Gehirnwäsche?

Ich wohne ja jetzt seit 7 1/2 Jahren hier in München und bewege mich in der Stadt. Sommers mit dem Radl und Winters mit dem ÖPNV, der sich hier MVV bzw MVG nennt. In dieser Zeit bin ich sicher 600 mal mit der Trambahn, 800 mal mit dem Bus und 100 mal mit der U-Bahn gefahren. Die Fahrer waren selten unfreundlich und in der Regel neutral und unauffällig.
Seit dieser Woche ist das aber anders. Die Busfahrer müssen einer Gehirnwäsche unterzogen worden sein! So freundlich habe ich sie nämlich noch nie erlebt. Ob wie vorgestern einem Fahrgast detailiert der Weg zu seinem Fahrziel erklärt wurde (wozu der Busfahrer über Funk sich den Standort der Serbischen Botschaft beschreiben lies), der Busfahrer gestern einige Fahrgäste zwang, den Bus zu verlassen, um auch noch den fünften Kinderwagen unterzubringen (wobei ich auch nur sehr selten einen einzigen Kinderwagen im Bus erlebt habe und den Busfahrer schon ab zwei beförderten Kinderwägen ein saftiges Bußgeld erwartet hätte) oder der Busfahrer mir heute artig jede einzelne Haltestelle ansagte, obwohl ich der einzige Fahrgast war, so viel Freundlichkeit und Rücksichtsnahme war selten. Ich wünschte mir, sie würde anhalten.

Tempo 300 in der Münchner Innenstadt: Wahnsinn

Hui, war das ein schnelles Vergnügen. Ich bin gerade eben mit 300 km/h durch die Münchner Innenstadt gebrettert. In den Kurven wurde es schon ziemlich knapp, aber ich habs ohne Unfall überstanden.

Glaubt ihr nicht?

Hier der Bildbeweis: Real World Racer

Gebt als Startadresse „Hohenzollernstraße 142, München“ und als Ziel „Karlsplatz, München“ ein.
Meine Bestzeit: 1.00 Minuten (ein Schnitt von knapp 220 km/h)

Beachtet, dass eine schnelle Internetverbindung von Vorteil ist. Die Straßendaten wie auch die Satellitenfotos kommen von Google Maps, der Rest dürfte AJAX sein.

Am Start guckt genau hin, denn auf dem Satellitenfoto seht ihr dort meinen Corsa stehen…

via Frank Bueltge

Bild, PIN und Robert Koch

Ein kurzer Gedanke, den ich nicht durch Quellen belegen kann:

Im Dezember setzt sich die SPD gegenüber der CDU mit dem Mindestlohn im Postgeschäft durch.
Der Mindestlohn mindert die Erfolgsaussichten der Axel Springer AG Tochter PIN Group profitabel zu werden.
Die Axel Springer AG kann darum ihren Aktionären nicht mehr glaubhaft machen, dass sich das PIN Engagement lohnen wird und wird darum PIN kein weiteres Geld zuschießen.
PIN muss in Teilen Insolvenz anmelden, der Verlust für die Axel Springer AG dürfte im Bereich von 500 bis 750 Millionen Euro liegen (im Falle einer kompletten Insolvenz von PIN).
Die BILD-Zeitung ist eine im Axel Springer Verlag erscheinende Tageszeitung.
BILD sieht in der SPD den Schuldigen für die PIN Pleite.
„Der Feind meines Feindes ist mein Freund“
Die BILD will sich an der SPD rächen.
In Hessen finden die ersten Landtagswahlen des Jahres statt.
Am 18.12 erteilte Hessens Wirtschaftsministerium die Ausbaugenehmigung für den Frankfurter Flughafen, ohne das versprochene Nachtflugverbot.
In der Münchner U-Bahn kommt es am 22. Dezember zu einem Angriff Jugendlicher mit Migrationshintergrund.
Am 28.12 zieht Roland Koch, ähnlich dem Wahlkampf 1999, die „Ausländerkarte“.
Im Januar 2008 startet BILD eine Kampagne gegen „Ausländische kriminelle Jugendliche“.

