kopf hinter Rivva, mit der Community. Auf Rivva findet man keine Werbung und nachdem Befürchtungen aufkamen, dass Google die Artikelanrisse als “Double Content” werten könnte, hat er dafür gesorgt, dass Google die Anrisse nicht mehr indiziert. Gerade letzteres ist ein mutiger Schritt, bedeutet dies doch auch, dass Google Rivva nicht mehr als Suchergebnis aufführen wird, wenn ein Nutzer nach Artikelthemen suchen. Somit dokumentiert Frank Westphal, dass Rivva eine reine Dienstleistung für die Blogosphäre ist.

Nutzt Rivva.de, es lohnt sich

Bloggertreffen in München

So, ich bin gerade von einem Bloggertreffen hier in München heim gekommen. Die Idee hatte Robert, organisiert wurde es von der Wissenswerkstatt und alle Anwesenden stehen auf dieser Liste. Natürlich sind wieder ein paar angemeldete nicht erschienen, aber auch so war der reservierte Bereich mehr als voll und es gab viele interessante Gespräche.

Vertreten waren Startupper, ein bloggender Journalist, ein PRler, ein Blogleser und allerlei Menschen, die Haupt-, Neben- oder Überhauptnicht-beruflich bloggen.
Ich habe mit den Gründern von ShareWise über virale Marketing-Ideen gesprochen, mit dem Waldorfpatrioten über die Waldorfschule und CatContent, dem an der VHS lehrenden Journalisten, dessen Namen ich leider vergessen habe, über “Nordschwabing” aka Milbertshofen, cdv und den Mymuesli Jungs darüber, wie großartig der Start von Mymuesli lief und mit Robert über Frauen und das Nokia N800 Internet Tablet.

Steffi und ich trudelten kurz nach 19:30 beim “Rumpler” ein, wo schon 15 Leute saßen. Schnell kam ich mit den ShareWise Gründern und dem Journalisten ins Gespräch.
ShareWise ist eine Ranking Plattform, auf der es um Aktien, Aktienanalysen und Anlagetipps geht. Das Problem bei Anlagetipps ist ja, dass man nie weiß, ob der Tipp vertrauenswürdig ist und wie gut die Tipps des Tippgebers sind. Auf ShareWise werden nun Anlagetipps mit dem tatsächlichen Aktienkurs verglichen, so dass ein Ranking über die Qualität der Tipps berechnet werden kann. Hier gab es einige interessante Ideen, was dabei alles beachtet werden müsste (ok, ich hatte Ideen und die beiden mussten es sich anhören) und ob ein Affe oder besser eine Blondine als pfeilwerfender Referenzmaßstab geeignet wäre.
Irgendwann holte ich das N800 heraus, führte es vor und ließ damit spielen. Es würde mich nicht wundern, wenn demnächst einige Blogger mehr damit herumlaufen würden (Und ganz besonders, wenn sie es über diesen Link bei Amazon kauften ;-) ).

Die MyMuesli Jungs haben mir auch, wie versprochen eine Dose Blogsprit mitgebracht, so dass ich in den nächsten Wochen wieder was zum Genießen habe. Mich hat dann doch ziemlich überrascht, wieviele der Anwesenden von MyMuesli noch nichts gehört hatten. Ich konnte den Jungs einige interessante Details entlocken, so zb dass die Müsli-Zutaten Just-in-Time geliefert werden (2-3 mal die Woche), auch die Basismischungen von Hand gemischt werden oder aber, dass die Startinvestitionen im mittleren fünfstelligen Bereich lagen. cdv war besonders überrascht, dass MyMuesli es gleich am ersten Tag geschafft hatte, im Ticker der dpa eine Meldung unterzubringen. Weniger überraschte ihn, dass in den Wochen nach dem Start wöchentlich 2-3 PR-Agenturen anriefen und MyMuesli als Kunden gewinnen wollten. Hubsi meinte aber, dass diese sich wohl eher mit dem fulminanten Start brüsten wollen würden, als einen wirklichen Kick auf den Erfolg setzen zu können. Max erzählte, dass sie vor lauter Ideen nicht wüssten, wie sie nun am besten weiter machen sollten. Zuerst all die Ideen auf der Webseite realisieren oder zuerst den internationalen Markt (mit Anfragen aus der ganzen welt, zB Kuweit) zu bedienen…

Robert war viel zu sehr in das Gespräch mit Steffi vertieft, als dass ich groß stören wollte. Allerdings habe ich dann doch irgendwann das N800 auf den Tisch geworfen und auch er war von dem Gerät begeistert.
Dies galt aber nicht für alle, vor allem dass das N800 KEIN Handy ist, wurde dem Gerät angekreidet. Diesen “Nachteil” hat das iPhone nicht, dass der Waldorfpatriot aus den USA mitgebracht hatte. Leider war ich viel zu sehr damit beschäftigt, das N800 herum zu zeigen und habe die Chance das iPhone zu testen verstreichen lassen. Vor allem nachdem der Apple iPod Touch, mit WLAN aber ohne GSM oder UMTS, gerade erst vorgestellt wurde und dieser die GUI mit dem iPhone teilt. Allerdings stellen sowohl das iPhone, als auch der iPod mit ihren 480×320 Pixel Displays zum surfen nicht mal halb soviel Pixel wie das N800 mit seinem 800×480 Pixel Display dar.

