19. Juli 2007 — Die Welt wie sie sich dreht |
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Tja, gestern beschlossen ARD und ZDF den Zwergenaufstand, heute schon sendet SAT1 die Tour de France.
Stolz berichtet das ZDF, was Zeitungen aus ganz Europa über die Unterbrechung der Übertragung schreiben:
“Schwarzer Bildschirm in Deutschland”
Reaktionen auf den Sendeausstieg von ARD und ZDF
(Quelle: ZDF.de)
Soweit, dass der Bildschirm schwarz wird, sind wir aber noch nicht. ARD und ZDF senden statt der Tour nun “Sturm der Liebe” und der Radsportfan wählt zwischen SAT1 und Eurosport, wo er seine Helden fahren sieht.
Wie heißt diese Rubrik bei Frontal21 des ZDF so passend? TOLL !!!
18. Juli 2007 — Die Welt wie sie sich dreht |
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ES KOTZT MICH AN!!!!!
Patrick Sinkewitz, Fahrer des T-Mobile-Teams und am Sonntag nach einem schweren Sturz aus der Tour ausgestiegen, wurde positiv auf Doping getestet. Heute wurde das Testergebnis der A-Probe vom 8.Juni veröffentlicht und damit bekannt, dass Patrick einen Testosteron-Wert von 24:1 statt erlaubten 4:1 hatte. Dies ist der erste, während der diesjährigen Tour veröffentlichte Dopingfall.
Soweit, so schlecht. Bestätigt sich das Testergebnis in der B-Probe oder verlangt Patrick Sinkewitz das Testen der B-Probe nicht, wird aus seinem Radsportteam gefeuert, aus dem Deutschen Radsportbund ausgeschlossen und er muss eine Strafe in Höhe seines diesjährigen Gehalts von geschätzten 500.000 Euro zahlen. Eine Sperre von 2 Jahren würde ihn auch erwarten und, falls in zwei Jahren der Ehrenkodex der Profiteams noch gilt, dürfte er auch nach der Sperre keinen Job als Radprofi bekommen.
Dieser Dopingfall hat aber über das persönliche Schicksal des Fahrers hinaus noch weitere Folgen. Mittelfristig wird sich T-Mobile überlegen ob sie ihr Sponsoring im Radsport aufrecht erhalten werden. Zusätzlich erdreisten sich ARD und ZDF ihre Tour-Berichterstattung fürs erste einzustellen. Thomas Knüwer beklagt, dass die Berichterstattung überhaupt begonnen hat und der Ausstieg nun aus fadenscheinigen Gründen erfolgt sei.
Ich beklage etwas anderes: WIE KOMMEN ARD UND ZDF DARAUF, SICH SO WICHTIG ZU NEHMEN?
ARD und ZDF sind Journalisten. Journalisten haben das Event zu berichten und nicht darüber, warum sie nun ausgestiegen sind. Ich bezahle meine GEZ Gebühr und habe nun ein Anrecht darauf, dass ARD und ZDF aus den geleisteten Lizenzzahlungen für die Übertragungsrechte etwas sinnvolles machen und nicht, dass sich die Reporter nun hinstellen und dafür gefeiert werden wollen, wie Konsequent es doch sei, dass sie ihre Ankündigung des Ausstiegs für den Fall eines Dopingfalles wahr machen.
Es interessiert mich nicht die Bohne, ob ARD und ZDF Doping gut, schlecht, förderungswürdig oder nicht ansehen.
Journalisten haben neutral zu sein, darum sollen sie über Doping berichten, aber auch über den Sport, der weiter betrieben wird.
Das einzige, was das Übertragungsende von ARD und ZDF bewirkt ist doch, dass die Zuschauer die Fernbedienung in die Hand nehmen, einmal laut seufzen, ARD und ZDF den Stinkefinger zeigen und auf Eurosport umschalten, um sich in aller Ruhe die Tour anzusehen.
Und wir werden ja sehen, ob in Zukunft nicht gleich der Privatsender geguckt wird, auch falls ARD und ZDF wieder berichten sollten!!!
BTW: “Sturm der Liebe”, das jetzt als Ersatzprogramm für die Tour auf ARD gesendet wird, ist auch nicht unbedingt das, was sich Jugendliche und Sportler zum Vorbild nehmen sollten.
