Björk – Hyperballad

it’s real early morning
no-one is awake
i’m back at my cliff
still throwing things off
i listen to the sounds they make
on their way down
i follow with my eyes ‚til they crash
imagine what my body would sound like
slamming against those rocks

and when it lands
will my eyes
be closed or open?

Dieser Klassiker, den ich liebe, braucht keine weiteren Worte.


(Quelle:youtube)

iFoam? iSmoke!

Was kann es langweiligeres geben, als Marketing Chef eines Küchengeräte-Herstellers zu sein? Noch dazu von einem „innovativem“ Gerät, das sich Mixer nennt? Nun, wenn man sich die richtige Firma als Arbeitgeber ausgesucht hat, ist fast alles andere langweiliger.

Blendtec heißt natürlich die Firma, von der ich spreche. Irgendein Marketing-Fuzzi hat sich gedacht:

Hey, heute tu ich was für mein Geld. Ich stelle den Firmengründer in einem weißen Kittel in die Küche, stelle unseren Mixer daneben und lasse ihn verschiedene Dinge mixen. Handys, iPods, Brechstangen. Das ganze nehme ich auf Video auf, gebe ihm eine 60er Jahre Musik und ab damit ins Internet. Da werden die Leute drauf fliegen

Recht hatte er.

Vor ein paar Stunden kam wieder eine neue Folge ins Netz und das Opfer ist, wie könnte es anders sein, ein iPhone. Das Ergebnis ist bekannt und nennt sich iSmoke (YouTube-Video):

via Robert

Facebook – Vom Social Network zum Single-Sign-On-System?

Facebook, US-Amerikanisches Vorbild von StudiVZ, war ursprünglich ein Social Network. Aktuelle, zukünftige und ehemalige Studenten meldeten sich bei Facebook an um Freundeslisten anzulegen und so mit diesen in Kontakt zu bleiben. In ihrem Profil konnten sie über sich erzählen, Bilder hochladen und ähnlichen Krams.
Meiner Meinung nach ziemlich unsexy, erinnert mich an einen Mix aus Geocities, Telefonbuch und Blog, alles jeweils in der Version für DAUs. Wobei ich nicht sagen will, dass die Facebook-Nutzer DAUs sind, aber das System ist so simpel gestrickt, dass auch DAUs zu annehmbaren Ergebnissen kommen.

Facebook hat aber riesigen Erfolg, einen so großen, dass es sogar erfolgreiche Clones gibt, zB das unsägliche StudiVZ.
Vor vier Wochen hat Facebook F8 vorgestellt, eine Schnittstelle über die externe Software in Facebook integriert werden kann. So kann ein Unternehmen zB einen Last.fm ähnlichen Musik-Vorschlage-Dienst entwickeln und in Facebook integrieren. Die dabei generierten Werbeeinnahmen werden von Facebook an das Unternehmen weitergereicht. Nutzt nun ein Facebook-User einen solchen Dienst, dann werden alle Leute aus seiner Freundesliste darüber informiert. Somit wird eine Art virales Marketing erreicht.

Der Witz bei der Geschichte ist nun folgender: Facebook verwaltet die Nutzerdaten von 30 Millionen Nutzern und ermöglicht es externen Unternehmen mit F8 direkt an diese Nutzer heranzutreten. Da die Nutzer bei Facebook registriert sind, können sie diese Services ohne weitere Anmeldung nutzen, da Facebook die nötigen Daten an das externe Unternehmen weiterleitet, bzw den User gegenüber den Unternehmen authentifiziert.

Da klingelt doch was, das hört sich nach der schon alt bekannten, aber nie wirklich erfolgreichen Idee des Single-Sign-On-Systems(SSO-Systeme) an: Der Nutzer registriert sich einmalig bei dem zentralen Dienst und dieser reicht ggf die Nutzerdaten an andere Webseiten weiter, so dass der Nutzer sich dort nicht mehr zusätzlich anmelden muss. Schon seit sieben Jahren spielt Microsoft vergeblich mit der Idee rum(Passport bzw Windows LiveID), AOL, SUN und andere versuchten sich mit der „Liberty Alliance“ und auch im OpenSource Lager gibt es mit OpenID einen ähnlich erfolglosen Vertreter dieser Idee.

