Energiesparen für den Klimaschutz oder Entwicklungshilfe auf Umwegen?

Der Ölpreis steigt und steigt und erreicht unbekannte höhen. Der Spiegelfechter hat erst gerade einen guten Artikel mit dem Titel „Das Ölpreisorakel“ geschrieben und er kommt zu dem Schluss, dass der Ölpreis nur dann zu sinken beginnt, wenn die Nachfrage sinkt, da die aktuellen Preise zu einem Großteil auf die hohe Nachfrage aus den Schwellenländern zurückzuführen sei. Eine weltweit sinkende Nachfrage wäre aber nur zu erwarten, wenn die Weltwirtschaft merklich abkühlen würde.

Abkühlen ist dann auch das richtige Stichwort, denn auch wenn man es zur Zeit gar nicht glauben mag, der Klimawandel mit Temperaturanstieg in unseren Breitengraden droht noch immer. Durch den enormen CO2 Ausstoß, den die Menschheit seit rund 100 Jahren verursacht, steigt langsam aber sicher die Temperatur auf Erden. Die Gletscher und die Pole schmelzen, Naturkatastrophen nehmen zu und die Wüsten breiten sich aus. Ihr kennt alle die Geschichten.
Um nun dem Klimawandel zuvor zu kommen bzw um ihn zumindest abzuschwächen wird uns seit Jahren gepredigt, dass wir alle Energie uns Wasser sparen sollen. Möglichst wenig Auto fahren, den Kühlschrank immer geschlossen halten und jede Hauswand mit zig Zentimeter dicken Isolierplatten verkleiden. Sogar die Amis scheinen das geschnallt zu haben, wenn man einem Bericht des ZDF glauben schenken mag(Kleinwagen statt Pick-up). So verdrängte der Honda Civic den Ford F150 von Platz eins der Zulassungsstatistik.

Vielleicht werden die hohen Benzinpreise aber auch dazu führen, dass man in Zukunft keine leeren Autos mehr mit laufendem Motor (und kühlender Klimaanlage) vor den Supermärkten findet;

Es ist also etwas in Bewegung. So könnte man meinen, betrachtet man aber die Begründung, so steht dort kein Wort von Klimaschutz, sondern es ist nur vom hohen Benzinpreis die Rede…

Mir stellt sich nun eine kleine, ketzerische Frage:
Schont Energiesparen wirklich das Klima oder ist das nur Entwicklungshilfe auf Umwegen? Würden die durch unser Energiesparen unverbrannten Rohstoffe nicht einfach von den Schwellenländern China und Indien aufgesogen und für das Klima wäre nichts gewonnen? Schließlich ist die zu Verfügung stehende Menge Öl und Kohle endlich und nur eine gewisse Menge pro Jahr förderbar. Wäre es nicht sogar sinnvoll die Rohstoffe von uns zu verbrauchen, da sie dank unserer Katalysatoren und Umweltvorschriften weniger klimaschädlich als in einem indischen Heizkraftwerk oder einem chinesischen Landwind verbrennen würden?

Wie gesagt, eine ketzerische Frage, auf deren Antwort ich gespannt bin.

Atomkraftwerke und der Koch

Hach, ist die Welt nicht schön? Über blüht und gedeiht es, seien es nun Blumen, die Korruption oder Baufirmen, die nach „Sicherheitspannen“ in Atomkraftwerken Trafohäusschen bauen…

Tun wir mal so, als seien wir dumm und vergesslich, so richtig dumm und vergeßlich. So dumm und vergesslich wie Roland Koch zum Beispiel. Dann, ja dann könnte man sich 1 1/2 Wochen nach zwei aufgefallenen und einer beinahe vertuschten „Sicherheitspanne“ hinstellen und fordern:

Unser hoher Kerntechnik-Stand in Deutschland macht es möglich, dass wir unsere jetzigen Kraftwerke noch eine ganze Weile weiter laufen lassen können

(Quelle: ZDFHeute)

Aber so dumm und vergesslich wie Roland Koch sind wir nicht.

Wie aber kommt es, dass ich einen examinierten Juristen als dumm und vergesslich bezeichne? Nun, vergesslich ist der wehrte Herr Koch, weil er gerne mal Erinnerungslücken hat, vor allem wenn es in Untersuchungsausschüssen darum geht, ob er sich selbst korrekt verhalten hat, so zB wenn es um die Bestechungsvorwürfe bezüglich der Freien Wähler oder aber um die hessiche CDU-Spendenaffäre.
Warum nun schimpfe ich aber den Herrn Koch für dumm? Nun, wie sonst soll man einen Befürworter der Atomkraft zur Energiegewinnung nennen? Ignorant? Gutgläubig? Uninformiert? Herr Koch ist in der CDU, daher liegt es nahe, dass er ein Ignorant und ein gläubiger Christ, also gutgläubig ist. Uninformiert möchte ich den Herrn Koch aber nicht nennen, denn sicher ist er sich der Gefahren der Atomkraft bewusst und sicher weiß er auch, dass es weltweit kein sicheres Atommüll-Endlager gibt. Also bleibt nichts anderes, als ihn „dumm“ zu schimpfen, wenn er sich hinstellt und sagt:

Erst Anfang des nächsten Jahrzehnts müssen wir entscheiden, ob wir wirklich glauben, so viel klüger zu sein als Japan, Russland, China, Großbritannien und andere und als einziger G-8-Staat auf neue Kernkraftwerke ganz verzichten

(Quelle: ZDFHeute)

Schacht Konrad genehmigt

Es ist soweit: Deutschland hat sein erstes Atommüllendlager

Zumindest fast. Es wird wohl noch fünf bis sechs Jahre dauern, bis der Schacht Konrad in Salzgitter soweit ausgebaut ist, das niedrig radioaktiver Atommüll eingelagert werden kann, aber die Gerichtsprozesse um die Genehmigung von 2002 gingen gestern zu Ende. In Salzgitter soll „schwach- und mittel-radioaktiver Abfall aus ganz Deutschland dauerhaft unter der Erde eingeschlossen werden. Solcher Müll fällt in Kraftwerken, Forschungslaboren, Kliniken oder der Industrie an. Derzeit kann dieser Abfall nur in Zwischenlager gebracht werden.