SAUBANDE!!!

10. Juli 2007 — Nur ums mal gesagt zu haben |
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Die Tour de France hat am Samstag in London begonnen und zugleich auch die heiße Phase für die Radsport-Journalisten. All die Arbeit aus den letzten Wochen und Monaten kulminiert in der 16ten Etappe zum Col d’Aubisque, nach der der Sieger der diesjährigen Tour feststehen wird. Doch der Weg dorthin ist lang, über viele Stunden werden sich die Fahrer durch Frankreich strampeln, viele Stunden wird es nur wenig erhellendes zum Renngeschehen zu erzählen geben und ständig werden den Reportern die gleichen Namen durch den Kopf schwirren:
- Hagen Bosdorf (ARD-Sportjournalist, zurückgetreten wegen IM-Tätigkeit für die Stasi, Vorwurf der einseitigen Berichterstattung wg Co-Autorenschaft eines Buchs mit Jan Ullrich)
- Jan Ulrich (deutscher Tour de France Gewinner 1997, zurückgetreten wegen Dopingvorwürfen im Zusammenhang mit Doktor Fuentes)
- Doktor Fuentes (Spanischer Arzt, ihm wird vorgeworfen Blutdoping organisiert und durchgeführt zu haben)
- Jörg Jaksche (deutscher Radsportler, gestand im SPIEGEL EPO-Doping))
Zu diesen vier Namen werden sich, je nach Situation noch eine Reihe weiterer aktueller oder ehemaliger Radsportler gesellen, die des Dopings überführt, verdächtigt und verdächtig unverdächtigt sind. Doch halt, lasst uns die Geschichte von Vorne erzählen:
Ich recherchiere das nun folgende nicht mehr nach, sondern verlasse mich auf meine Erinnerungen. Klaus Angermann, Jürgen Emig und Herbert Watterott haben mir die Geschichten in den 15 Jahren, seit ich die Tour verfolge, oft genug erzählt.
Seit 1903, also seid 103 Jahren, wird die Tour de France ausgetragen, dieses Jahr zum 94sten Mal. Vor 103 Jahren also gründete Henri Desgrange als Chefredakteur der Zeitschrift L’Auto zur Auflagensteigerung die Tour de France. Von Beginn an wurde die Tour also medial verwertet und nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten betrieben, was heute zum “Verkaufen” von Zielankünften an Städte, Ausloben verschiedener Preise, die mit Trikots in den Farben des Sponsors symbolisiert werden (Bergtrikot in den Fraben eines Kuchenfabrikanten) oder zur Werbekaravane führte. Die Tour war somit schon immer mehr als nur ein sportlicher Wettstreit und die Medien profitierten von der Legendenbildung (lange Etappen, Hochgebirgsetappen) und ausführlicher Berichterstattung.
Auch das Thema Doping ist für die Tour nicht neu. Dopte man sich in der Frühzeit noch mit Kaffee und Alkohol, jährt sich dieses Jahr der Tod von Tom Simpson zum 40sten Mal. Simpson starb am Aufstieg zum Mont Ventoux an den Folgen großer Hitze und eines Amphetamin-Cocktails.
Doping bei der Tour hat also eine lange Tradition, weshalb ich den großen Bohei momentan nicht verstehe. Natürlich haben jetzt einige deutsche Fahrer gestanden, natürlich haben das die Journalisten geahnt, aber die Details nicht gekannt und natürlich ist ein Geständnis wie das von Jörg Jaksche berichtenswert. Aber muss die ARD nun die große Reue zeigen, nachdem man Jahre lang das Team Telekom gesponsored hatte und sich nun herausstellt, dass dies Doper waren? Muss darum nun jeder Radsportler mit schiefem Blick gemustert werden, als ob man ihm ansehen würde, ob er gedopt hat? Ich meine nein!
ARD und ZDF sollten objektiv berichten, das sportliche Geschehen in den Vordergrund stellen und die Dopingproblematik nicht vernachlässigen. Objektiv kann man es aber nicht nennen, wenn in jeder Übertragung und fast jedem Interview das Thema Doping angesprochen wird. Neue Erkenntnisse wird man so nicht gewinnen und die Kritiker werden sich so auch nicht ruhig stellen lassen. Das einzige was hilft ist ordentliche, saubere Berichterstattung, ohne Hetze, Panikmache oder Vertuschung!

