Was ist mit Burma?

Vor zwei Wochen war Burma das große Thema in den Nachrichten, vor einer Woche der große Free Burma-Aktionstag und auch der Spiegelfechter hat seinen Ticker-Artikel zuletzt vor einer Woche aktualisiert. Statt dessen schaffte es eine dumme Blondine mit verqueeren Ansichten die Medien für zwei Tage zu beherrschen.

Haben sie recht, die Kritiker der Blog-Aktion? Aus den Augen, aus dem Sinn? Monsieur Fischer schreibt, dass der Weltsicherheitsrat, wie schon zu erwarten war, sich auf keine scharfe Verurteilung der Vorgänge in Burma einigen konnte und Goggi beklagt, dass die „Free Burma“-Aktion nur eine Promotion Aktion der A-List Blogger gewesen sei.

Ich weiß nicht, was manche sich von der „Free Burma“-Aktion erwartet hatten. Dass die Junta in Burma die Waffen streckt und es binnen Stunden zu friedlichen Wahlen kommt? Dass die Bildzeitung nun täglich den Wetterbericht und ein Demonstrationsbarometer aus Burma abdruckt? Dass die Bundesregierung alles liegen und stehen lässt um an einem Grenzübergang zwischen Thailand und Burma an den Toren rüttelt und ruft „Wir wollen hier rein?“. Oder gar, dass die Blogosphäre nun nicht mehr über das iPhone oder die neusten Gerüchte um Googles Pagerank berichten, sondern nur mehr über Burma?
Aktionen wie „Free Burma“ kosten Kraft, lenken aber die Aufmerksamkeit auf ein Thema. Dies ist aber nur kurzfristig möglich, denn die Menschen ändern ihr Verhalten aufgrund von Geschehnissen weit weg nur sehr selten, auf jeden Fall nur sehr langsam. Wenn das nächste mal über Burma berichtet wird, wissen zumindest deutlich mehr Leute als vorher, was in Burma passierte. Sie können die Situation dort etwas besser einschätzen und das ist schon ein Gewinn. Jeder, der sich anderes erwartet glaubt aber auch noch an den Weihnachtsmann.

Weiß eigentlich jemand, was sich in Burma momentan tut?

Free Burma Aktionstag am 4.10

Ich hab sowas noch nicht erlebt, aber das kann ich zu vielem sagen…

Am Freitag schrieb Robert darüber, dass in Italien eine Bloggeraktion zum Thema Burma anlaufen würde.

Tonsai hat mich per Mail auf eine in Italien anlaufende Aktion aufmerksam gemacht, dass alle Blogger nur noch über Burma bloggen sollen. Ich habe meine Zweifel, dass das eine Mehrheit der italienischen Blogger jucken wird, denn viele bloggen nicht drüber, weil es schlichtweg nicht zum Inhalt passt und sich auch nix vorschreiben lassen, was sie schreiben und was nicht. Außerdem kann ich nur wenig italienisch, um abzuschätzen, wie das anläuft und was die Pro/Contra Argumente sind. In D würde die Mitmachbereitschaft aufgrund der “Schreibvoschrift” wohl nicht anders aussehen. Insofern kann man eine Variante suchen, die evtl. einen Kompromiss darstellt und zugleich imho auch viel mehr Aufmerksamkeit erzeugt, als wenn alle Blogger irgendwas über Burma schreiben.

Wie man sieht, war er recht pessimistisch und schlug nun vor, am 3.10 einen Blog-Schweigetag zu Veranstalten. Es gab viele Kommentare und Blogposts zu diesem Thema, unter anderem ja auch von mir.
Robert lies sich schnell überzeugen und drehte seine Meinung um 180 Grad. Keine drei Stunden nach seinem Schweigevorschlag hatte sich an die Spitze einer Bewegung gesetzt, die für den 3.10 einen „Free Burma“-Aktionstag plante. Noch im Laufe des Freitag Abends wurde ein Wiki aufgesetzt und die Planungen liefen in drei Sprachen (Deutsch, Englisch, Italienisch) an.

