16. März 2007 — Nur ums mal gesagt zu haben |
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Themen, für die ich heute nicht genug Zeit hatte sie ausreichend zu beleuchten, die aber doch für die werte Leserschaft von Interesse sein könnten.
13. März 2007 — Nur ums mal gesagt zu haben |
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Köln hat sich um die Ausrichtung der World Cyber Games beworben und gewonnen. Eines der Spiele der WCG ist das berühmt berüchtigte CounterStrike. Ich bin ja mal gespannt, was der Beckstein dazu sagt? Ob er Schäuble öffentlich auffordern wird, alle Spieler festzunehmen? Und ob dort nur die entschärfte Counter-Strike Version gespielt wird? Und ob bei jedem Spieler das Alter überprüft wird? Oder wird den Spielern eventuell die Einreise verweigert?
8. März 2007 — Innenpolitik |
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Tja, so ist das, Günther, wenn man ganz normale Computerspieler beschimpft. Sie wehren sich. Aber nicht so, wie Du es vielleicht erwartet hättest. Es hat sich kein Mob von Jugendlichen zusammengefunden, die in GSG9-Montur und mit Kalaschnikow gegen den Palazzo Prozzo ziehen. Nein, ein 44-jähriger Maschinenschlosser und IT-System-Elektroniker, also ein auch in deinen Augen Erwachsener, beruft sich auf seine Rechte und hat dich angezeigt. Er hat Strafanzeige gestellt wegen Beleidigung, übler Nachrede und (jetzt kommts) Volksverhetzung. Wiki sagt zum Thema Volksverhetzung:
Volksverhetzung ist in der Bundesrepublik Deutschland eine strafbare Handlung. Ihre Tatbestandsmerkmale definiert § 130 Absatz 1 des Strafgesetzbuchs:
Wer in einer Weise, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören,
1. zum Hass gegen Teile der Bevölkerung aufstachelt oder zu Gewalt- oder Willkürmaßnahmen gegen sie auffordert oder
2. die Menschenwürde anderer dadurch angreift, dass er Teile der Bevölkerung beschimpft, böswillig verächtlich macht oder verleumdet,
wird mit Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren bestraft.
Im allgemeinen nennt man sowas nicht mehr als Kavaliersdelikt, sondern schon eine richtige Straftat. Jetzt ärgerts mich erst recht, dass ich meinen Blogeintrag, bei dem ich Dir genau dieses vorgeworfen habe, obwohl schon fertig geschrieben, dann doch nicht gepostet habe, weil Steffi meinte, dies sei zu heftig.
Ich bin ja mal gespannt, was dabei rauskommt. Wobei fürs erste nichts geschehen wird, weil du als Abgeordneter erstmal Immunität genießt. Aber vielleicht hilft alleine die Tatsache, dass ein Strafverfahren gegen dich läuft schon, damit du anfängst etwas mehr darüber nachzudenken was du sagst, bevor du den Mund aufmachst.
Warum spreche ich den Günther hier so persönlich an? Vor rund 4 Jahren hatten wir zwei mal ein nettes Gespräch, als ich ihn um 7 Uhr in der früh auf dem Weg zur Uni getroffen habe. Da lief er ganz alleine über die Leopoldstrasse und meinte, dass er einschätzen könne, wann er Polizeischutz bräuchte und wann nicht. Das er sich da in Zukunft mal nicht täuscht und ihm da ne Streife auflauert, um ihn einzubuchten…
via torschtl
7. März 2007 — Internet |
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Das Internet, unendliche Weiten. Wir befinden uns im hier und jetzt. Dies sind die Abenteuer der virtuellen Welt SecondLife, dass ein paar tausend Kilometer von Deutschland entfern gehostet wird, um eine fremde Welt zu bieten, unbekannte Lebensformen und neue Zivilisationen. SecondLife dringt dabei in Rechtsräume vor, die nie ein Mensch zuvor gesehen hat.
