Super wird Normal?

Aral schafft Normal-Benzin ab verkündet das ZDF in Berufung auf eine dpa-Meldung. Superbenzin wird so zum Normalfall. Eigentlich ist das doch nur konsequent, oder wann habt ihr zuletzt ein Waschmittel ohne den Zusatz „Das Beste“, „Mega“ oder „Ultra“ gekauft?

Aber auch in anderen Bereichen wird sprachlich das Niveau angehoben, so sollen Hauptschulen abgeschafft, aus Realschulen „Realschule Plus“ werden und die PDS heißt jetzt „Die LINKE“.
Apropos „Die LINKE“. Diese wird demnächst ziemliche Probleme bekommen, denn aus der CDU wird nach dem Linksruck eine Links-Partei…

Vermischtes

Die folgenden Themen sind lesenswert, ich hatte aber nicht die Kraft, jedes mit einem eigenen Artikel zu versehen:

  • Für solche Topgefährder muss die Bewegungsfreiheit erheblich eingeschränkt werden. Sie sollten sich nur in einer kleinen, gut zu überwachenden Kommune aufhalten dürfen, es sollte Internet- und Handyverbot gelten. Wir praktizieren das im besagten Fall auch.

    Beckstein in einem Interview mit der Welt.
    Topgefährder sind Menschen, die noch kein Verbrechen verübt haben, denn wenn sie es hätten, säßen sie bereits in U-Haft. Topgefährder sind also Menschen, die Verdächtigt werden, potentiell gefährlich zu sein. Das erklärt endlich, warum manche Politiker kein Internet oder Handy benutzen…
    via Lawblog

  • Abmahnen statt Abschleppen?

    Parkplätze in der Innenstadt sind knapp. Manche Autofahrer nehmen es da oft nicht so genau und stellen ihren Pkw kurzerhand auf fremden Privat- oder Kundenparkplätzen ab. Parkplatzeigentümer dürfen hier – unter bestimmten Voraussetzungen – Selbsthilfe üben und den Falschparker abschleppen lassen. Aber Vorsicht: War das Abschleppen unzulässig, bleibt man auf den Abschleppkosten sitzen. Doch auch wenn das Abschleppen rechtmäßig war, muss man die Kosten oft mühsam einklagen. Es gibt aber eine wirksame und risikolose Alternative, die nur wenige kennen: ein anwaltliches Abmahnschreiben mit Unterlassungsaufforderung.

    Na kein Wunder, wenn in Deutschland einfache Arbeitsplätze wegfallen, wenn man für jeden Scheiß gleich zu nem Anwalt rennt. Aber Anwälte haben wir ja genug, seit in den 90ern Anwaltsserien im TV in Mode kamen.
    via RA Melchior (ja, das ist auch ein Anwalt 😉 )

  • Wir haben genug gestritten, wir sollten jetzt machen.

    Das sagte Schäuble im ZDF-Morgenmagazin. Ein paar Stunden später im Bundestag hieß es dann:

    Es tut der freiheitlichen Demokratie keinen Abbruch, wenn man über schwierige Fragen notfalls auch streitig debattiert

    Ach ja, es tut der Demokratie keinen Abbruch, wenn man diskutiert, selbst wenn es streitig ist? Ja aber warum sollen wir jetzt genug gestritten haben und , trotz der langen Diskussion, jetzt einfach machen was DU willst, Wolfgang? Wenns Dir bloß darum geht etwas zu machen, dann verbiete die Online-Durchsuchung, untersage die Vorratsdatenspeicherung und sorge dafür, das die LKW-Maut eine Maut und kein Schnüffelinstrument mit Billett-Drucker wird. Damit würdest Du Dir auch die streitigen Debatten sparen und könntest Demokratieverständnis zeigen!

