Politik, Pornographie, Rassismus und das „eBay Partnerprogramm“

Manch einer hält Politik für ein schmutziges Geschäft und es gibt auch genügend Beispiele auf die das zutrifft, trotzdem würden nur wenige Pornos, Rassismus und Politik in einen Topf werfen. eBay tut genau dies, denn in den Teilnahmebedingungen zu ihrem Partnerprogramm steht:

Die Werbemittel dürfen nicht auf Websites oder innerhalb von Websites platziert werden, die folgende Inhalte enthalten, assoziieren oder von denen über Links derartige Inhalte erreicht werden können:

  • Politik
  • Erotik oder Pornographie
  • Waffen
  • Gewalt, insbesondere Gewaltverherrlichung
  • Diskriminierende, beleidigende oder verleumderische Aussagen hinsichtlich Rasse, Geschlecht, Religion, Nationalität, Behinderung, sexueller Neigung oder Alter
  • Drogen
  • Strafrechtlich relevante Inhalte, insbesondere Beleidigungen
  • Allgemein rechtswidrige oder gegen Rechte Dritter verstoßende Inhalte
  • Verlinkungen zu den vorstehend aufgeführten Inhalten

Ein Blogger also, der nur einen Link auf Spiegel Online, Youtube, Sevenload oder Yahoo setzt, disqualifiziert sich für das eBay Partnerprogramm.

Selbstverständlich ist es aber kein Problem, wenn genau die verbotenen Inhalte bei eBay verkauft werden:

Quot licet lovi, non licet bovi

Immer eine Sünde wert

Chorizo iberico auf Bauernbrot, München, 23. August 2007

Ich bin ja ein Fan von Don Alphonso und von seiner Art zu schreiben. Phonso schreibt ja auch oft und gerne über Essen und technische Hilfsmittel, die das genießen versüßen. Man kann geteilter Meinung sein, ob Menschen dick werden, wenn sie zu viel vor Computern sitzen oder ob dicke Menschen ungern aus dem Haus gehen und darum vor dem Computer sitzen. Mit einem hat Phonso allerdings recht, nach seinen Blogartikeln bekommt man gerne Appetit (Zusammenhänge mit Dons Artikel und meiner gestrigen Süßigkeiten Fressattacke sind rein zufällig).
Seinen neuesten Artikel hat er darum mit einem Disclaimer ausgestattet:

Kalorienhinweis – Dieses Weblog ist für Esser unter 18 Jahren nicht geeignet. Enthält orgiastische Akte und Food-Porn-Darstellungen mit Anklängen an Stilleben des Barock in Wort und Bild. Bleiben Sie, wenn Sie Ihre Ideallinie haben und halten können, oder eh schon alles zu spät ist, was ich in der Regel bevorzuge. Ansonsten verlassen Sie diese Seite und gehen direkt zu den Hungerleiderseiten des Berliner Prekariats.

Mir lassen ein paar Scheiben Chorizo, wie sie rechts abgebildet sind, das Wasser im Munde zusammenlaufen, nur warum trägt dies keinen Disclaimer? Schließlich ist der Schritt zum Belegen eines Brots viel kleiner als den Kochlöffel für eine Tarte zu schwingen…

Fotos von eleganten und halb-nackte Studentinnen


Screenshot der

Tja, davon träumen viele. Fotos eleganter und halb-nackter Studentinnen. Am besten das ganze Jahr über vor sich sehen und sich vorstellen, dass man ihr ganz zwanglos im Rechnerraum über den Weg läuft. Hach ja.

Gibts natürlich nicht, sowas. Außer, man(n) ist beim studiVZ angestellt, denn dann muss man davon nicht nur träumen, sondern kann sich sogar auf handfeste halb-nackedeis freuen. Falls denn jemand mitmachen sollte, bei der „studiVZ Eleganz“-Aktion. Dort werden Fotos halb-nackter Studentinnen und Studenten gesucht und jeweils die (vermutlich) nacktesten 12 gewinnen und von einem Profi-(Film-ein-)Spanner abgelichtet werden. Um aber den Peinlichkeitscharakter der Veranstaltung nach oben zu schrauben, steht in den Tipps zur Bewerbung:

Bevor du loslegst, wollen wir aber noch eine Empfehlung für deine Bewerbung von denen, die dich am Besten kennen – von deinen Freunden! Sende uns mindestens 10 Unterschriften deiner Kommilitonen, die dich bedingungslos unterstützen.