So oder ähnlich könnte man beschreiben, was mir zu SL heute auf den Monitor kam:
Zuerst verbietet Peking den Umtausch virtuellen Geldes in reale Währungen, um so strikte Trennung zwischen virtuellen Tauschbeziehungen und elektronischem Handel mit echten Produkten zu verhindern. Dies schreibt die FTD unter dem morgigen Datum. Der Grund für das vorgehen der chinesischen Regierung ist, dass über den Umweg virtueller Welten Gewinnspiele angeboten werden, die nach chinesischem Recht in der realen Welt nicht erlaubt wären (via Robert). Aber vielleicht war ja auch mein Artikel über SL daran Schuld, weil ich dort die Problematik der Umgehung von Gesetzen via online Welten schon angesprochen hatte.
Da man nun in SL nicht mehr ruhigen Gewissens shoppen kann, wird nun auch noch die freie Bewegung eingeschränkt:
Netzeitung.de: Also sollte man virtuelle Orte meiden, an denen Sex gezeigt oder ausgeübt wird?
Mathé: Jeder Second-Life-Besucher sollte sich hüten, derartige Angebote zu besuchen, da die Besitzverschaffung schon mit dem Herunterladen der Grafikdaten in den Arbeitsspeicher der heimischen PCs erfüllt ist.
In dem Interview der Netzzeitung wird dabei die Problematik angesprochen, dass in SL Sexualakte betrieben werden können und diese ungefiltert dargestellt werden. Laut deutschen Paragraphen wäre das Pornographie, die Minderjährigen nicht zugänglich gemacht werden darf. Sex mit Avataren, die Tieren oder Kindern ähneln, seien so oder so auch für Erwachsene verboten (via Robert).
Ich schlage der Staatsanwaltschaft Halle vor, sämtliche Finanztransaktionen mit den Konten der SL-Macher zu untersuchen, es sind evtl Pädophile dabei und der Aufschrei wäre sicher nicht großer als bei deren Mikado-Spiel
5. März 2007 — Innenpolitik |
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“Killerspiele”, das ist ein Wort dessen Bedeutung sich jedem sofort erschließt. Das müssen Spiele sein, die mit Toten enden. Spiele, die etwas töten. Oder Spiele, die von gespielt Killern werden. Zumindest gibt das Begrifflichkeit “Killerspiele” diese Bedeutungen her. Gemeint ist damit aber etwas anderes. Zumindest, wenn man den “Computerprofis” Beckstein und Schäuble glaubt. Aber wer würde das tun? Vermutlich die Redaktion des NDR-Magazins “Panorama”, die sich vor 1 1/2 Wochen mit dem Bericht “Morden und Foltern als Freizeitspaß – Killerspiele im Internet” lächerlich gemacht hat. Zwischen dieser mit Geldern des Gebührenzahlers bezahlten Werbung für die Firma “PAN AMP“, darf Beckstein mal wieder über die “Killerspiele” herziehen, obwohl sein Gesetzentwurf für das Verbot allerlei Computer- und sonstiger Spiele zwei Tage vor Ausstrahlung des Berichts vom Bundesrat abgeschmettert wurde. Die hohe Zahl an sachlichen Fehlern in diesem Bericht brauche ich nicht aufzählen, denn das hat Jan Schejbal bereits ausführlich getan.
Gestern hat RTL2 über das gleiche Thema mit dem Titel Ego-Shooter – Spiele für Killer? berichtet. Doch, oh Wunder, weder wird ein Innenminister noch jemand mit finanziellen Hintergedanken befragt. Nein, hier werden Medienwissenschaftler und Psychologen um ihre Einschätzungen gebeten. Echte Experten in die Materie also. Sollte es dann verwundern, dass ganz andere Töne zu hören sind? Ist es nicht seltsam, dass es der Titten- und Ballermannsender RTL2 schafft, einen Bericht über Computerspiele zu senden, in dem konsequent das Genre beschreibende Wort “Ego-Shooter” benutzt wird, statt dem wertenden, voreingenommene und polemisch aufgeladene “Killerspiele”, wie es das seriöse, gebührenfinanzierte und angesehene “Panorama” tut?
Aber entscheidet selbst, den Bericht des “Panorama” findet ihr auf deren Webseite: http://daserste.ndr.de/panorama/archiv/2007/t_cid-3710940_mid-3718402_typ-mshigh_loc-int.html
Den Bericht von RTL2 “Welt der Wunder” findet ihr bei sevenload oder seht ihn euch direkt an:
Video wurde von Sevenload gelöscht
via Farliblog
5. März 2007 — Nur ums mal gesagt zu haben |
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Werbung, Kommerz, Bezahlung. Das scheinen furchtbar böse Dinge zu sein.