  • Kai Raven fragt sich, wie lange es noch dauern wird, bis die CDU/CSU Folter für Gefährder fordert, wenn man sich ihre momentane Retorik ansieht.
  • Vorsorglich stuft sich Kai Raven schon mal als Terrorist ein, da er in 132 Artikeln Wörter von EU-Kommissar Franco FrattinisBlock-Liste in seinem Blog verwandt hat. Ich komme nur auf 17 Einträge. Allerdings werden Arcor-Nutzer dieses Blog sowieso bald nicht mehr lesen können, weil ich wegen dem XXX wohl mal auf deren Blockliste landen werde.
  • Farlion setzt schon seit letzter Woche meine Grundgesetz-Serie fort.

[Update: Die mit XXX maskierte Domain besitze ich nicht mehr]

Kommentarspam – Wetten die Politik wird jetzt aktiv?

Spam ist eine Seuche, über die ich schon mehrmals geschrieben habe. Das Problem ist, dass eMail- und Kommentarspam meist von fernen Landen aus verbreitet wird und kaum einmal ein Schuldiger erwischt wird. Abgesehen davon wird die Spam-Problematik von der hohen Politik geflissentlich ignoriert, doch das wird bald ein Ende haben.

Der Bonner Landtagsabgeordnete Gerhard Lorth (CDU) hat eine Homepage mit Gästebuch. Eröffnet am 14.11.2004 mit dem Wunsch:

Herzlich Willkommen im neuen Gästebuch. Ich freue mich über Ihre Einträge. Diskutieren Sie mit mir.

2 1/2 Jahre später entdeckte ein Spamer das Gästebuch und setzte 2162 Gästebucheinträge in nicht einmal 2 Monaten ab. Trotz der enormen Zahl wurde niemand aktiv, niemanden fiel auf, was sich da tat.
Nun aber ist die Sache bekannt und das Gästebuch geschlossen. Die Staatsanwaltschaft ist eingeschaltet, nun wird alles gut.

Denkste!
Der Oberstaatsanwalt aus Bonn Friedrich Apostel sagte im Gespräch mit Thomas Knüwer:

Das ist der erste uns bekannte Fall.

Nun gut, so ist das halt. Manche Menschen leben in der „realen“ Welt und sind dort so verwurzelt, dass sie nicht mitbekommen, was in der Wirklichkeit geschieht. Es mag sogar durchaus sein, dass die Politiker nicht wissen, was es im Netz an Problemen gibt (wundert mich nicht mehr).
Wahrscheinlich hat Hanno Zulla schon recht mit seiner Aktion Nerdlobbyismus:
Wenn wir den Politikern das Netz nicht erklären, wer dann?

Nachdem die Spam-Problematik auf dem Radarschirm zumindest einiger Politiker aufgetaucht sein dürfte, bin ich mal gespannt, was sie nun unternehmen.

via Thomas Knüwer

Atomkraftwerke und der Koch

Hach, ist die Welt nicht schön? Über blüht und gedeiht es, seien es nun Blumen, die Korruption oder Baufirmen, die nach „Sicherheitspannen“ in Atomkraftwerken Trafohäusschen bauen…

Tun wir mal so, als seien wir dumm und vergesslich, so richtig dumm und vergeßlich. So dumm und vergesslich wie Roland Koch zum Beispiel. Dann, ja dann könnte man sich 1 1/2 Wochen nach zwei aufgefallenen und einer beinahe vertuschten „Sicherheitspanne“ hinstellen und fordern:

Unser hoher Kerntechnik-Stand in Deutschland macht es möglich, dass wir unsere jetzigen Kraftwerke noch eine ganze Weile weiter laufen lassen können

(Quelle: ZDFHeute)

Aber so dumm und vergesslich wie Roland Koch sind wir nicht.