Ein Tag zum Feiern. Für die Atomwirtschaft.
Und für mich auch. Ich bin gegen Atomkraft, aber um deren Atommüll geht es hier nicht. Ich bin aber der Festen Überzeugung, dass es gut ist, das wir den Atommüll, den wir in Deutschland produzieren auch in Deutschland Endlagern und ihn nicht in irgend ein armes Land liefern. Wir werden uns nicht vor unserer Verantwortung drücken, die Suppe die unsere Väter und wir uns eingebrockt haben auszulöffeln.

Atomkraft, nein Danke!

Was sind schon 75 MegaWattStunden?

Ich kann mir immer noch nicht ganz vorstellen, wieviel Energie diese 75 MegaWattStunden sind, die die NSA pro Stunde verbraucht.

  • 1/4 der Produktionsmenge des Deutschen Atomkraftwerks Obrigheim (Obrigheim ist seit Mai 2005 Stillgelegt). Entgegen meiner Aussage von heute Nacht ist Obrigheim nicht das schwächste deutsch AKW
  • Ein typisches Kohlekraftwerk bräuchte in etwa 21,7 Tonnen Steinkohle ((75.000 kWh * (Energieinhalt von Kohle) * 100 / (Wirkungsgrad des Kraftwerks) ) / 1000 ) um diese Energiemenge zu produzieren
  • In Deutschland könnte man 12,4 Einwohner mit dem Strom 1 Jahr lang versorgen ( 75000 kWh / pro Kopf Stromverbrauch in Deutschland

Idee nach einem Kommentar von rabenhorst

Die NSA verbraucht 75 MegaWattStunden je Stunde

Das ist doch mal ein Satz, zum Einrahmen und übers Bett hängen. So schief hört er sich an und doch ist er wahr.
Der US-Geheimdienst, bekannt unter dem Namen „No such Agancy“ oder für sein Abhörnetzwerk „ECHELON“ bekommt Probleme mit der Stromversorgung. Durch die Zunahme an zu überwachenden Datenströmen und Ausweitung der Aufgaben und Befugnisse und damit einhergehender Technologischer Aufrüstung steigt der Stromverbrauch im Hauptquartier in Fort Meade stetig an. Momentan soll der Verbrauch zwischen 65 und 75 Megawatt-Stunden liegen und bis Ende des Jahres um 10 bis 15 Megawatt-Stunden steigen. Das ist in etwa der Stromverbrauch der 35.000 Einwohner zählenden Hauptstadt des Bundesstaates Maryland. Am 31.05.2001 nannte „The Nation“ für den Stromverbrauch der NSA noch den Wert von über 3.500 Haushalten (ein Durchschnittshaushalt in Maryland war 2003 2,62 Einwohner groß), also rund 9.250 Einwohnern. Das wäre fast eine Vervierfachung des Stromverbrauchs in nur 5 Jahren. Und „The Nation“ nennt auch einen Wert von fast 2 Millionen Dollar Stromkosten pro Monat.
Wäre die NSA ein ganz normaler Kunde bei ihrem Stromversorger bge, dann müssten sie 2007 einen durchschnittlichen Preis von 13,6965 Cent / 1kWh zahlen (Siehe arSCHES.doc. Das File heißt wirklich so). Da die NSA der größte Kunde von bge ist, nehme ich mal an, daß sie auch einen Sonderpreis bekommen. Nehmen wir einmal an, dieser läge bei 13 Cent / 1kWh. Nehmen wir desweiteren an, der Strompreis hätte sich seit 2001 nicht verändert. Nun kommen wir zu folgendem netten Zahlenspiel:
Im Jahr 2001:
2 Millionen Dollar im Monat / 13 Cent / 1kWh = 15384.615 kWh im Monat -> 15384.615 kWh entsprechen 9.250 Einwohnern -> 1.663 kWh je Einwohner je Monat

Im Jahr 2007:
65 mWh = 65.000 kWh -> Da diese 65.000 kWh nun 35.000 Einwohnern reichen sollen bedeutet dies etwa 1,9 kWh je Einwohner
75 mWh = 75.000 kWh -> Da diese 75.000 kWh nun 35.000 Einwohnern reichen sollen bedeutet dies etwa 2,1 kWh je Einwohner

Wow! Irgendwo ist da ganz massiv der Wurm drin!

Wenn man aber mal so tut, als würde die NSA pro STUNDE (!!!) 75 mWh verheizen, dann käme man auf einen Wert je Einwohner von 1542 kWh. Dann ist man von dem Wert vom 2001 gar nicht mehr soweit weg. Teilt man zB die 15384.615 kWh durch die 1542 kWh so käme man auf 9977 Einwohner und somit in den Bereich dessen, was an Ungenauigkeiten aus den Zeitungsberichten zu bedenken ist.

75 mWh/Stunde sind in 657 gWh/Jahr.
Nimmt man die vom schwächsten Deutschen Atomkraftwerk produzierte Energie, dem AKW Obrigheim mit 2.668 gWh pro Jahr, als Vergleichsmaßstab, so stellt man fest, daß die NSA ein Viertel dieser Energie fressen würde. Das ist echt ne ganze Menge *Kopfschüttel vor Verwunderung*