Dokumentierte Urheberrechtsverletzung

Kann man eine versuchte Urheberrechtsverletzung besser dokumentieren

Wer einen RSS-Feed anbietet muss heutzutage damit rechnen, dass sein Urheberrecht an den im Feed veröffentlichten Artikeln verletzt wird. Ideahustle ist mir da schon mehrfach aufgefallen. Allerdings haben sie diesmal ins Klo gegriffen, wie man im Screenshot sieht. Übrigens haben sie diese versuchte Urheberrechtsverletzung heute gleich doppelt begangen (1, 2).

Drum merke, automatisierte Verbrechen lohnen sich ganz bestimmt nicht…

Das Ruderboot in Aktion – Rückwärts

DonAlphonso, der Rächer des Vererbten, rudert zurück. Fleißig. Mit einem schlechten Gewissen.

Es war einmal eine Magazin, dass trotz einem berühmten Namen in Deutschland floppte. Dieses Magazin hatte wie viele anderen zu seiner Zeit ein Online-Angebot. Und um nicht nur im Print modern zu wirken, mietete es sich ein paar Blogger, die mit tollen Blogs tolle Leser anziehen sollten, um die tolle Onlinewerbung besser verkaufen zu können.
Nun begab es sich, dass einer dieser Blog Peter Turi hieß und dieser schon seit langem gegen Windmühlen den Fonso kämpfte. Worum dieser Kampf ursprünglich ging, interessiert eigentlich keine Sau, denn wir, die Blogosphäre, wollen zum trocken Knäckebrot der niedrigen Leserzahlen, die Spiele im olympischen (upps, verbotenes Wort, böse böse) blogosphärischen, virtuellen Wortgefecht, unabhängig des Ursprungs.
Dieser Turi nun, schrieb in seinem bezahlten Blog über Fonso böse, unwahre Dinge und, um seinem Feind Spielkameraden Aug‘ in Aug‘ gegenüber stehen zu können, klaute er sich ein Foto von Fonso und pappte es zu seinem Artikel (Turis Foto groß links, Fonsos klein rechts). Der Fonso hat daraufhin kryptische Hinweise in seinen Blogs (der moderne Blogger hat mehrere Blogs, damit sie addiert im Schwanzvergleich… das is n anderes Thema) gepostet, aus denen hervor gehen sollte, dass der Turi das Foto gefälligst durch ein hübscheres selbst gemaltes ersetzen und die böses Sätze wegradieren sollte. Vielleicht hat der Fonso dem Turi sogar ein Briefchen geschrieben? Ich weiß es nicht, ist auch egal, denn für den Leser ists ja auch viel spannender, wenn er davon ausgehen soll, dass ausgerechnet der Todfeind Lieblingsonkel Turi dem Fonso seine Blogs lesen soll. Auf alle Fälle hat der Turi nix an seinem Artikel geändert. Daraufhin hat der Fonso seine Schwester losgeschickt (welcher Blogger beneidet ihn nicht alleine wegen seiner in der Juristerei bewanderten Schwester?) irgendeinen Anwalte losgeschickt und die der hat dem Turi ne nette Rechnung für das Foto und die Unwahrheiten präsentiert.

Soweit die Vorgeschichte. Das Magazin, in dessen Online-Auftritt der Turi gepoltert hatte, hat nun nicht nur den bösen Artikel entfernt, nee, sie hat auch gleich dem Turi seinen Spielplatz weggenommen. Und irgendwie findet der Fonso das jetzt doch wohl schade, den er ermahnt das Langschwanz-Blogvolk, es ihm nicht nachzutun und mit Abmahnungen die Straßen zu Pflastern. Armer Fonso, steht er nun doch als Blog-Killer da. Andererseits denke ich, ist der Turi doch wohl ganz froh, dass er nun nicht mehr in dem komischen Magazin-Spielplatz sitzen muss, weil ich glaub, der Spielplatz ist am Boden eines Schwimmbeckens eingerichtet, das sich langsam mit Wasser füllt. Und ich bezweifle, dass den Kiddies im Schwimmbecken jemand einen Rettungsring zuwerfen wird, hat doch seit der Eröffnungsparty niemand mehr in diesem Freibad vorbeigeguckt.

