Über den Menschen

Menschen sind schon etwas seltsames. Einerseits ganz im hier und jetzt, andererseits ein Produkt seiner Vergangenheit und seiner Zukunftspläne.
Meist kann er klar begründen, warum er etwas tut, andererseits verändert er sich im Laufe der Zeit, so das Entscheidungsgrundlagen an Tragkraft verlieren und zugleich andere an Stabilität gewinnen.
Menschen sind per se nicht verlässlich, denn wenn sie schon selbst nicht in der Lage sind, aus dem jetzt Vorraussagen für zukünftiges Handeln zu projezieren, wie sollen dann andere dazu in der Lage sein?

Diese Erkenntnis, dass alles in stetigem Wandel und nichts absolut, ist eine der Wichtigsten im Leben. Wichtiger noch, als zu erkennen, dass der Sinn des Lebens die Suche, das Finden und das Leben in der Entsprechung eines solchen ist.

Atomkraftwerke und der Koch

Hach, ist die Welt nicht schön? Über blüht und gedeiht es, seien es nun Blumen, die Korruption oder Baufirmen, die nach „Sicherheitspannen“ in Atomkraftwerken Trafohäusschen bauen…

Tun wir mal so, als seien wir dumm und vergesslich, so richtig dumm und vergeßlich. So dumm und vergesslich wie Roland Koch zum Beispiel. Dann, ja dann könnte man sich 1 1/2 Wochen nach zwei aufgefallenen und einer beinahe vertuschten „Sicherheitspanne“ hinstellen und fordern:

Unser hoher Kerntechnik-Stand in Deutschland macht es möglich, dass wir unsere jetzigen Kraftwerke noch eine ganze Weile weiter laufen lassen können

(Quelle: ZDFHeute)

Aber so dumm und vergesslich wie Roland Koch sind wir nicht.

Wie aber kommt es, dass ich einen examinierten Juristen als dumm und vergesslich bezeichne? Nun, vergesslich ist der wehrte Herr Koch, weil er gerne mal Erinnerungslücken hat, vor allem wenn es in Untersuchungsausschüssen darum geht, ob er sich selbst korrekt verhalten hat, so zB wenn es um die Bestechungsvorwürfe bezüglich der Freien Wähler oder aber um die hessiche CDU-Spendenaffäre.
Warum nun schimpfe ich aber den Herrn Koch für dumm? Nun, wie sonst soll man einen Befürworter der Atomkraft zur Energiegewinnung nennen? Ignorant? Gutgläubig? Uninformiert? Herr Koch ist in der CDU, daher liegt es nahe, dass er ein Ignorant und ein gläubiger Christ, also gutgläubig ist. Uninformiert möchte ich den Herrn Koch aber nicht nennen, denn sicher ist er sich der Gefahren der Atomkraft bewusst und sicher weiß er auch, dass es weltweit kein sicheres Atommüll-Endlager gibt. Also bleibt nichts anderes, als ihn „dumm“ zu schimpfen, wenn er sich hinstellt und sagt:

Erst Anfang des nächsten Jahrzehnts müssen wir entscheiden, ob wir wirklich glauben, so viel klüger zu sein als Japan, Russland, China, Großbritannien und andere und als einziger G-8-Staat auf neue Kernkraftwerke ganz verzichten

(Quelle: ZDFHeute)

Vom Sammeln und sich Trennen

Von der Veranlagung her bin ich ein äußerst ordentlicher Mensch, fast schon zwanghaft, möchte ich sagen. Schon mit 5 Jahren hat man mir eine erfolgreiche Beamtenlaufbahn ob meiner Ordnung vorhergesagt.
Leider ist zwischen Veranlagung und Umsetzung ein gewaltiger Unterschied, denn Ordnung drückt sich nicht nur dadurch aus, dass alles ordentlich aufgeräumt ist, sondern auch dadurch, dass unnötiges der Ordnung entsprechend aussortiert wird. Dieses Aussortieren fällt mir aber ausgesprochen schwer, bedeutet dies doch, sich von etwas zu trennen.

Ab Mittwoch ist meine Mama wegen einer Fortbildung für drei Tage in der Stadt und nächtigt bei uns auf dem Sofa. Um sie nicht von allen Seiten mit Computern umstellt zu wissen, stand heute aussortieren nach dem Informatiker-Prinzip „Divide and Conquer“. Dabei wird ein großes Problem in mehrere kleine zerlegt, die dann leichter zu handhaben sind. Auf das Aussortieren von PC Hardware ist dieses Prinzip eher weniger vorteilhaft, steht man im Ergebnis doch nur vor einem Berg an Bauteilen, deren Funktionsfähigkeit fraglich ist.