Um kurz vor zwölf verabschiedeten Steffi und ich uns dann. Wir hatten einen tollen Abend, ich hab mal wieder viel zu viel gesabbelt, aber das ist nicht bös gemeint. Ich bin ja auch im Blog immer sehr mitteilsam…

Blogger Vernetzungsgrad

Wie ich bei Boje gerade gelesen habe, will Stefan Graf ein Vernetzungskarte von Bloggern erstellen. Jeder Blogger soll neun Blogs aus seinem Feed-Reader in einem Artikel aufzählen und auf Stefan Graf verlinken, welcher aus den Infos eine Vernetzungskarte erstellen will. Das ganze ist also ein Blog-Karneval/Blog-Parade, oder anders gesagt ein Link bait.
Vielleicht lässt sich so aber etwas Aufmerksamkeit für einige besondere Blogperlen erzeugen.
Meine neun Kandidaten in wahlloser Reihenfolge:

  • Farliblog – Verbalterrorist Nr. 1: Befasst sich mit deutscher Innen- und Sozialpolitik, besonders mit den Auswüchsen des Innenministers
  • rabenhorst – Wenn Du das Weblog liest, wirst Du nie wieder ruhig schlafen: Innen- und Sicherheitspolitik sind hier die Hauptthemen. liest man den Rabenhorst, bekommt man all die Hintergrundgeschichten, die man eigentlich nicht erfahren will, falls man den Politikern vertrauen will.
  • Schnüffelblog: Der Name ist Programm, auch hier geht es um die Schnüffelpolitik der Innenminister. im Gegensatz zum Rabenhorst polemisch und überspitzt formuliert, dafür aber auch deutlich unterhaltsamer, wenn man sich über verbale Watschen für Politiker erfreut.
  • Der Spiegelfechter: Vor allem Wirtschaftspolitik wird hier recherchiert und mit viel Hintergrundinformationen angereichert präsentiert. Es gibt zwar nicht jeder Tag einen Artikel, diese sind dafür um so länger und oft auch viel diskutiert.
  • Epstacy – Episodes + Ecstacy = Epstacy: Fernsehserien, fast ausschließlich aus den USA und meist noch vor dem Deutschlandstart werden hier beschrieben, gefeiert oder verrissen.
  • Samthammel.de – Fotografie und mehr: Nachdem man sich über die Politik die Augen ausgeweint und anschließend wegen einer schlechten Fernsehserie ausgekratzt hat, kann man sie nun hier entspannen, wenn man sich an Samthammels Bildern erfreut.
  • Schülerschreck: unbeschreiblich gut
  • Boje Online: Warum ich Boje lese? Weiß ich nicht, ich fühl mich einfach wohl dabei.
    Warum ihr Boje lesen sollt? Ein bunter Strauß an Themen, der die Welt schön erscheinen lässt
  • dyfustifications: Auch an diese Ecke der Blogosphäre dringt all das Böse aus der Welt nicht vor.

Kommentarspam – Preisliste für Werbeanzeigen

Die Geschichte von Johannes, dem manuellen Kommentarspammer lässt mir keine Ruhe. Hätte er beide Kommentare unter verschiedenen Namen abgeschickt, wären sie mir vermutlich nicht einmal aufgefallen.

Anfang April gab es ja den großen Aufreger um die fünf “Calvin Klein-Blogger”. Seitdem hat zB die Blogbar einen Footer, nachdem Kommentarspam 999,- Euro kostet, Sixtus verlangt gar 1500,- Euro. Beide aber nur mit einem kurzen, unscheinbaren Text unterhalb des Kommentarfeldes angekündigt. Ich bin mir aber nicht sicher, ob das Gerichtsfest ist. Schließlich kommen diese Formulierungen schon sehr überraschend und Gerichte beachten so etwas.
Ich habe mich darum heute Nachmittag hingesetzt und mal einen Entwurf für “Vertragskonditionen für Werbung in Kommentaren, Pingbacks und Trackbacks” aufgesetzt. Diese Konditionen sollen oben in der Navigationsleiste und unterhalb des Kommentarfeldes verlinkt werden.
Ziel ist es nicht, Werbung in den Kommentaren zu machen, sondern vielmehr Werber durch die Höhe der Preise abzuschrecken. Zwar habe ich die Preise deutlich niedriger also DonAlphonso und Sixtus gewählt, aber auch hier nur aus Angst vor deutschen Gerichten. Die angesetzen Preise liegen ca 5 mal höher, als Linklift als Preis pro Link in meinem Blog kalkuliert. Somit bin ich zuversichtlich, dass ich im Fall der Fälle eine Rechnung an den Spamer stellen kann, die auch vor Gericht bestand hat. Im Blog würde die Werbung so oder so nur erscheinen, falls die Rechnung gezahlt würde.

Ich bin kein Jurist oder anderweit rechtsgelehrt, darum möchte ich euch bitten, einen Blick in den Entwurf zu werfen. Vielleicht fällt euch ja etwas auf, das unbedingt hinein oder heraus gehört. Sobald ich mit dem Entwurf zufrieden bin, werde ich ihn auch unter einer cc-Lizenz frei geben.