5. März 2007 — Innenpolitik |
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“Killerspiele”, das ist ein Wort dessen Bedeutung sich jedem sofort erschließt. Das müssen Spiele sein, die mit Toten enden. Spiele, die etwas töten. Oder Spiele, die von gespielt Killern werden. Zumindest gibt das Begrifflichkeit “Killerspiele” diese Bedeutungen her. Gemeint ist damit aber etwas anderes. Zumindest, wenn man den “Computerprofis” Beckstein und Schäuble glaubt. Aber wer würde das tun? Vermutlich die Redaktion des NDR-Magazins “Panorama”, die sich vor 1 1/2 Wochen mit dem Bericht “Morden und Foltern als Freizeitspaß – Killerspiele im Internet” lächerlich gemacht hat. Zwischen dieser mit Geldern des Gebührenzahlers bezahlten Werbung für die Firma “PAN AMP“, darf Beckstein mal wieder über die “Killerspiele” herziehen, obwohl sein Gesetzentwurf für das Verbot allerlei Computer- und sonstiger Spiele zwei Tage vor Ausstrahlung des Berichts vom Bundesrat abgeschmettert wurde. Die hohe Zahl an sachlichen Fehlern in diesem Bericht brauche ich nicht aufzählen, denn das hat Jan Schejbal bereits ausführlich getan.
Gestern hat RTL2 über das gleiche Thema mit dem Titel Ego-Shooter – Spiele für Killer? berichtet. Doch, oh Wunder, weder wird ein Innenminister noch jemand mit finanziellen Hintergedanken befragt. Nein, hier werden Medienwissenschaftler und Psychologen um ihre Einschätzungen gebeten. Echte Experten in die Materie also. Sollte es dann verwundern, dass ganz andere Töne zu hören sind? Ist es nicht seltsam, dass es der Titten- und Ballermannsender RTL2 schafft, einen Bericht über Computerspiele zu senden, in dem konsequent das Genre beschreibende Wort “Ego-Shooter” benutzt wird, statt dem wertenden, voreingenommene und polemisch aufgeladene “Killerspiele”, wie es das seriöse, gebührenfinanzierte und angesehene “Panorama” tut?
Aber entscheidet selbst, den Bericht des “Panorama” findet ihr auf deren Webseite: http://daserste.ndr.de/panorama/archiv/2007/t_cid-3710940_mid-3718402_typ-mshigh_loc-int.html
Den Bericht von RTL2 “Welt der Wunder” findet ihr bei sevenload oder seht ihn euch direkt an:
Video wurde von Sevenload gelöscht
via Farliblog
20. Februar 2007 — Innenpolitik |
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Na, da wird sich der liebe Beckstein in seinen Allerwertesten beißen, wenn er das vom lawblog zitierte Gerichtsurteil liest, denn in diesem sagt das Gericht, daß Gotcha bzw Paintball die Menschenwürde nicht verletzt. In dem vor zwei Wochen vorgestellten Gesetzentwurf fordert Bayern Nicht-virtuelle Spiele, “die geeignet sind, die Mitspieler in ihrer Menschenwürde herabzusetzen, indem ihre Tötung oder Verletzung unter Einsatz von Schusswaffen oder diesen nachgebildeten Gegenständen als Haupt- oder Nebeninhalt simuliert wird” zu einer Ordnungswidrigkeit zu erklären und somit zu verbieten. Naja, und wenn Gotcha nicht die Menschenwürde verletzt, betrifft das Gesetz Gotcha eben nicht.
Pech gehabt Beckstein und wenn erstmal dein Bundestrojaner gekippt ist, wirds wohl auch nix mehr werden mit dem Ministerpräsidentenjob in Bayern.
20. Februar 2007 — Außenpolitik |
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Der Klimaschutz ist zur Zeit in aller Munde. Sei es im Zusammenhang mit mit der Kfz-Steuer, der deutschen EU-Ratspräsidentschaft oder einer Veränderung der Erbschaftsteuer. Eine ganz neue Idee kommt jetzt aus Australien, wo ab 2010 Glühbirnen verboten werden sollen, da Energiesparlampen bis zu 80% weniger Strom verbrauchen.