Wie aber kommt es, dass ich einen examinierten Juristen als dumm und vergesslich bezeichne? Nun, vergesslich ist der wehrte Herr Koch, weil er gerne mal Erinnerungslücken hat, vor allem wenn es in Untersuchungsausschüssen darum geht, ob er sich selbst korrekt verhalten hat, so zB wenn es um die Bestechungsvorwürfe bezüglich der Freien Wähler oder aber um die hessiche CDU-Spendenaffäre.
Warum nun schimpfe ich aber den Herrn Koch für dumm? Nun, wie sonst soll man einen Befürworter der Atomkraft zur Energiegewinnung nennen? Ignorant? Gutgläubig? Uninformiert? Herr Koch ist in der CDU, daher liegt es nahe, dass er ein Ignorant und ein gläubiger Christ, also gutgläubig ist. Uninformiert möchte ich den Herrn Koch aber nicht nennen, denn sicher ist er sich der Gefahren der Atomkraft bewusst und sicher weiß er auch, dass es weltweit kein sicheres Atommüll-Endlager gibt. Also bleibt nichts anderes, als ihn „dumm“ zu schimpfen, wenn er sich hinstellt und sagt:

Erst Anfang des nächsten Jahrzehnts müssen wir entscheiden, ob wir wirklich glauben, so viel klüger zu sein als Japan, Russland, China, Großbritannien und andere und als einziger G-8-Staat auf neue Kernkraftwerke ganz verzichten

(Quelle: ZDFHeute)

Nebeneinkünfte der Bundestagsabgeordneten offengelegt [Updated]

Das Gesetz über die Offenlegung der Nebeneinkünfte der Bundestagsabgeordneten gilt ja schon länger, bis gestern aber waren diese Nebeneinkünfte nicht offengelegt. Der Grund dafür war eine Verfassungsklage, die gestern abschlägig beschieden wurde.
Seit heute also sind die Daten verfügbar und was zeigt sich schon nach dem ersten durchsehen? Dass eine Dame Namens Angela Merkel monatlich über 7000 Euro für einen Nebenjob bekommt. Schimpft sich „Bundeskanzlerin, Berlin, monatlich, Stufe 3“.
Abgesehen davon kann man erkennen, wie ernst manche Fraktionen ihren Job als Abgeordnete nehmen. Von den 51 Abgeordneten der Grünen haben gerade mal drei seit 2005 einen veröffentlichungspflichtigen Nebenjob, nämlich:

  • Jerzy Montag (Anwaltstätigkeit, 2005 einmalig zwischen 3500 und 7000 Euro und 2006 einmalig zwischen 1000 und 3500 Euro)

  • Omid Nouripour
    (Buchhonorar, 2006 einmalig zwischen 1000 und 3500 Euro)
  • Christine Scheel (Autorenhonorar für den Springer-Verlag, 2005 einmalig zwischen 1000 und 3500 Euro)

Friedrich Merz von der CDU hat alleine 8 Nebenjobs, bei denen er jährlich jeweils über 7000 10.000 Euro kassiert… Alleine diese „Nebeneinkünfte“ sorgen dafür, dass er mehr verdient als der Durchschnittsbürger. Seine Abgeordnetendiäten von 7000 steuerfreien steuerpflichtig Euro monatlich kommen da noch dazu…
Wenn ich davon ausgehe, dass der Herr Merz pro Stunde 100 Euro wert ist und er jeweils „nur“ 7000 10.000 Euro bekommen hat, dann würde das bedeuten, dass er für seine „Nebeneinkünfte“ 14 20 40-Stundenwochen pro Jahr aufwendet…
Wer diesen Herrn gewählt hat, sollte sich überlegen, ob er einer Partei, die so etwas zulässt, noch einmal seine Stimme geben will!

Um selbst nachzuforschen, wieviel die Abgeordneten eurer Wahlkreise „nebenher“ noch verdienen, sucht sie einfach im Abgeordnetenverzeichnis des Bundestags.

[Nachtrag]
Zwei Dinge, die ich in meinem Eifer übersehen habe und auf die ich dankenswerterweise in den Kommentaren hingewiesen wurde.