Kursiv meine Schlussfolgerungen. Ich bin ja fast gespannt, welche Kampagnen der BILD für die nächsten Landtagswahlen einfallen.

Gute Bildung kostet. Schlechte noch fiel Meer

Ein Plakat mit diesem Spruch hängt am Hohenzollernplatz, geklebt von der FDP im Kommunalwahlkampf.

Steffi und ich waren gerade auf dem Rückweg von einer Freundin, als wir im Bus sitzend das Plakat entdeckten. Steffi meinte, in der Grundschule würde sie den Schüler loben:

Toll, dass Du das „ie“ erkannt hast, aber die Erwachsenen schreiben es mit „v“ statt „f“. Das lange „e“ in „Meer“ mit „h“ statt mit zwei „e“

Wir wollten gerade aussteigen, als eine Sitznachbarin Steffi bat einen Blick auf ihr Handy zu werfen, ob man „Februar“ so schreiben würde…

Die FDP plakatiert diesen Spruch anscheinend seit 2001.

Frau am Steuer, das wird teuer

Gerade wurde ich im Bus Ohrenzeuge folgenden Ausspruchs:

Frau am Steuer, das wird teuer

Ich saß im Bus nach Hause, als ein fröhliches, junges Pärchen zustieg und die Sitze vor mir einnahm. Fröhlich schnatternd erzählte sie (mediteraner Typ) ihm (Typ Süd-Ost-Europäischer Macho), was sie den Tag so erlebt hatte. Mittags sei sie in der Trambahn gesessen und habe die Reaktion eines Trambahnfahrers auf eine Autofahrerin erlebt. Diese Autofahrerin war anscheinend bei Orange zu langsam in eine Kreuzung eingefahren und wurde von den aus allen Richtungen kommenden Fahrzeugen eingekeilt. Die Kreuzung war so verstopft und auch die Tram konnte ihre Fahrt nicht fortsetzen. Der Trambahnfahrer habe nun wie wild geklingelt (Trambahnen haben in München keine Hupe, sondern eine Klingel) und über die Lautsprecher ausgerufen:

Die blöde Gans soll ihre Schrottkiste von der Straße bringen

Die Geschichte amüsierte die junge Dame sichtlich und auch ihr Lover fand sie anregend. So anregend, dass er eine Anekdote einer einparkenden Frau zum besten gab, die ihr „kleines Cabrio“ auch nach mehrmaligem Rangieren nicht in eine Parklücke verbringen konnte, in die er einen ganzen Lastzug einparken hätte können. Aber wundern würde ihn das nicht, denn „Frau am Steuer, das wird teuer“.
Das Lächeln seiner Freundin gefrohr und ihre Stimmung erreichte eine Temperatur, wie sie dieser Winter noch nicht bieten konnte. Auch mit weiteren Erklärungen, wie sehr die Cabriofahrerin zu kämpfen hatte, konnte ihre Stimmung nicht mehr gehoben werden.

An dieser Stelle stieg ich an meiner Station aus und bin mir ziemlich sicher, dass der Spruch „Frau am Steuer, das wird teuer“ den jungen Mann nicht billig zu stehen kam…

Bloggertreffen in München

So, ich bin gerade von einem Bloggertreffen hier in München heim gekommen. Die Idee hatte Robert, organisiert wurde es von der Wissenswerkstatt und alle Anwesenden stehen auf dieser Liste. Natürlich sind wieder ein paar angemeldete nicht erschienen, aber auch so war der reservierte Bereich mehr als voll und es gab viele interessante Gespräche.

Vertreten waren Startupper, ein bloggender Journalist, ein PRler, ein Blogleser und allerlei Menschen, die Haupt-, Neben- oder Überhauptnicht-beruflich bloggen.
Ich habe mit den Gründern von ShareWise über virale Marketing-Ideen gesprochen, mit dem Waldorfpatrioten über die Waldorfschule und CatContent, dem an der VHS lehrenden Journalisten, dessen Namen ich leider vergessen habe, über „Nordschwabing“ aka Milbertshofen, cdv und den Mymuesli Jungs darüber, wie großartig der Start von Mymuesli lief und mit Robert über Frauen und das Nokia N800 Internet Tablet.