Inzwischen ist Sonntag, Robert hat in 42 Stunden sechs mal über die Aktion gebloggt und gerade mal zwei „Themenfremde“ Kurzartikel geschrieben.
„Free Burma“ war im Radio (Trackback), im heise Newsticker und auf Telepolis.
Das Wiki ist in Teilen sechs-Sprachig und der Aktionstag wurde weltweit synchronisiert und auf den 4.10 verschoben.
Es gibt Page Peels, Ribbons und Banner, ein Motto „One blogpost for Burma“, dass für nicht-Blogger angepasst wurde (“One text for Burma”, “One Keystroke for Burma”) und einen vorgefertigten Text für den 4.10.

Krass mit welcher Geschwindigkeit sich das Rad hier dreht!

Schweigen für Burma?

In Burma bzw Myanmar ist ja gerade der Teufel los. Nach 45 Jahren Herrschaft durch das Militär, protestieren seit einigen Tagen zig Tausende. Auslöser waren wohl, wie oft bei solchen Protesten, gestiegene Lebensmittelpreise. Die meisten von euch dürften in den Nachrichten davon gehört haben und da ich auch keine weiteren Informationen dazu besitze, habe ich bisher auch nicht darüber geschrieben.

Robert ruft nun zu einem Tag Blogschweigen auf, um ähnlich einer Schweigeminute, den Burmesen und ihrem Kampf zu Gedenken. Ich bin mir nicht sicher, ob das zielführend ist. Eine Schweigeminute macht auch nur dann Sinn, wenn man eigentlich in dieser Minute kommunizieren würde und man sich auf das zu Gedenkende konzentriert, außerdem lässt sich eine Schweigeminute zB an einem belebten Platz regelrecht spüren. Ein Tag Blogschweigen sorgt aber eher dafür, dass der Feedreader leer bleibt, man weniger von der Arbeit abgelenkt wird und sich mehr auf diese konzentriert. Das ist zwar auch nichts negatives, aber nicht zielführend.

Ich würde vorschlagen, dass wir Blogger uns ein für das eigene Blog unübliches Medium heraus suchen (damit es hervor sticht) und damit etwas zum Thema Burma gestalten. In meinem Blog wäre das zB ein handgemaltes Bild, in einem Comic-Blog ein Text und in einem Podcast-Blog ein Gedicht. Das Ziel soll sein, die eigenen Leser oder Zuhörer einen Moment lang aus dem „Alltag“ des Blogs zu reißen und an die Situation in Burma zu erinnern. Gedenken, Innehalten und Erinnern, das können wir Blogger erreichen wenn wir agieren, doch wenn wir Blogger schweigen, sind wir unsichtbar und machtlos.

Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen

Und das gilt selbst für den Visa-Abholer…

Wie ich bereits erwähnte werden meine Eltern mit einem befreundeten Ehepaar und mit einer meiner Tanten und deren Mann für fünf Wochen nach Nepal fahren. Fünf Wochen Wandern und Bergsteigen, abseits jeder Strom- oder Telefonleitung, quer durchs Himalaya. Das wird sicher ein großes Abenteuer, wäre aber absolut nix für mich. Ich bekomm ja schon nen Rappel, wenn ich mal wenige Tage nicht ins Netz komm, fünf Wochen sind da undenkbar…

Vor dem „Urlaub“ (wetten, dass die kaputter zurück kommen, als sie losgefahren sind?) steht aber der Papierkram. Ich bin also Dienstag zum nepalesischen Konsulat losgetigert und war dann baff, wie das ablief. Eine „normale“ Anwaltskanzlei, 5 Minuten warten, 10 Minuten dem Honorarkonsul zugucken, wie er den Papierkram der vier durch mich beantragten Visa durchsieht, 5 Minuten für das Eintragen der Visa in die Reisepässe und schon war ich wieder raus. Hat allerdings auch 40 Euro pro Visa gekostet, aber bei der Geschwindigkeit werde ich mich nicht beschweren. Ein Auto bei der Kfz-Stelle anzumelden kostet locker das doppelte oder dreifache und man muss Ewigkeiten im Wartesaal verbringen…