Zum einen sind die Abgeordneten Diäten natürlich steuerpflichtig. Mea culpa. Danke Starkiller
Zum zweiten liegt die Grenze für jährliche Summen bei 10.000 und nicht bei 7.000 Euro. Danke Farlion

Zu den verschiedenen Einkommensarten (einmalig, monatlich, jährlich) ist leider zu sagen, dass die Veröffentlichungsregeln leider ziemlich kompliziert geraten sind.
Monatlich bedeutet, dass die veröffentlichungspflichtige Grenze von 1000 Euro je Monat überschritten wurde, d.h. über einen längeren Zeitraum wurden dem Abgeordneten jeden Monat über 1000 Euro überwiesen.
Jährlich bedeutet, dass dem Abgeordneten über einen längeren Zeitraum regelmässig Beträge von unter 1000 Euro überwiesen wurden, sie in der Summe eines Jahres aber über 10.000 und unter 12.000 Euro liegen. In diese Kategorie fallen also monatliche Einkommen zwischen 834 und 999 Euro. Bei über 999 Euro würden sie also monatlich ausgewiesen, bei unter 834 Euro einfach unter den Tisch fallen.
Einmalig bedeutet, dass die Einnahme nicht regelmässig erfolgt, sondern eben einmalig und über 1000 Euro lag.

Wenn ich nun einem Abgeordneten jeden Monat 833 Euro überweise, dann würde das nicht veröffentlicht. Auch dann nicht, wenn dies 20 Leute täten. Die aktuelle Veröffentlichungspflicht ist in ihrer Aussagekraft also nur sehr beschränkt.

Was man aber erkennen kann, ist zum einen, dass manche Politiker (Merz mit 8 * mindestens 10.000 Euro im Jahr) anscheinend noch viel Zeit neben ihrem Abgeordneten Mandat haben.

Man verstehe mich nicht falsch. Politiker sind sehr einflussreiche Personen, die sehr weitreichende Entscheidungen fällen, weshalb im Bundestag möglichst die besten Köpfe zu finden sein sollten. Diese besten Köpfe müssen auch angemessen bezahlt werden und deshalb muss ihr Einkommen auch mit dem in der freien Wirtschaft bezahlten Schritt halten. Was aber nicht angehen kann ist, dass die Politiker neben ihrem Einkommen als Politiker noch zig zehntausende Euro erarbeiten (davon ausgehend, dass diese Abgeordneten für dieses Geld auch etwas produktives tun und nicht einfach politische Entscheidungen danach ausrichten).
Ich möchte kein Politiker sein. Die Unmengen an Gesetzestexten die für jede Sitzungswoche durchzuackern sind, dazu noch die Arbeit in den Ausschüssen, Treffen mit Lobbyisten, der Presse und der Arbeit im Wahlkreis. Das ist verdammt viel Arbeit. Aber niemand kann mir erklären, wie es da möglich sein soll, in 8 Aufsichtsräten oder Beiräten zu sitzen und dort auch noch ordentlich zu arbeiten. Der Tag hat nur 24 Stunden.

Techniken, Metaphern und Politiker

Menschen kommunizieren gerne, es gibt sogar Menschen, deren Beruf ist es zu kommunizieren. Auch wenn es ursprünglich einmal anders ist, sind Politiker inzwischen zu Kommunikatoren geworden, die den lieben langen Tag durch die Medien den Bürgern erklären, was die Politiker tun, warum sie es tun und warum die Bürger ihnen vertrauen sollen, damit sie die Politiker weiterhin tun lassen, was die Politiker tun. Also erklären sie, mit wem sie sich getroffen haben, warum diese oder jene Idee als gut anzusehen sei und warum der politische Gegner keine guten Ideen hat.

Leider Gottes hat sich aber die Welt in den letzten Jahren drastisch verändert.

  • Vor 30 Jahren hatten nur sehr wenige Menschen Zugriff auf Computer
  • Vor 20 Jahren hatten nur sehr wenige Menschen Zugriff auf Computer mit Kommunikationsfähigkeiten
  • Vor 10 Jahren hatten nur wenige Menschen Zugriff auf das Internet
  • Vor 0 Jahren sagte noch mancher Politiker, er sei froh, dass seine Mitarbeiter für sie das Internet „bediene“ oder er öffne jeden Dateianhang eines E-Mails

Technik ist grundsätzlich die Anwendung von besonderen Methoden, Prinzipien bzw. Naturgesetzen, einzeln oder in Kombination, um bestimmte Wirkungen zu erzielen.