Warum sind alles diese Konzepte bisher mehr oder weniger groß gescheitert?
Weil sie jeweils keine kritische Nutzeranzahl (weder auf Unternehmens-, noch auf Konsumentenseite) zustande brachten. Desweiteren waren alle SSO-Systeme von mehr oder weniger vertrauensunwürdigen Institutionen gestartet worden.
Bei Facebook ist das nun anders. Die bei Facebook angemeldeten Nutzer nutzten Facebook schon vor dem SSO-System und nutzen dies nun nebenbei mit. 30 Millionen Nutzer sind außerdem eine sehr große Nutzerzahl und alleine schon durch ihre Anmeldung bei Facebook zeigen sie eine gewissen Affinität, sich über Datenschutz keine Gedanken zu machen. Das virale Marketingkonzept via Freundesliste kommt noch verstärkend hinzu.
Angeblich wurden 65 Millionen Webanwendungen in Facebook-Nutzerprofilen eingebunden, fast 2,5 je angemeldetem Nutzer und das in nur vier Wochen. Eine enorme Zahl, va wenn man sich ansieht, dass Anwendungen wie „TopFriends“ 7 Millionen bekamen, 7 Millionen mehr, als sie vor vier Wochen besaßen! iLike, der bereits erwähnte Musik-Vorschlage-Service hatte vor F8 300.000 Nutzer über die eigene Webseite und gewann über 4 Millionen neue Nutzer in den vier Wochen F8 hinzu. Kein Wunder, dass Robert bei solchen Zahlen ein feuchtes Höschen bekommt (Wow, 11 Artikel über Facebooks F8 in 33 Tagen…).

Für externe Unternehmen ist Facebook erstmal natürlich unheimlich interessant, denn wo sonst besteht die Möglichkeit so problemlos auf eine solche Nutzerbasis zugreifen zu können? Ich sehe hier aber drei größere Unwägbarkeiten:

  • Momentan ist F8 noch frisch und das Angebot an Applicationen noch halbwegs überschaubar. Wie aber sieht das in ein paar Wochen aus, wenn mehr und mehr Firmen in F8 drängen? Wann ist der Overkill erreicht, bei dem die Nutzer vor lauter „X benutzt jetzt Applikation A“ ihre eigentlichen Nachrichten nicht mehr finden?
  • Wie lange wird es dauern, bis Facebook eine Gebühr für die Benutzung von F8 verlangen wird? Ich glaube den Worten des Facebook Gründers Mark Zuckerberg über die Kostenfreiheit von F8 nicht, spätestens wenn Facebook gekauft wird, ist es damit vorbei.
  • Was hindert Facebook daran, erfolgreiche Dienste einfach zu kopieren? Facebook verfügt über die Userdaten, weiß also welcher User welchen Dienst nutzt. Ist der externe Dienst erstmal aus F8 gekickt, so hat er nichts mehr, denn er weiß nicht einmal, wie seine Nutzer hießen…

Die Zukunft wird zeigen, wo der Weg hinführt, ich aber würde es mir sehr, sehr lange überlegen einen Dienst, der über ein paar Tage Entwicklungszeit hinausgeht, über F8 anzubieten.

Flickr dreht am Rad und die Blogosphäre ihnen den Hahn ab

Ausgangssituation

Der Foto-Sharing-Dienst Flickr hat am 12.06.07 auch offiziell in Deutschland seine Pforten geöffnet, nachdem schon von Anfang an deutsche User Flickr nutzten. Im Rahmen der Umstellung übersetzte Flickr nicht nur alle Texte auf Deutsch, sondern passte den Dienst auch an die deutsche Gesetzeslage an. Da Flickr aber bisher keine Altersverifikation der Nutzer vornahm, „musste“ Flickr sämtliche Nutzer von Bildern aussperren, auf denen evtl nicht jugendfreies Material zu sehen war. Aber auch nach der Umstellung gibt es für deutsche Nutzer keine Möglichkeit sich als Erwachsener einstufen zu lassen.
Wären die Bilder ordentlich eingestuft, d.h. nur Pornographie oder rotten.com-like Bilder nicht sichtbar, dann könnte man das verschmerzen, aber schon die Texte bei der Einstufungs lauten:

  • Unbedenklich: Ihre Bilder sind für ein breites, öffentliches Publikum geeignet.
  • Mittel: Einige der von Ihnen veröffentlichten Bilder könnten andere Personen als störend oder unangemessen empfinden.
  • Eingeschränkt: Fotos, die Sie nicht Ihren Kindern, Ihrer Großmutter oder Arbeitskollegen zeigen würden. (Wir empfehlen diese Einstellung, wenn Sie sich nicht sicher sind, welche Einstellung Sie verwenden sollten.)