Diesen Eindruck kann man bekommen, wenn man sich die Artikel der Blogosphäre der letzten Tage ansieht. Die Firma Sony stellt am 23.03.2007 die Playstation3 in Europa vor. Die PS3 genannte Konsole ist teuer, Stromfressend und hat einen lauten Lüfter, dafür bietet sie die üblichen Spielkonzepte mit hübscher Grafik und ggf HDTV Auflösung. Soweit erstmal nichts besonderes. Nun hat Sony die PS3 ursprünglich schon für Frühjahr 2006 angekündigt, musste dies aber wegen Problemen mit der Bauteilversorgung des Blue-Ray Laufwerks verschieben. Der Börsenkurs von Sony brach damals ein und Analysten beschworen ein baldiges Ende des Sonykonzerns herauf. Nur weil die PS3 etwas später als erwartet auf den Markt kommen sollte und so die Konsole von Microsoft ein knappes Jahr früher auf den Markt kam.
Nun ist die PS3 aber im Anmarsch. In den USA und in Japan ist sie seit November 2006 zu haben und demnächst eben auch bei uns. Um nun aber den Erscheinungstag und das Gerät zu promoten, macht Sony wie jede andere Firma auch Werbung. Und da die Zielgruppe der PS3 auf Jugendliche und junge Erwachsene abzielt, hatte Sony die grandiose Idee ein junges Medium in die Werbestrategie einzubeziehen: Blogs
Sony war nicht so dumm, aus dem nichts ein neues Blog erschaffen zu wollen, dafür ein paar nicht-Blogger zu Bloggern zu machen und damit Erfolg zu haben. Nein, Sony war geschickter. Sony hat sich ganz gezielt drei der bekannteren Blogger ausgesucht und sie für vier Tage gemietet. Gemietet? Ja, gemietet, denn diese drei Blogger sollen nicht unkontrolliert drauf los schreiben, diese drei Blogger werden für vier Tage auf ein Hausboot in Hamburg gesperrt, mit PS3s, Spielen, Futter und was man sonst so braucht versorgt und sollen dort die Geräte testen, Party machen und Spaß haben. Und natürlich darüber bloggen.
Was an der Geschichte ist diesen Artikel wert? Eigentlich gar nichts. Außer der Reaktion der Blogosphäre. Diese mag nämlich Werbung nicht. Und Kommerz. Oder Bezahlung. Aber warum? Was ist so schlimmes daran, wenn drei Blogger statt sich auf ihre AdSense Einnahmen zu verlassen, ein Zubrot durch so ein Event verdienen? Weil die Werbung für den Konzern nichts bringt. Und für die beteiligten Blogger. Und überhaupt. Und so. Aber lest selbst, wie DonAlphonso darüber schimpft, dass Nerdcore da mit macht.
21. Februar 2007 — Internet |
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Second Life, zur Zeit in aller Munde, was soll der Hype?
Ende 2004, Anfang 2005 war ich mal wieder auf der Suche nach einem neuen Online-Spiel. WoW war noch nicht auf dem Markt, von Browser-Games hatte ich gerade die Nase voll, da stolperte ich über ein Spiel namens “Second Life”. Die Beschreibung hörte sich dann schon etwas seltsam an, weder der Client noch die Nutzung kosteten etwas, warum sollte eine Firma so etwas anbieten? Also erstellte ich mir einen Account und eine Spielfigur und begann die Virtuelle Welt zu erforschen, doch schon nach einer durchzockten Nacht hatte ich am nächsten Morgen keine Lust mehr einzuloggen. Warum das? Nun, aus meiner Sicht war Second Life nur ein 3D Chat Client. Man konnte umher wandern, umher fliegen, mit anderen Charakteren chatten und das wars dann auch schon. Die Tatsache, daß man echtes Geld in inGame Währung wechseln konnte, interessierte mich nicht, va da es imho nichts interessantes zu Kaufen gab.
Nun, diese Erfahrungen sind über 2 Jahre her, Second Life hat sich weiter entwickelt, einen riesen Medienhype generiert und so war es an der Zeit sich nochmal umzusehen. Und was stelle ich fest? Second Life ist immer noch nur ein 3D Chat Client. Und nichts weiter. Es gibt keine Missionen zu erfüllen, keine Aufgaben zu erledigen, sondern nur ödes Chatten mit einem Haufen Newbies, die Millionäre werden wollen.