27. Juni 2007 — Nur ums mal gesagt zu haben |
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Liebes ZDF,
diese Kontrollen müssen doch einen vernünftigen Namen haben, denn “Kombinierte Urin- und Blut-Kontrollen” hört sich einfach ekelhaft an. Wie muss ich mir so eine Kontrolle vorstellen? Pinkelt da der Fahrer in den Blutbeutel, haben die Fahrer Blut im Urin oder wie?
12. Juni 2007 — Nur ums mal gesagt zu haben |
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Jetzt lebe ich seit fast 7 Jahren in München und habe seit 6 Jahren mein Radl hier stehen und fahre damit im Sommer in die Uni und erfahre erst heute, dass es für München sogar einen Fahrrad-Routing-Planer gibt.
Das ist doch mal Klasse, oder? Da ist es auch ganz logisch, dass die Velo-city Konferenz dieses Jahr Station in München macht.
via Muenchenblogger
11. Juni 2007 — Unterhaltung |
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Gestern hatte der Formel 1 Fahrer Robert Kubica im Kanada-Grand-Prix riesiges Glück. Bei Tempo 280 verlor er die Kontrolle über seinen BMW und knallte in eine Begrenzungsmauer. Glücklicherweise ist ihm so gut wie nichts passiert, eine Gehirnerschütterung, Prellungen und einen verdrehten Knöchel sind bei einem solchen Unfall ein Beispiel für die Sicherheit der Formel 1 Renner.
Um zu sehen, wie es ihm geht, warf ich gerade einen Blick auf seine Homepage und entdeckte eine mir völlig neue Information:
Wow, mich würde das Reglement von damals interessieren und ob die Wagen von Ochsen, Eseln oder Pferden gezogen wurden.
In der polnischen Version der Homepage stimmt die Jahresangabe mit 1950 übrigens.
24. Mai 2007 — Die Welt wie sie sich dreht |
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Vor elf Tagen habe ich noch geschrieben, dass die Unschuldsvermutung auch für Radsportler gilt und ich bin noch immer dieser Meinung, ob sie aber gerechtfertigt ist, wird von Tag zu Tag unwahrscheinlicher. “Meine” Radsporthelden haben inzwischen fast alle gestanden, werden gestehen (morgen Bjarne Riis) oder sollten endlich gestehen (Ulle). Während des Festina-Skandals habe ich mir noch gedacht, dass es mir egal sei, wenn die Dopen. Sollen sie halt das Doping legalisieren und alle Dopen, denn das Problem läge einzig und alleine an der Ungerechtigkeit, wenn ein Doper gegen einen nicht-Doper gewinnt. Inzwischen bin ich aber 10 Jahre älter und weiß es besser.
Natürlich ist und war ein Großteil des Peletons gedopt. Natürlich spielt es dann auch keine Rolle mehr, wenn alle gedopt sind. Worauf es ankommt ist doch einzig und alleine die Spannung und das Leiden in den Gesichtern. Zumindest sieht man als Fernsehzuschauer so, solange man sich keine Gedanken darum macht, dass dieser Sport ja nicht nur von den Hochleistungssportlern der Tour de France betrieben wird, sondern auch von zig tausenden Amateuren, zig tausende Semi und gescheiterte Profis. All diesen dienen die Tour-Helden als Vorbilder und diesen eifern sie nach, haben aber nicht die selbe medizinische Versorgung und Überwachung wie die Profis und daher ein viel größeres Gesundheitsrisiko. Alleine schon diese Verantwortung, so sollte man meinen, würde die Sportler vom Dopen abhalten. Naja, so kann man sich täuschen.
Ich hoffe nur, dass bei der anstehenden Tour de Swiss und der Critérium du Dauphiné Libéré ordentlich viele Blut-Kontrollen gemacht werden, um zu versuchen das Tour Peleton so sauber wie möglich zu bekommen.
Auch wenn ich mich wiederholen sollte: Ich werde die Tour gucken. Alleine schon um den ungedopten Fahrern den Respekt zu zollen, den sie verdienen!