Von Jugendschutz steht da nichts. Genaugenommen müsste jedes Foto, dass nicht FSK 0 wäre als „Eingeschränkt“ bezeichnet werden. Und wohl gemerkt, deutsche Nutzer sind auf „Unbedenkliche“ Fotos beschränkt!

Reaktion
In der deutschen Flickr Nutzergemeinde rumort es. Vor allem die Blogger, naturgemäß die wohl größte und stimmgewaltigste Nutzergruppe zettert, meckert und droht. Alles genau so, wie ich es am bereits beschrieben habe. Wie aber reagiert Flickr? Kriecht sie zu Kreuze, wie ich es ihr empfahl?

Vielen Dank für Ihre Nachricht an Yahoo! Deutschland. Wir haben eigentlich keine Lust, Ihnen das zu verraten… aber… natürlich können Sie Ihren Account jederzeit löschen. Hier ist ein Link: http://www.flickr.com/profile_delete.gne

(Quelle: Nico Zorn)

Scheint nicht so.
Schade, dass Flickr keine auf Länder aufgestaffelte Nutzerstatistik anbietet. Es werden zwar viele deutsche, österreichische und schweizer Blogger Flickr verlassen. Solange das Problem aber nicht in der großen englischsprachigen Community als Problem wahrgenommen wird, wird Flickr aber wohl nicht reagieren. Schließlich ist ja angeblich der deutsche Gesetzgeber schuld und nicht die Jungs von Yahoo, die sich vorher nicht darum gekümmert haben, eine adäquate Altersverifikation einzubauen.

Ich denke, wir werden Aktionen wie bei Flickr noch häufiger sehen, YouTube wird der nächste Kandidat sein. Schließlich liegt das Problem darin, dass die US-Unternehmen ihre Pforten öffnen und sich in der Anfangsphase nicht darum scheren, woher die Nutzer kommen. Wenn sie dann aber groß genug sind, dass sie auch im Ausland Geld verdienen wollen, so müssen sie sich den dortigen Gesetzen unterwerfen und dies tun sie gerne in der strengst möglichen Auslegung der dortigen Gesetze. Der Grund dafür dürfte in der Möglichkeit zur Sammelklage in den USA liegen, denn wird das Unternehmen zB wegen Jugendschutzproblemen in Deutschland verklagt und der Kurs des Unternehmens fällt, dann sind die Aktionäre schnell mit einer Klage zur Hand und das kann für die Manager sehr schmerzhaft werden.

Yahoo, das Web 2.0 und ein Beispiel, wie man es nicht macht

Historisches
In der Frühzeit des Internets, als es noch keine Suchmaschinen gab, fand man auf jeder Webseite eine lange Liste an Links, die der Autor der Webseite empfahl. Zusätzlich hatte jeder Internetnutzer eine lange, lange, lange Liste an Bookmarks in seinem Browser. Neue Webseiten brauchen Wochen bis Monate, bevor sich auch nur ein Nutzer darauf einfand, da URLs mehr oder weniger nur per Werbung und Mund-zu-Mund-Propaganda weiter getragen werden konnten.
Doch dann kam Yahoo. Also ich irgendwann Ende 1995 zum ersten mal Yahoo.com entdeckte, war es für mich wie eine Offenbarung:
Ein Katalog nach Stichworten sortierter Webseiten
Endlich konnte man drauf los surfen und einfach mal gucken, was es in der Welt so gab.

10 Jahre später spielte Yahoo für die meisten Internetnutzer keine Rolle mehr. Yahoo hatte den Anschluss verpasst, Google war das Mittel der Wahl. Yahoo benutzte man nur noch da, wo man es nicht bemerkte, Flickr oder del.icio.us zum Beispiel.