Millionäre? Ja, echte Dollar-Millionäre wollen sie werden. Die Idee ist bestechend einfach. Jeder Nutzer kann jederzeit echte US-Dollar gegen Linden-Dollar, die inGame Währung, umtauschen. Und vor allem auch wieder Linden-Dollar in US-Dollar. Falls also jemand einen Geldschein im Spiel finden sollte, kann er ihn in reales Geld umtauschen.
Aber woher sollte das Geld kommen? Warum sollte man echtes Geld in Linden-Dollar tauschen? Zu Beginn des Spiels kann man seinen Charakter, seinen Avatar basteln. Man kann sein Äusseres bis ins letzte Detail festlegen und ihm allerlei Klamotten anziehen. Doch alles in allem sieht nun jeder Charakter ähnlich aus. Um sich nun zu differenzieren kann man sich genau so oberflächlich wie in der Realen Welt durch andersartige Kleidungsstücke zum Individuum differenzieren. Um aber an ein solches Kleidungsstück zu kommen, muß man es sich kaufen. Und dafür tauscht man dann Geld. In anderen Spielen wie zB World of Warcraft würde man im Spiel losziehen und Geld verdienen, indem man zB Blumen pflückt oder seltene Gesteine sammelt und verkauft. Hier hat man eine wirkliche, eine echte, eine reale “Virtual Economy” (schöner Wortwitz). In Second Life aber lässt sich kein Geld erarbeiten, kein Geld verdienen. Second Life ist darum keine wirkliche Economy, sondern eher wie die Börse aufgebaut. Der Wert eines Gegenstandes bzw einer Aktie bemisst sich nicht an dem Sach- oder Materialwert des Gegenstandes, sondern rein nach dem, was die Konsumenten (Spieler bzw Anleger) bereit sind für den Gegenstand zu bezahlen. In beiden Fällen muß man aber erst von aussen Geld zuführen, um mit diesem agieren zu können.
Wie wird man nun Millionär? Auch den linden Labs, den Erschaffern von Second Life, war klar, daß man den Nutzern möglichst viele Möglichkeiten geben musste, um ihr umgetauschtes Geld wieder los zu werden. Also erschufen sie Kleider, Schmuck, Fahrzeuge, Accessoirs ( zB Bierkrücke mit Bier) oder Immobilien. Die Nutzer kauften diese Gegenstände und somit wanderte der entsprechende Dollarwert in den Besitz von Linden Labs. So konnten sie sich finanzieren. Um nun den Nutzern etwas zu tun zu geben und da Linden Labs keine all zu große Firma mit viel Manpower war, gaben sie den Nutzern die Möglichkeit selbst Kleidungsstücke, Schmuck und Accessoirs zu entwerfen, erstellen und zu handeln. So konnten nun die Nutzer im Spiel Geld generieren. Sie produzierten Waren und handelten mit ihnen. Nicht jeder ist ein guter Designer oder hat Lust, sein Gehirnschmalz für ein paar bunte Pixel zu verschwenden. So entwickelte sich schnell auch das Älteste Gewerbe der Welt in Second Life. Zwar kann man keine reale Befriedigung erzeugen, aber das ist ja auch beim Telefonsex kein Hinderungsgrund. Millionär wird man so aber nicht. Millionär wird, wie im echten Leben, nur der, der etwas wagt, der ein Risiko eingeht. Und so wurden die jenigen Millionäre, die sich dem Wagnis des Immobilienhandels hingaben.
Immobilienhandel in einer Virtuellen Welt? Ja, denn auch das virtuelle Auto braucht einen Parkplatz. Linden Labs vermietet inGame Grundstücke für eine monatliche Gebühr, verkauft aber auch ganze Inseln mit eine Fläche von 65,536 m^2 für 1.675 US-Dollar zzgl einer Monatsmiete von 295 US-Dollar. Gewinn generiert man nun dadurch, indem man sich so eine Insel kauft, sie parzelliert und diese Parzellen weitervermietet. Da man eine Insel in 128 Parzellen zu 512 m^2 aufteilen kann und Linden Labs selbst je 512 m^2 Parzelle 5 US-Dollar Miete für die ihrigen Flächen kassiert, kann man, wenn man die Parzellen für 4 Dollar vermietet bis zu 217 US-Dollar je Monat Gewinn machen. Gut, man wird sicher etwas Fläche für Straßen etc reservieren müssen und evtl nicht alle Parzellen vermieten können, aber das System wird so klar.
