Barack Obama speaking at Dr. Martin Luther King Jr.’s church in Atlanta

Es ist jetzt zwei Minuten vor zwei Uhr Nachts und ich sitze noch hier am Computer. Ich weiß, eigentlich habe ich besseres zu tun. Eigentlich sollte ich schlafen. Aber ich kann nicht schlafen. Ich bin immer noch aufgewühlt, denn ich habe mir die aktuelle Wahlkampfrede von Barack Obama angesehen und diese hat mich zu Tränen gerührt. Eine Wahlkampfrede, man muss sich das mal vorstellen.

Ich bin nicht der Typ für Tränen und doch habe ich ein wenig geweint bei der Geschichte von Ashley Baia. Nicht nur deshalb lohnt es sich, Baracks Rede anzusehen. Die ersten 17 Minuten sind etwas trocken, denn Barack hält sich bis dahin ziemlich an sein Skript. Dann aber schwimmt er sich frei, bewegt und reißt mit, als er über „Hope“ spricht.


Barack Obama speaking at Dr. Martin Luther King Jr.’s church in Atlanta

via uswahl2008.de

Wahlkampf in den USA: Chuckfacts und Hilly singt

Merkel oder Beck würden ähnliches nie tun, denn Humor besitzen beide nicht.

Hintergründe zur US-Präsidentschaftswahl

Noch bis Anfang 2009 müssen wir George W. Bush als US-Präsident ertragen. Warum Bush und seine Landsleute manchmal so ganz anders als wir Europäer reagieren beschreibt „USA Erklärt ganz gut. Dies bringt aber auch Zweifel daran auf, ob ein neuer Präsident wirklich eine andere Politik bringt. Die Kandidaten, deren Themen und tagesaktuelles geschehen fasst USWahl2008.de zusammen (der Full Feed erspart das klicken auf „vollständig lesen“ in den Artikeln).

Ein paar Hintergründe über Barrack Obama hatte ich bereits im Februar zusammengefasst.

9/11

Ich weiß nicht, was wirklich vor 6 Jahren los war, für dieses Blogpost spielt es auch keine Rolle. Genau so wenig, wie die politischen und kriegerischen Folgen des 9/11.

Vor 6 Jahren war ich zu Hause bei meinen Eltern. ich saß in meinem Zimmer, spielte „Colin McRae“ und versuchte verzweifelt zumindest eine Bestzeit von ihm zu schlagen. Endlich hatte ich es geschafft und freudig lief ich ins Erdgeschoß, wo er vor dem TV saß.
Ruhig, bewegungslos. Es lief ARD, Ulrich Wickert sprach, im Hintergrund war das brennende WTC eingeblendet. Mit großen Augen sah ich auf den Bildschirm und fragte, was denn da los sei.
„Terroranschlag in New York“

Wortlos setzte ich mich auf die Couch. Kurze Zeit später kam meine Mutter von den Hausbesuchen nach Hause. Sie hatte im Radio bereits gehört was los war.
So saßen wir drei auf der Couch und sahen den Südturm einstürzen.
So saßen wir drei auf der Couch und sahen den Nordturm einstürzen.
Irgendwann kam mein Vater nach Hause.
Irgendwann gab es Abendessen. Brotzeit, Gelbe Rübenstreifen.
Irgendwann gingen die anderen ins Bett.
Dann stürzte das Gebäude Nummer 7 ein.
Ulrich Wickert wurde durch einen anderen Reporter ersetzt.
Rudy Giuliani trat vor die Presse, den Polizeichef und den Feuerwehrkommandanten im Schlepptau. Irgend jemand trug ein Holzfällerhemd.
Bush spricht zur Welt.
Der Kaffee, den ich mir gemacht hatte schmeckte grauenhaft. Ich bekam wie geplant Bauchkrämpfe. Warum? Mit Bauchkrämpfen kann man nicht einschlafen und muss nicht aufs Klo.
Ein angeblich mit Sprengstoff beladener Truck wurde entdeckt.
Ein Wagen der Attentäter wurde am Flughafen in Bosten entdeckt.
Der Namen Osama bin Laden brannte sich in mein Hirn ein.
Ich konnte nicht weinen. Ich war entsetzt. Ich wusste, die Welt würde nun eine andere sein.

Ich habe viele Filme über 9/11 gesehen, viel gelesen. Verschwörungstheorien, verschiedenste Rechtfertigungen und immer wieder die Bilder der Einschläge und des Einsturzes. Heute aus einem Blickwinkel den ich noch nicht kannte.
26 Minuten aus dem 36 Stockwerk, 500 Meter nordwestlich des WTC. Im Gegensatz zu dem, was wir an Bildern schon kennen, sieht man hier, wie echte Menschen, Bewohner New Yorks, keine Journalisten, das Verschwinden eines der Bestandteile des täglichen Blicks aus dem Fenster erleben. Man sieht einen Parkplatz vor dem Einsturz und die Staubschicht danach. Wer noch mal richtig in die Depressionen von damals eintauchen will, sollte sich das Video angucken.