Aktuell
Heute, 12 Jahre nach Gründung, ist Yahoo wieder in aller Munde. Zumindest was die deutsche Blogosphäre angeht. Dafür gibt es drei Gründe:

  • Chinesische Dissidenten und deren Festnahme
  • Adical und die Blutblogger
  • Flickr und die Zensur

Aber der Reihe nach.
Vor fast 5 Jahren wurde Wang Xiaoning in China festgenommen. 2003 wurde er wegen Landesverrat verurteilt. Dem ging voraus, dass Wang 2001 von einem Yahoo E-Mail-Account an eine anonyme Usegroup geschrieben hatte. Yahoo hat dann 2002 die Identität Wangs den chinesischen Behörden bekanntgegeben. Im der Zeit von 2002-2004 hat Yahoo die Identitäten von mindestens drei weiteren Yahoo-Nutzern an die Behörden Chinas geliefert, in allen vier Fällen wurden langjährige Haftstrafen verhängt. Am 18.04.2007 reichte Wang Xiaonings Frau in den USA Klage gegen Yahoo ein.

Adical ist ein recht junger Werbevermarkter aus Deutschland, der sich besonders an die Blogosphäre wendet, aus der Adical auch erwachsen ist. Beiden bisher drei vermarkteten Kampagnen handelt es sich um Cisco, Casio und Yahoo. Insbesondere die Kampagnen von Cisco und Yahoo (seit 11.06.2007) stehen im Sperrfeuer der Kritik, unterstützen beide Firmen doch die chinesische Regierung dabei, den chinesischen Bürgern einen von allen für die chinesische Regierung missliebigen Inhalten gesäubertes Internet anzubieten.

Flickr ist ein 2004 gegründeter mit Social Tagging gepaarter Foto-Sharing-Dienst aus den USA, der Anfang 2005 von Yahoo gekauft wurde. Seit März fordert Flickr seine Nutzer auf, ihre Fotos in eine der drei Kategorien „Safe“, „Moderate“ oder „Restricted“ einzuordnen, um zu verhindern, dass zB Kinder oder Großmütter (sic!) ihnen unangemessene Inhalte zu sehen bekommen. Dienstag schaltete Flickr weltweit verschiedene Sprachversionen frei, nachdem zuvor der Dienst nur auf Englisch verfügbar war. Im Zuge der Sprachumstellung wurden zahlreiche Veränderungen an Flickr vorgenommen, um es den Gesetzen der Herkunftsländer der Nutzer anzupassen. Dazu wurden die Nutzer anhand der in ihrer Yahoo!ID gespeicherten Informationen sortiert. Für deutsche Nutzer bedeutet das nun, dass sämtliche Bilder die „Moderate“ oder „Restricted“ eingestuft sind, nicht mehr angezeigt werden. Dabei spielt das Alter der Nutzer keine Rolle und es gibt keine Möglichkeit den eigenen Account umzustellen, um wieder die Freie Bilderwahl zu haben.

Soweit die Ausgangslage. Yahoo unterstützt also Zensur in China und sorgt dort dafür, dass nicht regierungstreue Nutzer weggesperrt werden, schaltete Werbung in der Deutschen Blogosphäre und zensiert anschließend einen gerne genutzten Fotodienst.
Wie blöd kann man eigentlich sein, frage ich die Manager von Yahoo. Wie oft muss man mit dem Kopf gegen die Wand gerannt sein, um in einem Zeitraum, in dem das Firmenimage gerade gewaltig gelitten hat (Anzeige der Ehefrau Wang Xiaonings), zuerst Werbung in der Blogosphäre zu schalten (wo doch jede Adical-Werbekampagne große Kritik hervorruft) und dann den Bloggern auch noch ihre Fotos wegnimmt?
Ich weiß, ich weiß. Yahoo ist ein großes, weltweites Unternehmen. Da müssen die deutschen Manager nichts von der Anzeige in den USA mitbekommen haben. Da müssen die Flickr-Programmierer nicht in Deutschland nachfragen, ob der Zeitpunkt für Zensur gerade passt (abgesehen davon, dass er nie passt). Aber diese Häufung schlechter Publicity ist bemerkenswert und mich würde nicht wundern, wenn da Köpfe rollen werden.