Konkret liegen nun für den Wertstoffhof zur Entsorgung auf einem Haufen:

  • ein DVD-Brenner (brennt nur noch jede dritte oder vierte DVD ohne Fehler)
  • ein 4xDVD-Laufwerk (funktionsfähig, aber schon lange aussortiert und ewig veraltet)
  • drei Festplatten (3GB läuft nicht mehr an, 20GB defekte Sektoren, 160GB Headcrash kurz nach Garantieablauf)
  • eine ATI Rage Pro (funktionsfähig, aber schon lange aussortiert und ewig veraltet)
  • eine Soundblaster 1024!Live Player (funktionsfähig, aber schon lange aussortiert mangels Windows XP Treiber)
  • eine 10 MBit Netzwerkkarte (funktionsfähig, aber schon lange aussortiert und ewig veraltet)
  • eine 100 MBit Netzwerkkarte (funktionsfähig, aber schon lange aussortiert und wegen onboard-Netzwerkkarten überflüssig)
  • drei Prozessorkühler (einmal Slot 1 Celeron, einmal ca 900er Athlon, einmal 1400er Athlon)
  • jede Menge Kabel (LPT, COM, Modem, IDE, Floppy, was sich halt in rund 15 Jahren Hardware-Bastelei so ansammelt)

Noch ungewiss ist die Zukunft eines Mainboards mit zugehörigem Prozessor, Kühler, Arbeitsspeicher, Grafikkarte und Netzteil (irgendeines dieser Bauteile hat beim letzten Einschalten ein Stückchen eines SMDs verloren. Vermutlich eine Überspannung hat es abplatzen lassen).

Zumindest konnte ich aber (mal wieder) einen Rechner komplettieren. Ist zwar nur ein 700er Celeron mit OnBoard-Grafik, aber zumindest läuft er wie ne eins.

Steffis altes Shuttle werden wir wohl bei eBay reinstellen, denn mit 2 GB-Ram, 2600er Athlon, GeForce4 und nem DVD-Laufwerk wird sicher ein Bastler noch was machen können.

So reduziert sich die Zahl der PCs in der Wohnung, einiges ist aber noch zu tun, denn wir wollen auf „nur“ mehr 4 Rechner kommen, momentan sind es aber 6 (plus das Shuttle und die genannten Bauteile) und insgesamt 8 (plus das Shuttle) Gehäuse.

Wie gesagt, ich bin ordentlich, also hatten die ausgemusterten Bauteile alle eine eigene Schachtel und jeder defekte Rechner einen Zettel mit den zu testenden bzw ggf zu ersetzenden Bauteilen. Natürlich habe ich auch einen Ordner mit den ganzen Handbüchern der Teile, einer Mappe mit den Treibercds und eine Sicherheitskopie aller Betriebssystem Installationsmedien (also MS-Dos 6.22 Disketten und die CDs von Windows95, Windows95a, Windows95b, Windows98, Windows2000, WindowsXP Professional, WindowsXP Home SP1, WindowsXP Home SP2, WindowsXP SP2 Update CD). Aber auch in diesem Ordner habe ich heute wieder einiges an Platz geschaffen.

Und morgen, morgen wird Papas ausgemustertes Sony Vaio Laptop gekreuzigt. Zumindest wird es an ein Brett geschraubt, damit die Küche endlich auch multimedial und vernetzt in die Wohnung einbezogen werden kann. Als Recipebook für Steffi nämlich

Scheiß Job

Dass Polizisten durchaus manchmal einen scheiß Job haben, wissen wir seit „Toto und Harry“ und aus VS Steeles Blog. Ich durfte gerade live Zeuge sein, wie unangenehm der Job sein kann.

Irgendwann zwischen 1:45 und 2:00 hörte ich durchs offene Fenster das bekannte Knacken eines Funkgeräts. Ich bin natürlich sofort auf den Balkon gehechtet, um zu gucken, was denn los sei. Außer einem 3er Polizeikombi war nichts zu sehen, doch nur wenige Momente später tauchte ein Polizei 5er und einer der betont unauffälligen dunklen Opel Vectra der Zivilen auf. Schnell besprachen sie sich, der 2 Minuten später eintrudelnde zivile 5er hörte wohl über Funk mit. Die 4 Fahrzeuge verteilten sich, der 3er blieb aber mir gegenüber an der Einfahrt zur Zehntnerstaße stehen. Aus dem weiteren Funkgesprächen entnahm ich, dass sich anscheinend ein Raubüberfall ereignet hatte.
Trotz allen körperlichen Einsatzes (die Polizisten kraxelten über die 2,50 Meter hohe Wand ins Nordbad und leuchteten dort rum) rückten sie um 2:30 mit Blaulicht ab (Richtung Gabelsbergerstraße, wenn ich mich nicht verhöhrt habe).
Auf der Wache wartet jetzt wohl einiges an Papierkram und das mit der Gewissheit, dass da ein Räuber durch Schwabing läuft.