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Flickr dreht am Rad und die Blogosphäre ihnen den Hahn ab

Ausgangssituation

Der Foto-Sharing-Dienst Flickr hat am 12.06.07 auch offiziell in Deutschland seine Pforten geöffnet, nachdem schon von Anfang an deutsche User Flickr nutzten. Im Rahmen der Umstellung übersetzte Flickr nicht nur alle Texte auf Deutsch, sondern passte den Dienst auch an die deutsche Gesetzeslage an. Da Flickr aber bisher keine Altersverifikation der Nutzer vornahm, „musste“ Flickr sämtliche Nutzer von Bildern aussperren, auf denen evtl nicht jugendfreies Material zu sehen war. Aber auch nach der Umstellung gibt es für deutsche Nutzer keine Möglichkeit sich als Erwachsener einstufen zu lassen.
Wären die Bilder ordentlich eingestuft, d.h. nur Pornographie oder rotten.com-like Bilder nicht sichtbar, dann könnte man das verschmerzen, aber schon die Texte bei der Einstufungs lauten:

  • Unbedenklich: Ihre Bilder sind für ein breites, öffentliches Publikum geeignet.
  • Mittel: Einige der von Ihnen veröffentlichten Bilder könnten andere Personen als störend oder unangemessen empfinden.
  • Eingeschränkt: Fotos, die Sie nicht Ihren Kindern, Ihrer Großmutter oder Arbeitskollegen zeigen würden. (Wir empfehlen diese Einstellung, wenn Sie sich nicht sicher sind, welche Einstellung Sie verwenden sollten.)

Von Jugendschutz steht da nichts. Genaugenommen müsste jedes Foto, dass nicht FSK 0 wäre als „Eingeschränkt“ bezeichnet werden. Und wohl gemerkt, deutsche Nutzer sind auf „Unbedenkliche“ Fotos beschränkt!

Reaktion
In der deutschen Flickr Nutzergemeinde rumort es. Vor allem die Blogger, naturgemäß die wohl größte und stimmgewaltigste Nutzergruppe zettert, meckert und droht. Alles genau so, wie ich es am bereits beschrieben habe. Wie aber reagiert Flickr? Kriecht sie zu Kreuze, wie ich es ihr empfahl?

Vielen Dank für Ihre Nachricht an Yahoo! Deutschland. Wir haben eigentlich keine Lust, Ihnen das zu verraten… aber… natürlich können Sie Ihren Account jederzeit löschen. Hier ist ein Link: http://www.flickr.com/profile_delete.gne

(Quelle: Nico Zorn)

Scheint nicht so.
Schade, dass Flickr keine auf Länder aufgestaffelte Nutzerstatistik anbietet. Es werden zwar viele deutsche, österreichische und schweizer Blogger Flickr verlassen. Solange das Problem aber nicht in der großen englischsprachigen Community als Problem wahrgenommen wird, wird Flickr aber wohl nicht reagieren. Schließlich ist ja angeblich der deutsche Gesetzgeber schuld und nicht die Jungs von Yahoo, die sich vorher nicht darum gekümmert haben, eine adäquate Altersverifikation einzubauen.

Ich denke, wir werden Aktionen wie bei Flickr noch häufiger sehen, YouTube wird der nächste Kandidat sein. Schließlich liegt das Problem darin, dass die US-Unternehmen ihre Pforten öffnen und sich in der Anfangsphase nicht darum scheren, woher die Nutzer kommen. Wenn sie dann aber groß genug sind, dass sie auch im Ausland Geld verdienen wollen, so müssen sie sich den dortigen Gesetzen unterwerfen und dies tun sie gerne in der strengst möglichen Auslegung der dortigen Gesetze. Der Grund dafür dürfte in der Möglichkeit zur Sammelklage in den USA liegen, denn wird das Unternehmen zB wegen Jugendschutzproblemen in Deutschland verklagt und der Kurs des Unternehmens fällt, dann sind die Aktionäre schnell mit einer Klage zur Hand und das kann für die Manager sehr schmerzhaft werden.

Gore vs Bush – 4:1

Zwei Bilder sagen mehr als tausend Worte:Go to John Tokash

Amoklauf im Kindergarten?

Lange kann es nicht mehr dauern, bis auch in US-Kindergärten der erste Amoklauf verübt wird, wenn die US-Behörden schon Schußwaffenlizenzen an 10 Monate alte Kleinkinder erteilen.

Hintergrund ist die Schußwaffenlizenz, die die Chicago State Police Howard David Ludwig, genannt Bubba erteilte. Bubba ist laut der Lizenz 10 Monate alt, 2 Fuß 3 Inches groß und wiegt 20 Pfund. Laufen kann er zwar noch nicht, aber er darf mit der Schrotflinte, die ihm sein Großvater geschenkt hat, durch die Gegend krabbeln. Zumindest juristisch gibt es daran nun nichts mehr auszusetzen, auch wenn Bubba’s Vater behauptet, er habe die Lizenz gegen eine Gebühr von fünf Dollar nur beantragt, weil sie sich in dem Baby Buch so schön mache. Er wenn Bubba 14 sei, möchte er ihm die Schrotflinte aushändigen.

Dass Illinois angeblich das strengste Gesetz „gun law“ hat, muss ich nicht extra betonen, oder?

Quellen siehe hier (AP Meldung) und bei der BBC