Zukunftsausblick
Die Blogosphäre ist in Aufruhr, Yahoo’s Image angekratzt, aber welche Auswirkungen wird es haben? Das kommt ganz darauf an.
Die Blogosphäre liebt Skandale. Themen, die polarisieren und besonders Themen, bei denen es jemanden ungestraft zu verprügeln gibt, sind gut dazu geeignet, seine eigene Meinung kund zu tun. Also läuft die Blogosphäre heiß, da zum Thema Yahoo jeder etwas sagen kann, jeder hat schon mal Yahoo benutzt und kann darum eigene Erfahrungen mitteilen, warum er Yahoo noch nie leiden konnte bzw warum er Yahoo liebte und nun bitter enttäuscht ist. Aber nicht nur das: Man kann gegen Yahoo sogar aktiv etwas unternehmen!
Yahoo hat bei keinem seiner Dienste ein Alleinstellungsmerkmal. Es gibt neben Flickr andere Foto-Sharing-Dienste, del.icio.us hat in Mr.Wong eine deutsche Copycat als Konkurrenz und Yahoo-Mail braucht sowieso niemand (vgl AOL-E-Mail-Adressen). In den nächsten Tagen wird das Thema Yahoo immer weiter am köcheln bleiben. Man wird sich darüber unterhalten, welche alternativen es zu den Yahoo-Diensten gibt, dann wird man sich darüber unterhalten, wie man seine Daten aus Yahoo heraus bekommt und dann wie man sie in die neuen Dienste integriert. Zwei Tage später kann man dann ein erstes Fazit ziehen, warum der neue Dienst so wieso viel besser als Yahoo’s Dienste ist bzw was der neue Dienst alles von Yahoo kopieren soll.
Alles in allem zwar ein Rückschlag für Yahoo, aber nur ein Kleiner, schließlich betrifft er ja nur Deutschland. Und auch nur die Blogosphäre.

Interessant wird es allerdings, wenn die großen Zeitungen nächste Woche keine Skandalgeschichten aus anderen Ecken der Welt zu fressen bekommen. Yahoo ist schließlich kein kleines Startup, wenn man da ordentlich drauf schlagen will hat jede Zeitungsrubrik etwas davon. Der Technik-Teil diskutiert alternative Dienste, der Politik-Teil die Menschenrechtssituation in China, das Feuilleton den Niedergang des Internets und der Wirtschaftsteil die Auswirkungen auf Yahoos Umsatz und die Internetbranche allgemein.
Hat Yahoo also Pech, werden sehr, sehr viele deutsche von der Geschichte mitbekommen und Yahoo’s Image wird leiden. Und da man auch auf der Arbeit oder in der Krabbelgruppe darüber diskutieren kann, welcher Dienstleister besser, etc, ist, werden viele Leute Yahoo den Rücken zuwenden. Und dann könnten sich Zeitungen aus dem Ausland dafür interessieren.

Yahoo könnte mit einem blauen Auge davon kommen, wenn sie schnell reagieren und Flickr wieder frei schalten.
Yahoo könnte mit zwei blauen Augen davon kommen, wenn sich heute oder bis morgen Mittag ein größerer Skandal oder eine Naturkatastrophe passiert.
Yahoo könnte mit zwei blauen Augen, einigen Tiefschlägen, einer gebrochenen Nase von dannen wanken, falls sich die Zeitungen für das Thema interessieren sollten.

Was sollte Yahoo sofort tun?
Yahoo sollte ganz groß zu Kreuze kriechen.
Als aller erstes muss sofort ein Blogbeitrag her, in den sich Flickr bei den Nutzern entschuldigt und ankündigt, die Zensurmaßnahmen innerhalb kürzester Zeit aufzuheben.
Dann muss Flickr einen schuldigen präsentieren und ihn köpfen. Die Blogosphäre steht auf Blut, außerdem kann sie sich dann selbstbeweihräuchern und ihren Sieg über ein Weltunternehmen feiern.
Dann sollte Flickr die Zensurmaßnahmen abschalten.
Yahoo sollte sich groß entschuldigen, sämtliche PR Fuzzis, die sie haben nach Deutschland karren und hier bei den auf Yahoo werbenden Unternehmen und bei der Medienbranche in jeden Hintern kriechen, der sich auftreiben lässt.
Mit etwas Glück gewinnt dann noch der Formel 1 Debütant Sebastian Vettel in den USA das Rennen und der PR-Supergau ist abgewandt.