20. Februar 2007 — Innenpolitik |
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Kai Raven hat sich mal die Mühe gemacht und den Gesetzesentwurf für die Vorratsdatenspeicherung und die entsprechenden Texte der EU durchgearbeitet. Er ist darauf gestoßen, daß, falls der Gesetzesentwurf so durchgeht, nicht nur wie von mir skizziert der Absender, Empfänger, die Uhrzeit und IP-Adresse bei dem Versand jedes einzelnen eMails gespeichert werden müssen, sondern auch eine eindeutig einem Nutzer zuordenbare ID. Diese ID müsste, um eindeutig zu sein, mit dem Namen und der Anschrift des Nutzers verknüpft sein. Somit wäre der anonyme Versand von eMails nicht mehr möglich, da nur von geeigneter Stelle die ID abgefragt werden müsste.
Man könnte nun damit argumentieren, daß man damit Terroristen schnappen könnte. Aber, ach nein, das geht ja nicht, weil der Terrorist bei dem Selbstmordanschlag schon verblichen ist.
Aber doch sicher das organisierte Verbrechen! Hach, wenn, ja, wenn da nicht das Problem wäre, daß man erstmal wissen müsste wessen ID dem organisierten Verbrechen zuzuordnen wäre.
Aber, aber, … . Genau! Schnappen könnte man damit jemanden wenn:
- Man ein eMail mit bösem Inhalt hat und den Absender sucht. Hach, nein, das eMail hab ich ja auf einem Rechner gefunden, der mit dem Bundestrojaner infiziert war. Jetzt ist der ganze Schund nicht mehr beweiskräftig
- Man untersuchen will, wem jemand bestimmtes ein eMail schickt. Ich frage nun bei allen eMail Providern nach, ob dort dieser jenige welcher registriert ist, lasse mir seine ID geben und filtere nun alle eMails von dieser ID aus. Den Inhalt des eMail weiß ich zwar noch immer nicht (Verschlüsselung…), aber ich weiß mit wem er Kontakt hat. Wen ausser dem politischen Gegner kenne ich so gut, daß mich interessiert wem er eMails schickt?
Und abgesehen davon, es ist ja nicht verboten, sich bei hotmail nen Account zu holen. Die sind nämlich keine Europäer und brauchen daher keine IDs vergeben. Und ich glaube auch kaum, daß Saudi-Arabische Terroristen einen Europäischen eMail-Provider nutzen, um Anschläge vorzubereiten. Und somit fange ich mal wieder nur die DAUs.
Höre ich da gerade eine Katze sich in den Schwanz beissen? Nein, es sind der Schäuble und der Beckstein, die bemerken, daß ein Polizist der Linkspartei mal so eben die eMails mit ihren IDs ausfiltert…
18. Februar 2007 — Innenpolitik |
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Habe ich hier noch darüber spekuliert, ob mit dem Argument der “Inneren Sicherheit” mehr Überwachungskameras aufgestellt werden, ist mir die Polizei in Baden-Württemberg schon ein paar Schritte voraus, indem sie einen Atlas privater Videokameras erstellen will, die die Polizei anzapfen kann. Damit sind zB die Kameras in Parkhäusern oder Tankstellen, aber auch Webcams gemeint. Keine dumme Idee, wenn man bedenkt, daß mit den Kameras keine Verbrechen verhindert, sondern nur hinterher aufgeklärt werden können. Somit braucht man gar keine Live-Bilder und wälzt so die Unterhaltskosten auf die Betreiber ab…
Dumm nur, daß mal wieder ein Gesetz dem ganzen im Wege steht. Aber machen wir uns nichts vor, “Ein Gesetzentwurf ist in Arbeit” (Quelle: Telepolis). Na dann…
via lawblog