Kommentarspam – Preisliste für Werbeanzeigen

Die Geschichte von Johannes, dem manuellen Kommentarspammer lässt mir keine Ruhe. Hätte er beide Kommentare unter verschiedenen Namen abgeschickt, wären sie mir vermutlich nicht einmal aufgefallen.

Anfang April gab es ja den großen Aufreger um die fünf „Calvin Klein-Blogger“. Seitdem hat zB die Blogbar einen Footer, nachdem Kommentarspam 999,- Euro kostet, Sixtus verlangt gar 1500,- Euro. Beide aber nur mit einem kurzen, unscheinbaren Text unterhalb des Kommentarfeldes angekündigt. Ich bin mir aber nicht sicher, ob das Gerichtsfest ist. Schließlich kommen diese Formulierungen schon sehr überraschend und Gerichte beachten so etwas.
Ich habe mich darum heute Nachmittag hingesetzt und mal einen Entwurf für „Vertragskonditionen für Werbung in Kommentaren, Pingbacks und Trackbacks“ aufgesetzt. Diese Konditionen sollen oben in der Navigationsleiste und unterhalb des Kommentarfeldes verlinkt werden.
Ziel ist es nicht, Werbung in den Kommentaren zu machen, sondern vielmehr Werber durch die Höhe der Preise abzuschrecken. Zwar habe ich die Preise deutlich niedriger also DonAlphonso und Sixtus gewählt, aber auch hier nur aus Angst vor deutschen Gerichten. Die angesetzen Preise liegen ca 5 mal höher, als Linklift als Preis pro Link in meinem Blog kalkuliert. Somit bin ich zuversichtlich, dass ich im Fall der Fälle eine Rechnung an den Spamer stellen kann, die auch vor Gericht bestand hat. Im Blog würde die Werbung so oder so nur erscheinen, falls die Rechnung gezahlt würde.

Ich bin kein Jurist oder anderweit rechtsgelehrt, darum möchte ich euch bitten, einen Blick in den Entwurf zu werfen. Vielleicht fällt euch ja etwas auf, das unbedingt hinein oder heraus gehört. Sobald ich mit dem Entwurf zufrieden bin, werde ich ihn auch unter einer cc-Lizenz frei geben.

Pumuckl darf eine Freundin haben

Vor 7 Wochen hatte ich bereits darüber geschrieben, dass sich die Autorin (Ellis Kauth) und die Zeichnerin (Barbara von Johnson) des Pumuckl vor Gericht darüber streiten, ob der Pumuckl eine Freundin haben darf. Konkret geht es darum, ob ein von Johnson initiierter Malwettbewerb, bei dem Kinder eine Freundin für Pumuckl zeichnen sollten, rechtens war. Das Gericht hat dies bejaht, allerdings auch beschränkt:

Allein durch die Zeichnung werde den Pumuckl-Geschichten keine neue Episode hinzugefügt, betonten die Richter

(Quelle: ZDF)

Naja guad, dann moits dem Muckl hoid a Weibe. Solong wia ia koane neia Fuime drahts oder moids, sois ma recht sa.

Breitet sich die Abmahnfalle Shoppero aus?

Gestern habe ich ja darüber geschrieben, dass man sich als als als Nutzer des Dienstes Shoppero sehr schnell in die Gefahr begeben kann, wegen einem Urheberrechtsverstoß Abgemahnt zu werden, wenn man eine Produktempfehlung schreibt und dazu Bilder von fremden Seiten per Shoppero eigenem Tool klaut.
Gerade erst habe ich bei F!XMBR einen Link auf einen Artikel von xsized gesehen. Xsized beschreibt in dem Artikel, dass man sich durch das Einbinden der sogenannten Adgets ebenfalls eine Abmahnung einfangen kann, wenn denn in dem Adget urheberrechtlich Geschützte Bilder angezeigt werden. Für den Abmahnanwalt ist es nämlich egal, von wo ein Bild kommt, dass auf einer Webseite angezeigt wird, da man sich durch das Einbinden des Adgets das Bild zu eigen macht. Als Beispiel, wo das in einem ähnlich gelagertem Fall passiert ist, verweist Xsized auf den Fall beschrieben im SEO-Radio. In dem beschriebenen Fall wurde Mario abgemahnt, weil er in einem Webshop den durch die Buchpreisbindung vorgegebenen Preis eines Buchs unterschritten habe. Der Webshop bezog dabei sowohl die Artikel, als auch die Preise von Amazon, war also für den konkreten Verstoß nicht persönlich verantwortlich. Geholfen hat das natürlich nichts.