Man wird sehen…

Terror-Hysterie

Der Schäuble ist ja ein lustiger Kautz. Da warnt ausgerechnet er vor einer „Terror-Hysterie“ in Deutschland. Wörtlich heißt es in dem Interview des Deutschlandfunks:

Gudula Geuther: Terrordrohungen via Internet haben in der letzten Woche für Schlagzeilen gesorgt, Herr Schäuble. Hektik, Wortkaskaden aus den politischen Lagern hierzulande blieben aber aus. Inzwischen hat auch das Bundeskriminalamt vor Panik gewarnt. Ist das Beleg für einen angemessenen Umgang mit der Situation?

Wolfgang Schäuble: Ich glaube, es ist ein angemessener Umgang, weil – es macht ja keinen Sinn, wenn wir aufgrund solcher Botschaften gewissermaßen in eine öffentliche Hysterie verfallen. Da gibt es bei allen Verantwortlichen die Einsicht: Wir brauchen Entschlossenheit, wir nehmen die Bedrohungen ernst, wir wissen, dass die Bedrohungslage durch den internationalen Terrorismus generell hoch ist.

Und die aktuellen Vorfälle zeigten, dass wir Teil dieser weltweiten Bedrohung sind. Aber wir fallen nicht in Hysterie und wir erwecken auch nicht den Eindruck, als wären wir erpressbar, denn ganz offensichtlich zielen ja die Terroristen darauf, die freiheitlichen Gesellschaften in ihrer Willensbildung beeinflussen zu wollen. Und genau das, das muss man ihnen klarmachen, werden sie nicht erreichen.

Geuther: Nicht nur im Umgang mit dem Terror, sondern auch bei der Gesetzgebung zur Terrorabwehr verläuft die Diskussion eher unaufgeregt. Die Anti-Terror-Datei, die Verschärfung der Terrorbekämpfungsgesetze – das sind Themen, die hätten vor einigen Jahren für erbitterte Diskussionen gesorgt. Für die Online-Durchsuchung, das heißt, den heimlichen Zugriff des Staates auf die private Festplatte, hat die SPD auch Offenheit signalisiert. Woran liegt das? Liegt das an der Koalition? Liegt das an einzelnen Personen?

Schäuble: Ich glaube, es liegt zunächst einmal in der Sache begründet. Die Verantwortlichen wissen, wir müssen das Notwendige tun. Wir beraten gründlich, wir überlegen uns das genau, aber wir sind uns einig, dass wir das Notwendige nach sorgfältiger Prüfung auch tun. Ich bin ein Anhänger von unaufgeregten Diskussionen, weil ich glaube, man braucht seine Kraft nicht für künstliche Aufregung, sondern dafür, dass man verantwortlich ist und sorgfältige Arbeit macht. Und wir müssen nun in der Tat die Möglichkeiten, die wir auch durch den Verfassungsgesetzgeber haben, nämlich die Präventivbefugnis des Bundeskriminalamtes zur Gefahrenabwehr aus dem internationalen Terrorismus, das müssen wir gesetzgeberisch umsetzen.

Wir haben die Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts, die uns an dem einen oder anderen Punkt zu einer genaueren Justierung zwingt. Wir haben neue technische Entwicklungen, Online-Durchsuchung ist ja die Folge einer technischen Entwicklung. Und wir müssen darauf natürlich in der Kriminalitätsbekämpfung, in der Gewährleistung von Sicherheit reagieren. Das machen wir nicht mit Schnellschüssen, aber wir machen es zügig und entschlossen. Und da haben wir ein Grundverständnis. Und ich wirke ja auch gemeinsam mit den Kollegen aus beiden Koalitionsfraktionen und in der Regierung darauf hin, dass wir uns da nicht gegenseitig profilieren, sondern dass wir den Bürgerinnen und Bürgern unseres Landes die Überzeugung vermitteln: Das Menschenmögliche und das Notwendige wird getan.