In den Teilnahmebedingungen steht dann aber Klipp-und-Klar (Hervorhebungen von mir):

2.1 Es werden nur solche Foto-Einsendungen berücksichtigt, die von mindestens zehn (10) Freunden oder Bekannten des Teilnehmers unterstützt werden, die selbst Studierende sind (Unterstützer). Zu diesem Zweck hat der Teilnehmer bei Einsendung seiner Fotos eine Liste mit mindestens zehn (10) Unterschriften seiner Unterstützer mit einzusenden.

Aber natürlich soll nicht nur die Jury was von diesen tollen Fotos haben, nein (Hervorhebungen nicht von mir):

3.2 EINWILLIGUNG: Sofern der Kandidat die Teilnahme am Casting bestätigt, willigt er bereits jetzt ein, daß sein Name und die von ihm eingesandten Fotos in digitalisierter Form auf der Website von studiVZ (www.studivz.net) veröffentlicht werden, so daß sie für alle Mitglieder von studiVZ sichtbar werden. Wer diese Einwilligung nicht abgeben möchte, kann nicht am Wettbewerb teilnehmen.
[…]
5.1 Aus den je vierundzwanzig (24) männlichen und weiblichen Finalisten bestimmen die Mitglieder von studiVZ durch Online-Voting
auf der Website von studiVZ (www.studivz.net) für jeden Kalendermonat des Jahres 2008 einen (1) männlichen und einen (1)
weiblichen Gewinner durch Stichwahl, insgesamt also zwölf (12) männliche und zwölf (12) weibliche Gewinner des Fotomodell-
Wettbewerbs.
5.2 Hierzu werden an insgesamt zwölf (12) nicht zwingend aufeinander folgenden Tagen jeweils zwei (2) männliche und zwei (2)
weibliche Finalisten online zur Wahl gestellt. Die am jeweiligen Wahltag unterlegenen Finalisten scheiden aus dem Wettbewerb aus
(K. O.-Verfahren). Jedes Mitglied von studiVZ kann pro Wahltag nur je eine (1) Stimme für einen (1) männlichen und einen (1)
weiblichen Finalisten abgeben.

Ja nee, is klar. Also kann das studiVZ demnächst offiziell nicht nur mit totem, sondern auch mit nacktem Fleisch werben.

Auf dass die Campus-Captains auch wissen, warum das hemmungslose Angruscheln fremder Frauen auf der Holtzbrinck-Plattform etwas ganz normales ist.

via unfehlbar.net

Hier kostenlos beim Poppen zugucken!!

Sex, Pornographie oder Titten gibts hier nicht zu sehen, nur das Poppen eines Popkorns

via Shopblogger im Rahmen der Aktion „Verhurt“ aka „Schweinereien am Arbeitsplatz„von FiXMBR

Polizisten sind auch nur Menschen und somit potentielle Terroristen

Unser aller Liebling Schäuble meinte neulich, dass niemand Angst vor dem Bundestrojaner haben müsse, schließlich könne man der Polizei ja vertrauen. Nun ja, ich weiß ja nicht:

Und da wundert sich der Schäuble, warum wir Politiker für lächerlich halten, die behaupten, die Polizei tut ja nix, die will ja nur spielen ermitteln…
Ob sich Schäubelchen mal Gedanken gemacht hat, wem er da das Recht geben will, in unsere Rechner zu gucken, unsere Kommunikationsdaten zu speichern, die Mautbrücken abzufragen oder Fingerabdrücke zu speichern…

Der Bundestrojaner lässt uns nicht los

Heute Mittag habe ich noch über Wolfgang Schäubles Aufruf, nicht in eine „Terror-Hysterie“ zu verfallen gebloggt. Hätte ich doch vorher nur mal den heise newsticker der letzten zwei Tage vorher gelesen. Dann hätte ich dem Wolfgang von ganz andere Sachen sagen können. Aber fangen wir von vorne an.

