Was ist mit Burma?

Vor zwei Wochen war Burma das große Thema in den Nachrichten, vor einer Woche der große Free Burma-Aktionstag und auch der Spiegelfechter hat seinen Ticker-Artikel zuletzt vor einer Woche aktualisiert. Statt dessen schaffte es eine dumme Blondine mit verqueeren Ansichten die Medien für zwei Tage zu beherrschen.

Haben sie recht, die Kritiker der Blog-Aktion? Aus den Augen, aus dem Sinn? Monsieur Fischer schreibt, dass der Weltsicherheitsrat, wie schon zu erwarten war, sich auf keine scharfe Verurteilung der Vorgänge in Burma einigen konnte und Goggi beklagt, dass die „Free Burma“-Aktion nur eine Promotion Aktion der A-List Blogger gewesen sei.

Ich weiß nicht, was manche sich von der „Free Burma“-Aktion erwartet hatten. Dass die Junta in Burma die Waffen streckt und es binnen Stunden zu friedlichen Wahlen kommt? Dass die Bildzeitung nun täglich den Wetterbericht und ein Demonstrationsbarometer aus Burma abdruckt? Dass die Bundesregierung alles liegen und stehen lässt um an einem Grenzübergang zwischen Thailand und Burma an den Toren rüttelt und ruft „Wir wollen hier rein?“. Oder gar, dass die Blogosphäre nun nicht mehr über das iPhone oder die neusten Gerüchte um Googles Pagerank berichten, sondern nur mehr über Burma?
Aktionen wie „Free Burma“ kosten Kraft, lenken aber die Aufmerksamkeit auf ein Thema. Dies ist aber nur kurzfristig möglich, denn die Menschen ändern ihr Verhalten aufgrund von Geschehnissen weit weg nur sehr selten, auf jeden Fall nur sehr langsam. Wenn das nächste mal über Burma berichtet wird, wissen zumindest deutlich mehr Leute als vorher, was in Burma passierte. Sie können die Situation dort etwas besser einschätzen und das ist schon ein Gewinn. Jeder, der sich anderes erwartet glaubt aber auch noch an den Weihnachtsmann.

Weiß eigentlich jemand, was sich in Burma momentan tut?

Free Burma! – One Blogpost for Burma

Das einzige Blogpost für heute.

Free Burma!

Das folgende Zitat stammt vom „One Blogpost for Burma“-Wiki und soll erklären, worum es geht.

Allgemeine Erklärung der Menschenrechte

Artikel 1 Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Sie sind mit Vernunft und Gewissen begabt und sollen einander im Geiste der Brüderlichkeit begegnen.

Artikel 2 Jeder hat Anspruch auf alle in dieser Erklärung verkündeten Rechte und Freiheiten, ohne irgendeinen Unterschied, etwa nach Rasse, Hautfarbe, Geschlecht, Sprache, Religion, politischer oder sonstiger Anschauung, nationaler oder sozialer Herkunft, Vermögen, Geburt oder sonstigem Stand.

Des weiteren darf kein Unterschied gemacht werden auf Grund der politischen, rechtlichen oder internationalen Stellung des Landes oder Gebietes, dem eine Person angehört, gleichgültig ob dieses unabhängig ist, unter Treuhandschaft steht, keine Selbstregierung besitzt oder sonst in seiner Souveränität eingeschränkt ist.

[…]

Diese Allgemeine Erklärung der Menschenrechte wurde am 10. Dezember 1948 von der Generalversammlung der Vereinten Nationen verabschiedet, und gilt seither als ausdrückliches Bekenntnis zu den Menschenrechten.

Dieses Bekenntnis ist in einer globalisierten Welt wichtiger denn je. Deswegen dürfen wir nicht wegsehen, wenn in einem Land wie Burma friedliche Demonstranten und buddhistische Mönche rücksichtslos getötet oder verhaftet werden.

Die burmesische Bevölkerung wird seit über 45 Jahren von einem diktatorischen Militärregime unterdrückt. Die legale Opposition ist de facto ausgeschaltet, Medien staatlich kontrolliert und die Menschen – als Zwangsarbeiter missbraucht – leben am Existenzminimum. Vor diesem Hintergrund ist es nicht verwunderlich, dass die Mönche ihren Protest gegen die Benzinpreiserhöhungen vor wenigen Wochen zum Ausdruck bringen wollten.

Obwohl das Militär mit allen Mitteln versucht, jeglichen Kontakt von und in das Ausland zu unterbinden, drangen Belege seiner Grausamkeiten an die internationale Öffentlichkeit. Trotz der Gefahr, verhaftet und verschleppt zu werden, riskierten mutige Burmesen ihr Leben, um die Welt über die grausamen Ereignisse in ihrem Land zu informieren.

Doch bislang verhindern wirtschaftliche Interessen einzelner Mitgliedsstaaten die Verurteilung der Gewalt und der Unterdrückung seitens der Vereinten Nationen.

Wir wollen mit dieser internationalen Aktion ein Zeichen setzen!
Wir verachten die Gewalt und den Terror in Burma.
Wir setzen uns ein für die, die aufgrund ihrer Meinung unterdrückt werden und wir solidarisieren uns mit den Menschen, die für ihr Recht demonstrieren.
Wir fordern die Vereinten Nationen auf, die Gewalt zu verurteilen. Wir fordern Freiheit und Frieden für Burma.


In Burma ist seit über einer Woche die Hölle los. Erst stiegen die Lebensmittelpreise, dann gingen die buddhistischen Mönche auf die Straße um dagegen zu protestieren. Schnell wuchs die Zahl der Protestierer, schließlich schlug die herrschende Junta die Demonstartionen nieder und kappte alle Kommunikationswege ins Ausland. Das wenige, was an neuen Informationen aus dem Land kommt, findet ihr beim Spiegelfechter.

Um an die Situation in Burma zu erinnern und der Welt zu zeigen, dass wir Blogger nicht gleichgültig gegenüber dem sind, was in Burma passiert, beteilige ich mich an der Aktion Free Burma! – One Blogpost for Burma.
Über einen Radiosender aus Thailand wird in burmesischer Sprache unter anderem über diese Aktion berichtet und ich hoffe, dass dies dem burmesischen Volk eine moralische Stärkung ist.