Ich möchte mir erst gar nicht ausmalen, was passiert falls der Anwalt, der auch schon das Augsblog und andere abgemahnt hat, auf diesen Fall aufmerksam wird. Dieser Abmahnanwalt hat nämlich das Augsblog abgemahnt, weil dieses einen Link auf eine Seite eines Internetangebotes gesetzt hatte und dieses Internetangebot auf einer Unterseite einen Artikel veröffentlicht hatte, den das Abmahnende Unternehmen nicht in Ordnung fand. Zwar hat der Abmahnanwalt im Endeffekt (nach dem Einschalten eines kundigen Anwalts) seine Forderungen zurückgezogen, aber auch hier sind für den verlinkenden Blogger erst einmal die Kosten für das Einschalten eines Anwalts entstanden.
Gruselige Vorstellung, wenn man bei jedem Link auf ein anderes Blog Angst haben müsste, dass dieser Shoppero Mitglied wird und man dann evtl selbst mit drin hängt…

Vorsicht vor der Abmahnfalle Shoppero!

Seit dem 3ten Mai ist ein neues Web 2.0 Startup am Laufen und es schimpft sich Shoppero. Shoppero lässt sich nach dem AAL-Prinzip (Andere Arbeiten Lassen) die Datenbank mit Produktempfehlungen füllen und beteiligt dafür die Nutzer mit einem kleinen Teil der Werbeeinnahmen und Provisionen.

Im Detail:
Die Idee ist, dass Produktempfehlungen von Nutzern ein hohes Maß an Glaubwürdigkeit bieten. Darum seien potentielle Kunden immer an Produktempfehlungen anderer Nutzer interessiert und würden darum eine Seite wie Shoppero besuchen.
Sucht ein Kunde nun beim Shoppero einen bestimmten Artikel, so wird ihm neben den Produktempfehlungen der Nutzer Werbung im Google Adsense Format angezeigt, zusätzlich zu Links auf Webseiten von Händlern, die genau dieses Produkt verkaufen.
Kauft ein Kunde nach Klick auf einen der Händlerlinks das Produkt, so bekommt Shoppero dafür eine Verkaufsprovision, zusätzlich zu den Einnahmen durch die Adsense Werbung.
Um Nutzer anzulocken, die Produktempfehlungen schreiben, gibt Shoppero ihnen einen Teil der Einnahmen durch Werbung und Provisionen. Zusätzlich gibt es sogenannte „Adgets“, das sind kleine HTML-Schnippsel, die auf ein Produkt verlinken. Die Nutzer sollen nun diese Adgets überall wo sie können anbringen, denn für jeden potentiellen Kunden, der über so ein Adget auf die Seite von Shoppero kommt, bekommt der Nutzer wieder Kohle.

Soweit, so gut. Ähnliche Funktionalitäten bietet zB auch Ciao, wo ist nun der Gag? Nun, so wirklich ist er nicht zu finden.
Google Adsense kann sich jeder Webseitenbetreiber holen, ebenso einen Amazon Partnerstore, warum man den Umweg über Shoppero nehmen soll, ist nicht ganz klar.