Steffi und ich trudelten kurz nach 19:30 beim „Rumpler“ ein, wo schon 15 Leute saßen. Schnell kam ich mit den ShareWise Gründern und dem Journalisten ins Gespräch.
ShareWise ist eine Ranking Plattform, auf der es um Aktien, Aktienanalysen und Anlagetipps geht. Das Problem bei Anlagetipps ist ja, dass man nie weiß, ob der Tipp vertrauenswürdig ist und wie gut die Tipps des Tippgebers sind. Auf ShareWise werden nun Anlagetipps mit dem tatsächlichen Aktienkurs verglichen, so dass ein Ranking über die Qualität der Tipps berechnet werden kann. Hier gab es einige interessante Ideen, was dabei alles beachtet werden müsste (ok, ich hatte Ideen und die beiden mussten es sich anhören) und ob ein Affe oder besser eine Blondine als pfeilwerfender Referenzmaßstab geeignet wäre.
Irgendwann holte ich das N800 heraus, führte es vor und ließ damit spielen. Es würde mich nicht wundern, wenn demnächst einige Blogger mehr damit herumlaufen würden (Und ganz besonders, wenn sie es über diesen Link bei Amazon kauften 😉 ).

Die MyMuesli Jungs haben mir auch, wie versprochen eine Dose Blogsprit mitgebracht, so dass ich in den nächsten Wochen wieder was zum Genießen habe. Mich hat dann doch ziemlich überrascht, wieviele der Anwesenden von MyMuesli noch nichts gehört hatten. Ich konnte den Jungs einige interessante Details entlocken, so zb dass die Müsli-Zutaten Just-in-Time geliefert werden (2-3 mal die Woche), auch die Basismischungen von Hand gemischt werden oder aber, dass die Startinvestitionen im mittleren fünfstelligen Bereich lagen. cdv war besonders überrascht, dass MyMuesli es gleich am ersten Tag geschafft hatte, im Ticker der dpa eine Meldung unterzubringen. Weniger überraschte ihn, dass in den Wochen nach dem Start wöchentlich 2-3 PR-Agenturen anriefen und MyMuesli als Kunden gewinnen wollten. Hubsi meinte aber, dass diese sich wohl eher mit dem fulminanten Start brüsten wollen würden, als einen wirklichen Kick auf den Erfolg setzen zu können. Max erzählte, dass sie vor lauter Ideen nicht wüssten, wie sie nun am besten weiter machen sollten. Zuerst all die Ideen auf der Webseite realisieren oder zuerst den internationalen Markt (mit Anfragen aus der ganzen welt, zB Kuweit) zu bedienen…

Robert war viel zu sehr in das Gespräch mit Steffi vertieft, als dass ich groß stören wollte. Allerdings habe ich dann doch irgendwann das N800 auf den Tisch geworfen und auch er war von dem Gerät begeistert.
Dies galt aber nicht für alle, vor allem dass das N800 KEIN Handy ist, wurde dem Gerät angekreidet. Diesen „Nachteil“ hat das iPhone nicht, dass der Waldorfpatriot aus den USA mitgebracht hatte. Leider war ich viel zu sehr damit beschäftigt, das N800 herum zu zeigen und habe die Chance das iPhone zu testen verstreichen lassen. Vor allem nachdem der Apple iPod Touch, mit WLAN aber ohne GSM oder UMTS, gerade erst vorgestellt wurde und dieser die GUI mit dem iPhone teilt. Allerdings stellen sowohl das iPhone, als auch der iPod mit ihren 480×320 Pixel Displays zum surfen nicht mal halb soviel Pixel wie das N800 mit seinem 800×480 Pixel Display dar.

Um kurz vor zwölf verabschiedeten Steffi und ich uns dann. Wir hatten einen tollen Abend, ich hab mal wieder viel zu viel gesabbelt, aber das ist nicht bös gemeint. Ich bin ja auch im Blog immer sehr mitteilsam…