Ich aber stehe noch immer auf dem Balkon und ruf den Leuten zu, dass sie die Zehntner doch bitte auf der gut beleuchteten Seite entlang laufen sollen. Und dank des N800 kann ich den Artikel trotzdem sofort bloggen.

Mobiles Männeken Pis

Männeken Pis
Ich muss ehrlich zugeben, es gibt Probleme, über die ich mir noch keine Gedanken gemacht habe. Ein solches Problem ist, wie Zugführer während der Fahrt aufs Klo gehen. Der Focus hat sich dieses Problems im Zusammenhang mit dem Toten Zugführer vom 1.Juni angenommen und erklärt, dass es wohl normal sei, dass Lokführer während der Fahrt aus einer geöffneten Loktüre pinkeln.

Ich stelle mir gerade vor, wie das aussieht, wenn eine Lokomotive an einem Bahnübergang auf mich zugerast kommt und ich den Lokführer ins Auge sehe, während er mir auf die Motorhaube strullert…
Abartig!

(Männeken Pis, Quelle: Wikipedia)

via Lawblog

Weckruf für Deutschland

Über die Pläne unseres innig geliebten Innenministers Schäuble habe ich ja schon öfter geschrieben. Ihr, als meine Leser hat auch schon des öfteren darüber gelesen. Bis in die Politik haben sich die Warnungen, Mahnungen und Hilferufe noch nicht herumgesprochen. Von den großen Massenmedien mal ganz zu schweigen.
Aus einem Artikel im Schnüffelblog hat sich ein Aufruf entwickelt, der dem Abhilfe schaffen könnte:

Lasst uns einfach alle am 20. Juni um 4:22 (ist schlicht die Uhrzeit jetzt gerade) aufstehen, auf die Straße gehen, und im Schutz der Dunkelheit einmal alle Nachbarn wachbrüllen:

„AUFWACHEN! DEUTSCHLAND ENTWICKELT SICH GERADE ZUM ÜBERWACHUNGSSTAAT! TUT ENDLICH WAS!“

Eine interessante Idee. Hört sich nach einer Aktion im Flashmob-Stil an. Sollten wir mal drüber nachdenken. Fänden sich ausreichend Leute, die Mitmachen, dann würden sicher auch die traditionellen Medien darüber berichten.
Erweiterung der Idee:

  • Taschenlampe und Megaphon mitnehmen
  • Nicht nur obigen Aufruf, sondern noch zwei oder drei Sätze zur Erklärung brüllen
  • Mit der Handycam aufnehmen und bei myvideo, sevenload, youtube, etc posten. Unter einer CC-Lizenz freigeben, damit ggf jemand ein schönes Video aus allen Aktionen zusammenschneiden kann und die Fernsehsender es mit höherer wahrscheinlichkeit zeigen

Ja, kann ich mir lustig vorstellen :-)

Blogcounter jubelt Nutzern Links auf fremde Seiten unter

Blogcounter ist ein kostenloser Counterdienst, den auch ich in der linken Sidebar eingebettet habe. Gestern Nachmittag war ich ja am basteln der Seite meiner Eltern und habe auch dort einen Blogcounter Account registriert. Beim Einfügen des Countercodes ist mir aber etwas aufgefallen:
Im NoScript-Code war ein Link auf musicr.de versteckt.

Verkauft Blogcounter evtl Backlinks, die unbedarfte und unvorsichtige Nutzer unabsichtlich selbst in ihre Seite einbauen?
Ja, wenn man sich die Diskussionen aus der Vergangenheit ansieht. Mir war das bis gerade eben aber nicht bewusst.

Sieht man sich die Diskussion an, die unter SEOs zu Zeit läuft, dass angeblich demnächst sowohl Linkverkäufer als auch Linkkäufer im Google Ranking abgewertet werden sollen, schwant mir böses. Aus Sicht von Google müssten wohl die Nutzer, die den Blogcounter-Code unverändert eingebunden haben wie Linkverkäufer aussehen…

Ich habe den Link aus dem Code mal entfernt, mal gucken was passiert.