  1. In einem Interview im Nachtmagazin der ARD sagte am 15.02.2007 der BKA-Präsident Jörg Ziercke, es sei ein Missverständnis, dass der Bundestrojaner zur „Schleppnetzfahndung“ eingesetzt werden soll. Er soll nur im „Einzelfall“ nach „Umfeldanalyse“ eingesetzt werden. Als Anwendungsgrund nannte er den Islamischen Terrorismus (Siehe das Video des Nachtmagazins ab Minute 8:35)
  2. Am 16.02.2007 sagte Ziercke in einem Interview mit der Zeitung „Die Welt“, dass die Polizei das Instrument des Bundestrojaners benötige, um „zum Beispiel Terrorismus, organisierte Kriminalität, Menschen- und Waffenhandel besser bekämpfen zu können“[…]“Niemand muss Orwellsche Verhältnisse befürchten – 99,99 Prozent der Bevölkerung werden davon nicht betroffen sein.“ Zur Erinnerung, 0,01% der Deutschen Bevölkerung wären rund 8000 Bürger (Quelle: heise newsticker)
  3. Am 16.03.2007, also genau einen Monat später, sagte Ziercke auf der Jahrespressekonferenz des BKA, dass das BKA den Bundestrojaner im Kampf gegen den Kindesmissbrauch benötige. Einer seiner Abteilungsleiter nannte die Zahl von 15000 Kindesmissbrauchsfällen pro Jahr. „Im Gegensatz zum Kampf gegen die Internetpornografie sieht Kriminalamtspräsident Ziercke jedoch keinen Grund dafür, die Maßnahmen zur Terrorabwehr weiter zu verschärfen.“ schreibt die SZ gestern. Hmm, also mit dem Bundestrojaner nicht mehr gegen Terroristen, sondern gegen Kinderschänder? (Quellen: SZ via Schnüffelblog, heise newsticker)
  4. Am 17.03.2007 fordert bayrische Justizministerin Beate Merk (CSU) in einem Interview (Btw ist das ein selten dämliches Bild am Beginn des Artikels):

    WELT ONLINE: Der Strafvollzug ist seit der Föderalismusreform Länderangelegenheit. Ist das sinnvoll, und können Sie rechtspolitisch überhaupt noch Akzente auf Bundesebene setzen?
    Merk: Es ist gut, dass die Länder jetzt zuständig sind. Wir organisieren und finanzieren den Strafvollzug schließlich. Und wir können ihn viel flexibler der Wirklichkeit und den Anforderungen anpassen – wie jetzt bei den Therapieangeboten. Für rechtspolitische Initiativen auf Bundesebene bleibt noch genügend Raum für bayerische Akzente.
    WELT ONLINE: Zum Beispiel?
    Merk: Bei der Durchsuchung von Computern, der so genannten Onlineüberwachung, fordern wir eine schnelle gesetzliche Regelung.
    WELT ONLINE: Wie soll sie aussehen?
    Merk: Die Telefonüberwachung wird zurzeit reformiert. Das wäre auch der richtige Platz für eine Regelung der Onlinedurchsuchung. Das würde dann auch die Ermittlungen bei Verbreitung von Kinderpornografie erleichtern. Auch der Bundesgerichtshof ist der Meinung, dass die Onlinedurchsuchung nicht so intensiv ist, wie eine Wohnraumüberwachung. Deshalb schlage ich vor, die Onlinedurchsuchung an dieselben Voraussetzungen wie die Telefonüberwachung zu knüpfen. Ich werde dazu sehr bald einen konkreten Vorschlag einbringen.
    WELT ONLINE: Bundesjustizministerin Brigitte Zypries von der SPD hätte lieber so hohe Hürden wie beim Großen Lauschangriff.
    Merk: Die Bundesjustizministerin wird von unserem Vorschlag nicht besonders begeistert sein. Für mich kommt es aber darauf an, ein praktikables Gesetz zu schaffen, das bei Tatbeständen wie der Verbreitung von Kinderpornografie greift.