(Quelle: Wikipedia)

Technik ist also die Anwendung von Methoden und Prinzipien, wenn man der Wikipedia glauben schenken darf. Methoden und Prinzipien haben aber eine sehr unangenehme Eigenschaft, denn wer sie nicht versteht, begreift auch nicht, wie deren Anwendung funktioniert und kann diese darum auch nicht erklären. Oft werden Metaphern verwendet, um Techniken unbedarften zu beschreiben, wobei man sehr genau darauf achten muss, die richtigen Metaphern zu finden.

Jan Schejbal hat sich hingesetzt und ein paar wichtige Techniken durch Metaphern beschrieben, damit in einfacher Sprache auch dem unbedarftesten Politiker deutlich gemacht werden kann, worum es sich bei der Technik handelt: Ein Computer ist nicht öffentlich

Attentat auf Schäuble: Alarm für Marnem

Wie mache ich mein Blog über die Grenzen meiner Stammleserschaft hinaus bekannt? Diese Frage stellen sich wohl die meisten Blogger früher oder später, denn auch die interessantesten und spannendsten Geschichten verändern die Welt nicht, wenn sie niemand liest. Ein gängiges Mittel, das eigene Blog bekannt zu machen sind Stöckchen, Wettbewerbe und Blog Karnevalle, wobei Stöckchen in letzter Zeit deutlich an Zugkraft verloren zu haben scheinen. Der WordPress Plugin-Karneval ist ja gerade erst zu ende gegangen und an Wettbewerben läuft zur Zeit zum Beispiel GSDS – Glühweinjunkies suchen den Superblog oder der Querdenker Suchwort-Blogger-Contest.

Beim „Suchwort-Blogger-Contest“ geht es darum, eine möglichst gute Kurzgeschichte zu schreiben, in der man allerdings die 10 häufigsten Suchworte des eigenen Blogs in Fettschrift unterbringen muss. Ich finde diese Idee interessant und lustig und beteilige mich darum daran, dazu habe ich alle Suchbegriffe der letzten 4 Monate, unter denen meine Seite gefunden wurde, ausgewertet:

Suchwort-Blogger-Contest-LogoAttentat auf Schäuble: Alarm für Marnem und die wilde 42

Es war ein Tag wie jeder andere, als mich die Meldung erreichte: Ein Attentat auf Bundesinnenminister Schäuble sollte verübt werden. Das konnte ich natürlich nicht zulassen, denn man male sich nur aus, welche Ideen für zusätzliche Überwachungsmaßnahmen der Airhead alles durchsetzen könnte, falls er ein weiteres Mal Opfer sein dürfte. Zusammen mit Annette und dem Rest der Gilde machte ich mich auf den Weg zum Veranstaltungsort. Dort angekommen, wurden wir vom Sicherheitspersonal kontrolliert. „Wer von ihnen ist ist dieser Marnem?“ fragte uns der Muskelprotz forsch, als er auf unseren Overalls den Aufdruck „Marnem und die wilde 42“ sah. Doch noch bevor wir ihm eine Antwort geben konnten, hörten wir einen Knall aus Richtung des Podiums: Entgegen dem Strom verwirrter CSU-Anhänger, die mit der für bayerische Veranstaltungen dieser Art üblichen Bierfahne, dem Ausgang entgegen drängte, stürmten wir zur Bühne. Dort angekommen, sahen wir schon, wie sich die Bodyguards des Ministers auf dem Boden wälzten. Es war aber kein Blut zu sehen und auch keine Schmerzensschreie zu hören: Das Sicherheitspersonal kringelte sich nämlich in einem großen Lachanfall.
Der Knall, so stellte sich später heraus, rührte von einem brechenden Gashebel eines Rollstuhls her. Schäubelchen hatte sich bei seinen Hass-Tiraden gegen die Freiheit der Bürger so erregt, dass er vor lauter Übermut mit der Faust auf den Tisch schlagen wollte. Dabei traf er nur leider den Gashebel und aktivierte den Overdrive seines Rollstuhls, der sich nun munter in hoher Geschwindigkeit auf der Bühne im Kreis drehte.