Hmm, Wiki sagt zum Thema Hysterie:

Die Bezeichnung Hysterie (von griechisch hystera: Gebärmutter, verwandt mit lat. „uterus“) als Fachbegriff für eine neurotische Störung ist veraltet und wurde inzwischen durch die Bezeichnungen Histrionische Persönlichkeitsstörung und dissoziative Störung ersetzt, u.a. da dem Begriff der Hysterie allein schon aufgrund der Etymologie eine Verbindung mit dem weiblichen Geschlecht sowie eine negativen Bewertung anhaftet.

Und zum Thema Histrionische Persönlichkeitsstörung:

Die histrionische Persönlichkeitsstörung (HPS) (von lateinisch histrio, Schauspieler) ist gekennzeichnet durch egozentrisches und theatralisches Verhalten. Als Bezeichnung für eine Persönlichkeitsstörung hat HPS den veralteten Begriff Hysterie abgelöst.

Gut, da hat Schäuble halt mal wieder über etwas gesprochen, worüber er sich nicht auskennt, das kommt bei Politikern schon mal vor. Gemeint hat er wohl Hype aka Medienrummel. Aber selbst dann, erscheint es mir seltsam, dass ausgerechnet er vor einer „Hysterie“ warnt, bezeichnete er es doch „als unerlässlich, dass Strafverfolgungsbehörden eine verdeckte Online-Durchsuchung durchführen könnten und forderte eine zeitnahe Anpassung der Strafprozessordnung.„, als das BGH den Bundestrojaner untersagte – dass er ein „Anhänger von unaufgeregten Diskussionen“ ist, wissen wir ja auch schon länger:

taz: Gegen die ebenfalls geplante Vorratsspeicherung aller Telefon-, E-Mail- und Internetverbindungsdaten wollen 10.000 Menschen Verfassungsbeschwerde einlegen. Stimmt Sie das nicht nachdenklich?

Schäuble: So etwas regt mich nicht mehr auf.

SecondLife – Steuern, Sex und Gewinnspiele

Das Internet, unendliche Weiten. Wir befinden uns im hier und jetzt. Dies sind die Abenteuer der virtuellen Welt SecondLife, dass ein paar tausend Kilometer von Deutschland entfern gehostet wird, um eine fremde Welt zu bieten, unbekannte Lebensformen und neue Zivilisationen. SecondLife dringt dabei in Rechtsräume vor, die nie ein Mensch zuvor gesehen hat.

So oder ähnlich könnte man beschreiben, was mir zu SL heute auf den Monitor kam:
Zuerst verbietet Peking den Umtausch virtuellen Geldes in reale Währungen, um so strikte Trennung zwischen virtuellen Tauschbeziehungen und elektronischem Handel mit echten Produkten zu verhindern. Dies schreibt die FTD unter dem morgigen Datum. Der Grund für das vorgehen der chinesischen Regierung ist, dass über den Umweg virtueller Welten Gewinnspiele angeboten werden, die nach chinesischem Recht in der realen Welt nicht erlaubt wären (via Robert). Aber vielleicht war ja auch mein Artikel über SL daran Schuld, weil ich dort die Problematik der Umgehung von Gesetzen via online Welten schon angesprochen hatte.
Da man nun in SL nicht mehr ruhigen Gewissens shoppen kann, wird nun auch noch die freie Bewegung eingeschränkt:

Netzeitung.de: Also sollte man virtuelle Orte meiden, an denen Sex gezeigt oder ausgeübt wird?

Mathé: Jeder Second-Life-Besucher sollte sich hüten, derartige Angebote zu besuchen, da die Besitzverschaffung schon mit dem Herunterladen der Grafikdaten in den Arbeitsspeicher der heimischen PCs erfüllt ist.

In dem Interview der Netzzeitung wird dabei die Problematik angesprochen, dass in SL Sexualakte betrieben werden können und diese ungefiltert dargestellt werden. Laut deutschen Paragraphen wäre das Pornographie, die Minderjährigen nicht zugänglich gemacht werden darf. Sex mit Avataren, die Tieren oder Kindern ähneln, seien so oder so auch für Erwachsene verboten (via Robert).
Ich schlage der Staatsanwaltschaft Halle vor, sämtliche Finanztransaktionen mit den Konten der SL-Macher zu untersuchen, es sind evtl Pädophile dabei und der Aufschrei wäre sicher nicht großer als bei deren Mikado-Spiel