    Nun gut, von „Einzelfällen“, „Umfeldanalyse“ und „Islamischer Terrorismus“ ist da nicht mehr die Rede. Schön wie sich die Zielgruppe verschiebt. Ob der Beckstein schon weiß, was sein Lieblingsspielzeug so alles können soll? (via heise newsticker

  5. Am 18.03.2007 zeigt der stellvertretende Unions-Fraktionsvorsitzende Wolfgang Bosbach sein ganzes Verständnis für die Materie auf. Da fordert er: „Wir können auf das wichtige und wirksame Ermittlungsinstrument nicht verzichten, weil das Internet auch viele Gefahren birgt“ und verweist darauf, „dass sich die Terrororganisationen weltweit der Kommunikation über das Internet zunehmend bedienten“. „Die Online-Durchsuchung dient der Sicherung von flüchtigen Beweisen, die den Behörden ohne rechtzeitigen Zugriff dauerhaft verloren gehen würden“ und „Bosbach räumte ein, dass es sich bei der Online-Durchsuchung um einen erheblichen Eingriff in die Privatsphäre des Betroffenen handele. Deshalb dürfe sie nur mit einem richterlichen Beschluss und bei einem erheblichen Tatverdacht vorgenommen werden. Es sei aber unverantwortlich, eine Regelung komplett zu unterlassen.“ (Zitate aus heise newsticker. Kursiv gedrucktes ist im heise Artikel als Zitat Bosbachs gekennzeichnet).

Zusammengefasst:

  • Ziercke will Terroristen, die organisierte Kriminalität, Waffen- und Menschenschmuggler und Kinderschänder mit dem Bundestrojaner überwachen. Dabei soll der Bundestrojaner nur in Einzelfällen eingesetzt werden.
  • Merk will die Kinderschänder damit fangen
  • Bosbach die Terroristen

Ich bin der Meinung, Wolfgang Schäuble sollte seine Untergebenen, Parteikumpanen und Kumpaninnen nicht vor „Terror-Hysterie“, sondern vor „Bundestrojaner-Euphorie“ warnen. Warum die ganzen Wünsche der Herren und Damen nicht in Erfüllung gehen werden, habe ich schon vor einem Monat in 10 Punkten aufgeführt. Jeweils ganz abgesehen davon, dass das Grundgesetz dafür geändert werden müsste und das Thema der Beweissicherung nicht geklärt ist.

SecondLife – Steuern, Sex und Gewinnspiele

Das Internet, unendliche Weiten. Wir befinden uns im hier und jetzt. Dies sind die Abenteuer der virtuellen Welt SecondLife, dass ein paar tausend Kilometer von Deutschland entfern gehostet wird, um eine fremde Welt zu bieten, unbekannte Lebensformen und neue Zivilisationen. SecondLife dringt dabei in Rechtsräume vor, die nie ein Mensch zuvor gesehen hat.

So oder ähnlich könnte man beschreiben, was mir zu SL heute auf den Monitor kam:
Zuerst verbietet Peking den Umtausch virtuellen Geldes in reale Währungen, um so strikte Trennung zwischen virtuellen Tauschbeziehungen und elektronischem Handel mit echten Produkten zu verhindern. Dies schreibt die FTD unter dem morgigen Datum. Der Grund für das vorgehen der chinesischen Regierung ist, dass über den Umweg virtueller Welten Gewinnspiele angeboten werden, die nach chinesischem Recht in der realen Welt nicht erlaubt wären (via Robert). Aber vielleicht war ja auch mein Artikel über SL daran Schuld, weil ich dort die Problematik der Umgehung von Gesetzen via online Welten schon angesprochen hatte.
Da man nun in SL nicht mehr ruhigen Gewissens shoppen kann, wird nun auch noch die freie Bewegung eingeschränkt:

Netzeitung.de: Also sollte man virtuelle Orte meiden, an denen Sex gezeigt oder ausgeübt wird?

Mathé: Jeder Second-Life-Besucher sollte sich hüten, derartige Angebote zu besuchen, da die Besitzverschaffung schon mit dem Herunterladen der Grafikdaten in den Arbeitsspeicher der heimischen PCs erfüllt ist.

In dem Interview der Netzzeitung wird dabei die Problematik angesprochen, dass in SL Sexualakte betrieben werden können und diese ungefiltert dargestellt werden. Laut deutschen Paragraphen wäre das Pornographie, die Minderjährigen nicht zugänglich gemacht werden darf. Sex mit Avataren, die Tieren oder Kindern ähneln, seien so oder so auch für Erwachsene verboten (via Robert).
Ich schlage der Staatsanwaltschaft Halle vor, sämtliche Finanztransaktionen mit den Konten der SL-Macher zu untersuchen, es sind evtl Pädophile dabei und der Aufschrei wäre sicher nicht großer als bei deren Mikado-Spiel