Was macht Shoppero nun zum Problem?
Shoppero bietet eine leere Datenbank an, die die Nutzer füllen sollen. Die Nutzer sollen Produktempfehlungen schreiben und am besten auch Bilder zu den Produkten. Falls man gerade kein Bild zur Hand hat, kein Problem. Einfach bei Shoppero eine Seite angeben, die ein Bild hat, Shoppero liest die Seite ein, der Nutzer wählt aus den dortigen Bildern das gewünschte aus und fertig ist die bebilderte Produktempfehlung.
Was aber, wenn der Nutzer gar nicht der Urheber der Bilder ist? Dann kann es Ärger geben, falls sich der Urheber der Bilder mit einer Abmahnung bei Shoppero meldet. Shoppero ist aber nicht dumm, denn natürlich steht in den AGB, dass der Nutzer versichert, Urheber aller eingestellten Texte und Bilder ist. Nur wird darauf nicht hingewiesen, wenn ein Nutzer eine Seite mit Bildern angibt…
Es ist also nur eine Frage der Zeit, bis findige Abmahnanwälte diesen neuen Ort für ihren Lebensunterhalt gefunden haben.

Die Lesart von Shoppero ist also, dass die Nutzer selbst für die eingestellten Informationen verantwortlich ist und Shoppero nur die Plattform zur Verfügung stellt. Für das zur Verfügung stellen der nackten Plattform kassiert Shoppero aber 80% der Werbeeinnahmen und 40% der Provisionen…

Die .de Domain von Shoppero ist zur Zeit nicht funktionierend, über die .com Domain kommt man aber hin, falls man wirklich will.

via F!XMBR

Urheberrechtsverletzung durch RSS-Feed

Es gibt schon lustige Menschen auf dieser Welt.
Das allesaussersport Blog bietet, wie die viele andere Blogs auch, einen Full RSS-Feed an, also eine abrufbare, maschinenlesbare Datei, in der die veröffentlichten Artikel stehen und man sie so an anderer Stelle verwenden kann. Der Hintergedanke ist, dass man sich diese Daten in anderen Programmen, sogenannten Feedreadern, anzeigen lassen kann und so nicht alle fünf Minuten gucken muss, ob es einen neuen Artikel gibt. Nun kann man diese RSS-Feeds auch missbrauchen, indem man die Artikel automatisiert auslesen lässt und sie auf der eigenen Homepage als seine eigenen Werke ausgibt.
Genau dies ist nun dem allesaussersport Blog passiert, wie man hier nachlesen kann. Soweit, so schon öfter vorgekommen. Interessant wird die Geschichte erst durch einen Kommentar bei allesaussersport von dem User maris, anscheinend einem Mitarbeiter bei Sportal1, dem Inhaltsdieb, denn er schreibt:

Die Inhalte, die auf unserer Seite veröffentlicht werden und sich auf www.allesaussersport.de beziehen, werden ausschließlich von Ihnen selbst frei zur Verfügung gestellt, und zwar über den RSS-Feed unter folgendem Link:

http://www.allesaussersport.de/content/fussball/feed/

Diesen Link stellen Sie selbst auf Ihrer Webseite unter dem entsprechenden RSS-Logo zur freien Verfügung.
Als Webmaster muß ich Ihnen wohl nicht sagen, was RSS bedeutet und was der Sinn davon ist.
Wenn Sie RSS-Feeds zur Verfügung stellen, dann MUSS man davon ausgehen, daß Sie mit der weiteren Verwendung der darüber gelieferten Inhalte auch auf fremden Webseiten einverstanden sind.
[…]
In der Regel ist es aber so, daß die über RSS angebotenen Inhalte nur aus sogenannten “Teaser” (Anreißer) bestehen.
Um den vollständigen Original-Artikel zu lesen, muß man dann über einen entsprechenden Link auf die Quell-Homepage.

Ich finde diese Begründung göttlich, denn nach dieser Auffassung, wäre auch folgende Argumentation denkbar:

Sie drucken eine Zeitung und verkaufen diese, da müssen sie dann doch damit rechnen, dass ich diese kopiere und selbst weiter verkaufe? Diese 0900-Dienste machen es richtig, die lassen nur Teaser drucken, um die ganze Geschichte zu bekommen muss man dort anrufen.

Finde ich sehr belustigend das.

via Robert