An der Tram-Haltestelle fragte mich dann eine ältere Dame (ca 65-75 Jahre alt) über mein Handy aus („“Hat das ne Uhr? Und nen Wecker? Und wie laut ist der?) und was es ohne Vertrag („Ich hab ja nur Prepaid“) kosten würde. Bis zu diesem Zeitpunkt ein „relativ“ normales Gespräch. Als sie dann aber damit anfing, mir über einen Bericht aus der „New York Times“ zu erzählen, den sie am Tag zuvor gelesen habe, in dem beschrieben wurde, wie die Telefonbuchfunktion unser Gehirn verändern würde, da wir uns ja keine Nummern mehr zu merken hätten, fing ich an, mich zu wundern. Als die Trambahn hielt, sprachen wir gerade über das Glenbow Museum in Calgary, Canada und dessen weltberühmte Mineralogische Abteilung (Puuh, Danke Prof Weber-Diefenbach für das Erwähnen dieses Faktums)…

Unfall Gabelsberger- Ecke Arcisstraße

Nicht mal zwei Stationen später war die Trambahnfahrt aber schon vorbei, denn ein BMW und ein Taxi trafen sich zur gemeinsamen Zerstörung einer Ampel. Ob es verletzte gab, weiß ich nicht, allerdings waren die anwesenden Feuerwehler schon interessiert am Zustand des Taxis, also denke ich mal, dass nichts wirklich schlimmes passiert ist.

Unfall Gabelsberger- Ecke Arcisstraße - BMW
Unfall Gabelsberger- Ecke Arcisstraße - Taxi


BMW Z3 - Greenpeace

Die Trambahngleise waren unpassierbar, weshalb der Trabahnführer (Trambahnfahrer?) uns „rauswarf“ und ich bis zum Kurfürstenplatz zu Fuß weiter lief. Dabei viel mir (vor einem Trachtenladen…) ein schwarzer (dunkelblauer? Ich habs nicht so mit der Unterscheidung dieser beiden Farben) BMW Z3 auf. Die verchromten Lufteinlässe fand ich ja „oachan“ (im Sinne von seltsam und unpassend und nicht im Sinne von Eiche) genug, aber ein „Greenpeace“-Zeichen aber dann definitiv lachhaft.

Mobileblogger

Also, wenn ich mich in meiner Familie so umsehe, denke ich, dass mir die nächsten Bloggerpreise direkt zugeschickt werden können 😉
Neuestes mitglied der Bloggergemeinschaft:

Thailand Back-Pack-Reise 07 meines Cousins Sebastian

Kann mir jemand einen günstigen und vertrauenswürdigen VoIP Anbieter nennen, mit dem ich billig auf ein thailändisches Handy telefonieren kann? Festnetztelefon hab ich ja nicht und kann daher die Call-by-Call-Angebote für 1,9 Cent/Minute nicht wahrnehmen.

Indien so klein?

Ui, das hatte ich nicht erwartet. Ich habe gerade gelesen, dass Indien „gerademal“ 9 mal so groß wie Deutschland ist. 9 mal so groß, aber 1.100 Millionen Einwohner gegenüber uns 82 Millionen Deutschen. Wikipedia sagt demnach auch, dass die Bevölkerungsdichte mit 329 Einwohnern schlappe 42% höher als bei uns ist.
Vom Gefühl her hätte ich Indien eher als Land, mit weitläufigen Feldern, Wiesen und Steppen eingeordnet, in dem verstreut die Dörfer liegen. Scheinen statt Dörfer aber nur mittelgroße Großstädte zu sein…

Indien hat 78 Städte mit über 500.000 Einwohnern, Deutschland 13

Elefantenpolo

Vor ein paar tagen wurde in einer Quizshow bei einer Frage als Lösung „Elefantenpolo“ angeboten. Ich hielt das für einen Witz und machte mich darüber lustig. Doch was muß ich gerade bei Spiegel-Online lesen? Daß ein Elefantenbulle bei eben diesem Sport austickte, die Reiterin abwarf und, wie die Fotostrecke belegt 2 Minibusse zerstört. Das erinnert mich an eine Benjamin Blümchen Geschichte, bei der Benjamin sich auf die Motorhaube eines Autos setzt.