Im Laufe des Jahres 2006 wurde Second Life drei Jahre alt, knackte endlich die Nutzergrenze von 1 Million Nutzern und schaffte es dank der ersten durch das Spiel geschaffenen Millionärin auf zahlreiche Zeitungscover. Angeblich wurde noch im selben Jahr die 2 Millionen Nutzergrenze gesprengt. Second Life ist somit knapp 1/3 so groß wie World of Warcraft. Woher kommt nun aber die viel größere Mediencoverage? Der Hauptgrund liegt wohl daran, daß Blizzard sehr genau kontrolliert, was in WoW geschieht und durch die Quests und Instanzen einen deutlichen Fokus auf den spielerischen Aspekt legt. Second Life besitzt aber einen solchen nicht und muß sich daher auf den hype durch das “Wirtschaftssystem” verlassen. Andererseits ist SL kostenfrei für den First-Time-User und Ermangelungs des Spielcharakters leichter als “ernstes” System zu vermarkten. Hochschulen versuchen sich durch Vorlesungen im virtuellen Raum ein modernes Image zu geben, Unternehmen können ungestört Werbung erzeugen (in anderen Spielen gäbe es einen Aufschrei wegen Product-Placement…) und die Mafia kann in aller Ruhe Geld waschen.
Was ist nun der Haken an SL, das hört sich doch alles ganz toll an. Neben den üblichen Risiken jedes Online-Spiels (Sucht, Realitätsverlust, etc) die nur die Spieler betreffen, gibt es nun ganz gewaltige mögliche Auswirkungen auf die reale Welt. Unternehmen wie Nissan oder adidas verkaufen virtuelle Autos oder Sportschuhe in Second Life und bisher läuft dieser Handel an den Regularien und Steuersystemen der Realen Welt vorbei. Nun könnte man meinen, daß die paar Millionen US-Dollar, die pro Monat in SL umgesetzt werden kein großes Problem darstellen. Momentan spricht man von 1 Mio pro Tag, also rund 365 Mio im Jahr. Wenn man aber etwas in die Zukunft schaut, erkennt man schnell, daß es zum ersten mal in der jüngeren Geschichte problemlos und ungefährlich möglich ist, Geld über Ländergrenzen hinweg unversteuert und unkontrolliert zu verschieben.
Ein Beispiel: Unternehmen D wird in Deutschland gegründet und hat in Deutschland seinen Hauptsitz. Das Unternehmen gründet eine Tochterfirma in einem Steuerparadies S. Das Geschäft floriert und D macht große Gewinne. S und D Firmen gründen eine Niederlassung in SL und können die Kosten dafür als Investition oder Werbung von der Steuer absetzen. S verkauft in SL Klopapier zum Preis von 300 Mio Linden-Dollar (rund 1 Mio US-Dollar) je Blatt. D kauft nun fleissig dieses Klopapier und drücken so ihren Gewinn auf 0. Während dessen kann S ganz gemütlich das Geld aus SL abziehen und dank dem Sitz im Steuerparadies nahezu unversteuert an D zurückgeben. Die Gewinne von S sind schon im Steuerparadies versteuert und darum muß D sie nicht weiter versteuern. Soweit, so lustig. Kauft nun aber D weiter Klopapier, wandert der Gewinn in den roten Bereich und D bekommt bereits gezahlte Mehrwertsteuer zurück. So kann man recht einfach die Steuerlast eines Unternehmens auf Null senken und den Markt mit niedrigen Preisen begeistern.
Aber ist das Rechtens? Ich bin leider kein Steuerberater und weiß es nicht. Der Gedanke, daß es rechtens ist, macht mir aber Angst.
Ganz abgesehen davon lässt sich so wohl sehr einfach Geld im großen Stil waschen und ich glaube kaum, daß Linden Labs die Transaktionen protokolliert…
Ideen und Inspirationen von: Carsten, Capitalism 2.0, _notizen aus der Provinz